3 Februar

Shel Silverstein: Die Geschichte vom Missing Piece

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Ein Drei­eck sieht sich als ver­lo­re­nes Teil eines Gan­zen und sucht Anschluss, um voll­kom­men zu sein. Einem »Gan­zen« fehlt ein Stück und es sucht das pas­sende Teil, um  kom­plett zu sein.

Zwei Geschich­ten des Autors, Illus­tra­tors, Dich­ters und Lied­tex­ters Shel Sil­ver­stein: Die Geschichte vom Mis­sing Piece und — aus der glei­chen Serie mit etwas ande­rem Haupt­dar­stel­ler — Mis­sing Piece trifft Big O. Strich­zeich­nun­gen und Geschich­ten, die mit weni­gen Wor­ten viel sagen.

Shel Sil­ver­stein hat mit dem Mis­sing Piece zwei Kin­der­bü­cher geschaf­fen, die auch Erwach­se­nen zu Den­ken geben.

Sil­ver­stein begann Ende 1956 als Schrei­ber, Foto­graf und Car­too­nist für das Maga­zin Play­boy. Er lebte län­gere Zeit in der Play­boy Man­sion. Bekann­ter ist er heute als Ver­fas­ser und Illus­tra­tor sei­ner Children’s lite­ra­ture, die fol­gende Bände umfasst: Die Geschichte vom Mis­sing Piece, Mis­sing Piece trifft Big O, Licht unterm Dach, Wo der Geh­weg endet, Rauf­ge­fal­len und Der frei­ge­bige Baum. Er schrieb auch Uncle Shelby’s ABZ Book, ein sati­ri­sches Pseudo-Kinderbuch, und ver­fasste Dif­fe­rent Dan­ces, einen Bild­band mit wort­lo­sen Comics für Erwach­sene. (Zitat Wiki­pe­dia) Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 Dezember

Journal der Jugendkulturen #17

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Das Archiv der Jugend­kul­tu­ren hat eine tur­bu­lente Zeit hin­ter sich. Zum Ende des Jah­res 2010 hat es so aus­ge­se­hen, als müsste das Archiv seine Pfor­ten schlie­ßen, da es fernab von jed­we­der staat­li­cher Unter­stüt­zung nicht mehr in der Lage war, die monat­li­chen Kos­ten der Ein­rich­tung zu decken. Eine ehr­gei­zige Spen­den­ak­tion wurde ins Leben geru­fen, um das Archiv in eine Stif­tung zu über­füh­ren. Nur so lässt sich das Archiv lang­fris­tig sichern, da es so wesent­lich bes­ser geför­dert wer­den kann. Zahl­rei­che Pro­mi­nente unter­stütz­ten die Aktion und den­noch ist es den zahl­rei­chen Spen­dern zu ver­dan­ken, das bis zum 31. Okto­ber 2010 rund 100.000 Euro zusam­men­ge­kom­men sind. Das Archiv ist geret­tet (vor­erst) und hat 2011 die Stif­tung Respekt! gegrün­det. Damit ist die Arbeit zunächst gesi­chert und den­noch bedarf es dau­er­haf­ter Unter­stüt­zung und Spen­den, um den zahl­rei­chen Pro­jek­ten und Aktio­nen einen finan­zi­el­len Nähr­bo­den zu bieten.

Frucht die­ser Arbeit ist bei­spiels­weise das Jour­nal der Jugend­kul­tu­ren, das jüngst zum 17. mal erschie­nen ist. Einer der Schwer­punkte die­ser Aus­gabe ist der geschlechts­spe­zi­fi­sche Aspekt von Jugend­kul­tu­ren, die im Edi­to­rial pas­send als »Jun­gen­kul­tu­ren« bezeich­net wer­den. Noch immer sind die meis­ten Jugend­kul­tu­ren männ­lich domi­niert, an der die Eman­zi­pa­tion offen­bar spur­los vor­bei­ge­zo­gen ist. Auch die Gothic-Szene, in der nach mei­ner per­sön­li­chen Ein­schät­zung immer ein funk­tio­nie­ren­des Gleich­ge­wicht der Geschlech­ter herrschte, droht deut­lich in eine männ­lich ori­en­tierte Rich­tung zu kip­pen. Nicht zuletzt, weil körperlich-männlich ori­en­tierte Musik­rich­tun­gen wie EBM, Cyber, Techno oder (Neo-)Industrial ver­stärkt den schwar­zen Schirm gepresst wer­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 Dezember

