3 August

Ohne Worte: Lovecraft

»Die älteste und stärkste Emo­tion des Men­schen ist Furcht, und die älteste und stärkste Form der Furcht ist die Angst vor dem Unbe­kann­ten. Diese Tat­sa­chen wird kaum ein Psy­cho­loge bestrei­ten, und sie begrün­den ein für alle­mal Echt­heit und Rang der über­na­tür­li­chen Hor­ror­ge­schichte als lite­ra­ri­sche Form.«  — H.P. Love­craft (via This isn’t Hap­pi­ness)


31 Juli

Dorian Gray: Ich werde ewig leben

von Robert ForstKategorie: Schwarze Szene5 Kommentare

Filmplakat zum Film Dorian GrayDorian Gray ist reich und schön und der Traum der ewi­gen Jugend mani­fes­tiert sich in sei­ner Per­son. Sein Geheim­nis ist ein Por­trät, das statt sei­ner altert und in das sich die Spu­ren sei­ner Sün­den und Ver­bre­chen ein­schrei­ben. Wäh­rend Dorian Gray immer noch jung und makel­los erscheint, wird er immer maß­lo­ser und grau­sa­mer. Es ist der ein­zige Roman des iri­schen Schrift­stel­lers Oscar Wilde. Doch Dorian Gray sollte Syn­onym für all das wer­den, was den Zeit­geist um 1890 prägte. Der aus­prägte Hedo­nis­mus im Vik­to­ria­ni­schen Zeit­al­ter, die Deka­denz der eng­li­schen Ober­schicht und als Form von Lebens­hal­tung und Kunst­an­schau­ung unter der Flagge des Ästhetik.

Oscar Wilde selbst sollte das Buch ein paar Jahre spä­ter zum Ver­häng­nis wer­den. Wilde ging für dama­lige Ver­hält­nisse sehr offen mit sei­ner Homo­se­xua­li­tät um und erzürnte so den den Mar­quess von Queens­berry weil er unter ande­rem eine Bezie­hung zu sei­nem Sohn Lord Alfred Dou­glas unter­hielt. Der belei­digte Wilde in der Öffent­lich­keit als »posie­ren­den Homo­se­xu­el­len«, wor­auf­hin der ihn wegen Ver­leum­dung ver­klagte. Doch das Blatt wen­dete sich, Oscar Wilde wurde vom Klä­ger zum Ange­klag­ten. Offen­ba­run­gen aus sei­nem Pri­vat­le­ben wurde vom vor­mals Ange­klag­ten Queens­berry zur Ver­tei­di­gung ein­ge­setzt und  führ­ten letzt­end­lich zu einer Ver­ur­tei­lung wegen Unzucht.

Homo­se­xua­li­tät war im vik­to­ria­ni­schen Groß­bri­tan­nien nicht ver­pönt, son­dern sexu­el­len Hand­lun­gen zwi­schen Män­nern sogar unter Strafe gestellt was dazu führte, das der gebrand­markte Homo­se­xu­elle Oscar Wilde, der im Pro­zess genau wegen die­ser Unzucht ver­ur­teilt wurde zur unfrei­wil­li­gen Ikone einer Bewe­gung mutierte und der den Ste­reo­typ des homo­se­xu­el­len Man­nes nach­hal­tig prägte. Ein fei­ner eng­li­scher Humor, Wort­ge­wandt­heit, Lei­den­schaft für Ästhe­tik in Klei­dung und Innen­ein­rich­tung sowie eine exzen­tri­sche Per­sön­lich­keit sollte zm Beweis der Homo­se­xua­li­tät wer­den. Män­ner in Eng­land, die genau so leb­ten, wurde als »Oscar« beschimpft. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


30 Juli

"Ein Leben für den Tod" - Bravo-Artikel zwischen Halbwahrheiten und Polemik

Teu­fels­zei­chen? Böse sata­ni­sche Kräfte? Mit dem Pen­del den Geist der Oma beschwö­ren? Was sich nach Kli­schees der Boulevard-Presse der spä­ten 80er klingt fin­det sich auch 2003 immer noch in den Maga­zi­nen und Jugend­zeit­schrif­ten. Im Report »Ein Leben für den Tod« berich­tet die Bravo über die 18 Jahre alte Mela­nie aus Mün­chen auf eine recht unge­wöhn­li­che Weise, denn alles an ihr hat mit dem Teu­fel zu tun, sollte man mei­nen. Auf dem Titel­bild steht neben ihrem Foto: »„Fried­höfe sind doch nur Kom­post­hau­fen für Men­schen”, sagt Mela­nie und zeigt das Teu­fels­zei­chen. Die bei­den Fin­ger sym­bo­li­sie­ren die Hör­ner Satans.« Die betont fins­tere Miene und die Grab­steine im Hin­ter­grund tun ihr übriges.

