19 November

Herz ist Trumpf: 10 Lieblingsblogs

Meine Lieblingsblogs

Herz ist Trumpf – 10 Lieblingsblogs
Foto: KuroSugarLolita | CC by-nc-nd

Ich fühle mich ertappt. Neulich, oder besser gesagt vor einer ganzen Weile, erhielt ich von Le petit empire de la Madame Chauve-Souris einen Award als “Liebster Blog”, über den ich mich natürlich sehr gefreut habe und immer noch freue und dann wurde ich auch noch von Shan Dark als Lieblingsblog auserkoren! Warum ich nicht gleich teilgenommen habe? Zunächst fand ich diese Blogparade mit Kettenbriefmentalität irgendwie komisch, vielleicht sogar ein Stück weit albern, ich meine was soll das überhaupt? Geht es um Backlinks um Verbreitung oder was? Lieblingsblogs! Mit Herzchen! Also bitte, das ist doch deutlich unter meinem Niveau… STOP! Habe ich gerade damit begonnen zu meckern? Habe ich mich gerade bei einem elitären Gedanken erwischt? Habe ich etwa vergessen, wie ich angefangen habe mit dem Bloggen und was mir wichtig war? Ich schäme mich.

Es ist ein Phänomen der Zeit, das in der Welt der Blogger die Verlinkung untereinander immer weiter abnimmt. Eine Entwicklung, die ich nicht gut finde und immer versucht habe, abzulehnen. Blogs sind für mich eine immer noch wichtige Informations- und Meinungsquellen gesellschaftlicher Nischenthemen. Kaum ein Journalist recherchiert so gut wie mancher Blogger, vor allem dann, wenn es um seinen Fachbereich geht. Nirgendwo sonst liest man noch die ungefilterte Meinung, die nicht durch wirtschaftliche Interessen, potentielle Anzeigenkunden und mögliche Einnahmeverluste glattgebügelt wird. Sicher, auch Blogs werden mittlerweile untergraben, gerade bei Technik-Blogs oder Musik-Blogs wird immer wieder Schindluder getrieben, weil man sich die kostenlosen Produktproben, die neuesten Alben oder die finanziellen Annehmlichkeiten nicht entgehen lassen möchte.

Es ist also wichtig, nach neuen Blogs Ausschau zu halten, die noch mit Herz und Leidenschaft schreiben, die etwas zu sagen haben, die gehört werden möchten. Und natürlich, Backlinks sind wichtig, denn schließlich veröffentlichen die meisten, um das zu teilen, was sie zu schreiben haben. Deshalb beteilige ich mich mit (neuer) Freude wieder einmal an einer Blogparade, auch wenn ich darin aufgestellten Regeln nicht unbedingt einhalten kann (siehe unten). Hier also 10 meiner Lieblingsblogs und ja, sie kommen von Herzen: Den ganzen Artikel lesen… »


16 Juli

Midnight Archive: Morbid Anatomy

Screenshot Joanna EbensteinDer Tod ist um uns herum. Jeden Tag. Wir sehen ihn nur nicht mehr.” In der neuesten Ausgabe des Midnight Archives findet sich ein sehr interessantes Interview mit der Anatomie- und Todes-Bloggerin Joanna Ebenstein, die sich mit der Tatsache beschäftigt, dass der Tod mehr und mehr aus unserem Leben verschwindet. Nicht etwa, weil Menschen nicht mehr sterben, sondern weil wir diese Tatsache gerne verschweigen und verschleiern.  ”Warum ist es makaber, über den Tod nachzudenken oder darüber zu reden? Die Menschen diskutieren immer darüber, was uns von den Tieren unterscheidet (…) Einen ganz wichtigen Unterschied, den wir gerne außer Acht lassen, ist der Fakt, dass sich die Menschen als einzige darüber im klaren sind, DASS sie sterben werden. Die Tatsache, dass wir darüber nicht in einer würdigen Form sprechen können, finde ich pervers.Den ganzen Artikel lesen… »


28 April

Dark Feather – Onlinemagazin aus dem alternativen Underground

von Robert ForstKategorie: Schattenseiten13 Kommentare

Cover Dark FeatherDie Oberfläche des Meeres der Musik glitzert in der untergehenden Sonne. Als Liebhaber der dunklen Klänge kämpft man ständig damit, den Horizont nicht aus den Augen zu verlieren, während man verzweifelt die Richtung sucht, in die man schwimmen möchte. Wer sich 2012 für alternative schwarze Musik interessiert, prallt unbarmherzig auf eine schier unüberschaubare Masse an Veröffentlichungen und Bands, die in bekannten Magazinen, einschlägigen Charts und auf populären Internetseiten einen schwarzen Eindruck machen sollen. Böse Zungen behaupten sogar, das aktuelle Album von “Unheilig” unter der Rubrik “Gothic” auf den großen Verkaufsflächen der Elektronik-Ketten gesichtet zu haben.