Der kleine Nazi - Der Engel grüßt den lieben Gott

Die Geschenke sind ver­teilt, das Weih­nachts­es­sen hat alle satt und zufrie­den gemacht. Die ganze Fami­lie sitzt zusam­men, man redet ange­regt und seufzt im Kol­lek­tiv, wenn Opa wie­der anfängt von frü­her zu erzäh­len. Wie wenig sie zu essen hat­ten, wie kalt es gewe­sen ist und wie froh man war, wenn das Christ­kind einen Scho­ko­rie­gel brachte. Der all­ge­gen­wär­tige Krieg, die Angst vor der Gestapo, von den pol­tern­den Schrit­ten der SS, die aus dem Nach­bar­haus wie­der eine jüdi­sche Fami­lie ver­schleppte. Als Oma anfängt zu wei­nen, wer­den die Kin­der in Wohn­zim­mer geschickt oder gehen frei­wil­lig, »Stirb lang­sam — Jetzt erst recht« ist span­nen­der als die Geschich­ten der Großeltern.

Was pas­sie­ren kann, wenn Ver­gan­gen­heit ver­drängt wird, zeigt der Kurz­film »Der kleine Nazi« von Petra Lüschow, der auf sati­ri­sche Weise ein Weih­nach­ten insze­niert, bei dem Ver­drän­gung oder Beschö­ni­gung zur schal­len­den Ohr­feige wird. Wie lange haben wir noch Augen­zeu­gen, die uns erzäh­len kön­nen wie es wirk­lich war? Warum gibt es nur gute Geschich­ten, in denen man half einen Juden zu ver­ste­cken oder zu befreien? Wo sind die Geschich­ten von fal­schen Idea­len, von der Angst dage­gen zu sein und von der Macht der Masse? Den gan­zen Arti­kel lesen… »


12 September

Dokumentation im Kino: Taste the Waste

In Deutsch­land wer­den täg­lich ton­nen­weise Lebens­mit­tel im Müll ent­sorgt. Und warum? Die Gurke ist nicht gerade, die Kar­tof­fel sieht nicht aus wie auf dem Wer­be­pro­spekt und die Toma­ten haben die fal­sche Farbe. Die Zuc­chini lässt sich schlecht schä­len, weil sich krumm gewach­sen ist und die Boh­nen sind viel zu klein und wür­den daher nie geges­sen wer­den. Die Kun­den in den Bäcke­reien beschwe­ren sich, wenn es um 18:00 keine Bröt­chen mehr gibt und das Mehr­korn­brot nicht mehr da ist. Der Kunde möchte das ganze Jahr all das Gemüse, wor­auf er Lust hat, kau­fen kön­nen, er möchte auf sein Obst zu jeder Jah­res­zeit nicht ver­zich­ten, er will Abends noch fri­sche Bröt­chen und saf­ti­ges Brot. Er will alles, immer und in per­fek­tem Zustand zum bil­ligs­ten Preis.

Vale­tin Thurn hat für sei­nen Film »Taste the Waste« ein­mal die Hin­ter­gründe anschau­lich auf die Lein­wand gebracht, er hat recher­chiert und die Fak­ten zusam­men­ge­tra­gen, die den Blick­win­kel auf die Dinge ver­än­dern kön­nen. »Die Hal­bie­rung des Lebens­mit­tel­mülls würde ebenso viele Kli­ma­gase ver­mei­den wie die Still­le­gung jedes zwei­ten Autos welt­weit.«

