7 Mai

If goth is trendy the I'm buying fucking Polo Shirts

Kategorie: Dunkle Lichtblicke — Jahrgang: 201011 Kommentare

Immer­hin wären sie dann immer noch schwarz. Sagt sie jeden­falls in einem Inter­view mit dem Quie­tus. Ihr Video zu dem Song Clay Bodies ver­spricht etwas von allem. Eine New Age Sioux­sie, späh­ri­sche Klänge mit einem Hauch der Ein­stür­zen­den Neu­bau­ten und Gesang­s­col­la­gen im Stil von Lene Lovich. Es ist wahr­lich schwer Nika Roza Danilova, die 21-jährigen Sän­ge­rin aus Madi­son in den USA zu beschrei­ben. Ihre musi­ka­li­sche Kar­riere begann nach eige­nen Anga­ben mit 10 und führte sie durch Auf­nah­men im eige­nen Schlaf­zim­mer bis zum Stu­dium der Oper und nun begeis­tert sie ganze Redak­tio­nen musi­ka­lisch betuch­ter Magazine.

Mich begeis­tert sie durch ihre klang­li­che Wei­ter­ent­wick­lung alter Indus­trial Ele­mente und die Expe­ri­men­tier­freunde. Wer tanz­ba­res erwar­tet, wird wohl ent­täuscht wer­den, schon eher ein biss­chen Musik zum Geschmack machen auf das, was da noch auf uns zu kom­men mag. Aus dem Land der unbe­grenz­ten Möglichkeiten.

Viel­leicht ist es genau das, was der tat­säch­li­chen Wei­ter­füh­rung des Gothic fehlt, das bre­chen mit Tra­di­tio­nen der Mut zu mehr Viel­falt und die Rück­kehr zu dem was Gothic einst zur Bewe­gung machte, der Inhalt. Sicher­lich ist sie trotz ihres Künst­ler­na­mens nicht der allei­nige Tin­ten­klecks für ein gleich­na­mi­ges Buch, doch viel­leicht die Ein­lei­tung zu einem neuen Kapi­tel in schwar­zer Tinte.

I’m really attracted to the aggression in power electronics and industrial music. It’s very confrontational, very dark, and not afraid to face uncomfortable themes. I respect when something isn’t easy, especially art. Noise isn’t easy to listen to for most people, and noise artists don’t make it any easier. Even if you can handle the frequencies, the conceptual topics covered by artists like Taint, Mikko Aspa, Brethren, etc... are all incredibly controversial. Rape, paedophilia, anti-semitism, terror, the Holocaust, whatever...it’s not that I’m attracted to these themes because I support them, but because they’re challenging human emotion.

Das Video finde ich sehr gelun­gen und so ganz abseits vom Main­stream das es schon fast wie­der erfri­schend düs­ter erscheint. Wer ange­tan ist, schreibt ein Kom­men­tar, wer sich ange­wi­dert fühlt auch. Es würde mich inter­es­sie­ren, wie ihr die­ser Art von Musik begeg­net, ent­spricht sie nicht dem eige­nen Geschmack? Inter­es­sant oder fas­zi­nie­rend? Kann das eine Fort­füh­rung des­sen sein, womit Sioux­sie & The Bans­hees für über 30 began­nen? Wer mehr über Zola und ihre Musik erfah­ren möchte, schaut sich auf ihrer Seite um, auf der es auch zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten gibt in den Genuss ihrer Musik zu kommen.

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Lichtblicke
Schlagwort: , ,

Verwandte Artikel

11 Kommentare

  1. Holla, ein net­ter Musik­fund. Also ich bin schwer begeis­tert.
    Hab die ande­ren Musik­stü­cke auf der Home­page noch gar durch­ge­hört, und kann nur zu dem Ent­schluss kom­men daß ich sehr ange­tan bin.
    Macht einen weit­aus authen­ti­sche­ren Ein­druck von »Goth« auf mich, als eine große Menge der zeit­ge­nös­si­schen Musik­pro­jekte die sich das »Goth« fast schon krampf­haft aufs Hirn­kastl zu kle­ben ver­su­chen und sich damit nicht sel­ten in ton­nen­wei­sen Pein­lich­kei­ten baden.

    Also ich bin auch der Mei­nung daß das eine krea­ti­ves und anstän­di­ges Anknüp­fen an alte musi­ka­li­sche Strö­mun­gen sein kann, ohne daß es nach Kopie klingt.

    Auch das Video gefällt mir aus­ser­or­dent­lich gut.