Ich muss schmun­zeln, alles wirkt so dar­ge­stellt, so unecht und so lächer­lich — aber es bleibt auch eine unter­schwel­lige Trau­rig­keit zurück wenn man sich vor Augen führt wel­che Wir­kung ein sol­cher Arti­kel auf eine bei­spiels­weise 13 Jahre alte Lese­rin haben könnte. Auch bei Nicht-Interesse erin­nert die Auf­ma­chung des Arti­kels an beste Boulevard-Manier: Scho­cken, den Blick fes­seln, neu­gie­rig machen, Inter­esse wecken um dann im Inhalt zu rela­ti­vie­ren. Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen feh­len völ­lig, ver­meint­li­ches Wis­sen über Sym­bole und Zei­chen sind an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen. Ich finde es sehr ent­täu­schend das sich eine Jugend­zeit­schrift auch 2003 noch auf ein sol­ches Niveau her­un­ter­las­sen muss.

Dabei ist der ver­mut­lich jugend­li­che Leser in eine Polemik-Falle getappt. Die erste Seite lockt: »Ein Leben für den Tod«, Satans­zei­chen, böse Bli­cke — der Span­nungs­bo­gen wird gezo­gen, man wird neu­gie­rig wie es wei­ter­geht, denn man fragt sich: »Wie bitte? Ich dachte Gothic hätte nichts mit Satan zu tun?« Schnell blät­tert man um und lässt sei­nen Blick über die klei­ne­ren Bil­der des Arti­kels schwei­fen: »Mela­nie zeigt ihr Pen­ta­gramm — ein sata­ni­sches Sie­gel«, dabei wis­sen wir doch, das Pen­ta­gramm ist ein Schutz­zei­chen gegen das Böse und kein sata­ni­sches Sie­gel. Ein Bild von ihren Stie­feln soll den Ein­druck fes­ti­gen: »Mela­nies Stie­fel: das Zei­chen des Teu­fels!« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


28 Juli

Ohne Worte: Ich möchte glauben

»Zu glau­ben ist schwer, nichts zu glau­ben ist unmög­lich.« Sagte ein gewis­ser Vic­tor Hugo (franz. Schrift­stel­ler). Eigent­lich han­delt es sich um ein Film­pla­kat des 1959 gedreh­ten Films Plan 9 from Outer Space von Todd Sla­ter mit dem famo­sen Bela Lugosi in der Hauptrolle.


26 Juli

Ohne Worte: Katatonie


»Kata­to­nie in Form der Katalep­sie bezeich­net einen Zustand, in dem aktiv oder pas­siv ein­ge­nom­mene Kör­per­hal­tun­gen über­mä­ßig lange bei­be­hal­ten wer­den.« -  Aus dem Buch The Dead von Jack Bur­man, das Magenta­ma­ga­zine schreibt dazu: »Next month, the Magenta Foun­da­tion will publish its third mono­graph focu­sing on the work of a sin­gle pho­to­gra­pher. The Dead, by Jack Bur­man, will fea­ture 50 colour pla­tes of his chal­len­ging and vis­ce­ral, yet finely obser­ved and striking, images of the pre­ser­ved remains of men and women dating from the 16th Cen­tury to the pre­sent day.«


24 Juli

Grufties aus Solingen in der Sendung "Menschen 1993"

