18 September

Frisch & Schwarz #3 - Aus dem Ei gepellt

Kategorie: Frisch und Schwarz — Jahrgang: 20114 Kommentare

Neue Alben, Videos und SinglesMit ihrem Album »Auto­ma­tic« lan­den VNV Nation ihren nächs­ten Streich. Das Album, des­sen Pro­duk­tion unter kei­nem guten Stern gestan­den haben soll, hat es in sich. Allein der Opener Con­trol, den man sich kos­ten­los her­un­ter­la­den kann, zeigt, dass man sich treu geblie­ben ist ohne ste­hen zu blei­ben. Par­al­lel dazu star­tet auch eine aus­ge­dehnte Tour­nee, die auch durch viele deut­sche Städte führt. Am 21. Okto­ber erscheint nun end­lich das neue ASP Album »Fremd«, dass man in den unter­schied­lichs­ten Ver­sio­nen im Shop vor­be­stel­len kann. Der hübsch anzu­se­hende Trai­ler1 ver­rät nicht allzu viel über den Gehalt des Albums, daher heißt wohl jetzt noch abwarten.

Über ihren Twitter-Stream sen­dete die 22-jährige Zola Jesus noch jüngst Geburts­tags­grüße an H.P. Love­craft, bevor sie sich wohl wie­der der Fer­tig­stel­lung ihres neuen Albums »Cona­tus« wid­mete, das Ende Sep­tem­ber erschei­nen soll. Dem Kon­zept des Album­ti­tels, bei dem es sich um einen phi­lo­so­phi­schen Begriff han­delt, scheint sie zu ent­spre­chen. Mit Ves­sel wird ihre Nei­gung zum Selbst­er­halt und Wei­ter­ent­wick­lung gestillt, es klingt nach Zola Jesus und lässt die Lust auf neues erken­nen. Sal­ta­tio Mor­tis erfreuen uns mit einem neuen Video zu ihrem Lied »Hoch­zeit­stanz« von ihrem fri­schen Album »Sturm aufs Para­dies« und schei­nen damit in noch grö­ßere Fuß­ab­drü­cke tre­ten zu wol­len. Ich bin skep­tisch, ob ihnen das gelingt.

Engels­staub, die sich in den 90ern mit den Alben »Mal­leus Male­fi­carum« oder auch »Anders­welt« einen Namen mach­ten (nicht zuletzt mit ihrem Underground-Hit Vic­tim of Love), brin­gen nun nach lan­ger Pause das neue Album »Nacht­wärts« her­aus. Eine wei­tere Ankün­di­gung zu Pitch­forks Quan­tum Mecha­nics kann ich mir spa­ren, das Stück »Lament« spricht Bände. Mehr braucht es nicht für ein wei­te­res erfolg­rei­ches Pitchfork-Album. Die C64 Pop­per von Welle:Erdball haben sich mit »Der kalte Krieg« eben­falls zu einem neuen Album durch­ge­run­gen, dass am 28. Okto­ber erschei­nen soll, wäh­rend die Fans von Night­wish noch bis Dezem­ber auf das neue Album »Ima­gi­nearum« war­ten müs­sen. Mit der »Anlei­tung zum Tot­sein« mel­det sich Alex­an­der Kaschte mit sei­ner Band Sam­sas Traum zurück, ob das neue Album für die durch­weg schlechte Live-Performance der letz­ten Auf­tritte ent­schä­digt, mag der geneigte Fan ent­schei­den, auf madgoth.de gibt es eine aus­führ­li­che Rezen­sion. De/Vision ver­öf­fent­li­chen ihren Remix Album »Pop­ge­fahr — The Mix«, das Ende Sep­tem­ber in den Shops der übli­chen Ver­däch­ti­gen erhält­lich sein wird.


Fes­ti­vals und Veranstaltungen

Am 1. Okto­ber fin­det im K17 in Ber­lin das legen­däre Elec­tro­nic Plea­su­res Fes­ti­val statt, dass sich nach 4 Jah­ren Pause mit E-Craft, Pra­ger Hand­griff, Sleep­walk, Con­trol­led Col­lapse und Angst­fa­brik in die Köpfe und Kör­per prü­geln möchte. Auch das Amphi Fes­ti­val 2012 prahlt mit Neu­ig­kei­ten: Beein­dru­ckende Band­be­stä­ti­gun­gen recht­fer­ti­gen womög­lich einen ver­früh­ten Kar­ten­kauf, denn mit Camou­flage, Cop­pe­lius, Pro­ject Pitch­fork, The Sis­ters of Mercy, Solar Fake, [:SITD:], DAF oder auch Cor­vus Corax sind den Köl­nern einige ein­drucks­volle Bands gefolgt, die jetzt schon Geschmack machen. Sagte ich bereits, dass die erste Band meine frü­hes­ten Jugend, die Ärzte, wie­der auf Tour gehen? Ab Mai 2012 tourt die bes­ten Band der Welt durch Deutsch­land, ich hoffe, die Kon­zerte sind wie üblich, ausverkauft.

