4 September

30 Jahre 4AD - Ein Rückblick

Kategorie: Dunkle Klänge — Jahrgang: 201015 Kommentare

Hätte es eine Abon­ne­ment für ein Plat­ten­la­bel gege­ben, ich hätte das von 4AD genom­men. In der 80ern eines der wich­tigs­ten Independent-Label in Eng­land, bei dem Bands wie Bau­haus, Birth­day Party, Coc­teau Twins, Xmal Deutsch­land, Dead can Dance oder auch der Clan of Xymox unter­ge­kom­men sind. Grün­der Ivo Watts-Russell und Peter Kent arbei­te­ten bei Beggar’s Ban­quet und soll­ten sich Demo-Tapes von jun­gen eng­li­schen Bands anhö­ren und Poten­tial erken­nen. Wir schrei­ben das Jahr 1980 und die Musik­szene ist durch den Punk ordent­lich durch­ein­an­der­ge­wir­belt wor­den und New Wave scheint gut zu funktionieren.

Doch der atmo­sphä­ri­sche und dich­tere Sound auf den bei­den ste­hen, passt nicht so ganz zu dem Bild ihres Arbeit­ge­bers. So lei­hen sie sich 2000 Pfund von ihrem Arbeit­ge­ber und grün­den ihr eige­nes Label 4AD. Das war am 29.August 1980 — Happy Birth­day 4AD (nach­träg­lich). Zum Jubi­läum habe ich mich hin­ge­setzt und die aus mei­ner Sicht ein­fluss­reichs­ten Werke der 80er Zusam­men­ge­fasst und möchte in 10 Videos die Bands zei­gen, die hier groß gewor­den sind.

1980

Gegrün­det wurde 4AD eigent­lich schon 1979 von Ivo Watts-Russell, der mit 1972 im Alter von 17 aus­zog, um in Lon­do­ner Plat­ten­ge­schäf­ten zu arbei­ten. 79 grün­dete er mit Peter Kent und der Unter­stüt­zung vom dama­li­gen Arbeit­ge­ber Beggars Ban­quet Records das eigene Label Axis Records, das jedoch kurze Zeit spä­ter in 4AD umbe­nannt wurde, da »Axis« bereits von einer ande­ren Firma der Musik­bran­che genutzt wurde. 4AD wollte die atmo­sphä­ri­schen und auch eso­the­ri­schen Sounds, die von den meis­ten Labels die­ser Zeit abge­lehnt wur­den auf eine eigene Platt­form erhe­ben und so war Bau­haus auch die erste rele­vante Ver­pflich­tung die­ser Rich­tung, denn die hat­ten mit »Bela Lugosi’s Dead« ja bereits den Ste­reo­typ der Goth-Musik geschaf­fen. Ihr Album  »In the Flat Field« sollte ein Mei­len­stein der frü­hen Goth-Szene wer­den, das von eini­gen Kri­ti­kern jedoch zer­ris­sen wurde: »No songs. Just tracks (ugh). Too prig­gish and con­cei­ted. Slug­gish indul­gence instead of hoped for Goth-ness. Coldly cata­to­nic.»1 Man ließ sich glück­li­cher­weise nicht beir­ren und konnte Bau­haus, The Birth­day Party, Modern English und The The unter einem Dach zusammenbringen.

1981

Die Birth­day Party ver­öf­fent­li­chen »Pray­ers on Fire« ihr Debüt­al­bum, das die krea­ti­ven Ansätze der Band rund um Front­mann Nick Cave in rohes und drah­ti­ges Doku­ment ihres Schaf­fens ver­wan­delte. Die Sin­gle »Release the Bats« klet­terte an die Spitze der bri­ti­schen Independent-Charts. Modern English über­neh­men mit ihrem Album »Mesh & Lace« ein Stück des Sti­les von Joy Divi­sion oder PiL. 4AD ver­öf­fent­li­chen in Japan den Sam­pler »Nature Mor­tes — Still Lives«  der bri­ti­schen Goth-Rock und New Wave für die Japa­ner zugäng­lich macht. The The mar­kie­ren mit ihrem Album »Burning Blue Soul« ein zwei­tes musi­ka­li­sches Stand­bein, das sich musi­ka­lisch in eine andere Rich­tung ent­wi­ckeln sollte, aber ungleich erfolg­reich wurde. Bau­haus ver­las­sen 4AD und erhe­ben sich vom Inde­pen­dent Label zu Beggars Banquet.