Vor­ur­teile sind da, um aus­ge­räumt zu wer­den. Als ich das Video »Men­schen 93″ aus der Sen­dung Schau­fens­ter ent­deckte, bin ich grund­sätz­lich vom schlech­ten aus­ge­gan­gen, denn die Medien die­ser Zeit nicht nicht gerade berühmt für eine dif­fe­ren­zierte und objek­tive Bericht­er­stat­tung.  Eine nega­tive Her­an­ge­hens­weise zeugt zwar nicht von grund­sätz­li­chem Opti­mis­mus, schützt aber davor ent­täuscht zu wer­den und lässt die Freude beim Gegen­teil wach­sen. In der Anmo­de­ra­tion heißt es: »[…] Wir blei­ben unter Men­schen. Men­schen 93. Ges­tern waren wir noch zu Gast beim Gra­fen und sahen die Buchen­scheite im Kamin bren­nen, heute tau­chen wir in eine ganz andere Sze­ne­rie. Junge Leute die nicht so aus­se­hen, als hät­ten sie den Tag zum Freund: Gruf­ties, dunkle Gestal­ten. Alles Quatsch, ganz nor­male Jugend­li­che die sagen was ihnen wich­tig ist im Leben und was nicht.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


23 Juli

San Diego Comic Con 2010

Die zur Zeit größte Comi­c­messe der Welt, die Comic Con geht an die­sem Wochen­ende in eine neue Runde. Mit rund 126.000 Besu­cher macht sie San Diego zu einem Wall­fahrts­ort für Comic­fans, Geeks, Nerds und Cosplayer aus aller Her­ren Län­der, bereits im Okto­ber 2009 waren alle Kar­ten für die Eröff­nungs­ver­an­stal­tung aus­ver­kauft, im März 2010 waren alle Ein­tritts­kar­ten für das Tref­fen bereits ver­grif­fen. Im Gegen­satz zu rein kom­mer­zi­el­len Tref­fen die­ser Art wie bei­spiels­weise der Comic Mar­ket in Japan, steht in San Diego der Con­ven­tion und Treffen-Gedanke im Vordergrund.

Con­ven­ti­ons sind ein Stück Kul­tur gewor­den, bei sich Men­schen mit glei­chen Inter­es­sen tref­fen, aus­tau­schen und ihrer Lei­den­schaft nach­ge­hen. Vor allem in der Fantasy-, Rollenspieler-, Comic-, und Coy­play­welt sind diese Con­ven­tion ein zen­tra­ler Sam­mel­punkt für die ent­spre­chen­den dazu­ge­hö­ri­gen Sze­nen, da es hier für viele um mehr geht, als das sam­meln von Figu­ren, Kar­ten und Hef­ten. Enthu­si­as­ten machen die Lei­den­schaft zu einem Bereich der Fantasy-Welt zur Frei­zeit­fül­len­den Lebens-Maxime und sind auch über sol­che Ver­an­stal­tun­gen hin­aus bei Liverol­len­spie­lern, Fan­tasy­grup­pen oder Spiel­er­ge­mein­schaf­ten aktiv Den gan­zen Arti­kel lesen… »


21 Juli

Ohne Worte: Goth als Werbeträger

Vodka Vamps
»The late 1990’s Goth cul­ture, pas­ti­ched as part of an award-winning cam­paign pro­mo­ting Smirn­off vodka. (In true undead style the coo­lest Goth chick casts no reflec­tion.)« aus dem Buch Goth Chic von Gavin Bad­de­ley, muss man nicht gele­sen haben. Neu­lich dis­ku­tier­ten wir das Thema Kom­mer­zia­li­sie­rung, diese Kam­pa­gne ist ein dras­ti­sches sowie umge­kehr­tes Bei­spiel. (via Gothic Tea Society)


16 Juli

Ohne Worte: Gott ist tot

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst9 Kommentare

»Nie­mand bemerkt das Gott tot ist, bis ein Rudel wil­der Hunde nach dem Ver­zehr einer Dinka Frau, in der Gott wohnte, begin­nen zu spre­chen.« — Frei über­setzt nach einem Text aus dem Buch God is Dead von Ron Cur­rie Jr. (via Ama­zon)


11 Juli

Ohne Worte: Todessehnsucht wird überbewertet

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst8 Kommentare

Todes­sehn­sucht wird über­be­wer­tet. Das innige Ver­la­gen nach dem was man liebt oder begehrt ist zuwei­len ver­bun­den mit dem schmerz­haf­ten Gefühl, das Ver­lan­gen nicht befrie­di­gen zu kön­nen. Der Tod ist jedoch das Ende der Sehn­sucht ohne die Aus­sicht das Ver­lan­gen jemals stil­len zu kön­nen. Sollte man sich nach etwas seh­nen, was der Tod der Sehn­sucht selbst ist? (via This isn’t hap­pi­ness)