Wer Lust hat, sich in den schwar­zen Able­gern der Metal-Kultur zu bewe­gen, sollte das Fes­ti­val Autumn Depres­sion 2011 in der Zeche Carl in Essen näher betrach­ten. Am 14. Okto­ber gibt es dort Lifel­over, Trist, Here­toir und Fäul­nis zu bewun­dern, mit 22€ seid ihr dabei. Auch das Black­field Fes­ti­val kün­digt für 2012 ein beein­dru­cken­des Line-Up an. Mit VNV Nation, Ago­no­ize, Hocico prä­sen­tiert man ein Ruhrgebiet-Typisches elek­tro­ni­sches High­light, wäh­rend die Dre­ad­ful Shadows und Cul­ture Kul­tür als Alter­na­tiv­pro­gramm gese­hen wer­den dürften.

Klatsch und Tratsch

Böses Blut gab es bei der geplan­ten Reunion von New Order, den Ber­nard Sum­ner, Ste­phen Mor­ris und Gil­lian Gil­bert habe die Wie­der­ver­ei­ni­gung von Anfang an ohne Peter Hook, den ehe­ma­li­gen Bas­sis­ten von Joy Divi­sion und New Order geplant. Auf der Web­seite von Hook ist zu lesen: »I first I heard about this on Mon­day and it has taken me com­ple­tely by sur­prise! Ever­yone knows that NEW ORDER wit­hout PETER HOOK is like QUEEN wit­hout FREDDIE MERCURY, U2 wit­hout THE EDGE, SOOTY wit­hout SWEEP! On a more serious note, I do not under­stand the deci­sion THE OTHER THREE have taken. I wish they had approa­ched me first. I do not agree with the methods they have used and feel it would have been cour­teous and pro­fes­sio­nal to have spo­ken to me in advance of the announ­ce­ments. It is very sad.« Der trau­rige Bas­sist prüft nun recht­li­che Schritte.

Eigent­lich wollte Robert Smith und The Cure nicht mehr. Nicht mehr Live auf­tre­ten. Nach ihrem 2008er Album 4:13 Dream machte sich Smith dünn um dann 2011 als Stimme in den Stü­cken der Crys­tal Cast­les und der Japa­nese Pop­stars wie­der­zu­keh­ren. In einem sehr inter­es­san­ten Inter­view mit dem Guar­dian sagt er: »I hated the idea of sli­ding into the twi­light zone, going through the moti­ons. My whole life I’ve played music for my own per­so­nal enjoy­ment and the idea of it beco­m­ing a machine or a busi­ness is just hor­ri­ble.« Gut, dass er seine Fin­ger doch nicht still­hal­ten kann und jüngst auf dem eng­li­schen Bes­ti­val auf­trat und das noch ziem­lich gran­dios, wenn ich das mal so sagen darf. Smith rech­net ab mit Sozia­len Netz­wer­ken, in denen er nur ein Pro­fil unter­hält, damit sich andere nicht für ihn aus­ge­ben und mit dem Vor­ur­teil, The Cure seien eine Goth-Band: »Even today, Smith brist­les slightly at the term »goth«, not because he dis­li­kes the term, but because »it’s only people that aren’t goths that think the Cure are a goth band … we were like a rain­coat, sho­ega­zing band when goth was picking up.« The tag has stuck, pro­bably, because of Smith’s signa­ture look – the back­com­bed hair, the mes­sily applied lip­stick. »It’s an iden­ti­fy­ing pro­cess I’ve kept down the years. I wear black – I’m wea­ring black now, I always have. I don’t do it because I’m making a state­ment, I do it because it’s … I don’t know, slim­ming? You don’t have to wash so often? Pro­bably the main rea­son is that all my clo­thes are black. I often ask, „Does it come in white?” and people just stare at me.« Hach, Robert. Auf ein Wiedersehen.