Ein Kino­film über weg­ge­wor­fene Lebens­mit­tel? Warum nicht. Wenn man so ein brei­te­res Ziel­pu­bli­kum erreicht, als bei einer lieb­lo­sen Aus­strah­lung im Nacht­pro­gramm der öffetntlich-rechtlichen TV-Sender, ist das durch­aus legi­tim. Wir haben uns an Dinge gewöhnt, die so absurd sind, dass sie die schwar­zen Nägel auf­rol­len und die Haare ohne Spray zu Berge ste­hen. An die­ser Stille möchte ich einen Teil der off­zi­el­len Film­be­schrei­bung einfügen:

»Deut­sche Haus­halte wer­fen jähr­lich Lebens­mit­tel für 20 Mil­li­ar­den Euro weg — so viel wie der Jah­res­um­satz von Aldi in Deutsch­land. Das Essen das wir in Europa weg­wer­fen, würde zwei Mal rei­chen, um alle Hun­gern­den der Welt zu ernäh­ren. Valen­tin Thurn hat den Umgang mit Lebens­mit­teln inter­na­tio­nal recher­chiert und kommt zu haar­sträu­ben­den Ergeb­nis­sen. Jeder zweite Kopf­sa­lat wird aus­sor­tiert, jedes fünfte Brot muss unge­kauft ent­sorgt wer­den. Kar­tof­feln, die der offi­zi­el­len Norm nicht ent­spre­chen, blei­ben auf dem Feld lie­gen und kleine Schön­heits­feh­ler ent­schei­den über ein Schick­sal als Laden­hü­ter. In den Abfall-Containern der Super­märkte fin­det man über­wäl­ti­gende Men­gen ein­wand­freier Nah­rungs­mit­tel, ori­gi­nal ver­packt, mit gül­ti­gem Min­dest­halt­bar­keits­da­tum. Auf der Suche nach den Ursa­chen und Ver­ant­wort­li­chen deckt er ein welt­wei­tes Sys­tem auf, an dem sich alle betei­li­gen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


4 September

Rezension: Pfingstgeflüster - Wave Gotik Treffen 2011

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Pfingstgeflüster InhaltHek­tisch öffne ich das Paket. Es ist schwer und der Absen­der ver­rät viel über den Inhalt. Mar­cus Rietzsch, lei­den­schaft­li­cher Her­aus­ge­ber des Pfingst­ge­flüs­ters hat es gepackt. Der Inhalt: Ein gan­zer Sta­pel der neu­es­ten Aus­gabe, das sich the­ma­tisch dem 20. Wave-Gotik-Treffen in Leip­zig wid­met. Ich habe reich­lich Exem­plare bestellt, denn es ist das erste mal, dass ich mein geschrie­be­nes Wort in einer rich­ti­gen Zeit­schrift finde. Papier, Bil­der, Buch­sta­ben und mein Name, nicht auf dem Bild­schirm son­dern zum anfas­sen. Ich bin auf­ge­regt und ein klei­nes biss­chen stolz, sitze noch mit dem geöff­ne­ten Paket auf dem Sofa und ver­schlinge die ande­ren Arti­kel der Aus­gabe in einem Rutsch.

Nach­dem ich bereits ange­kün­digte, etwas über das Pfingst­ge­flüs­ter zu schrei­ben, möchte ich nun end­lich die Gele­gen­heit ergrei­fen und werfe einen Blick auf die Inhalte des Hef­tes, der wie­der ein­mal eine ganz andere Sicht­weise auf das schwarze Groß­er­eig­nis wirft und ein ums andere mal von groß­ar­ti­gen Auto­ren erstellt wurde, um einen tie­fe­ren Blick auf das zu wagen, was mitt­ler­weile als »Kos­tüm­fest« in den Köp­fen der Gesell­schaft exis­tiert. Das under­groun­dige ist nicht mehr die Exis­tenz der Szene selbst, son­dern das Wis­sen der Mit­glie­der, dass da mehr ist als Musik und Kla­mot­ten. Ich möchte die Gele­gen­heit nut­zen, meine Ein­drü­cke eini­ger Arti­kel wei­ter­zu­ge­ben, denn immer noch scheint mir die Prä­senz die­ses Sterns der Publi­ka­tio­nen viel zu klein.

