26 März

10 Thesen über das Gothic-Dasein

von Robert ForstKategorie: Hintergründe52 Kommentare

10 Gothic ThesenEs war einmal. Vor rund 500 Jahren nagelte ein rebellischer Theologe ein paar Zettel an eine wehrlose Tür im beschaulichen Wittenberg und präsentierte seine 95 Thesen, mit denen er die christliche Kirche reformieren sollte. Jedenfalls hat er es versucht. Martin Luther sorgte mit seinem Wunsch nach Veränderung für eine neue Form des christlichen Glaubens, nicht für eine Veränderung der Kirche. Ganz so große Ansprüche habe ich nicht. Ich möchte jedoch etwas fortführen, was in unzähligen Beiträgen und Kommentaren schon seit gefühlten Ewigkeiten diskutiert wird. Das Beispiel Luthers ist nur Sinnbild für einen Veränderungsprozess, der in den Köpfen vieler Menschen stattfinden muss. Es braucht Zeit, bis Gewohnheiten, Rituale und gefühlte Sicherheiten aufgebrochen werden können und meist ist das ein schleichender Prozess, der von vielen nicht wahrgenommen wird. Doch was hat das mit “Gothic” zu tun?

Vor einiger Zeit titelte Sabrina in einem Artikel “Gothic – Kein Ziel und keine Richtung?” und sorgte damit  für die erneute Diskussion der Fragen, was Gothic nun ist und ob wir uns nicht über gemeinsame Ziele und Sichtweisen definieren sollten. Es gibt kein abschließendes Fazit, kein Ergebnis, keine Handlungsanweisung, nur eine Reihe von vagen Wünschen und Vorstellungen, wie man eine Szene, die einen wichtigen Teil des Lebens eingenommen hat, verändern, gestalten oder gar reformieren könnte. Ich möchte an dieser Stelle zehn Thesen aufstellen, wie Gothic ist, war und sein kann. Zehn nicht recherchierte Behauptungen, die sich zusammenhanglos zwischen Oberflächlichkeit und Tiefgang bewegen. Zehnmal die Möglichkeit, beizupflichten, nachzudenken und umzusetzen. Zehnmal die Möglichkeit, mich zu verurteilen, anderer Meinung zu sein oder zu meckern.
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12 Oktober

TV-Tipp: Gothic Night auf ARTE am 3. November

I goth my WorldFernsehen ist nicht nur sinnentleert, vor allem dann, wenn die privaten Sender konsequent meidet. Die öffentlich-rechtlichen kommen gelegentlich ihrem Bildungsauftrag nach und einige Spartenkanäle bieten durchaus ein interessantes Programm. So zeigt ARTE zum Beispiel am Samstag, den 3. November 2012 ab 22.55 die Gothic Night und hat dazu drei sehr interessanten Dokumentationen eine Plattform eingeräumt und feiert damit das dreißig-jährigen Jubiläum dieser Subkultur. Beginnend mit einer Dokumentation über Joy Division, die als einer der wichtigsten Bands der Post-Punk-Szene gelten, geht man zu den Wurzeln der Gothic-Bewegung. In ihrer Form der der Musik manifestiert sich vermutlich das, was später als inhaltliche Grundlage für eine ganze Szene gelten sollte.

Besonderes Highlight ist die Web-Dokumentation I Goth my World, die “die Geschichte der Gothic-Bewegung anhand der Porträts von drei Generationen” darstellt. Zu guter letzt beschäftigt man sich mit der Phänomen Horror und fragt: “Wie konnten Grauen und Horror von einer Randerscheinung zur Massenattraktion avancieren?“, das zwar nur am Rande mit der Szene zu tun hat, aber sicherlich auch interessant werden dürfte und vielleicht die Frage klärt, warum in aller Welt immer mehr blutverschmierte Gestalten auf einschlägigen Fesitvals herumlaufen. Den ganzen Artikel lesen… »


21 September

Videokommentar: Waver, Punks und Popper im München der 80er

Screenshot des Youtube VideosJeder soll doch so rumlaufen dürfen, wie er will. Das ist doch Demokratie.” München, irgendwann in den 80ern. Ein Gruppe junger Menschen, denen man heute einen subkulturellen Hintergrund zuschreiben würde, stehen irgendwo an einem öffentlichen Platz und werden interviewt. Waver, Punks und Popper äußern sich zu Modezwang, Problembewältigung, Anpassung und Meinungsbildung. Carla, die Schockfriseuse, ist glaube ich mit von der Partie. Ein Blick in die Vergangenheit ist immer auch entmystifizierend, reinigend und aufklärend. Keine hohlen Plattitüden über Todessehnsucht, Atomkrieg, Satanismus oder gesellschaftlicher Abkehr. Vielmehr geht es um die Möglichkeit, den eigenen Weg zu finden:  ”Das ist wichtig für mich selbst. Ich hab’ vorher Probleme gehabt und bin mit mir selber nicht klargekommen. Eben dadurch, dass ich mich jetzt so verändert habe, fühle ich mich jetzt einfach wohler, ich kann nicht anders. Normal rumzulaufen macht mich fertig, ich brauch das einfach für mich selber.” Jugendliche Welten zwischen Vorurteilen und Anpassung und einem klaren Blick für die Realität. “Du muss einfach ein bisschen rückstecken  [...] weil sonst ziehst du den kürzeren.” – “Wenn ich eine Lehrstelle haben will, muss ich mich auch natürlich ein bisschen unterdrücken lassen.Den ganzen Artikel lesen… »


