18 Juli

Amphi 2011 - Schwarzer Karneval in Köln

Die möchten nur spielenAls ich ein paar Bekann­ten davon erzählte, dass ich am ver­gan­ge­nen Wochen­ende zum Amphi 2011 nach Köln fah­ren werde, ent­lockte ich ihnen den zyni­schen Kom­men­tar: »Du fährst also zum dei­nem schwar­zen Kar­ne­val nach Köln!«  Ich war bestürzt, ent­rüs­tet und zur Gegen­ar­gu­men­ta­tion bereit. Ich holte tief Luft und bereite mich dar­auf vor, einen län­ge­ren Vor­trag dar­über zu hal­ten, was Klei­dung und Sty­ling für mich bedeu­ten, als ich einen Augen­blick inne hielt und nachdachte.

Hat­ten sie denn wirk­lich Unrecht? Wie viel Wahr­heit schlum­mert in die­ser unbe­dach­ten Bemer­kung über das Fes­ti­val in der Domstadt?

Mit guten Vor­sät­zen und einer opti­mis­ti­schen Grund­hal­tung machte ich mich also auf, mög­li­che Vor­ur­teile aus­zu­räu­men und das Kli­schee des schwar­zen Kar­ne­vals zu ent­kräf­ten. Das diese Mis­sion zum Schei­tern ver­ur­teilt sein sollte, ahnte ich zu die­sem Zeit­punkt noch nicht.

Als ich gemein­sam mit Sabrina am Tanz­brun­nen saß und die fla­nie­ren­den Besu­cher des Fes­ti­vals betrach­tete, stol­per­ten meine Gedan­ken in die Ver­gan­gen­heit. Unwei­ger­lich stellte sich mir die Frage, ob es frü­her mög­lich gewe­sen wäre, dass Leute im wei­ßen Lack-Krankenschwester-Kostüm, Leute mit Wikinger-Mützen aus Stoff, Leute mit Jeck-is-Jut-Shirts, Leute mit neon­far­be­nen Plas­tik­haa­ren, Leute mit Uni­for­men oder Leute mit Schul­ter­dra­chen und Spongebob-Sweatshirts in der Darkwave-Disko auf­ge­taucht wären.

Mit fort­schrei­ten­der Uhr­zeit und stei­gen­dem Alko­hol­pe­gel schloss sich die Frage an, ob es damals schon so war, dass Gruf­ties ihren Müll in die Blu­men­beete schmis­sen, laut gröh­lend die Songs ihrer Bands ver­ulk­ten oder völ­lig besof­fen die Trep­pen run­ter tor­kel­ten. Ist es schon immer so gewe­sen, dass Leute mit Camouflage-Hosen und nack­tem Ober­kör­per durch den Regen stol­zier­ten und leicht beklei­dete Mäd­chen mit Plas­tikrö­cken bar­fuß über den mit Müll über­sä­ten Boden stapf­ten? Den gan­zen Arti­kel lesen… »


13 Juli

Pfingstgeflüster 2011: Weißt du noch, auf dem WGT?

Kategorie: Schwarze Szene4 Kommentare

Ganze Foto­ar­chive von Bil­dern ver­mö­gen es nicht, alle Erin­ne­run­gen an die Pfingst­tage in Leip­zig fest­zu­hal­ten. Auf den Fest­plat­ten vie­ler Besu­cher schlum­mern unbe­nannte, digi­tale Oasen, deren Zuord­nung im Laufe der Jahre immer wei­ter ver­blasst, per­sön­li­che Erleb­nisse wer­den in den Köp­fen abge­legt und schaf­fen nie den Sprung zum reflek­tie­ren­den Wort.

