20 Juli

Pfingstgeflüster 2012 – Impressionen und Gedanken aus Leipzig

Pfingstgeflüster 2012 - CoverDer Alltag hat uns längst eingeholt. Stress, Konzentration und wiederkehrende Abläufe könnten unsereins in eine tiefe Depression stürzen, wären da nicht die Erinnerung an ein Pfingstwochenende. Das Wave-Gotik-Treffen 2012 ist vorbei und wieder einmal fehlen manchen die Erinnerungen in Geschichten und Bildern. Das Pfingstgeflüster, dass nunmehr zum siebten Mal erscheint, verspricht Abhilfe. Auf 92 Seiten tummeln sich wieder einmal viele erwartet gute und überraschend großartige Artikel verschiedener Autoren, die eine andere Seite des WGT zeigen und vielleicht sogar dem Wiederholungsbesucher eine neue Sichtweise verschaffen, während der Neuling erstaunt feststellen muss, dass Gothic doch mehr ist als Musik und schwarze Klamotten.

Ich möchte einen kleinen Einblick in die Themenvielfalt gewähren und kann dennoch nicht das ganze Werk mit Worten begleiten. Tatsache ist, dass ich mir keine bessere Zeitschrift für das WGT vorstellen könnte und das nicht nur, weil ich wie bereits 2011 einen Artikel beisteuern durfte. Den ganzen Artikel lesen… »


24 Juni

Krimi am Sonntag – Sherlocks Café

von Sabrina KirnapciKategorie: Wortkunst4 Kommentare

Es gibt Ereignisse, die treiben selbst hartgesottene Großstadt-Gruftis an verregneten Wochenenden aus der Höhle hinaus. Über Wälder und Felder durch Gegenden, in denen man weder tot noch lebendig begraben sein möchte – direkt hinein in die Vulkaneifel, die zugegebenermaßen einen ziemlich coolen Namen hat. Dann ein Ortsschild: Hillesheim. Der eingefleischte Grufti denkt sofort ans Mera Luna und sinniert: Ich streiche das „L“ und wünsche mir ein „D“! Doch dann geschah das Unerwartete. Wir sahen das hier:

Dieser Spur mussten wir nachgehen. Was wir herausfanden, war gemütlich, liebevoll gemacht und unbedingt empfehlenswert. Das Kriminalhaus in Hillesheim besteht aus dem Café Sherlock und dem Deutschen Krimiarchiv. Im Keller des Hauses befindet sich wohl noch eine Buchhandlung, die wir aber nicht besucht haben. Wir statteten zunächst dem Sherlock einen Besuch ab.  Den ganzen Artikel lesen… »


19 März

Informationen, Links und Literatur zu den Szenewurzeln der schwarzen Subkultur

Bild vom Abney Park LondonWie war das denn einmal? Also früher jetzt? Von einer Leserin erreichte mich über das Kontaktformular die Frage, ob ich Literatur- oder Linkvorschläge hätte, um mehr über die Szeneanfänge zu erfahren. Als “Szenefrischling”, wie sie sich selbst bezeichnet, hätte man es nicht leicht, die Wurzeln der Szene freizulegen.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu und möchte gleich vorausschicken, dass selbst alte “Szenehasen”, Autoren von einschlägiger Literatur und Betreiber von Internetseiten nicht einig darüber sind, wo die Wurzeln dieser “Szene” liegen. Sicher, Ende der 70er Jahre begann es mit der Musik. Was folgte waren die Fans der Musik, die sich anders kleideten und anders dachten. Sie begründeten damit nicht nur eine modische Szene voller Provokation, sondern auch eine Subkultur mit eigenen Inhalten, Interessen und Leidenschaft.

Was sich daraus entwickelte, ist nur schwer zu greifen. Nach und nach erachteten Zeitschriften die Mode und die jungen Anhänger einschlägiger Bands als interessant genug, um darüber zu schreiben. Die Szene wuchs, wurde als Markt entdeckt und als Aufhänger der unterschiedlichsten Vorurteile. Doch als man Ende der 80er den Tod der Szene prognostizierte, geschah etwas sehr seltsames, denn die Totgesagte lebte weiter. Vom Fall der Mauer bereichert, entwickelte man ein reges Eigenleben. Neue Bands, neue Musikrichtungen, neue Magazinen, neue Inhalte und gemeinsame Festivals traten auf den Plan. Sie sind heute immer noch die Grundlage gemeinsamer Identifikation und gleichzeitig auch Motor der Ausdifferenzierung.

