Gastbeiträge sind wie virtuelle Besuche. Man verabredet sich und macht einen festen Termin aus, der Gastgeber sorgt meistens für eine möglichst angenehme Atmosphäre, er putzt sein Backend und entfernt oder deaktiviert sogar störende Plugins, deren Bedienung er selbst noch nicht verstanden hat und legt dem Gast sogar ein eigenes Klingelschild an. Als Gastgeber muss man ein Stück Vertrauen an jemanden weiterreichen, den man in der Regel noch nicht mal im realen Leben gesehen hat, sondern nur anhand von Profilen, Bilder, Texten und Kommentaren. Und immer schwingt ein bisschen Angst mit. Was wird der Gast schreiben, welche Bilder wird er benutzen, passt das überhaupt zu mir oder bringt er mich gar in Teufels Küche?
Ich habe bis jetzt schon 2 Gastbeiträge verfasst, erst wollte ich schon großkotzig dafür eine eigene Seite anlegen, muss aber zugeben, das es sich noch nicht lohnt — denke ich jedenfalls. Und ganz ehrlich habe ich mich als Gast genauso verhalten wie der Gastgeber. Schreibe ich einen Text der den Ansprüchen genügt? Benutze ich die richtigen Bilder? Mache ich mich mit meinem Satzbau, Grammatik und Rechtschreibung sogar lächerlich? Eigentlich schreibe ich meine Beiträge immer sehr sorgfältig und genauso verhalte ich mich auch als Gast. Ich komme vorbei, unterhalten mich mit den anderen Gästen und dem Gastgeber, mache nichts schmutzig oder kaputt und versuche zumindestens ein Stückchen so zu sein, wie ich auch sonst so bin. Kurios, das man dabei hinter der virtuellen Glasscheiben sitzt und unzählige Besucher dann auch noch beobachten können, was vor sich geht.
Aber wir wollen mal festhalten, das ein Gasbeitrag prinzipiell nur gutes bewirkt, im Prinzip ist das doch eine große Ehre, für den Schreiber und den beschriebenen. Es fördert die Vernetzung untereinander und sorgt für neue Leser beider Teilnehmer. Außerdem fühlt man sich doch so ein bisschen wie ein freier Autor, der seinen Senf für die unterschiedlichsten und natürlich großartigsten Blogs beisteuert, vielleicht sogar Sex in the City mäßig gleich eine eigene Kolumne bekomt. Ein Blogger mit vielen Gastbeiträgen auf möglichst populären Blogs ist demnach sowas wie eine Ikone, denn wenn man »Den schon schreiben lässt«, dann muss der echt was zu sagen haben und seine Meinung hat auch gleich viel mehr Gewicht.
Natürlich ist der Weg zur Ikone lang und steinig und manchmal schmelzen einem auf dem Weg zur Sonne die Flügel, deshalb sollte man nie den Boden unter den Füßen verlieren. Ein bisschen Ruhm und Anerkennung wünscht sich jeder, vor allem der Blogger, den sonst würde er nicht bloggen. Den ganzen Artikel lesen… »