1982

Mit Lydia Lunch und den Coc­teau Twins gewinnt man zwei potente Neu­ver­pflich­tun­gen. New Wave Diva Lunch bringt ihre Ver­sion vom Klas­si­ker »Some Vel­vet Morning« her­aus, das im Ori­gi­nal von Nancy Sina­tra und Lee Haze­le­wood ein­ge­sun­gen wurde. Die Coc­teau Twins ver­öf­fent­li­chen auf 4AD ihr Debüt­al­bum »Gar­lands«, das der Start­schuss zu einer 80er Inde­pen­dent Kar­riere wurde. Daniel Ash, Gitar­rist von Bau­haus unter­nimmt zusam­men mit Glenn Cam­pling erste musi­ka­li­sche Geh­ver­su­che im Neben­pro­jekt Tones on Tail. Nach­dem Gitar­rist Tracy Pew wegen Trun­ken­heit zu 8 Mona­ten Haft ver­ur­teilt wird, brin­gen Birth­day Party ihre EP »Drunk on the Pope’s Blood« her­aus, Barry Adam­son ersetzt dabei den inhaf­tier­ten Pew. Modern English brin­gen ihr zwei­tes Album »After the Snow« her­aus aus dem sie 2 erfolg­rei­che Single’s auskoppeln.

1983

Nick Cave und seine Birth­day Party gehen nach Ber­lin und stei­gen bei 4AD aus. Im deut­schen Gegen­zug neh­men die Bri­ten die Ham­bur­ger von Xmal Deutsch­land unter Ver­trag, die mit ihren rohen und unge­schlif­fe­nen Sounds schnell in Eng­land punk­ten kön­nen. Das Debüt­al­bum »Fetisch« füllt eine musi­ka­li­sche Lücke per­fekt aus, wäh­rend die Deut­schen in Deutsch­land selbst wei­test­ge­hend unbe­ach­tet blei­ben. Die Coc­teau Twins absol­vie­ren ein flei­ßi­ges Jahr, die EP »Pep­per­ming Pig« und das Album »Head over Heels« sind die wich­tigs­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen 1983, die sie neben eine Tour zusam­men mit OMD absol­vie­ren, die 50 Auf­tritte in ganz Europa beinhal­tet. This Mor­tal Coil ent­steht aus einer Vision her­aus und war nie eine Band, son­dern ein musi­ka­li­sches Pro­jekt von 4AD Label-Eigene Künst­ler Inter­pre­ta­tio­nen alter Klas­si­ker zum Bes­ten zu geben. Colour­box, Dead Can Dance, The Wolf­gang Press und die Coc­teau Twins brach­ten sich hier ein. Mit der EP Six­teen Days/Gathering Dust ver­öf­fent­licht man den ers­ten Spröss­ling der Zusammenarbeit.

1984

Xmal Deutsch­land ver­öf­fent­li­chen ich zwei­tes Album »Toc­sin« das noch ein­mal den Sound der Ham­bur­ger kom­pen­siert und für mich der klang­li­che Höhe­punkt der Kar­riere sind. Und obwohl auch deut­sche Kri­ti­kern nun auf­hor­chen, fei­ern sie nach wie vor ihre größ­ten Erfolge in Eng­land. Die Coc­teau Twins brin­gen ihre Stär­ken in dem Song »Pearly Dew Drops Drops« unter, der es 84 zu beacht­li­chen Erfolg bringt — die Band lehnt einen Auf­tritt bei Top of the Pops jedoch ab um die Sin­gle wei­ter zu pro­mo­ten. Mit dem spä­ter erschei­nen­den Album »Tre­a­sure« lan­den sie dann doch einen kom­mer­zi­el­len Erfolg.  Lisa Gerrard’s und Bren­dan Per­rys Wunsch wird war, mit Dead can Dance ver­öf­fent­li­chen sie bei 4AD ihr Debüt­al­bum »Dead can Dance«. Das 4AD Pro­jekt This Mor­tal Coil bringt das erste Album her­aus. Der Erfolg von »It’ll End in Tears« ist phä­no­me­nal. Der Titel »Song to the Siren»2 ist bis heute der Erfolg­reichste die­ser Zusam­men­ar­beit. An der Ent­ste­hung des Albums sind betei­ligt: Coc­teau Twins, Colour­box, Modern English, Xmal Deutsch­land und Colourbox.