Wer sich heute als Szenefrischling sieht und darüber hinaus etwas über die Vergangenheit erfahren möchte, trifft auf unerwartete Widerstände und eine ausgesprochene Vielfalt. Gäbe es einen ultimativen Szenerückblick, würde es nicht lange dauern, bis ein anderer Rückblick kommt, der etwas ganz anderes behauptet. Ganz falsch sind beide nicht, aber auch nicht ganz richtig.

Das wichtigste, was ich Einsteigern und Interessierten mit auf den Weg geben möchte, ist sich seine eigene Meinung zu bilden. Daran führt kein Weg vorbei. Es ist mühsam, schwierig und komplex, keine Frage. Und dennoch ist es unheimlich bereichernd zu erkennen, dass da mehr ist als Musik und Klamotten. Im folgenden Artikel sind ein paar Tipps, die ich persönlich für relevant halte und die Grundlage meiner Sichtweise sind. Ich bitte jeden Leser ihn durch eigene Informationen und Link- sowie Literaturtipps zu erweitern. Den ganzen Artikel lesen… »


21 Februar

Ein faszinierender Mann: Jonathan Safran Foer

von Sabrina KirnapciKategorie: Wortkunst2 Kommentare

Jonathan Safran FoerJa, ich bin fasziniert. Er ist offensichtlich sehr intelligent, humorvoll und realistisch: Jonathan Safran Foer! Autor der Bücher “Alles ist erleuchtet” und “Extrem laut und unglaublich nah“. Ein amerikanischer Schriftsteller, der Philosophie und Literatur studierte. Das alleine ist natürlich nicht der Grund für diesen Blogartikel. Neulich noch habe ich mich über ein Buch zum Thema Vegetarismus und Ernährung aufgeregt, heute will ich eins vorstellen. Das Sachbuch “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer erscheint mir interessant. Eine gute Mischung aus Info und Gedankenanstoß. Sachlich und keinesfalls fanatisch. Den ganzen Artikel lesen… »


3 Februar

Shel Silverstein: Die Geschichte vom Missing Piece

Ein Dreieck sieht sich als verlorenes Teil eines Ganzen und sucht Anschluss, um vollkommen zu sein. Einem “Ganzen” fehlt ein Stück und es sucht das passende Teil, um  komplett zu sein.

Zwei Geschichten des Autors, Illustrators, Dichters und Liedtexters Shel Silverstein: Die Geschichte vom Missing Piece und – aus der gleichen Serie mit etwas anderem Hauptdarsteller – Missing Piece trifft Big O. Strichzeichnungen und Geschichten, die mit wenigen Worten viel sagen.

Shel Silverstein hat mit dem Missing Piece zwei Kinderbücher geschaffen, die auch Erwachsenen zu Denken geben.

Silverstein begann Ende 1956 als Schreiber, Fotograf und Cartoonist für das Magazin Playboy. Er lebte längere Zeit in der Playboy Mansion. Bekannter ist er heute als Verfasser und Illustrator seiner Children’s literature, die folgende Bände umfasst: Die Geschichte vom Missing Piece, Missing Piece trifft Big O, Licht unterm Dach, Wo der Gehweg endet, Raufgefallen und Der freigebige Baum. Er schrieb auch Uncle Shelby’s ABZ Book, ein satirisches Pseudo-Kinderbuch, und verfasste Different Dances, einen Bildband mit wortlosen Comics für Erwachsene. (Zitat Wikipedia) Den ganzen Artikel lesen… »


29 Dezember

Journal der Jugendkulturen #17

von Robert ForstKategorie: Wortkunst8 Kommentare

Das Archiv der Jugendkulturen hat eine turbulente Zeit hinter sich. Zum Ende des Jahres 2010 hat es so ausgesehen, als müsste das Archiv seine Pforten schließen, da es fernab von jedweder staatlicher Unterstützung nicht mehr in der Lage war, die monatlichen Kosten der Einrichtung zu decken. Eine ehrgeizige Spendenaktion wurde ins Leben gerufen, um das Archiv in eine Stiftung zu überführen. Nur so lässt sich das Archiv langfristig sichern, da es so wesentlich besser gefördert werden kann. Zahlreiche Prominente unterstützten die Aktion und dennoch ist es den zahlreichen Spendern zu verdanken, das bis zum 31. Oktober 2010 rund 100.000 Euro zusammengekommen sind. Das Archiv ist gerettet (vorerst) und hat 2011 die Stiftung Respekt! gegründet. Damit ist die Arbeit zunächst gesichert und dennoch bedarf es dauerhafter Unterstützung und Spenden, um den zahlreichen Projekten und Aktionen einen finanziellen Nährboden zu bieten.