27 August

Artikelsammlung: Nazi-Ästhetik, Uniformen und rechte Unterwanderung

von Robert ForstKategorie: HintergründeKommentare deaktiviert

Die Festivalsaison neigt sich dem Ende zu. Neben den vielen schönen Erinnerungen und den unvergesslichen Eindrücken bleiben auch Bilder im Kopf zurück, die für viele gar nicht in das Bild einer friedlichen schwarzen Szene passen. Outfits, die einer Nazi-Uniform zum verwechseln ähnlichen sehen und merkwürdige Symbolik mit unbekannter Bedeutung. Bands die sich auf der Bühne militärisch präsentieren, mit historischen Samples provozieren und aufgeladene Symbole bei der Gestaltung von Covern und Bandlogos verwenden.

Nazi-Ästhetik und rechte Unterwanderung sind ein heikles Thema, dass immer wieder aufflammt weil immer noch nicht zu erkennen ist, was mancher Besucher mit seiner Kleidung auszudrücken versucht und was Bands mit ihrer Musik transportieren wollen. Bei Spontis wird und wurde schon mehrfach über das Thema geschrieben und diskutiert, wer mehr erfahren möchte, ist eingeladen sich zu beteiligen. Auch Deine Meinung interessiert uns! Den ganzen Artikel lesen… »


1 August

Uniformen in der Szene – Zwischen Provokation, Fetisch und Dummheit

Uniformierte auf dem WGTEs wirkt verstörend, unpassend und regt auf: Die in Uniformen gekleideten Menschen, die auch auf diesjährigen Festivals das Bild nachhaltig prägen. Da werden Mäntel und Jacken mit militärischen Rangabzeichen, Militärmützen, Stiefeln und Gürteln zu einem undurchsichtigen Stil gemischt und ganze Uniformen erwecken den Anschein, dass man auf einer militärischen Parade gelandet ist. Manche Uniformen sehen denen des dritten Reichs sogar zum Verwechseln ähnlich, oder sind tatsächlich Originale mit nur notdürftig abgedeckten Details. An den Ständen von X-tra-X warten unzählige uniform-ähnliche Bekleidungsstücke auf kaufwillige Kunden und Military-Shops gehören mittlerweile zum festen Bestandteil des kommerziellen Szeneangebots. Zahlreiche Bands und Musiker nutzen Uniformen und militärisches Auftreten, um sich und ihre Musik auf der Bühne zu präsentieren. Man wird das Gefühl nicht los, dass man vor der Bühne dieses Vorbild aufgreift und zum modischen Stil degradiert oder Soldaten-Kleidung als Kostüm benutzt, ohne sich mit den Hintergründen zu beschäftigen.

Warum also eine Uniform? Ist das Teil einer gewollten Provokation, das Ausleben einer sexuellen Neigung, die Nachahmung des Stils seiner Lieblingsband, Spieglung einer inneren Einstellung oder schlicht und einfach Dummheit? Ich versuche  Quellen, Hintergründe und mögliche Vorbilder darzustellen, die für den neuen Trend verantwortlich sein könnten und ich will einen Anreiz geben, darüber zu diskutieren. Einige Leser haben mir bereits eine E-Mail geschickt, in der sie ihre Bedenken und Ängste gegenüber dieser Form der Verkleidung äußern. Es geht in diesem Artikel nicht um eine rechte Unterwanderung der Szene! Das ist ein Thema, das losgelöst von der Uniform-Ästhetik präsent ist und sich nicht nur durch eine faschistoide Ästhetik manifestiert. Dazu wird es, ebenfalls durch den Vorschlag eines Lesers, einen weitere Artikel geben, der sich auch mit fragwürdigen Inhalten auseinandersetzt und sich auf diesen Artikel und seine hoffentlich entstehende Diskussion stützt. Den ganzen Artikel lesen… »