Refle­xio­nen — Guld­han (blog.opus-mentis.de)

Ein Blick zurück auf zwei Jahr­zehnte. Guld­han begibt sich für das Pfingst­ge­flüs­ter auf eine gera­dezu poe­ti­sche Reise in die Moti­va­tio­nen des Wave-Gotik-Treffen und schafft einen Ein­blick in das, was wir Szene nen­nen dürf­ten und zeigt uns, wie der gemein­same Gedanke und die Lust der Erin­ne­rung die Men­schen Jahr für Jahr nach Leip­zig treibt. »Jedes Szene-Zeitalter besitzt seine Berech­ti­gung. Jede Sparte, wel­che den Gedan­ken teilt, sollte sei­nen Platz fin­den sowie seine eigene Nische bean­spru­chen dür­fen. Und sollte sich den­noch in der gro­ßen schwar­zen Halle zusam­men­fin­den kön­nen. Nicht nur, um im eige­nen Lichte zu glän­zen, son­dern um sich als Teil eines beach­tens­wer­ten dunk­len Mosa­iks zu ver­ste­hen. Auf dem man sich, das Zusam­men­sein, das Tref­fen und die Szene, an Pfings­ten zu fei­ern weiß.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


28 Juni

Black Celebration: Schwarze Fetzen aus 20 Jahren Wave-Gotik-Treffen

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Black Celebration - Ploettner Verlag»20 Jahre ist es nun schon her…« Seuf­zend sitzt der schwarz geklei­dete Mann in den bes­ten Jah­ren auf der Wiese des AGRA-Gelände, stützt das geschminkte Gesicht auf die mit Rin­gen ver­zier­ten Hände und beob­ach­tet das mitt­ler­weile schwarz-bunte Trei­ben, das sich wie eine schil­lernde Schlange an ihm vor­bei­sch­län­gelt. Erin­ne­run­gen sind das, was übrig bleibt — schwarze Fet­zen aus 20 Jah­ren Wave-Gotik-Treffen.

Alex­an­der Nym, der sich schon mit sei­nem schwarz-brachialen Werk »Schil­lern­des Dun­kel« einen Namen machte, hat zusam­men mit Jen­ni­fer Hof­fert ein Jubi­lä­ums­buch zu 20 Jah­ren Wave-Gotik-Treffen her­aus­ge­bracht, in dem er nach bewähr­tem Mus­ter wie­der zahl­rei­che und nam­hafte Auto­ren dafür gewin­nen konnte, aus ihrem Erfah­rungs­schatz zu berich­ten. Jedes Jubi­läum braucht eine Fest­schrift, »Black Cele­bra­tion« — und soviel möchte ich vor­weg­neh­men — schickt sich an, genau diese Rolle zu bekleiden.

Ich war im Vor­feld skep­tisch, was die Aus­wahl der Auto­ren anbe­langte, wurde aber posi­tiv über­rascht, denn Nym gelingt ein Brü­cken­schlag von der künst­le­ri­schen Seite des WGT zu den Besu­chern, treuen Anhän­gern und Ein­woh­nern der Stadt Leip­zig. Die Mischung aus Erfah­run­gen, Ereig­nis­sen, Anek­do­ten und Ana­ly­sen ist eben so viel­fäl­tig wie die Szene selbst, die Abwechs­lung ist erfri­schend und interessant.

Mit dabei sind bei­spiels­weise Mark Ben­ecke (Autor/Kriminalbiologe), Bruno Kramm (Das Ich), Andreas Plö­ger, Mar­cus Rietzsch (Pfings­ge­flüs­ter), Mark Fore­man (Sad­goth) und Myk Jung (Sche­men­t­he­men), Hol­ger Karas (Seventh-Sin) oder die bei­den Japa­ner Kenji & Masa sowie die Auf­zeich­nung der illus­tren Wohn­ge­mein­schaft vom Hotel Gustav-Adolf, um nur einige der ins­ge­samt 19 Auto­ren zu nennen.

