20 Juli

Musikperlentaucher - Tauchgang #14

Kategorie: Back to the Roots — Jahrgang: 20101 Kommentar

X-mal Deutschland - Mondlicht

Die stark unter­kühlte und ehe­ma­lige Front­frau Anja Huwe hat sich ja mitt­ler­weile der Kunst ver­schrie­ben und ist mit ihrer Aus­stel­lung »Lis­ten to the Pic­tures« auch in Deutsch­land selbst unter­wegs. Sie prägte in den frü­hen 80ern eine Büh­nen­prä­senz, die man durch­aus als arro­gant bezeich­nen dürfte. »Wenn ich mich sel­ber so rück­wir­kend betrachte, ich habe nie mit mei­nem Publi­kum gespro­chen, ich hab die ja nicht mal ange­guckt. Wir haben da irgend­wie unsere Num­mer abge­zo­gen und sind gegan­gen. Das war auch so Teil der Zeit das war ein Stil den man irgend­wie gepflegt hat und den man auch bis zum Exzess gepflegt hat.« Die Band, die ihre größ­ten Erfolge im Aus­land fei­erte, gehörte zu den Sti­li­ko­nen die­ser Zeit wobei man das sicher­lich auch auf die Ver­hal­tens­wei­sen und Ges­ten über­tra­gen kann. Arro­ganz als Mar­ken­zei­chen, Igno­ranz als Stil­mit­tel. Mit Mond­licht erreicht auch der Klang eine Kühle, die man bei die­sem Wet­ter wie einen küh­len Schleier des Klangs emp­fin­den kann.

Malaria! - You, you

Ein ande­res deut­sche All-Girl-Phänomen sind Mala­ria! die sich eben­falls zu Beginn der 80er in Ber­li­ner Musik­krei­sen sehr untrie­big zeig­ten. Als sie 1981 mit ihrem Debüt­al­bum Mala­ria den Begriff neue Deut­sche Welle umdeu­ten, gel­ten sie in Untergrund-Kreisen schon län­ger als Geheim­tipp. Vor allem in den USA erfreu­ten sie sich größ­ter Beliebt­heit, dem Mar­lene Diet­rich Stil der 4 Frauen aus Ber­lin, die deut­sche Texte mit so unge­wöhn­li­cher Musik aus­klei­den konnte man sich ein­fach nicht ent­zie­hen. Anfang der 90er kam es durch die erneute Ver­öf­fent­li­chung alten und neuen Mate­ri­als zu einem neuen Flash in den Untergrund-Discotheken. Als ich zu die­ser Zeit das Video zu You, You sah war es um mich gesche­hen, seit dem ziert das Album Com­pi­led mein Regal, frü­her auch ein altes Pos­ter von Mala­ria! auf das ich beson­ders stolz war. Lei­der ist es der Zeit zum Opfer gefallen.

KAS Product - Never come Back

Untergrund-Club klingt immer so spe­zi­ell, eigent­lich war das frü­her die Disco im Jugend­zen­trum, der ich alle 4 Wochen treu war, da man sich der schwar­zen Szene ver­schrie­ben hatte — Unter­grund klingt natür­lich viel coo­ler. Und obwohl popu­läre Stü­cke von Depe­che Mode und The Cure im Vor­der­grund stan­den, ver­stand es der Plat­ten­auf­le­ger mich immer wie­der mit Fra­ge­zei­chen auf mei­ner Stirn an das Misch­pult zu locken. So erging es mir auch mit KAS Pro­duct, das ich jah­re­lang nicht mehr gehört habe, bis ich vor einer Weile bei YouTube ein Video ent­deckte, das zu einem sofor­ti­gen Deja-Vu führte. Heute betrach­tet ist das Stück der fran­zö­si­schen Band ein klas­si­scher Ver­tre­ter des Cold­wave, das dazu­ge­hö­rige Video schon fast kul­tig, der Stil ein­ma­lig. Mick Mer­cer schrieb ein­mal: »Gor­ge­ously pro­vo­ca­tive duo of Mona Soyoc and Spatz who released a couple of sin­gles on their own punk label, then signed to RCA which see­med a remar­ka­bly odd union, which pro­du­ced two blin­din­gly bril­li­ant albums, „Try Out” and „Bypass” that found the haun­ting, mad vocals hem­med in by and stret­ched out over the alter­na­tely boiling/icy key­boards, the shat­te­ring chat­ter of arching/dive bom­bing gui­tar and stab­bing elec­tro­nic rhythms.«

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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1 Kommentar

  1. X-mal Deutsch­land: Die Kühle mag ich, die Breaks nicht.
    Mala­ria: läßt mich ziem­lich kalt
    KAS Pro­duct: Sehr schön. Vor 20 Jah­ren hatte ich mal eine ähnli­che Fri­sur wie der Keyboarder.

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