22 Januar

Tintenkleckse: The Mumbles

Kategorie: Dunkle Lichtblicke — Jahrgang: 20103 Kommentare

Bild von The Mumbles aus dem Jahr 2009Wie bereits ange­kün­digt, widme ich mich nun wei­te­ren musi­ka­li­schen Tin­ten­kleck­sen. Natür­lich möchte ich mich nicht auf eine Genre oder einen Ober­be­griff fest­le­gen, daher sei vor­weg genom­men das die Trop­fen der schwar­zen Musik viel­fäl­tig sind und immer neue Bil­der zeich­nen. Die Band­breite der Bil­der steht und fällt natür­lich auch mit euren Vor­schlä­gen zu denen ich euch beim letz­ten mal auf­ge­ru­fen habe. Mit­ar­beit ist erwünscht und sehr ein­fach, nutzt die unzäh­li­gen Mög­lich­kei­ten mir einen Link zu eurem Tin­ten­klecks zu geben, ein­fach einen Kom­men­tar auf einen der Tin­ten­kleckse abge­ben. Ich hänge mich dann voll rein um etwas über die Musik zu erfahren.

Der Trop­fen fällt, sorg­fäl­tig falte ich das Blatt, öffne es und betrachte das Werk: The Mum­bles (Die Murm­ler).

Seit Robert Cow­lin und James Ward die Band im Novem­ber 2005 gegrün­de­ten, ver­ging eine frus­trie­rende Zeit ohne Beach­tung. Ihr Wunsch die Ein­flüsse des Gothic Rock auf ihre Art zu ver­ar­bei­ten ver­hallte unge­hört. So ent­schlos­sen sie sich, ihre EP Anto­her Shade/Slice of Black auf dem eige­nen Label Mum­bling Release zu ver­öf­fent­li­chen. Nach wei­te­ren Ent­täu­schun­gen und einer län­ge­ren Ruhe­pause ent­schlos­sen sie sich im Januar 2008 dem Label Black Heat Records anzu­schlies­sen, auf dem sich auch ihre EP The Wire ver­öf­fent­lichte.  Mick Mer­cer zeigte sich 2008 ent­setzt dar­über, wie wenig man sich für die Band inter­es­sierte und schrieb einen Arti­kel in einer sei­ner Dezember-Ausgabe einen Artikel.

Doch zur Sache. Wie würde man eine Band ein­ord­nen wol­len, die ohne Gitar­ren ver­sucht Gothic Rock zu inter­pre­tie­ren?  In ihrer Bio­gra­fie beschrei­ben sie ihren Stil als »Gothic Ori­en­tier­ten Piano Rock«, der ähnlich wie bei den Sis­ters of Mercy von einem Drum­com­pu­ter beglei­tet wird. Wo wir schon ein­mal bei den alt ehr­wür­di­gen Sis­ters sind, ein biss­chen klin­gen sie auch so und kön­nen die­sen Ein­fluss nicht leug­nen. Aber die Sis­ters sind schon vor einer Weile gestor­ben, las­sen wir den Toten ihren Frie­den und wid­men uns dem, was fri­sche und junge Bands dar­aus für sich entwickeln.

Das Stück Night Train, das schon als Single-Auskopplung ihres Albums The Dust left Behind her­hal­ten musste, eröff­net gleich neue Dimen­sio­nen und ver­leiht dem Synthie-Piano ein klang­li­ches Kleid, das sich wie schwar­zer Samt an die nackte Haut schmiegt und beglei­tet vom trei­ben­den Beat des Drum­com­pu­ters beglei­tet wird. Die dis­har­mo­nie im Refrain des Lie­des wirkt und sorgt für den unnach­ahm­li­chen Cha­rak­ter, der einen den gan­zen Song ent­lang in sei­nen Klauen hält. Und ob man möchte oder nicht, der Refrain bohrt sich in den Schä­del und fin­det seine Abrun­dung im Duett mit Gast­sän­ge­rin Emily Cox. »Tickets please, you need to pay your fare, then I saw the night train… night train wasn’t there.«

Die Stim­mung der Aus­kopp­lung täuscht nicht, auch die rest­li­chen Songs fügen sich har­mo­nisch in die geweckte Erwar­tun­gen. Fire Danse klingt ähnlich schat­tig wir sein Vor­gän­ger und berei­tet lyri­sche Momente, die viel­fäl­tig ein­ge­setzte Syn­the­si­zer lässt Gitar­ren nicht wirk­lich ver­mis­sen, obwohl ich davon über­zeugt wäre, das zusätz­li­che Gitarre wei­tere Tiefe ver­lei­hen könn­ten. Con­trol kommt etwas kan­ti­ger, aber nicht weni­ger unin­ter­es­san­ter daher obwohl sein Grund­te­nor deut­lich erfri­schen­der zu klin­gen Ver­mag. Doch zuneh­mende Dauer färbt die weiße Lein­wand blut­rot und beschert ein Famo­ses Finale. The Fall erin­nert mich an The Capri­corns, wirkt aber deut­lich atmo­sphä­ri­scher und bringt die Robert’s Stimme noch ein­mal schön zur Gel­tung und run­den das Gesamt­bild sowie die Neu­gier auf das ganze Album ab.

»Lis­ten­ing to The Mum­bles is a bit like having a fil­thy secret when all your mates are into lou­der, spikier, snar­ling things. If it makes things any easier you can hide the record under your bed1 Die­sem Satz aus Mick Mercer’s Rezen­sion ist nicht mehr hin­zu­zu­fü­gen. Außer viel­leicht die Links zur den vie­len Gesich­tern der Band, die sie im Netz hin­ter­las­sen. The Mum­bles Home­page, Mum­bles @ MyS­pace, Face­book, Twit­ter)

(Bild­quelle: The Mum­bles)
  1. Aus Mick Mercer’s Rezen­sion über Dust Left Behind, The Mick #52 []

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Lichtblicke
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3 Kommentare

  1. Wieso hab ich Dei­nen ers­ten Klecks eigent­lich über­le­sen? Ich Doof ;)
    Ich werd mir die erste sowie diese Ver­sion in Ruhe zu Gemüte füh­ren, denn schon beim »über­flie­gen« hört es sich sehr inter­es­sant an.

    Als Vor­schläge fal­len mir spon­tan: Deine Lakaien und Mono Inc. ein, wenn Du magst :)

  2. Dann mach ich mal zwei Vorschläge:

    The Merry Thoughts

    http://www.youtube.com/watch?v=IsqbqVVtfbw

    Rosetta Stone

    http://www.youtube.com/watch?v=9CtDErVTsoA

  3. Vie­len Dank für eure Vor­schläge. Stoffel’s Bei­trag habe ich zu mei­ner Schande ver­nach­läs­sigt, wer­den mich aber trotz­dem noch ihrer anneh­men und aus Deine Lakeien und Mono INC. einen Tin­ten­klecks fal­ten. Den Vor­schlä­gen von Orphi werde ich mir eben­falls zu Gemüte füh­ren, The Merry Thought waren mir bis Dato noch kein Begriff.

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