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30 Mai

Schwarze Bilder von Ad Reinhardt

Mein Kunst­ge­schmack ist eigent­lich ganz ein­fach: Ent­we­der ein Bild, eine Skulp­tur, ein Werk gefällt mir oder es gefällt mir nicht. Mir ist es dabei ziem­lich egal, ob ich bei mei­nem Urteil das Kunst­werk in den zeit­li­chen Zusam­men­hang gesetzt habe, ob ich die Trag­weite des Werks bedacht habe, ob ich irgend­wel­che Kunst-Epochen gewür­digt habe, ob ich die unglaub­li­che Bedeu­tung des Künst­lers mit ein­be­zo­gen habe oder nicht.

Ich stelle mich jeden­falls nicht vor ein Gemälde und über­lege, was der Künst­ler damit sagen wollte und ob ich diese Aus­sage gut oder schlecht finde.

Kunst­werke müs­sen einem etwas geben oder nicht. Ganz unab­hän­gig vom Künst­ler, von Inten­tio­nen des Künst­lers — die wahr­schein­lich nie­mals vor­han­den waren — und von der Kunst­ge­schichte. Ein Thema, das schon oft im Bekann­ten­kreis zu hit­zi­gen Dis­kus­sio­nen geführt hat — zuletzt als ich sagte, dass ich die Bil­der von Andy War­hol doof finde, weil ich da nur Mary­lin Mon­roe und Dosen sehe und bei­des nicht beson­ders inspi­rie­rend finde.

Als ich jedoch auf Ad Rein­hardt stieß — bezie­hungs­weise auf seine schwar­zen Bil­der — ver­ließ ich mei­nen den Weg des ers­ten Ein­drucks und wollte wis­sen, was jeman­den dazu ver­an­lasst, pures Schwarz auf die Lein­wand zu malen. Mög­li­cher­weise lag das Inter­esse an mei­ner natür­li­chen Affi­ni­tät zum Schwar­zen, das will ich nicht leug­nen. Aber auch die Erklä­run­gen zu Ad Rein­hards Bil­dern fand ich inter­es­sant — fast schon phi­lo­so­phisch. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


5 Mai

Marcus Rietzsch: ...wenn wir nie träumten

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WMarcus Rietzsch Bildbander bit­te­schön foto­gra­fiert Fried­höfe? Mar­cus Rietzsch, ambi­tio­nier­ter Foto­graf aus Ober­kotzau, einem beschau­li­chen Ort in der nähe von Hof. Wer um alles in der Welt macht davon einen Bild­band? Mar­cus Rietzsch, er brachte sei­nen Bild­band »…wenn wir nie träum­ten« 2008 nach unzäh­li­gen Arbeits­stun­den, viel Herz­blut und Lei­den­schaft auf Edi­tion Paper One her­aus. Wer steht schon auf Fried­höfe in Bild­bän­den? Wir, die Gruf­ties (inter­na­tio­nal auch Gothics genannt) fin­den sol­che Bil­der aus­ge­spro­chen »Rei­se­taug­lich«, jeden­falls viele Men­schen die­ser Szene. Nach­dem in den ers­ten Fra­gen gleich zu Beginn begeg­net sind, widme ich mich nun dem Inhalt.

Fried­höfe beglei­ten mich schon seit der Zeit, als das, was schwarz war noch nicht so hieß wie man es heute nennt, die Fas­zi­na­tion für mor­bide Plätze hat mich seit­dem nicht mehr los­ge­las­sen. Ver­fall, Ver­wit­te­rung und Ver­gan­gen­heit sind die zen­tra­len Ele­mente der ästhe­ti­schen Fas­zi­na­tion. Stun­den­lang könnte ich die Orte der Stille auf­su­chen um sich der Reise ins Ich hin­zu­ge­ben am liebs­ten beglei­tet von Stille oder ent­spre­chen­der Musik. Lei­der war ich man­gels foto­gra­fi­schem Auge bis­lang nie in der Lage, die Ein­drü­cke anspre­chend zu kon­ser­vie­ren. Schön das Rietzsch die Arbeit über­nom­men hat.