Die Bericht­er­stat­tung in Medien und Zei­tung ebbt ebenso schnell ab, wie sie einst als Flut der Infor­ma­tio­nen die Strände über­spülte und glänzt dabei nicht immer durch den Wil­len, das Tref­fen in sei­ner gan­zen Pracht zu prä­sen­tie­ren. Das Pfingst­ge­flüs­ter möchte diese Lücke fül­len: »Aus dem Wunsch her­aus, das unver­gleich­li­che, wäh­rend der Pfingst­tage in Leip­zig vor­herr­schende Flair für uns und andere län­ger zu bewah­ren und die Schwer­mü­tig­keit zu mil­dern, ent­stand die Idee, einen umfas­sen­den Rück­blick mit groß­for­ma­ti­gen Bil­dern, Stim­men und Stim­mun­gen und Schil­de­run­gen per­sön­li­cher Erleb­nis­sen zu gestal­ten.«

2005 wurde das Pfingst­ge­flüs­ter gebo­ren. Zum nun­mehr sechs­ten mal ver­sucht Mar­cus Rietzsch eben die­ses Gefühl zu kon­ser­vie­ren, indem er in Eigen­re­gie und nur ein paar Wochen nach Ende des Tref­fens, das Maga­zin her­aus­bringt. Ähnlich wie bei vie­len wei­te­ren Publi­ka­tio­nen ist er dabei in der Lage eine Viel­zahl von authen­ti­schen Stim­men ein­zu­fan­gen, die ihre per­sön­li­che und eigene Sicht der Dinge zu Papier bringen.

Am 25. Juli erscheint nun nach viel lei­den­schaft­lich und auf­op­fe­rungs­vol­ler Arbeit das Pfingst­ge­flüs­ter für 2011. In 14 Bei­träge wird ver­sucht, neben einem Blick auf das jüngst ver­gan­gene Tref­fen, auch einen Blick auf 20 Jahre WGT zu wagen um her­aus­zu­fin­den, was aus dem welt­weit größ­ten Tref­fen die­ser Art gewor­den ist. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


12 Juli

Ohne Worte: Der verlorene Stereotyp

Kategorie: Dunkelkunst18 Kommentare

Der Waver Stereotyp

»Der Ste­reo­typ ist ein häu­fig vor­kom­men­des und gleich­blei­ben­des Mus­ter.« Was ist nur aus die­sem Typ gewor­den? Ste­reo, wir ver­mis­sen Dich.

(via Now this is Gothic)


11 Juli

Gothic Friday Juli - Symbol und Sinnbild (Katharina)

Kategorie: Gothic Friday14 Kommentare

Gothic Friday 2011Im Rah­men des Gothic Fri­day, bin wie­der ein­mal sehr froh, eine treue Lese­rin als Teil­neh­me­rin begrü­ßen zu kön­nen. Mit dem Juli-Thema »Sym­bol und Sinn­bild« traf ich bei Katha­rina, die als Aus­zu­bil­dende des Graveur-Berufs eine über­aus aus­ge­prägte Affi­ni­tät für Sym­bole besitzt, genau ins schwarze — wobei die­ses Wort­spiel schon wie­der mehr­deu­tig zu ver­ste­hen ist, ganz ähnlich wie bei der Sym­bo­lik. Katha­rina nutzte ein paar freie Tage um sich Gedan­ken über das Thema zu machen und schickte mit den Bei­trag und alle dazu­ge­hö­ri­gen Bil­der per E-Mail. Ich habe ledig­lich für die Form und den Ein­bau der Bil­der gesorgt.

Der Gothic-Friday fei­ert im übri­gen Berg­fest und wird bald mit der Ver­lo­sung einen klei­nen Höhe­punkt set­zen. Mit der zwei­ten Jah­res­hälfte beginnt dem­nach auch die Zäh­lung der Lose neu, so dass Katha­rina bei­spiels­weise, die glei­chen Chance wie die ande­ren Teil­neh­mer erhält, die sich hof­fent­lich wie­der aus­dau­ernd und zahl­reich ein­fin­den wer­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


9 Juli

Verliebt auf Teufel komm raus! (1)

Verliebt auf Teufel komm raus - TeaserEs konnte eigent­lich nur eine Frage der Zeit sein, bis die Bravo das Theme »Gothic« wie­der ein­mal zum Gegen­stand einer ihren Foto­ge­schich­ten macht. Nach 2002 ersetzte die BRAVO jedoch das ursprüng­lich mehr­tei­lige For­mat, durch einen abge­schlos­se­nen Foto-Love Roman, des­sen Geschichte in ein ein­zel­nes Heft passte, schade eigentlich.