1985

Dead can Dance schaf­fen ein Nische in der Palette des Labels, ihre welt­li­che Musik die sich aus vie­len Multi-kulturellen Sti­len zusam­men­setzt erobert eine Fan­ge­meinde. 1985 zei­gen sie mit »Spleen and Ideal« was in Ihnen steckt. Die elek­tri­schen Gitar­ren wei­chen einem deut­lich klas­si­schen Ensem­ble, die Titel die vom Gesang der Prot­ago­nis­ten leben schwe­ben auf Posau­nen, Pau­ken und Strei­chern. Die Coc­teau Twins streuen neue Musik unter das Volk, sie ver­öf­fent­li­chen mit »The Pink Opaque« und »Tiny Dynamine/Echoes in a shal­low Bay« zwei Kom­pi­la­tio­nen, die ihr Schaf­fen für den Ame­ri­ka­ni­schen Markt zusam­men­fass­ten. Xymox erschei­nen auf der Bild­flä­che und erre­gen mit ihrem Mini-Album »Sub­se­quent Plea­su­res« die unge­teilte Auf­merk­sam­keit von 4AD Chef Ivo. Sie fas­sen das Zusam­men was sie von The Cure und New Order gelernt haben und ent­wi­ckeln dar­aus ihren eige­nen Stil. Gemein­sam ver­öf­fent­li­chen sie mit »Clan of Xymox« ihr Debütalbum.

1986

Vom Erfolg des ers­ten Mor­tal Coil Albums beflü­gelt beginnt 4AD gleich mit der Arbeit am Nach­fol­ger »Fili­gree & Shadow«, das sei­nem Thema zwar treu bleibt, sich aber die­ses­mal mehr auf Gast­mu­si­ker außer­halb des Labels kon­zen­triert. Die Coc­teau Twins zei­gen mit »Vic­to­ri­a­land« ihre akkusti­che Seite, bei dem ledig­lich Liz Fra­ser und Robin Guthrie als Duo zu hören sind. Mit Thro­wing Muses neh­men die Bri­ten die ers­ten Ame­ri­ka­ner in ihr Label auf und ver­öf­fent­li­che 86 das gleich­na­mige Debüt. Xymox hei­ßen nun Clan of Xymox und ent­wi­ckeln sich mit ihrem zwei­ten Album »Medusa« deut­lich elek­tro­ni­scher. Songs wie »Louise« oder »Ago­nised by Love« wur­den dar­über hin­aus Hits in vie­len Sze­nen und ver­hal­fen auch zu Aner­ken­nung in den USA und Mexiko.

1987

Dead can Dance set­zen ihre Ent­wick­lung kon­se­quent fort und zei­gen mit ihrem drit­ten Album »Wit­hin the Realm of a Dying Sun« das sie auch anders kön­nen. Wäh­rend die eine Hälfte von Bren­dan Perry in Szene gesetzt wird, tobt sich Lisa Ger­rard auf der zwei­ten Hälfte aus. Doch das Jahr 87 steht unter einem ganz ande­ren Stern, näm­lich dem von M|A|R|R|S einer Band die sich aus den Anfangs­buch­sta­ben der Mit­glie­der zusam­men­setzt. Mit von der Par­tie sind auch Martyn Young von Colour­box, Alex Ayuli, Rudi Tam­bala und Russel (AR Kane) sowie Steven Young (Colour­box). Mit ihrer ein­zi­gen Sin­gle »Pump up the Volume« die eigent­lich so gar nicht zum Stil des Labels passte, sorg­ten sie für den bis heute größ­ten finan­zi­elle Erfolg. Das Stück domi­nierte im Oktober/November die Euro­päi­schen Charts und sorgte für eine nach­hal­tige House/Elektronik Welle auf den Tanz­flä­chen. Defi­ni­tiv die unge­wöhn­lichste und undun­kelste Erschei­nung des Labels. Wegen Strei­tig­kei­ten zwi­schen den Betei­lig­ten blieb es bei der einen Single.

1988

Ein ruhi­ges Jahr für das Label. Nach­dem die Pixies bereits 1987 ihre EP »Come On Pil­grim« bei 4AD ver­öf­fent­li­chen, erscheint 1988 ihr ers­tes Album »Sur­fer Rosa«, auf dem auch das Stück »Where is my Mind?« zu hören ist, das spä­tes­tens durch die Ver­wen­dung im ebenso legen­däre Film »Fight­club« zur Pixie-Hymne avan­cierte.  Dead Can Dance brau­chen einen Tape­ten­wech­sel, Bren­dan Perry zieht sich nach Irland zurück, wäh­rend Lisa Ger­rard eine Zeit lang in Aus­tra­lien lebt. Ende des Jah­res ste­hen sie dann wie­der zusam­men im Stu­dio um die Auf­nah­men zu ihrem Album »The Serpent’s Egg« abzu­schlies­sen, einem der mei­ner Mei­nung nach bes­ten Alben der Band.