Der fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler und Lite­ra­tur­no­bel­preis­trä­ger Ana­tole France schrieb ein­mal den Satz »Das Leben wäre uner­träg­lich, wenn wir nie träum­ten.« der dem Bild­band auch sei­nen Namen ver­leiht. Zitate sind ein zen­tra­les Ele­ment der Foto­gra­fien, die sich durch das Buch zie­hen und über das visu­elle Emp­fin­den hin­aus noch Ein­bli­cke in Asso­zia­ti­ons­fä­hig­keit des Autors geben. Kei­nes scheint zufäl­lig gewählt, ein teil­weise fra­gile Typo­gra­fie baut die Brü­cke zwi­schen Bild und Text. Das ich die­ser Vor­ge­hens­weise grund­sätz­lich ange­tan bin, zeigt sich dem treuen Leser sicher­lich in mei­ner Ohne Worte Reihe in die­sem Blog. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


22 April

Edgar Allan Poe lebt, spricht und schreibt wieder

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Nein, die Sonne hat mir nicht das Gehirn ver­brannt. Edgar Allan Poe lebt! Er stellt regel­mä­ßig neue Gedichte und Geschich­ten bei Youtube ein und über­rascht sogar mit 3D-Videos. Er liest seine Werke vor, ant­wor­tet auf Kom­men­tare und gibt gele­gent­lich Kol­le­gen wie Oskar Wilde oder Goe­the Gele­gen­heit, eben­falls zu Wort zu kom­men. Wie es zu der Wie­der­ge­burt kam, erzählt der Schrift­stel­ler in die­sem Video gleich selber:

Eine wun­der­volle Idee. Die Stimme ist ange­nehm, die Ani­ma­tio­nen sind ange­mes­sen, wenn sie auch mit­un­ter etwas selt­sam wir­ken — ins­be­son­dere das Zwin­kern. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


27 März

Manche Dinge sieht man in der Nacht klarer

Eine beleuchtete Straße in der Dunkelheit

© Niko­laus Geyr­hal­ter Filmproduktion

In Öster­reich wird am 31. März ein Doku­men­tar­film in die Kinos kom­men, der hof­fent­lich auch bald als DVD erhält­lich ist. Er heißt »Abend­land« und wurde von Regis­seur Niko­laus Geyr­hal­ter gedreht.

Der Film ist laut Ankün­di­gung eine asso­zia­tive Reise durch ein nächt­li­ches Europa. Das heißt, die Bil­der wir­ken für sich — ganz ohne erzählte Geschichte:

Pul­sie­rende Dienst­leis­tungs– und Wohl­stands­ge­sell­schaft, Boll­werk der Sicher­heit und Aus­gren­zung, urbane Zivi­li­sa­tion, hedo­nis­ti­scher Ver­gnü­gungs­tem­pel, beflü­gelt und belas­tet zugleich von Geschichte, Tra­di­tion, Hochkultur.

Nacht­ar­beit, Selbst­ver­ges­sen­heit, Lärm und Stille, Sprach­ver­wir­rung und Über­set­zungs­pro­bleme, erste Schritte ins Leben, Krank­heit, Tod und ver­zwei­felte Ver­su­che, Gren­zen zu über­schrei­ten: All dies ent­fal­tet sich durch Geyr­hal­ters Kamera und in Wolf­gang Wider­ho­fers kon­ge­nia­ler Mon­tage zu einem bild­mäch­ti­gen Essay­film über einen Kon­ti­nent und über das Prin­zip “Abend­land”, von dem man manch­mal den Ein­druck gewinnt, es würde lang­sam ver­at­men.

Ich habe den Film natür­lich noch nicht gese­hen, aber zwei Inter­views mit Niko­laus Geyr­hal­ter haben mein Inter­esse geweckt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »