28 August

Cancer Barrack - Beischlaf mit 60kg Hackfleisch

Kategorie: Back to the Roots — Jahrgang: 20081 Kommentar

Cancer BarrackIn der Welt der dunk­len Musik gibt es viele Rand­er­schei­nun­gen. Eigent­lich ist die ganze Musik­szene die­ser Spiel­art eine Rand­er­schei­nung. Beim durch­hö­ren mei­ner alter Zwischenfall-Sampler ist mir dann auch sogleich der Song Bei­schlaf mit 60 kg Hack­fleisch von Can­cer Bar­rack ins Ohr gesprun­gen, was ihm auf­grund sei­ner ein­ge­hen­den Melo­die und Tanz­bar­keit auch nicht schwer fällt. Selbst­ver­ständ­lich spielt der Text des Lie­des eben­falls ein gewich­tige Rolle. Wer kann sollte sich den Song unbe­dingt mal auf Youtube anhö­ren, er ist die pas­sende Unter­ma­lung für die­sen Arti­kel, denn ich möchte euch die Band ein wenig näher bringen.

Als sich die »Cal­ling Dead Red Roses« 1986 auf­lös­ten, ent­stan­den dar­aus die bei­den Ham­bur­ger Bands »Can­cer Bar­rack« und »Girls under Glass«, die auch in den Fol­ge­jahre zusam­men­ar­bei­te­ten und erfolg­reich gemein­same Auf­tritte absol­vier­ten. Nach ihrer ers­ten EP Luscious, die 1989 beim Plat­ten­la­bel Hyp­no­beat erschien, konnte Can­cer Bar­rack zu Beginn der 90er einige Erfolge für sich ver­bu­chen und hin­ter­lie­ßen vor allem in der Inde­pen­dent und Dark­wave Szene einen blei­ben­den Eindruck..

Ihr ers­tes Album Wal­king through the Can­cer Bar­rack das bei Deathwish erschien, zählt wohl zu den bes­ten Wer­ken der 5 Ham­bur­ger Musi­ker und bie­tet Gothic Rock vom feins­ten. In den fol­gen­den Jah­ren nah­men sie dann immer mehr elek­tro­ni­sche Ele­mente in ihre Musik, was auf der MCD Spei­chel, die 1992 erschien sehr deut­lich wird.

Das Nach­fol­ge­al­bum Leben, das 1993 eben­falls auf Hyperium erschien, zählt zu den kom­mer­zi­ell erfolg­reichs­ten Alben der Band, was nicht zuletzt an dem dar­auf ent­hal­te­nen Dance­floor Knal­ler Bei­schlaf mit 60kg Hack­fleisch liegt, der in den euro­päi­sche Under­ground­clubs rauf und run­ter gespielt wurde und auf zahl­rei­chen Sam­pler Ein­zug erhielt, unter ande­rem auf dem oben erwähn­ten Zwi­schen­fall Sam­plern, der mir die Band wie­der in Erin­ne­rung gebracht hat.
Nach vie­len Live Auf­trit­ten wurde es dann still um die Band, die dann 1995 ihre Auf­lö­sung bekannt gaben, was für viele Anhän­ger sehr trau­rig war, zähl­ten sie doch zu den ein­fluss­rei­che­ren For­ma­tio­nen die­ser Zeit. Auf Hyperium erschien dann 1998 über­ra­schend der Best of Sam­pler Das letzte Gebet, das eigent­lich das Schaf­fen der Gruppe sehr gut zusam­men­fasst und in kei­nem Musik­re­gal feh­len darf.

Weicher, heller Würmerhaufen, feucht und kühl dich offenbarst,
Arme Mund und Vagina, rohes Fleisch ich spüre dich,
zwei Augen meine Daumen formen, Brüste auf den Leib gespuckt,
jeder Schlag ein neues Loch, forme ich mit meiner Wucht.

Axel Ermes (Bas­sist) ist auch heute noch in vie­len Musik­pro­duk­tio­nen der Dunkle Szene aktiv und betreibt unter ande­rem ein eige­nes Plat­ten­la­bel, Tors­ten Ham­mann (Gesang) ist der Bühne treu geblie­ben und hat eine Schau­spiel­aus­bil­dung absol­viert und ist in vie­len TV und Kino Pro­duk­tio­nen zu sehen. Seine Gesangs­kar­riere scheint been­det, viel­leicht singt er die­sen Song noch für irgend­je­mand beson­de­ren, wer weiß. Über die ande­ren Mit­glie­der der Band sind weni­ger Infor­ma­tio­nen bekannt.

Update: Ein Feh­ler hatte sich ein­ge­schli­chen, denn die erste EP hieß nicht Hyp­no­beat, son­dern Luscious, Hyp­no­beat war das Plat­ten­la­bel auf dem die EP erschien. Ich habe den Feh­ler im Text bereits kor­ri­giert. Vie­len Dank an Axel Ermes für den freund­li­chen Hinweis.

(Bild­quelle: Mys­pace)

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Back to the Roots
Schlagwort:

Verwandte Artikel

1 Kommentar

  1. Cal­ling Dead Red Roses, da erin­nere ich mich an One Way Ticket — wurde damals in einer Zillo-Rezension »der trau­rigste Song über­haupt« genannt.

    (Nach­voll­zieh­bar, auch wenn es da sicher noch andere Mei­nun­gen gibt).

    Zum Thema die­ses Arti­kels: Auch ich kannte natür­lich »Bei­schlaf mit 60kg Hack­fleisch« — in den Neun­zi­gern ein siche­rer Tanzflächenfüller.

    Die Hin­ter­grund­ge­schichte zu die­sem Lied wurde mir aber erst klar, als ich eines abends die­sen Teil der Harald Schmidt Show sah und mir klar wurde, wor­auf sich der Text­schrei­ber bezog:
    Tat­säch­lich: Domian — eine Sen­de­reihe die damals wie heute nicht wirk­lich inter­es­sierte, und so ging diese Sen­dung an mir vorbei.

    Aber wer es wirk­lich wis­sen will, kann ja heut­zu­tage youtube bemü­hen und das Ori­gi­nal in 9:30min Länge rein­zie­hen.

Schreibe einen Kommentar

Hilfe bei der Kommentareingabe?