2 Mai

Es war einmal: Front 242 in der Münchener Theaterfabrik

Kategorie: Back to the Roots — Jahrgang: 20102 Kommentare

Es dürf­ten wohl die spä­ten 80er gewe­sen sein, als Front 242 im Zenit ihres Schaf­fens stan­den und jeder Live­auf­tritt vor aus­ver­kauf­ten Rän­gen statt­fand.  Aus die­ser Zeit stammt ver­mut­lich auch das Video, das mir der Post­punk auf meine Pinn­wand hef­tete, vie­len Dank dafür. Die Bel­gier, die als ein­fluss­reichste Größe der EBM (Elec­tro­nic Body Music) zäh­len sind die feh­lende Evo­lu­ti­ons­stufe vom New Wave zum Electro-Sound der frü­hen 90er und wer­den auch heute noch von unzäh­li­gen Bands als maß­geb­li­cher Ein­fluss benannt. Dabei zei­gen sich Front 242 selbst beein­flusst, strei­ten eng­li­sche Ein­flüsse ab und ver­schrei­ben sich ganz der frü­hen deut­schen Elek­tro­ni­schen Musik. Kraft­werk, DAF, Die Krupps oder auch Liai­sons Dan­ge­re­u­ses haben sich wohl in den frü­hen 80er unter­ein­an­der beein­flusst, Front 242 oder auch Nit­zer Ebb ent­wi­ckel­ten den EBM kon­se­quent wei­ter und mach­ten ihn vor allem in Deutsch­land selbst sehr populär.

Anfang der 90er war Front 242 als Kata­ly­sa­tor für die Acid-House und Tech­no­be­we­gung aus­ge­brannt. Die Dinge über­schlu­gen sich, die Bel­gier kamen bei Epic-Records unter Ver­trag und ver­öf­fent­lich­ten mit »Tyranny For You« ein Album der Wei­ter­ent­wick­lung, das jedoch nicht an den Erfolg alter Werke anknüp­fen konnte. Zurück blieb der Kern der EBM Bewe­gung, wäh­rend sich ein Groß­teil des Publi­kums den neuen Strö­mun­gen hin­gab. Viel­leicht war der Kom­mer­zi­elle Erfolg der Grund, das die Band zer­brach und auch der Grund für eine Reunion 1997.  Obwohl sie in der Fol­ge­zeit wei­tere Alben her­aus­brach­ten, beschränkt sich ihr musi­ka­li­sches Schaf­fen auf Neu­ver­öf­fent­li­chun­gen alter Songs. Viel­leicht hat das, was sie selbst einst aus­lös­ten, die Bel­gier über­holt. Schwel­gen wir also noch ein biss­chen in der guten alten Zeit, immer­hin gibt es Zeit­geist zum anfassen.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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2 Kommentare

  1. Ich war ja damals eher der Nit­zer Ebb Fan und bereue es immer noch sie damals nicht live gese­hen zu haben. Und heute scheue ich mich davor, den Men­schen beim Ver­fall zuzu­schauen.
    Mit Front 242 wurde ich nie so rich­tig warm. Da war ich eher der Single-Fan. Wobei … bei einem Blick ins Plat­ten­re­gal muß ich mich wohl korrigieren.

    Egal, end­lich mal wie­der Gele­gen­heit, sich mit den alten EBM Zei­ten zu beschäf­ti­gen und mit her­vor­ra­gend gemach­tem Musik­fern­se­hen. Gibt es so etwas eigent­lich noch?

  2. Ja, da ist was dran. Ich habe Nit­zer Ebb als Vor­gruppe zu Depe­che Mode gese­hen und konnte eben­falls mit den Her­ren nicht warm wer­den, da gefällt mir Front 242 wie gesagt bes­ser, aber als Fan würde ich mich nicht bezeich­nen, denn EBM trennt zumin­des­tens mich in 2 Lager, ent­we­der es ist gut oder schlecht, dazwi­schen finde ich nicht viel. Ist aber auch nicht ganz meine Musik­rich­tung — viel­leicht passt es ja bes­ser zu Postpunk :)

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