Frucht dieser Arbeit ist beispielsweise das Journal der Jugendkulturen, das jüngst zum 17. mal erschienen ist. Einer der Schwerpunkte dieser Ausgabe ist der geschlechtsspezifische Aspekt von Jugendkulturen, die im Editorial passend als “Jungenkulturen” bezeichnet werden. Noch immer sind die meisten Jugendkulturen männlich dominiert, an der die Emanzipation offenbar spurlos vorbeigezogen ist. Auch die Gothic-Szene, in der nach meiner persönlichen Einschätzung immer ein funktionierendes Gleichgewicht der Geschlechter herrschte, droht deutlich in eine männlich orientierte Richtung zu kippen. Nicht zuletzt, weil körperlich-männlich orientierte Musikrichtungen wie EBM, Cyber, Techno oder (Neo-)Industrial verstärkt den schwarzen Schirm gepresst werden. Den ganzen Artikel lesen… »


4 September

Rezension: Pfingstgeflüster – Wave Gotik Treffen 2011

von Robert ForstKategorie: Wortkunst4 Kommentare

Pfingstgeflüster InhaltHektisch öffne ich das Paket. Es ist schwer und der Absender verrät viel über den Inhalt. Marcus Rietzsch, leidenschaftlicher Herausgeber des Pfingstgeflüsters hat es gepackt. Der Inhalt: Ein ganzer Stapel der neuesten Ausgabe, das sich thematisch dem 20. Wave-Gotik-Treffen in Leipzig widmet. Ich habe reichlich Exemplare bestellt, denn es ist das erste mal, dass ich mein geschriebenes Wort in einer richtigen Zeitschrift finde. Papier, Bilder, Buchstaben und mein Name, nicht auf dem Bildschirm sondern zum anfassen. Ich bin aufgeregt und ein kleines bisschen stolz, sitze noch mit dem geöffneten Paket auf dem Sofa und verschlinge die anderen Artikel der Ausgabe in einem Rutsch.

Nachdem ich bereits angekündigte, etwas über das Pfingstgeflüster zu schreiben, möchte ich nun endlich die Gelegenheit ergreifen und werfe einen Blick auf die Inhalte des Heftes, der wieder einmal eine ganz andere Sichtweise auf das schwarze Großereignis wirft und ein ums andere mal von großartigen Autoren erstellt wurde, um einen tieferen Blick auf das zu wagen, was mittlerweile als “Kostümfest” in den Köpfen der Gesellschaft existiert. Das undergroundige ist nicht mehr die Existenz der Szene selbst, sondern das Wissen der Mitglieder, dass da mehr ist als Musik und Klamotten. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, meine Eindrücke einiger Artikel weiterzugeben, denn immer noch scheint mir die Präsenz dieses Sterns der Publikationen viel zu klein.

Reflexionen – Guldhan (blog.opus-mentis.de)

Ein Blick zurück auf zwei Jahrzehnte. Guldhan begibt sich für das Pfingstgeflüster auf eine geradezu poetische Reise in die Motivationen des Wave-Gotik-Treffen und schafft einen Einblick in das, was wir Szene nennen dürften und zeigt uns, wie der gemeinsame Gedanke und die Lust der Erinnerung die Menschen Jahr für Jahr nach Leipzig treibt. “Jedes Szene-Zeitalter besitzt seine Berechtigung. Jede Sparte, welche den Gedanken teilt, sollte seinen Platz finden sowie seine eigene Nische beanspruchen dürfen. Und sollte sich dennoch in der großen schwarzen Halle zusammenfinden können. Nicht nur, um im eigenen Lichte zu glänzen, sondern um sich als Teil eines beachtenswerten dunklen Mosaiks zu verstehen. Auf dem man sich, das Zusammensein, das Treffen und die Szene, an Pfingsten zu feiern weiß.Den ganzen Artikel lesen… »


28 Juni

Black Celebration: Schwarze Fetzen aus 20 Jahren Wave-Gotik-Treffen

von Robert ForstKategorie: Wortkunst5 Kommentare

Black Celebration - Ploettner Verlag20 Jahre ist es nun schon her…” Seufzend sitzt der schwarz gekleidete Mann in den besten Jahren auf der Wiese des AGRA-Gelände, stützt das geschminkte Gesicht auf die mit Ringen verzierten Hände und beobachtet das mittlerweile schwarz-bunte Treiben, das sich wie eine schillernde Schlange an ihm vorbeischlängelt. Erinnerungen sind das, was übrig bleibt – schwarze Fetzen aus 20 Jahren Wave-Gotik-Treffen.