    Ich glaub ich hab die glei­che weiße Spit­zen­borte im Mate­ri­al­la­ger *g* — fällt mir am Rande noch so auf :D

  2. Also ich nicht. Kommt nicht in Fahrt und bleibt lang­wei­lig. Und ist unver­ständ­lich. Also nuschelig.

  3. @Rosa: Ich stimme Dir zu, rein visu­ell wohl näher am Gothic und Erfri­schend zum ein­tö­ni­gen D-Ring geschmück­ten Hosen und bun­ten Cyberloxx.

    @Vizioon: Das kann ich nicht abstrei­ten, ich finde jedoch das nicht jeder Song in Fahrt kom­men muss und Lang­weile ein äußerst sub­jek­ti­ves Gefühl ist. Ich teile Dein Gefühl der Unver­ständ­lich­keit, ich finde die Abmi­schung der Stimme etwas zu sehr mit Hall über­la­den. Hätte irgend­wie auch nicht dar­auf gewet­tet das es Dei­nen Geschmack trifft :) Schön mal wie­der was von Dir zu lesen.

  4. Gut, daß die Stimme nicht unbe­dingt Ver­ständ­nis­freund­lich abge­mischt ist kann man nicht abstrei­ten, aber mich störte das weni­ger da ich bei inter­es­san­ter Musik eh sepa­rat noch­mal auf Text-Suche gehe.

    Finde aber schon daß gerade »Clay Bodies« sehr atmo­sphä­risch dicht ist, dazu muss es mei­ner Mei­nung nach nicht musi­ka­li­sche Fahrt auf­neh­men um sowas zu errei­chen. Naja, aber ich hör ja auch Dar­kam­bi­ent und Vergleichbares ;)

  5. @Robert: Ist ja auch nur eine/meine Mei­nung.
    Sie hat doch eine schöne Stimme, des­we­gen ver­stehe ich nicht, warum sie nicht kla­rer »rüber­kom­men« darf.
    Gerne, ich war durch äußere Umstände gezwun­gen abge­lenkt zu sein ;)

  6. Und es ist gut, das du diese ver­trittst. In die­sem Punkt muss ich Dir ja auch recht geben, ein biss­chen weni­ger Hall hätte es auch getan. »Gerne, ich war durch äußere Umstände gezwun­gen abge­lenkt zu sein ;)«. Schö­ner Satz! Viel­leicht sollte ich einen lange über­leg­ten Bei­trag »Best-Of-Comments« doch noch ein­mal auf der Zunge zer­ge­hen lassen :)

  7. @Robert

    »Best of Com­ments« ist eine super Idee. Platz 1: Der Kom­men­tar von Vizioon zum Thema »Trauer und Hoff­nung auf Friedhöfen«. :-)

  8. @Orphi: Viel­leicht setzte ich deine erneute Auf­grei­fung mei­nes Vor­schlags »Best-Of-Comments« bald in die Tat um, ich hatte da gerade einen Geis­tes­blitz, noch bevor die schwar­zen Wol­ken am Him­mel der Hei­mat den Tag zur Nacht wer­den las­sen und die Natur zu einer lau­ten Muse konvertiert.

  9. @Orphi: ich danke in tie­fer Demut.
    @Robert: Ich hoffe, es ist wirk­lich ein Geis­tes­blitz, der Dich zu zu die­ser poe­ti­schen Äuße­rung hat hin­reis­sen las­sen. Ich mache mir näm­lich Gedan­ken dar­über, ob nicht die »Nicht-Best-Of-Comments« sich benach­tei­ligt füh­len wür­den.
    BTW: Hier bei mir liess die laute Muse auf sich war­ten, und ver­wan­delte eine nur anstren­gende Hitze in eine schwüle, anstren­gende Hitze.

  10. Gefällt mir sehr gut. Muss ich gleich mal noch mehr von hören.

  11. @Vizioon: Du berei­test mir ein zufrie­de­nes Lächeln :) Nicht etwas weil ich dei­nem Kom­men­tar nichts ent­neh­men kann, nein im Gegen­teil — es scheint als lie­gen wir in die­ser Hin­sicht auf der glei­chen Wel­len­länge, denn genau dar­über habe ich mir Gedan­ken gemacht und viel­leicht ein adäqua­ten Lösung gefun­den. Bin ebenso beein­druckt von der poe­ti­schen Auf­fas­sung die­ses kurz­fris­ti­gen geis­ti­gen Ergusses.

    Die schwar­zen Wol­ken äußern sich momen­tan in Regen, die laute Muse ist von der Trä­nen erstickt wor­den. Schade eigentlich.

Schreibe einen Kommentar

Hilfe bei der Kommentareingabe?