  1. Anmer­kung der Redak­tion: Wer sich die­sen Unsinn mit den Trai­lern für ein Musi­kal­bum aus­ge­dacht hat, sollte geteert und gefe­dert wer­den. Für das Kino, in dem das visu­elle zählt, mag das ja noch völ­lig in Ord­nung sein, nicht aber für ein Musi­kal­bum. Pro­du­ziert lie­ber anstän­dige Musik­vi­deos und beglückt die Fans mit der klas­si­schen Single-Auskopplung. []

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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4 Kommentare

  1. Sal­ta­tio Mor­tis“ schei­nen durch­aus in „grö­ßere“ Fuß­ab­drü­cke tre­ten zu kön­nen. Wie ich gele­sen habe, lan­dete die Platte auf Platz 3 in den Charts. Im Som­mer hat der Sän­ger seine Hoch­zeit an Pro7 ver­kauft. Ob man die­sen Weg posi­tiv bewer­ten kann, bleibt jedem selbst über­las­sen. Per­sön­lich ist mir die­ser Fern­se­he­x­hi­bi­tio­nis­mus jeden­falls alles andere als sympathisch.

    Welle:Erdball“ konnte ich bis­her eigent­lich immer rela­tiv viel abge­win­nen. Zumin­dest hat mich so man­cher Titel und auch Auf­tritt begeis­tert. Beim neuen Album muss ich aller­dings erst nach den rich­ti­gen Wor­ten suchen. Cover-Versionen von Nicoles „Ein biss­chen Frie­den“ und Cat Ste­vens´ „If you want to sing out“ sind mir eher suspekt.

    Apro­pos Fes­ti­vals und Peter Hook: Für das Nocturnal-Culture-Night-Festival im Sep­tem­ber 2012 wur­den auch schon die ers­ten Künst­ler bestä­tigt. U.a. der ange­spro­chene Peter Hook, der Joy-Division-Songs zu neuem Leben erwe­cken wird. Aber auch auf „Clan Of Xymox“, „Nos­fe­ratu“ und „The Beauty Of Gemina“ freue ich mich jetzt schon…

  2. Ist ja kein Vor­ur­teil. Es ist ein­fach „ne Tat­sa­che, dass sich The Cure mit ihrem frü­hen Sound pro­blem­los in das Genre ein­rei­hen. Und jenes Genre nennt sich nun mal so. Fer­tig. Man kann sich eben nicht immer alles aus­su­chen. Heute sind sie aber ganz sicher nicht mehr Goth, genauso wenig wie sie es in den 90ern oder in der Mitte der 80er waren. Das kam bei denen immer pha­sen­weise, so ca. 1980–1983, dann wie­der 1989.

  3. @Marcus: Ich bleibe skep­tisch, was Sal­ta­tio Mor­tis angeht. Ich glaube das Genre, in das sie sich jetzt bewe­gen, ist mit guten Bands bereits gefüllt. Ich emp­fand sie mit ihren alten Stü­cken wesent­lich authen­ti­scher als jetzt. Welle:Erdball blei­ben mir suspekt, der Auf­tritt auf dem Amphi 2011 emp­fand ich als lächer­lich und hat sie in mei­ner Skala nach unten kata­pul­tiert. Schade eigent­lich, ich emp­fand die Idee immer als spannend.

    @Death Disco: Nein, sicher kein Vor­ur­teil. Smith hat das nur immer strikt abge­lehnt unter die­sen Schirm gestellt zu wer­den. Ich per­sön­lich habe das immer als sehr schade emp­fun­den, den wie du schon sagst, ist Dis­in­te­gra­tion für mich die Goth-Platte schlecht­hin und hätte ein wenig mehr Iden­ti­fi­ka­tion begrüßt. Aber gut, er ist und bleibt kon­se­quent, das finde ich ebenso gut wie bewun­derns­wert, jeden­falls in die­ser Hinsicht.

  4. Soweit ich mich erin­nern kann, sollte »Dis­in­te­gra­tion« Smiths Solo-Platte wer­den. Zumin­dest wurde sie als Solo-Album ange­kün­digt. Für mich ist sie eine Rück­be­sin­nung auf die Stim­mung von »Faith«. »Dis­in­te­gra­tion« ist in Sachen Pro­duk­tion aller­dings aus­ge­feil­ter und sat­ter im Sound.

    Smith lehnte die Bezeich­nung übri­gens nicht immer ab. Hier nutzte er sie sogar vor einem brei­ten Publikum:

    http://www.youtube.com/watch?v=c9ME7Ba6fng

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