Alexander Nym, der sich schon mit seinem schwarz-brachialen Werk “Schillerndes Dunkel” einen Namen machte, hat zusammen mit Jennifer Hoffert ein Jubiläumsbuch zu 20 Jahren Wave-Gotik-Treffen herausgebracht, in dem er nach bewährtem Muster wieder zahlreiche und namhafte Autoren dafür gewinnen konnte, aus ihrem Erfahrungsschatz zu berichten. Jedes Jubiläum braucht eine Festschrift, “Black Celebration” – und soviel möchte ich vorwegnehmen – schickt sich an, genau diese Rolle zu bekleiden.

Ich war im Vorfeld skeptisch, was die Auswahl der Autoren anbelangte, wurde aber positiv überrascht, denn Nym gelingt ein Brückenschlag von der künstlerischen Seite des WGT zu den Besuchern, treuen Anhängern und Einwohnern der Stadt Leipzig. Die Mischung aus Erfahrungen, Ereignissen, Anekdoten und Analysen ist eben so vielfältig wie die Szene selbst, die Abwechslung ist erfrischend und interessant.

Mit dabei sind beispielsweise Mark Benecke (Autor/Kriminalbiologe), Bruno Kramm (Das Ich), Andreas Plöger, Marcus Rietzsch (Pfingsgeflüster), Mark Foreman (Sadgoth) und Myk Jung (Schementhemen), Holger Karas (Seventh-Sin) oder die beiden Japaner Kenji & Masa sowie die Aufzeichnung der illustren Wohngemeinschaft vom Hotel Gustav-Adolf, um nur einige der insgesamt 19 Autoren zu nennen.

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5 Mai

Marcus Rietzsch: …wenn wir nie träumten

von Robert ForstKategorie: Wortkunst7 Kommentare

WMarcus Rietzsch Bildbander bitteschön fotografiert Friedhöfe? Marcus Rietzsch, ambitionierter Fotograf aus Oberkotzau, einem beschaulichen Ort in der nähe von Hof. Wer um alles in der Welt macht davon einen Bildband? Marcus Rietzsch, er brachte seinen Bildband “…wenn wir nie träumten” 2008 nach unzähligen Arbeitsstunden, viel Herzblut und Leidenschaft auf Edition Paper One heraus. Wer steht schon auf Friedhöfe in Bildbänden? Wir, die Grufties (international auch Gothics genannt) finden solche Bilder ausgesprochen “Reisetauglich”, jedenfalls viele Menschen dieser Szene. Nachdem in den ersten Fragen gleich zu Beginn begegnet sind, widme ich mich nun dem Inhalt.

Friedhöfe begleiten mich schon seit der Zeit, als das, was schwarz war noch nicht so hieß wie man es heute nennt, die Faszination für morbide Plätze hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Verfall, Verwitterung und Vergangenheit sind die zentralen Elemente der ästhetischen Faszination. Stundenlang könnte ich die Orte der Stille aufsuchen um sich der Reise ins Ich hinzugeben am liebsten begleitet von Stille oder entsprechender Musik. Leider war ich mangels fotografischem Auge bislang nie in der Lage, die Eindrücke ansprechend zu konservieren. Schön das Rietzsch die Arbeit übernommen hat.

Der französische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Anatole France schrieb einmal den Satz “Das Leben wäre unerträglich, wenn wir nie träumten.” der dem Bildband auch seinen Namen verleiht. Zitate sind ein zentrales Element der Fotografien, die sich durch das Buch ziehen und über das visuelle Empfinden hinaus noch Einblicke in Assoziationsfähigkeit des Autors geben. Keines scheint zufällig gewählt, ein teilweise fragile Typografie baut die Brücke zwischen Bild und Text. Das ich dieser Vorgehensweise grundsätzlich angetan bin, zeigt sich dem treuen Leser sicherlich in meiner Ohne Worte Reihe in diesem Blog. Den ganzen Artikel lesen… »


22 April

Edgar Allan Poe lebt, spricht und schreibt wieder

von Sabrina KirnapciKategorie: Wortkunst6 Kommentare

Nein, die Sonne hat mir nicht das Gehirn verbrannt. Edgar Allan Poe lebt! Er stellt regelmäßig neue Gedichte und Geschichten bei Youtube ein und überrascht sogar mit 3D-Videos. Er liest seine Werke vor, antwortet auf Kommentare und gibt gelegentlich Kollegen wie Oskar Wilde oder Goethe Gelegenheit, ebenfalls zu Wort zu kommen. Wie es zu der Wiedergeburt kam, erzählt der Schriftsteller in diesem Video gleich selber:

Eine wundervolle Idee. Die Stimme ist angenehm, die Animationen sind angemessen, wenn sie auch mitunter etwas seltsam wirken – insbesondere das Zwinkern. Den ganzen Artikel lesen… »