Wer jedoch wissen will, was unter der Oberfläche vorgeht, wünscht sich spätestens nach den ersten atemlosen Tauchgängen ein wenig  Hilfe. Das Undergroundzine Dark Feather ist die sprichwörtliche Pressluft-Flasche auf dem Rücken neugieriger Taucher. Seit dem Sommer 2008 gibt es das Magazin für den alternativen Underground, dass sich musikalisch in die Richtungen Gothic, Metal und Alternative orientiert und dabei vorrangig, aber nicht ausschließlich, gitarrenorientierte Bands vorstellt. Doch neben der Musik bietet es noch zahlreiche andere Bereiche, die sich immer wieder als lesenswert erweisen. Persönliche Kolumnen, Interviews, literarische Ausflüge und interssanten Reportagen. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Februar

The Open Community – Gothic in Australien

Bestimmt sind wieder die Briten schuld. Als die USA ihre Unabhängigkeit durchsetzte, suchte die britische Regierung 1787 nach Möglichkeiten, sich von unliebsamen Inselbewohnern zu trennen, vornehmlich von Menschen aus der Unterschicht, die für jede Kleinigkeit in Strafkolonien gesteckt wurden. Praktisch, dass James Cook ein paar Jahre vorher den australischen Kontinent entdeckte und ihn für die britische Krone reservierte, vielleicht warf er damals ein Handtuch über einen Liegestuhl. Das weit entfernte und nur von ein paar unwichtigen Eingeborenen bewohnte Land wurde zur Strafkolonie. Im Januar 1788 erreichten dann die ersten 11 Schiffe mit Siedlern und Verurteilten den Kontinent und gründeten Sydney.

Anyway. Rund 200 Jahre später dann der nächste brillante Schachzug der Briten, durch geschickte Infiltration wurde Gothic ein Teil der australischen Gesellschaft… Das ist natürlich Unsinn. Die Subkulturen der späten 70er und frühen 80er verbreiteten sich überall. Australische Gothics jedoch, stellen in diesem Blog eine unterrepräsentierte Minderheit dar. Daher bin ich dankbar, dass mich Pixella Panik auf einen Link aufmerksam machte. Den ganzen Artikel lesen… »


19 November

Caitlin Doughty – Bestatterin aus Leidenschaft

von Robert ForstKategorie: Schattenseiten1 Kommentar

Klischee Ole! Ich komme nicht daran vorbei, euch Caitlin Doughty vorzustellen, eine Bestatterin aus Leidenschaft. Ihr Blog “The Order of the Good Death” ist mir bisher entgangen, aufmerksam geworden bin ich durch ihre Video-Reihe “Ask a Mortician” in dem sie Fragen von neugierigen Menschen rund um das Thema Bestattungen beantwortet. Meine Befürchtung, trockene Fakten von einer auf Zurückhaltung bedachten Bestatterin präsentiert zu bekommen, wurde glücklicherweise enttäuscht. Auf sehr unterhaltsame und humorvolle Weise widmet sie sich den mitunter skurrilen Fragen ihrer Leser und erklärt beispielsweise, was es mit der Leichenstarre (Rigor Mortis) auf sich hat.

Diese Herangehensweise an das Thema Tod ist dem ein oder anderen vielleicht zu amerikanisch, es schadet aber nicht einen Blick auf diese unterhaltsame Auseinandersetzung damit zu riskieren. Wusstet ihr schon, dass die Knochen eines verbrannten Körpers in einer Knochenmühle zermahlen werden? Bestimmt, schließlich trägt der begeisterte Gothic seine schwarzen Klamotten als äußeres Zeichen seiner Zugehörigkeit zu einer Szene, die sich eigentlich nur mit dem Tod beschäftigt und die ausschließlich aus Mitgliedern besteht, die eine stille Todessehnsucht hegen. Oder nicht? Den ganzen Artikel lesen… »


10 März

Gastartikel auf Gothic.at

Wechsel der GenerationenDas Österreich mehr zu bieten hat als Berge und Kaiserschmarrn dürfte jedem, der dort schon mal zu Gast gewesen ist, in Erinnerung geblieben sein. Doch auch für das gemeine Schwarzvolk bietet das Land ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Allen voran die Hauptstadt Wien, eine der schönsten Städte Europas und schwarzer Schmelztiegel des Landes. Schon seit Gothic auf das Europäische Festland geschwappt ist, entwickelte sich die Österreichische Gothic-Szene ähnlich wie in Deutschland.

