5 März

Tanzende Träumer: Die Selektion

Kategorie: Dunkle Lichtblicke — Jahrgang: 201111 Kommentare

Die SelektionHeute sind mir zwei Dinge auf­ge­fal­len, die so zeit­gleich in mei­nem Geist zusam­men­prall­ten, das ich von einer Kern­fu­sion spre­chen darf. Als ich gerade dar­über nach­dachte wie­der ein­mal etwas für die Rubrik Tin­ten­kleckse zu schrei­ben, häm­merte sich ein Lied in mei­nem Kopf, das bes­ser nicht pas­sen könnte. Auf die Idee eine klas­si­sche Trom­pete mit strei­chel­z­ar­ten Syn­t­hie­me­lo­dien auf eine klang­li­che Reise zu schi­cken, wäh­rend sich der trei­bende Beat zu den Füßen durch­ar­bei­tet, finde ich mehr als gelungen.

Kein samt­wei­cher Gesang stört die Col­lage die sich hier zusam­men­braut, son­dern ein echo­ver­zerr­ter Sprech­ge­sang im Stile der 80er Under­ground Iko­nen, wie bei­spiels­weise DAF, zu denen sich hier einige Par­al­le­len span­nen las­sen. Ich prä­sen­tiere fri­sche Musik, die ihr euch anhö­ren soll­tet, bevor der DJ dem ihr am Sams­tag Abend hul­digt, euch mit der immer sel­ben Musik droht zu langweilen.

Die Rede ist von der Band »Die Selek­tion« deren EP mit dem Titel Kühle Lip­pen schon zum zwei­ten mal aus mei­nen Laut­spre­chern dröhnt. Iden­ti­fi­ziert es einen guten Song wenn man die Augen schlie­ßen muss und dazu das Tanz­bein schwingt? »Was ist Dir dein Leben Wert?« Das Stück »Raben« lädt glei­cher­ma­ßen zum träu­men und tan­zen ein, ein erstaun­li­che gut funk­tio­nie­rende Mischung, die in Rich­tung Mini­mal geht und auch durch­aus New Wave (2) genannt wer­den könnte, denn die­ses Genre hat­ten wir ja bekannt­lich schon mal. Die aus 4 Titeln (plus Ein­lei­tung) beste­hende EP ist schon wie­der vor­bei und hin­ter­lässt das Gefühl mehr zu wol­len, mehr zu hören, mehr zu wis­sen. Tanz­bar, elek­tro­nisch, düs­ter bis melancholisch.

 

Kühle Lip­pen EP by Die Selek­tion

Das opti­sche auf­tre­ten run­det das posi­tive Gesamt­bild ab. Ein neue Unschuld mit der auch schon Hurts die Augen begeis­ter­ten steht im Kon­trast zu den Lie­dern die sie trans­por­tie­ren. Luca Gil­lian, Max Rie­ger und Han­nes Rief aus Stutt­gart sind Namen die man sich mer­ken sollte, wer es gerne kür­zer mag nimmt ein­fach: Die Selek­tion. Hier noch ein Video von der poten­ti­el­len Single-Auskopplung »Du rennst«. Für den 28.04.2011 kün­di­gen die drei an, ihr Debüt-Album »Noire« zu ver­öf­fent­li­chen, ich bleibe gespannt, gebannt und fasziniert.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Lichtblicke
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11 Kommentare

  1. So, habs mir gerade durch­ge­höhrt, nach dem ers­ten Durch­gang kann ich schon mal sagen: Kühle Syn­t­hie­flä­chen, ana­loge Sounds, ver­hallte Stimme, das ist genau meine Kra­gen­weite. Auch die doch eher unge­wöhn­li­che Trom­pete weiß zu gefal­len. Nur ist mir der Beat etwas zu auf­dring­lich, zu »club-mäßig«, aber viel­leicht ist das auch nur nicht die rich­tige Musik um sie gemüt­lich vor dem Rech­ner sit­zend zu hören.

    Da meine Auf­merk­sam­keit auf der Suche nach (für mich) inter­es­san­ter Musik haupt­säch­lich in Rich­tung Ver­gan­gen­heit gerich­tet ist, freut es mich umso mehr, wenn man mal über etwas Aktu­el­les stol­pert, danke für den Tip!

  2. @der_Roboter: Viel­leicht ist das der Tref­fer in die­ser Musik. Trotz des auf­dring­li­chen Beats (ich stimme Dir zu) bleibt die Erin­ne­rung an alte Zei­ten prä­sent. Ich finde das auf­dring­li­che aber auch reiz­voll, trans­por­tiert es den Song doch direkt in ein neues Jahr­tau­send. Reiz­voll für eine brei­tere Masse schafft er es doch den alten Zei­ten zu hul­di­gen :) Schön das es Dir gefällt.

  3. Also mich erin­nert die Combo total an Schwe­fel­gelb. Guter 80er-Electorclash-Trash, der ein­fach Spaß macht. Und dass der Beat sofort ins Bein geht emp­finde ich eher als Plus­punkt. Wenn sie jetzt auch noch live so viel Esprit haben wie Schwe­fel­gelb.… danke für den Tipp!

  4. Vie­len Dank für die net­ten Worte. Besuch(t) doch mal eines unse­rer Kon­zerte (Pitje) dann kannst du/ihr dich/euch von unse­rer Live Show über­zeu­gen las­sen. Alle aktu­el­len Gigs sind in unse­rem Blog zu sehen.

  5. Das klingt viel­ver­spre­chend. Vie­len Dank für den Vorschlag!

  6. Wow, das Stück klingt wirk­lich toll. Es kre­iert eine wun­der­bare 80er-Jahre-Atmosphäre, klingt aber gleich­zei­tig wirk­lich frisch und neu. Da werd” ich mich dich doch mal gleich durch die wei­te­ren Links kli­cken. Müs­sen. :D

  7. Glatt auch für filme zu verwenden

  8. fil­man­fra­gen bitte an: selektion.selektion@gmail.com

    Folk­lo­ristich: luca’s (sän­ger) dark folk / neo­folk sei­ten­pro­jekt Death of Abel
    http://www.soundcloud.com/deathofabel

  9. Hat sogar mir gefal­len obwohl ich eher auf folk­lo­ristich stehe

  10. Gefällt mir auch wirk­lich gut O.o Wow…und wie ich gerade gese­hen ganz knapp den Auf­tritt in Ham­burg ver­passt -.- Schade..

  11. Das klingt nicht nur viel­ver­spre­chend, son­dern mitt­ler­weile ist auch ein Schuh dar­aus gewor­den, wie der neu­este Bei­trag zu ver­mit­teln versucht.

    @Balkanboost: Inter­es­sante Musik­mi­schung, die ihr da an den Tag legt, sehr gelun­gen.
    @Soundtrack: Unbe­dingt auch für Filme zu ver­wen­den. Ein guter Film steht und fällt mit sei­nem Sound­track
    @Luca: Immer in Bewe­gung wie mir scheint. Vie­len Dank für Dein Sei­ten­pro­jekt, ich werde der Sache auf den Grund gehen.
    @Nastassja: Die flei­ßi­gen Stutt­gar­ter wer­den sicher bald wie­der in Dei­ner Nähe sein :)

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