1989

Die Pixies set­zen mit ihrem zwei­ten Album »Doo­little« ihren Erfolg fort und sind auch kom­mer­zi­ell sehr erfolg­reich. Wenn­gleich ihren Schaf­fens­phase nur bis zu Beginn der 90er Jah­ren anhält sind ihre Ein­flüsse auf andere Musi­ker deut­lich spür­bar.  Die bri­ti­sche Musik­zeit­schrift NME wählte das Album spä­ter als zweit­bes­tes Album über­haupt. Einer der größ­ten Anhän­ger sollte Kurt Cobain wer­den, der in der frü­hen 90er sogar eins sei­ner eige­nen Kon­zerte frü­her ver­ließ, um sich einen Auf­tritt der Pixies anzu­se­hen.  The Pale Saints erschei­nen auf der Bild­flä­che, ihre ers­ten Arbei­ten sind geprägt durch die musi­ka­li­schen Ein­flüs­sen von »The Jesus & Mary Chain« und »My Bloody Valen­tine«. Die nächste Neu­ent­de­ckung »Lush« nennt ähnli­che Quel­len, inter­pre­tiert diese aber voll­kom­men anders. Das Ergeb­nis ist das Mini-Album »Scar« mit dem sich die Lon­do­ner schnell Gehör verschaffen.

  1. McCull­ough, Dave (8 Novem­ber 1980). »All angst and no play or: the yaw­ning pit­falls con­fron­ting young moder­nists«. Sounds. []
  2. Eine Inter­pre­ta­tion des gleich­na­mi­gen Titels von Tim Buck­ley aus dem Jahre 1970. Mehr Infor­ma­tio­nen bei Wiki­pe­dia []

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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15 Kommentare

  1. Wenn frü­her 4AD Plat­ten ver­öf­fent­licht wur­den, dann war es immer ein Grund mal im Plat­ten­la­den des Ver­trau­ens rein­zu­hö­ren, weil die Musik­rich­tung irgend­wie klar war. Bei Mute ver­hielt es sich ähnlich. Heute haut das nicht mehr so hin.
    Zu den Hoch­zei­ten von 4AD war die Musik­szene irgend­wie noch über­sicht­lich und anhand der Labels zumeist in gut und böse auf­ge­teilt. Heute fühle ich mich hin­ge­gen von der Masse über­rannt. Ich schließe mit mei­nem Standard-Satz: Ich glaube, ich werde alt!

  2. @Postpunk: Also ich kann dem Label-gut-deswegen-Musik-gut nicht zustim­men. Mir war das Label immer schon egal ‚ich mag dead can dance, habe aber noch nie vor­her von 4AD gehört. Und in o.g. Liste gefällt mir auch nicht alles.
    Und ja, Du wirst alt, jede Sekunde ein biß­chen mehr ;)

  3. Mit Lush begann meine Indie-Phase, das waren damals für mich nie zuvor gehörte Klänge. 4AD fand ich zudem auch immer wegen der schi­cken Cover­ge­stal­tung gut. :-) Es gibt heut­zu­tage auch noch ein paar Label, bei denen ich per se bei jeder Neu­ver­öf­fent­li­chung hell­hö­rig werde, zB Labra­dor, Shel­flife, Clai­re­cords oder AC30. Aber diese sind sel­ten so trend­set­zend und inno­va­tiv wie damals 4AD, das stimmt wohl.

  4. @Vizioon: Ist ja auch immer eine Frage des musi­ka­li­schen Radius. Was ich damit sagen will, ist daß 4AD zumin­dest immer fähige A&R Mana­ger beses­sen haben, die für den Post­punk ganz pas­sa­ble Bands gesignt haben. Ich habe ja auch nicht behaup­tet, daß mir alles gefällt, aber die Label­po­li­tik gefiel mir der­einst. Mir z.B. haben DCD nie son­der­lich gut gefal­len, aber ist doch schön, daß mir ein Label das ange­bo­ten hat.

