3 August

Musikperlentaucher - Tauchgang #22

Kategorie: Back to the Roots — Jahrgang: 20114 Kommentare

Absurd Minds - Deception

Es gibt kein undank­ba­rere Bezeich­nung als »Futu­re­pop«, denn ist die Musik­rich­tung in vie­len Kritiker-Ohren ein Syn­onym für weich­ge­spül­tes, ober­fläch­li­ches und main­strea­mi­ges. Dabei for­mie­ren sich schon seit Jah­ren unter dem Genre einige viel ver­spre­chende Bands, die sich zwi­schen den Wel­ten bewe­gen. Die Absurd Minds, die auch 2011 auf dem WGT zu Gast gewe­sen sind, bewe­gen sich seit 1995 in schwar­zen Krei­sen und wur­den von Ste­fan Groß­mann und Tilo Lad­wig ins Leben geru­fen um spä­ter durch Timo Fischer ver­stärkt. Mit ihrem Auf­tritt im Dresd­ner Szene­club »Bun­ker« im Jahre 1999 erlang­ten sie schnell Aner­ken­nung und fan­den beim Label »Scan­ner« ein neues Zuhause für ihre elek­tro­ni­schen Schöp­fun­gen. Ihr Debüt­al­bum »Decep­tion« wurde schnell zum Erfolg auf schwar­zen Tanz­flä­chen und schwamm auf der Welle der immer popu­lä­re­ren Futurepop-Formationen mit. Das Stück »Decep­tion« vom eben genann­ten Album aus dem Jahr 2000 darf daher ohne mit der schwar­zen Wim­per zu zucken als Musik­perle bezeich­net werden.

Ditto Destroyer - Old Castles

Da wären erst ein­mal Chaim Asher aus New York und Her­bert Pal­mer aus Neu­see­land zu nen­nen, die sich in Ber­lin zusam­men­fan­den um die Ditto Des­troyer ins Leben zu rufen und das war es dann auch schon mit der Bio­gra­fie. Wer unter der Ober­flä­che wühlt, muss eine gute Tau­cher­bril­ler auf­setz­ten um nicht im Trü­ben zu fischen. Sie selbst bezeich­nen ihre Musik als »mes­hed array of high-energy, neo-industrial post-punk with melo­dic rever­be­ra­ti­ons of New Wave and the dar­ker synth-pop of the 1980s«, las­sen sich aber nicht wirk­lich in etwas gän­gi­ges ein­sor­tie­ren. Ich würde es nach mehr­ma­li­gem Hören wohl am ehes­ten als atmo­sphä­ri­schen »Post Wave« bezeich­nen, klingt jetzt irgend­wie gut. Es macht mir einen Hei­den­spaß der unge­wöhn­li­chen For­ma­tion zuzu­hö­ren, deren unge­ho­bel­ter Sound dicke Späne aus dem Gedächt­nis reißt und sich immer wie­der in meine Gehör­gänge ver­irrt. Das Stück »Old Cast­les« ist stell­ver­tre­tend für eine ganze Reihe von wei­te­ren Per­len, die alle­samt ange­hört wer­den wol­len. (Face­book/Mys­pace)

Angels of Liberty - Shadows come from the Light

Die Engel der Frei­heit grün­de­ten sich 2011 um, wie sie selbst behaup­ten, »create Gothic Rock for the elite few left who are still proud to call them­sel­ves Goths, those who, with their pas­sion and will, tend to the Black Flame« und anstatt nur dar­über zu reden, lie­ßen sie auch die EP »Mons­ter in Me« spre­chen, die im glei­chen Jahr auf Secret Sins Records erschien. Angels of Liberty, das sind Scar­let Powers, Voe Saint-Clare und Echo von Ham­mer, der sich ähnlich wie Dok­tor Avalan­che im Hin­ter­grund hält. Mit einer Mischung aus der Goth-Rock Essenz der 80er gemischt mit neuen Ein­flüs­sen und Gedan­ken schi­cken sich die bei­den tat­säch­lich an, etwas vom Geist der Ver­gan­gen­heit zu ret­ten. Das die EP am 6.6. um 6:00 Mor­gens ver­öf­fent­licht wurde und zum Preis von 6.66 bri­ti­schen Pfund zu erwer­ben ist, kann daher schon nicht mehr als Zufall gewer­tet wer­den. Klas­si­scher Gothic-Rock für die Elite? Das Stück »Shadows come from the Light« lie­fert euch viel­leicht eine Antwort.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Back to the Roots
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4 Kommentare