30 April

Walpurgisnacht – Eine kleine Geschichte über Hexen, Bier und Maibäume

von Robert ForstKategorie: Hintergründe1 Kommentar

Hextentanz - Ein Wandgemälde von Hermann Hendrich

Spätestens seit den Hörspielen mit Bibi Blocksberg sind Hexen keine ernst zu nehmende Gefahr für die Menschheit. Schon unseren Eltern vermittelte man mit “Verliebt in eine Hexe” Anfang der 60er Jahre ein ganz anderes Bild der Besenreiterinnen und brachte die Begriffe “Ehefrau” und “Hexe” in einen ganz neuen Zusammenhang. Spätere Versuche, den Hexen wieder einen finsteren Hauch zu verpassen, scheiterten mit Filmen wie “Die Hexen von Eastwick” und wurden durch Serien wie “Charmed – Zauberhafte Hexen” vollends zunichte gemacht.

Vor rund 400 Jahren war das anders. Vermeintliche Hexen wurden verfolgt, verhört und zum Tode verurteilt, weil sie sich auf nahe gelegenen Bergen trafen, um dort gemeinsam die Nacht zum 1.Mai zu zelebrieren. Dass es sich beim Blocksberg ausschließlich um den Brocken im Harz handelt, ist im übrigen ein Mythos, im Grunde eignete sich jeder nahe gelegene Berg, um als Treffpunkt für mittelalterliche Hexen zu dienen.

Dabei ging es bei der Walpurgisnacht um nichts anderes als “ein biß­chen Diebs­ge­lüst, ein biß­chen Ram­me­lei”, also um Lebenslust und Freude mit Beltane und Walburga. Fraglich, ob damals jemand beim Feiern an die Kelten dachte,  die angeblich rituelle Liebesakte auf ihren Äckern durchführten, um ihre Fruchtbarkeit auf den Erdboden zu übertragen. Freude, Schweinskram und heidnische Feste waren der Kirche natürlich ein Dorn im Auge. Damals wurden die Hexen verbrannt, was heute natürlich nicht mehr so einfach funktioniert, dafür beeinflusst man unser Hexenbild mit einfallslosen Fernsehserien. Wie gemein. Den ganzen Artikel lesen… »


12 April

Kunst, Kultur oder Szene? – Die Vielfalt des Steampunk

von Robert ForstKategorie: Hintergründe16 Kommentare
Steampunk G.D. Falksen

©Tyrus Flinn / CC by-sa

Erst neulich beschäftigte ich mich mit dem Phänomen Steampunk. Bei einer Recherche zu einem Artikel stellte ich fest, dass sich viele Quellen nicht einig sind, als was man Steampunk denn nun betrachten könnte. Kultur? Szene? Kunst? Trotz kontroverser Diskussion konnte ich mir kein Bild machen, womöglich weil ich nicht Teil der Szene bin. Was liegt da näher, als jemanden zu Wort kommen zu lassen, der sich selbst als Teil der Szene betrachtet? Ich bin froh, dass sich Andrea Kerlen, die mich bereits auf das Steampunk-Festival Aethercircus aufmerksam machte, bereit erklärt hat, einen Gastbeitrag zu verfassen, um das Phänomen aus ihrer Sicht zu beleuchten. Ihren Text habe ich ungekürzt übernommen, mit Links angereichert und Bildern verfeinert.

Die Vielfalt des Steampunk

Was Steampunk genau ist und wie man ihn definieren könnte, darüber diskutieren selbst eingefleischte Steampunks gern. Ist es eine Szene, eine Subkultur, ein Lebensgefühl, ein Hobby oder einfach eine besondere Kunstform? Geht man von streng soziologischen Gesichtspunkten aus, wie sie beispielsweise bei Wikipedia nachgelesen werden können, handelt es sich bei Steampunk hierzulande nicht um eine Subkultur, sondern eine Szene – denn für eine Subkultur mit festen Merkmalen ist die Gemeinde der Steampunkfans zumindest im deutschsprachigen Raum wohl zu klein und vielfältig, zumal sich fast jeder gern seinen eigenen Steampunk zurecht „bastelt“.

So ist es nicht verwunderlich, dass es keine festen Regeln oder Ansichten gibt, was Steampunk ist oder sein soll, die Szene ist sehr offen und diskutiert gern in Online-Foren und Steampunk Communities.

Bei einer solchen Diskussion im Social Network „Rauchersalon“ wurden kürzlich übrig sehr viele unterschiedliche Meinungen sichtbar, was denn Steampunk sei. Einer der Mitglieder des Forums wies schließlich darauf hin, dass die Amerikaner und Briten das Thema etwas lockerer sähen als die Europäer. Gerade in Amerika seien die Begriffe “Steampunk Scene” und „Steampunk Subculture” durchaus vertreten und würden austauschbar verwendet.

