19 August

Musikperlentaucher - Tauchgang #15

Kategorie: Back to the Roots — Jahrgang: 20104 Kommentare

Clan of Xymox - A Day

Die neue Deut­sche Welle ist schon fast vor­bei als sich Ronny Moo­rings davon inspi­rie­ren lässt und 1984 zusam­men mit Anke Wol­bert die Band Xymox. Zusam­men mit den Ein­flüs­sen aus der bri­ti­schen Gothic-Rock Musik for­men die Nie­der­län­der ihre Musik und ver­öf­fent­li­chen ihre erste EP »Sub­se­quent Plea­su­res«. Nach einem Auf­tritt in Bar­ce­lona began­nen die Dreh­ar­bei­ten zu dem Video-Clip von »A Day«. Gedreht wurde dann auch gleich in Spa­nien, genauer gesagt in Cadaqués, einem Fischer­dorf an der Costa Brava, unter ande­rem auch vor Sal­va­dor Dalis Haus. Das legen­däre Label 4AD wurde neu­gie­rig und kaufte das Video, das spä­ter auf MTV gezeigt wurde und für den letzt­end­li­chen Durch­bruch der Band sorgte. Nach zahl­rei­chen Namens­wech­seln zwi­schen Xymox und dem Clan of Cymox ver­öf­fent­lichte letz­te­rer 2009 ihren neuen Longplayer »In Love we Trust«.

Charles de Goal - Exposition

Was mit den Goril­laz zunächst neu und mys­te­riös erschien, ist ein alter Hut. Charles de Goal war in den frü­hen 80er zu einem Mys­te­rium avan­ciert, denn obwohl jeder den Underground-Kracher Expo­si­tion kannte, wusste man nicht das geringste über die Band. Das fran­zö­si­sche New Rose Label ver­öf­fent­lichte das Debüt der Band und formte dar­aus den über die Lan­des­gren­zen hin­aus geach­te­ten Longplayer »Algorhyt­mes«. Die Ein­flüs­sen von Kraft­werk, DAF, Der Plan, Gang of Four, XTC oder auch Devo waren nicht zu über­hö­ren. Die Fran­zo­sen inten­si­vier­ten den tech­no­iden Zeit­geist und kom­bi­nier­ten die Wur­zeln des Punk mit mini­ma­len Beats und senk­ten die Stim­mung auf unter 0 Grad Cel­cius. Spä­ter nannte man es Cold­wave. 2008 dann die klang­lich über­ra­schende Ver­öf­fent­li­chung von »Restruc­tu­ra­tion«, das die Idee von Expo­si­tion wei­ter­ent­wi­ckelt und ins Jetzt überführt.

Yazoo - Winter Kills

Syn­t­hie­pop­per kön­nen auch anders. Nach­dem Synthie-Visionär Vince Clarke bei Depe­che Mode 1981 aus­stieg, grün­dete er mit sei­ner Schul­freun­din Aly­son Moyet die Band Yazoo. Ursprüng­lich sollte nur ein Song mit der damals 20-jährigen ent­ste­hen, glück­li­cher wurde mehr dar­aus. Zwi­schen 1981 und 1983 agier­ten die 2 unglei­chen sehr erfolg­reich und brach­ten auch die schöne Bal­lade Win­ter Kills her­aus, die auf  dem Album »Ups­tairs at Eric’s« eine außer­ge­wöhn­li­che schöne Abwechs­lung dar­stellt. Hier in einer BBC-Live Fas­sung, des­sen Text ich nicht vor­ent­hal­ten möchte: »Green in your love on bright days, You grew sun­blind you thought me unkind, To remind you how win­ter kills, Lost in day­dreams you drove too fast and got nowhere, You rode on half fare when you got too sca­red — How win­ter kills — Tear at me sear­ching for wea­ker seams, Pain in your eyes makes me cruel, Makes me spi­te­ful tears are delight­ful wel­come your night­fall — How win­ter kills«

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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4 Kommentare

  1. Auch wenn Ronny Moo­rings das immer anders dar­ge­stellt hat und nicht müde wird zu beto­nen, dass nur ER Xymox ist, Songs wie Louise, Back Door, Medusa, Cle­men­tine oder auch A Day stam­men nicht von ihm, son­dern größ­ten­teils von Pie­ter Noo­ten… (mehr dazu im unruhr.de inter­view mit Pieter).