    @Peter: Bei Labra­dor geht es mir genauso. Wobei die jetzt wirk­lich auf­pas­sen müs­sen, daß die gesign­ten Bands sich nicht alle anhö­ren wie die Schwe­den eben momen­tan so klin­gen. Klin­gen halt viele wie die Acid House Kings oder Club 8. Das Auf­recht­er­hal­ten der Qua­li­tät ging schon bei Saddle Creek in die Hose.

  5. @Postpunk: Will­kom­menn im Land der Wider­spüch­lich­keit…
    Und was sind A&R Manager?

  6. @Postpunk: So sehe ich das auch. Hätte es Label wie 4AD oder auch MUTE nicht gege­ben, wären sicher­lich einige Per­len in dem Unter­grund ver­schwun­den, aus dem sie gekom­men sind. Ich denke, diese Label präg­ten einen gan­zen Musik­stil »Inde­pen­dent« in dem sie ent­spre­chende Künst­ler unter einem Dach ver­sam­mel­ten, ob die Label dann letzt­end­lich unab­hän­gig waren oder nicht, lässt sich sicher­lich noch aus­dis­ku­tie­ren und ist nicht immer ein­deu­tig zu beantworten.

    @Vizioon: Deine Sicht­weise ist eine andere. Nicht jede Band eines Labels ist pau­schal gut, weil das Label gut ist. Bei Independent-Label die Bands aus dem Unter­grund befreien spielt diese Tat­sa­che bei mir eine gewich­tige Rolle. Neh­men wir Xmal Deutsch­land. In Deutsch­land zunächst erfolg­los, in Eng­land unbe­ach­tet, bis sie von 4AD unter die Fit­ti­che genom­men wer­den. Es geht also nicht pri­mär darum die Musik der Künst­ler eines Labels gut zu fin­den. Viel­leicht: DCD hätte es ohne 4AD nie in Deine Ohren geschafft.

    @Peter: Danke für dei­nen Kom­men­tar!. Ganz so kann man das auch betrach­ten, denn kleine Labels sind immer gute Indi­ka­to­ren für neue Trends — Deadly People (http://www.deadlypeople.co.uk/) ist bei­spiels­weise für mich unver­zicht­bar. Lei­der fand ich die spä­tere Arbeit von 4AD nicht mehr so pri­ckelnd, mei­ner Mei­nung nach sind sie musi­ka­lisch umgeschwenkt.

  7. @Robert: DCD ist mir nicht durch das Label zuge­tra­gen wor­den, son­dern mehr oder weni­ger durch Zufall. Und eigent­lich habe ich ja genau das gesagt: Das Label spielt keine Rolle. Es wur­den auch schon groß­ar­tige Bands durch Major-Labels bekannt. Und ich möchte gar nicht wis­sen, wie­viele inter­es­sante Bands von 4AD abge­lehnt wur­den, weil sie nicht in deren Port­fo­lio passten.

  8. @Vizioon: Mag sein, ich möchte aber nicht wis­sen wie­viele inter­es­sante Bands es nie gege­ben hätte, wenn sie nicht bei 4AD unter­ge­kom­men wären. Aber letzt­end­lich hast du ja irgendwo recht, zunächst ein­mal muss ja die Band gut sein, sonst nützt das beste/undergroundigste Label nichts.

  9. Hab heute den This Mor­tal Coil Sam­pler für 7 € auf Vinyl ergat­tert. Danke für die Erwäh­nung hier, sonst würde ich ihn gar nicht ken­nen, is ne klasse Scheibe :D

  10. @Robert: Ich meinte das nur teil­weise so. Und recht hast Du auch. Ich befürchte nur, daß Musik, wie alles im Leben, nicht so ein­fach funk­tio­niert: (Hypo­these): wenn 4AD etwas nicht gefal­len hat, weil sie Ihre Rich­tung hat­ten, erschien es nicht bei 4AD. Dafür viel­leicht bei einem Major-Label. Was ja auch nicht auto­ma­tisch Erfolg bewirkt.
    Noch mal, gute Musik ist Label-unabhängig. Sie trifft Dich, oder eben nicht.
    (Wie zur Zeit Lin­kin Park, vor­her anhör­bar, und trotz des Mutes, etwas neues zu machen, jetzt wie ein luft­lo­ser Ballon)

  11. @Schatten: Glück­wunsch und meine Emp­feh­lung wäre noch der Sam­pler »Lonely is an eyesore«