Aus einer bis­her unbe­kannte Aus­gabe stammt der fol­gende Foto-Roman, der unter der Serie »My true Story — BRAVO Leser erzäh­len ihre bewe­gendste Story« den Wahr­heits­ge­halt der Aus­füh­run­gen sug­ge­rie­ren soll. Haupt­dar­stel­le­rin ist Dajana D. (16), die durch einen schwar­zen Man­tel in die Szene gerutscht ist und hat dort Lars ken­nen­ge­lernt hat, in den sie sich ver­liebt hat. Außer­dem spielt der geheim­nis­voll »Faro« noch eine Rolle, der als Meis­ter von ver­bo­te­nen Ritua­len den knis­tern­den Geschmack der Span­nung streuen soll. »Ver­liebt auf Teu­fel komm raus!« bringt dann auch gleich mal wie­der den Teu­fel als Macht der Fins­ter­nis auf den Plan. Grund genug, sie auch diese mal damit auseinanderzusetzen.

»Ich weiß nicht, ob es an die­sem tol­len schwar­zen Man­tel lag, den ich eines Tages ent­deckte und sofort haben musste. Aber als ich ihn zu Hause vorm Spie­gel anzog, war mit plötz­lich klar: Ich wollte anders wer­den — jetzt oder nie!« So einen schwar­zen Man­tel hatte ich auch mal, doch bei dem han­delte es sich offen­sicht­lich nicht um einen Zau­ber­man­tel, der den Ein­stieg in die Gothic-Szene ermög­licht. Das erin­nert mich unfrei­wil­lig an die Szene aus Harry Pot­ter, in der ein spre­chen­der Hut dem Trä­ger sagt zu wel­cher Klasse er gehört. Das Gefühl anders zu sein oder anders sein zu wol­len, tei­len jedoch die meis­ten der schwar­zen Gestal­ten, das lässt sich nicht abstrei­ten. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


7 Juli

Gothic Friday - Symbol und Sinnbild

Kategorie: Gothic Friday4 Kommentare

Nach­dem ich den letz­ten Gothic Fri­day (Kon­zerte) lei­der ver­passt habe, steige ich in die­sem Monat mit dem Thema »Sym­bol und Sinn­bild« wie­der ein.

Vorab muss ich sagen, dass ich kein gro­ßer Fan von Sym­bo­len bin. Die meis­ten sind im Laufe der Jahre — vor allem im Laufe der Kommerz-Szenemode — doch arg zur Deko ohne Hin­ter­grund geworden.

An Weih­nach­ten hängt man Kugeln an den Baum und auf Gothic Fes­ti­vals hängt man sich Pen­ta­gramme um den Hals. Okay, ganz so ein­fach ist es viel­leicht nicht, aber es ten­diert stark in diese Rich­tung. So wirk­lich mag ich daran nicht teil­neh­men und ver­meide Sym­bole bei Schmuck und Klamotten. Bis auf zwei Aus­nah­men! Den gan­zen Arti­kel lesen… »


6 Juli

Ohne Worte: Red Light

Kategorie: Dunkelkunst2 Kommentare

Red Light

Red Light: »Come into this room-Come into this gloom See the Red light rin­sing ano­ther shut­ters­lut win­cing. The sag­ging half-wit sis­ter pretty, pretty pic­ture of an anci­ent nipple shrin­king. That Kodak­w­hore win­king ’til the aper­ture shuts-too much expo­sure.« (Bild: abbyn­ormy | CC-by)


1 Juli

Gothic Friday Juli - Symbol und Sinnbild

Kategorie: Gothic Friday24 Kommentare

Gothic Friday 2011Fle­der­mäuse, Kreuze, Pen­ta­gramme, Runen, Ankhs, Skulls& Bones, Schlan­gen… Okkulte, mys­ti­sche oder reli­giöse  Sym­bole waren immer schon ein wich­ti­ger Bestand­teil der Gothic-Szene. Das Tra­gen die­ser Zei­chen kann das sprich­wört­li­che Spiel mit dem Feuer sein. Sym­bole habe oft meh­rere, unter­schied­li­che Bedeu­tun­gen und meist möchte der Trä­ger damit nur eine Facette ihrer Hin­ter­gründe aus­drü­cken. Oder sie wer­den auch nur aus modi­schem Inter­esse als Acces­soire oder Kör­per­schmuck ange­se­hen. Dabei wird oft eine Sicht­weise oder eine Welt­an­schau­ung  in Form eines Schmuck– oder Klei­dungs­tücks nach außen getra­gen, die mit­un­ter auch rein dem Pro­test oder der Pro­vo­ka­tion dient.