    Könnte erklä­ren warum Xymox es heute nicht mehr schaf­fen mehr als einen rich­tig guten Songs auf ein Album zu bekommen.

  2. @Mic: Danke für dei­nen Kom­men­tar. Die Xymox sind auch eine der wech­sel­haf­tes­ten Bands die­ser Zeit. Durch die häu­fig wech­selnde Beset­zung fällt es schwer sie auch einen Stil fest­zu­pin­nen. Pie­ter Noo­ten war sicher­lich ein wich­ti­ges Mit­glied, ob es Xymox des­halb nicht gelingt erfolg­reich zu sein, könnte natür­lich sein und spricht eher von der man­geln­den Krea­ti­vi­tät der ver­blie­be­nen Mit­glie­der. Viel­leicht ist aber auch ein­fach eine Ent­wick­lung von stat­ten gegan­gen, die sich nega­tiv auf den Erfolg auswirkt.

    Ich ziehe da immer wie­der Depe­che Mode als Bei­spiel heran, denn denen wurde durch den Aus­stieg von Vince Clark und spä­ter von Alan Wil­der ein früh­zei­ti­ger Tod vor­aus­ge­sagt, der nicht ein­ge­tre­ten ist. (Böse Zun­gen spre­chen von Mar­tin Gore als krea­ti­ves Genie der Gruppe) Doch jedes­mal haben sich sich ent­wi­ckelt und ihren Weg gemacht. Mir gefal­len die »alten« Sachen auch bes­ser, ich fände es aber ver­mes­sen zu behaup­ten sie wür­den in der Fol­ge­zeit kei­nen guten Song mehr her­aus­ge­bracht haben.

  3. Bei Xymox zählt für mich nur die Ori­gi­nal­be­set­zung: Anke, Ronny, Pie­ter und mit deut­li­chen Abstri­chen Frank. Alle Neu­mit­glie­der nach der Rück­be­sin­nung auf die Wave-/Goth-Szene sind abso­lut aus­tauch­bar und reine Kon­zert­mu­si­ker. Die spie­len (außer Mojca) keine Ton im Stu­dio ein, vom Song­wri­t­ing ganz zu schweigen.

    Wie Xymox als Band in Ein­zel­mu­si­ker aus­ein­an­der­ge­fal­len ist, kann man gut beim Phoenix-Album nach­voll­zie­hen, wo zum ers­ten Mal auf­ge­lis­tet war, wer wel­chen Song geschrie­ben hat. Auch da waren Ron­nys Songs nicht die Bes­ten. Ich denke meist ist es die Zusam­men­ar­beit bestimm­ter Per­so­nen die eine beson­dere Magie in der Musik und gro­ßes ent­ste­hen las­sen (vgl. auch Bau­haus). Und bei Xymox war dies als alle Mit­glie­der zusam­men die Songs geschrie­ben haben die beste Phase (für alle).

    Aber wie man wohl merkt schreibt hier ein ziem­li­cher Fan von Xymox, der von all der Mit­tel­mäß­g­keit (Art­work, Song­wri­t­ing, Soun­däs­the­tik etc.) der spä­ten Clan of Xymox sehr ent­äuscht ist…

    Gruß,
    Mic

  4. Dei­nen Kom­men­tar, den man unein­ge­schränkt so ste­hen las­sen kann, outet dich tat­säch­lich als Xymox-Fan, oder viel­leicht EX-Fan.

    Aber die Xymox ste­hen damit stell­ver­tre­tend für eine ganze Reihe Bands die län­ger über­lebt haben, als ihnen gut tut. Das gilt zum Bei­spiel auch für X-mal Deutsch­land und eine Reihe andere Bands die sich immer noch nicht getrennt haben oder wie­der ein­mal gefun­den haben.

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