    @Vizioon: Ich denke hier ist ein Ver­ständ­nis­feh­ler: Die Wahr­schein­lich­keit, daß bei 4AD (oder wegen mir irgend­ei­nem ande­ren Label) für mich sub­jek­tiv gute Musik ver­öf­fent­licht wird, ist eben etwas grö­ßer als daß Sony Music gute Musik ver­öf­fent­licht. Das bedeu­tet eben nicht, daß alles auf Sony Music schlecht ist. Sicher­lich muß 4AD sich auch den Geset­zen des Kom­merz unter­wer­fen (siehe Pump up the Volume) und sicher­lich auch Bands unter Ver­trag neh­men, die viel­leicht nicht so in deren Schema pas­sen, aber sich ggf. gut ver­kau­fen. So aut­ark wie frü­her sind sie als Teil der Beggar’s Group ja sicher­lich auch nicht mehr. Den­noch behaupte ich immer noch, daß auf­grund der Aus­wahl­kri­te­rien der A&R Mana­ger (bitte goo­geln Sie im Brock­haus), die Wahr­schein­lich­keit dort Bands zu fin­den, die mei­nem per­sön­li­chen Geschmack ent­spre­chen, weit­aus höher ist als daß sie das bei Sony Music wäre. Nie­mand hat behaup­tet, daß gute Musik Label-abhängig ist.

    Aber ich gebe Dir recht. Lin­kin Park und Kol­le­gen wirst Du da kaum finden.

    Es ist eben wie mit den »alter­na­ti­ven« Stadt­ra­dios im Ver­gleich zu den kom­mer­zi­el­len über­re­gio­na­len Sen­dern. Beide spie­len mal einen guten Song, aber bei den »alter­na­ti­ven« Radios kann das doch schon mal öfters vorkommen.

  12. @Schatten: Auf Vinyl sogar, wie Retro :)

    @Postpunk, @Vizioon: Vie­len Dank für deine aus­führ­li­che Stel­lung­nahme, letzt­end­lich bleibt doch fest­zu­stel­len, das Musik ein höchst sub­jek­ti­ves Erleb­nis bleibt, das sich sogar auf ein Label her­un­ter­bre­chen lässt. Hat der eigene Geschmack etwas mit dem der A&R Mana­ger bei 4AD etwas gemein­sam, so fin­det man höchst­wahr­schein­lich dort auch »gute« Bands. Natür­lich ist man nie sicher vor »Fül­lern« die man per­sön­lich ganz furcht­bar fin­det. Wenn man so möchte ist so ein Label ähnlich einem Blog wie Post­punk oder Ich es betrei­ben. Wir schrei­ben über unse­ren Musik­ge­schmack und Musik die wir gut fin­den. Hat ein Leser eine (wenn auch unwahr­schein­li­che) Überein­stim­mung von 100%, so wird es wahr­schein­lich sein, das ihm unsere wei­te­ren Ent­de­ckun­gen eben­falls gefal­len. Ich hoffe, man kann mir fol­gen, ich habe Gele­gent­lich selbst meine Schwierigkeiten :)

  13. @Robert: Nö. Ein Label ist gezwun­gen, Geld zu ver­die­nen. Das hat mit Blogs nichts zu tun.

  14. @Vizioon: Viel­leicht. Sicher­lich hat die Band­stra­te­gie auch mone­täre Gründe — aber nicht ausschließlich.

  15. @Robert: Viel­leicht? Klar gibt es Kun­den, die auf­grund eines Blogs die CD´s (oder Down­loads) kau­fen, aber erkläre mir mal, wie sich ein Label ohne den Geld­fluss aus Ver­käu­fen erhal­ten soll. Wer­bung kos­tet, Pro­duk­tion kos­tet, und Per­so­nal kos­tet. Wenn also das Label nicht nur aus unglaub­lich rei­chen Men­schen besteht, die die­ses nur aus Hobby betrei­ben, wie soll es denn dann funktionieren?

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  1. […] aber wegen vie­ler Links unre­prä­sen­ta­tiv erscheint, wäh­rend mein Bei­trag 30 Jahre 4AD — Ein Rück­blick mit 1.740 Wor­ten ziem­lich viel Lese­stoff bie­tet. Was es bringt? Nichts. Aber wenn der Basic […]

  2. […] und Michael Con­roy gegrün­det wur­den, lan­de­ten kurz von dem neuen Jahr­zehnt beim Label 4AD,  mit dem sie auf die Welle »Sounds-like-Joy-Divison« auf­spran­gen um sich dann wei­ter in […]