Wie­der andere sind sich der Bedeu­tung der getra­ge­nen Sym­bole viel­leicht gar nicht bewusst? Denn auch eure Klei­dung steckt vol­ler Sinn­bil­der und ist oft mit typi­schen Zei­chen oder Ver­zie­run­gen  ange­rei­chert. Einige von euch haben sogar ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Sym­bol als Täto­wie­rung auf ihrem Kör­per und ver­bin­den damit meist mehr, als man zunächst ver­mu­ten mag.

Der Gothic Fri­day geht wie­der in die Tiefe und möchte im Juli von euch wis­sen, wel­che Sym­bole ihr warum ver­wen­det und wel­che Bedeu­tung sie für euch haben. »Ein Wort oder ein Bild ist sym­bo­lisch, wenn es mehr ent­hält, als man auf den ers­ten Blick erken­nen kann…« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


30 Juni

Gothic Friday Juni - Resümee

Kategorie: Gothic Friday3 Kommentare

eintrittskartenKon­zerte brau­chen Fans. Men­schen, die erwar­tungs­voll vor der Bühne aus­har­ren und dar­auf war­ten ihre Lieb­lings­band, ihr Idol oder auch ihren Schwarm aus dem Dun­kel der Bühne auf­taucht, durch den Nebel ins Licht schrei­tet oder hin­ter dem sich öffnen­den Vor­hang erscheint. Sie genie­ßen es, haut­nah dabei zu sei und die beson­dere Atmo­sphäre zu spü­ren, das Arran­ge­ment der Stü­cke, die Live-Performance der Lie­der und die Dar­bie­tung der Künstler.

Der Gothic Fri­day im Juni, der im Schat­ten des Wave-Gotik-Treffens reifte, fragte nicht ohne Grund nach dem schöns­ten Live-Erlebnis, denn das ver­hilft dem ein oder ande­ren viel­leicht zu einer Neu­ent­de­ckung im noch reich bestück­ten Fes­ti­valsom­mer 2011.

Beson­dere Kon­zerte blei­ben in Erin­ne­rung, sie wer­den ein­ma­lig. Nrsss schreibt:  »Im Dezem­ber des glei­chen Jah­res war ich in Köln bei Com­bichrist. Irgend­wie zeich­nen sich diese Kon­zerte nicht durch die Musik aus. Sie wer­den erst danach zu etwas Ein­ma­li­gem.« — Man­che wür­den für eine ähnli­che Erin­ne­rung ihr letz­tes Hemd ver­schen­ken, wie Tobi­kult bei Björk ein­drucks­voll schreibt: »Ich erin­nere mich, dass ich aus dem Kon­zert ging und zu  mei­ner Freun­din sagte: »Wenn mir ver­spro­chen wird, dass ich ein­mal im Jahr ein sol­ches Kon­zert erle­ben darf, ver­schenke ich dafür meine CD-Sammlung.“ Das Ange­bot mit der CD-Sammlung steht übri­gens nicht mehr! Ich habe aber auch kein ver­gleich­ba­res Kon­zert seit­dem wie­der erlebt.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 Juni

Ohne Worte: Der Wald von Ungemach...

Kategorie: DunkelkunstKeine Kommentare

»Durch einen Wald von Unge­mach
Geht licht ein Glück auf lei­sen Soh­len,
Und tau­send Her­zen geh’n ver­stoh­len
Dem einen klei­nen Glü­cke nach.

Und weil ein jedes sich ver­sprach,
Dem Glück zu wer­den zum Beglei­ter,
So geh’n sie alle wei­ter, wei­ter
Tief in den Wald von — Ungemach …«

Rai­ner Maria Rilke (1875–1926) | Bild: netzanette@flickr.com / CC by-nc