  1. Absurd Minds…
    Die älte­ren Sachen von denen fand ich im Grunde nicht schlecht. Allen voran jener hier auf­ge­perlte Titel.
    Ein­fach mal beschwingte Weich­spül­mu­sik. Ein Stück Weibchen-Elektro für sen­ti­men­tale Minuten.

    Zumal mich eines an der Truppe immer begeis­terte. Groß­mann raunt in der glei­chen Stimm­lage wie ein Herr Spil­les. Zumin­dest wenn die­ser nicht zum Röh­ren ansetzt. Etwas, das beim ober­fläch­li­chen Hin­hö­ren zur leich­ten Ver­wechs­lun­gen füh­ren kann.

  2. Die ers­ten bei­den kann ich hören,
    aber als ich bei dem Drit­ten auf >Play< gedrückt habe, dachte ich mir: »Wow, Sis­ters!»
    Also diese Band hat ne Menge Poten­tial, denn da wo Kri­ti­ker sagen: »War so schon häu­fig da; Klingt immer­noch wie vor 20 Jah­ren; Nichts neues2
    Weiß ich, das ist Musik wie aus guten, alten Zeiten :)

  3. Die Musik der Absurd Minds klingt nicht schlecht, haut mich aber auch nicht aus den Socken, und der Gesang geht mir eher schon fast auf den Geist — klingt mir alles in allem wie »VNV Nation light« ;)

    Da sind die Angels of Liberty schon eher mein Fall, aber wie so oft bei Leu­ten, die sich expli­zit »goth« auf die Fahne schrei­ben (so schön und ehr­lich ich das an sich auch finde) finde ich das Kon­strukt eher seicht und kli­schee­haft.
    Aber das sagen man­che Leute bestimmt auch von mei­nem Kram, wenn ich so drü­ber nachdenke… ^^

    Bei Ditto Des­troyer kam bei mir nur eine Fehlermeldung…

  4. @Guldhan: In der Tat, dein Ver­gleich hinkt in keins­ter Weise. Für mich sind die Absurd Minds die ideale Ergän­zung zu den Pitchfork-Sachen, da hier der Focus doch deut­lich mehr auf der von mir bevor­zug­ten Rich­tung liegt. Ich finde im übri­gen nichts schlim­mes daran, seine gewohn­ten musi­ka­li­schen Pfade zu ver­las­sen und ein­fach nicht dar­auf zu geben, was andere (oder jeder selbst) davon hält.

    @Schatten: Schön, dass dir etwas davon gefal­len hat. Ich ver­su­che ja immer wie­der ganz bewusst Per­len her­aus­zu­fi­schen, die nie­mand kennt oder häu­fig ver­ges­sen wurde und biete dabei auch noch einen musi­ka­li­schen Quer­schnitt, was natür­lich nicht immer ganz leicht ist. Daher ist 1 Tref­fer ein durch­aus wün­schens­werte Bilanz :)

    @Karnstein: Dabei ist Ditto Des­troyer ganz spe­zi­ell für Dich, ehr­lich jetzt. Soll­test du unbe­dingt noch­mal ver­su­chen den Link, denn hier geht er, oder du ver­sucht es auch Youtube. Hör hin, da ste­cken eine Menge Ideen für eine sehr kleine Band, die ich gut kenne.

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