Dass sich das etwa 1990 änderte, erfuhr ich in einer Nachricht von Bernhard Hansbauer, der mich einlud, für das österreichischen Portal gothic.at einen Gastartikel zu verfassen, um mich genau dieser Thematik einmal anzunehmen.  Einige Recherchen älter konnte ich tatsächlich ein Auseinanderdriften der musikalischen Grundlagen nachvollziehen und habe damit begonnen im Artikel “Wechsel der Generationen“  davon zu berichten. Ich habe versucht, die Mutation in die zweite Generation Gothics anhand von Entwicklungen im gleichnamigen Musik-Genre zu beschreiben und sehe auch den Mauerfall als bedeutende Initialzündung für eine Reihe von weiteren Ereignissen. Den ganzen Artikel lesen… »


13 Januar

Map of Metal – Zwischen Garage Rock und Deathcore

map of metalEine gefühlte Ewigkeit ist es her, da ich mich selbst unter den Rave und Trance Enthusiasten bewegte. Um mich immer wieder an diese Zeit zur erinnern und die Parallelen zwischen Synthpop, EBM, New Wave, Rave, Industrial oder auch Ambient logisch auf die Reihe zu bekommen, bediene ich mich immer wieder gerne dem bekannten Ishkur Guide to Electronic Music, der schon früh zeigte wie verstrickt und nah beieinander die unzähligen musikalischen Stile elektronischer Musik sein können.

2010 schuf Patrick Galbraith das metallische Pendant zu diesem Klassiker des Netzes und ganz nebenbei ein großartiges Stück Flash das sich anschickte das Netz und zahlreiche Blogs zu erobern. Die Mäp of Metal zeigt die Entwicklung der Metal vom “Garage Rock” der 60er bis zum “Melodic Death” der Neuzeit und macht ganz nebenbei auch einige Abstecher in düster angehauchte Gefilde der Musik. Den ganzen Artikel lesen… »


3 November

Du sollst Skinheads nicht mit Nazis verwechseln

von Robert ForstKategorie: Schattenseiten10 Kommentare

Du sollst Skinheads nicht mit Nazis verwechseln” ist nicht nur der Titel einer aufklärenden Internetseite, sondern auch Motto mit erhobenem Zeigefinger. Aufmerksame Leser wissen bereits: Eine Glatze und ein Paar Dr. Martens reichen noch lange nicht für die Identifizierung eines Neonazis. Viel schlimmer noch: Heute scheint es praktisch unmöglich typische Erkennungsmerkmale zu definieren, die dem Bürger bei seinem Schubladendenken unter die Arme greifen. Auf sehr anschauliche Art und Weise haben sich die Filmemacher und Edina MedraStefan Berenthal mit Kindern und Jugendlichen zweier Schulen in Bremen zusammengetan  und das Video Vorsicht Nazi gedreht, das im leicht verständlichen Stil die Sache noch einmal in 6:55 auseinanderklamüsert und damit den Versuch gestartet, das Vorurteil das sich untrennbar mit dem Denken vieler Bürger verknotet hat, zu entwirren.


(via KFMW)

Neonazis leben heute davon, alte Symbolik aufzugeben und sich ständig neue Bezüge herzustellen.  Die meisten sind nicht mehr durch ihr äußeres zu unterscheiden, sondern nur durch ihre Ideen und die immer gleichen Argumente. Die Beliebigkeit in der man in der rechten Szene Symbole für sich vereinnahmt ist erschreckend und verleiten uninformierte immer wieder zu falschen Assoziationen. Gothics wurden in den 90ern ebenfalls als Weg der Infiltration entdeckt, ihr politisches Desinteresse, Bezüge zu Mythen und Legenden sowie die Erforschung musikalischer Grenzbereichen musste auf die braune Brut wie ein Magnet gewirkt haben. Und trotzdem fanden sie auch hier keinen fruchtbaren Boden sondern stießen auf breite Ablehnung. Bis heute ist das Thema jedoch sensibel geblieben und sorgt immer wieder für Diskussionsstoff, der manchmal nur auf Verfehlungen einzelner zurück zu führen ist.


17 Juni

Kreative Randgruppenreflektion: Emo Assault Squadron 2

von Robert ForstKategorie: Schattenseiten6 Kommentare

Der Humor ihrer Videoproduktionen ist so schwarz wie die Protagonisten selbst. Über die Agents of S.O.R.P. (Sacred Order of the Ring Pop) hatte ich bereits gebloggt, jetzt sind sie mit neuem Video und neuer Internetseite zurück. Nach ihrem Klassiker Emo Assault Squadron gibt es jetzt den lange erwarteten zweiten Teil, bei dem man sich intensiver mit Hipstern und den Twilight-Kids auseinandersetzt. Das ich mich wieder köstlich amüsiert habe, brauche ich sicherlich nicht weiter erwähnen, ich mag einfach die unverkrampfte Art mit der eigenen Randgruppenidentität umzugehen.