Ich möchte mir an dieser Stelle daher kein Urteil anmaßen, wie man den Steampunk einordnen sollte und möchte stattdessen lieber auf seine vielfältigen Ausprägungen eingehen. Den ganzen Artikel lesen… »


19 März

Informationen, Links und Literatur zu den Szenewurzeln der schwarzen Subkultur

Bild vom Abney Park LondonWie war das denn einmal? Also früher jetzt? Von einer Leserin erreichte mich über das Kontaktformular die Frage, ob ich Literatur- oder Linkvorschläge hätte, um mehr über die Szeneanfänge zu erfahren. Als “Szenefrischling”, wie sie sich selbst bezeichnet, hätte man es nicht leicht, die Wurzeln der Szene freizulegen.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu und möchte gleich vorausschicken, dass selbst alte “Szenehasen”, Autoren von einschlägiger Literatur und Betreiber von Internetseiten nicht einig darüber sind, wo die Wurzeln dieser “Szene” liegen. Sicher, Ende der 70er Jahre begann es mit der Musik. Was folgte waren die Fans der Musik, die sich anders kleideten und anders dachten. Sie begründeten damit nicht nur eine modische Szene voller Provokation, sondern auch eine Subkultur mit eigenen Inhalten, Interessen und Leidenschaft.

Was sich daraus entwickelte, ist nur schwer zu greifen. Nach und nach erachteten Zeitschriften die Mode und die jungen Anhänger einschlägiger Bands als interessant genug, um darüber zu schreiben. Die Szene wuchs, wurde als Markt entdeckt und als Aufhänger der unterschiedlichsten Vorurteile. Doch als man Ende der 80er den Tod der Szene prognostizierte, geschah etwas sehr seltsames, denn die Totgesagte lebte weiter. Vom Fall der Mauer bereichert, entwickelte man ein reges Eigenleben. Neue Bands, neue Musikrichtungen, neue Magazinen, neue Inhalte und gemeinsame Festivals traten auf den Plan. Sie sind heute immer noch die Grundlage gemeinsamer Identifikation und gleichzeitig auch Motor der Ausdifferenzierung.

Wer sich heute als Szenefrischling sieht und darüber hinaus etwas über die Vergangenheit erfahren möchte, trifft auf unerwartete Widerstände und eine ausgesprochene Vielfalt. Gäbe es einen ultimativen Szenerückblick, würde es nicht lange dauern, bis ein anderer Rückblick kommt, der etwas ganz anderes behauptet. Ganz falsch sind beide nicht, aber auch nicht ganz richtig.

Das wichtigste, was ich Einsteigern und Interessierten mit auf den Weg geben möchte, ist sich seine eigene Meinung zu bilden. Daran führt kein Weg vorbei. Es ist mühsam, schwierig und komplex, keine Frage. Und dennoch ist es unheimlich bereichernd zu erkennen, dass da mehr ist als Musik und Klamotten. Im folgenden Artikel sind ein paar Tipps, die ich persönlich für relevant halte und die Grundlage meiner Sichtweise sind. Ich bitte jeden Leser ihn durch eigene Informationen und Link- sowie Literaturtipps zu erweitern. Den ganzen Artikel lesen… »


25 August

Zeit ist käuflich: Die Dr. Martens “Broken In” Kollektion

Szeneveteranen wissen: Ein Blick auf die Martens verrät etwas über den Erfahrungsschatz des Trägers. Neu, frisch und ungetragen? Nein, so dürfen waschechte Martens einfach nicht aussehen. Leute, die ein solches paar anhaben, werden kritisch beäugt und schnell als Mitläufer oder Modeopfer abgestempelt. Die Laufstege in den Modemetropolen machen es schließlich vor: Ehemalige Arbeiterstiefel sind angesagt, wer trendy und cool sein möchte, trägt welche, setzt sie noch mit engen Röhrenhosen oder Leggings in Szene und stolziert damit über die 5th Avenue um bei Tiffanys noch Schmuck zu kaufen. Sie versprühen den Hauch Underground den sich die breite Masse wünscht, werden assoziiert mit den 80ern oder einzelnen Musikrichtungen oder Jugendszenen. Martens sind Status-Symbole für ein vermeintliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Kernsanierte Altbauwohnungen in angesagten, ehemals verrufenen Stadtteilen können ähnlichen Zwecken dienen.

Menschen, deren Martens so aussehen wie seit Jahren getragen, die verschlissen sind und voller Narben und Abschürfungen, sind Veteranen. “These Boots are made for walking, and that’s just what they’ll do. One of these Days these Boots are gonna walk all over you.” (Videoboots) Was dieses Paar Schuhe alles erlebt haben muss! Wilde Konzerte in viel zu engen Clubs mit Bands, die damals keiner kannte und heute weltberühmt sind. Stundenlange Tanzexzesse in den Dicotheken dieser Welt, von denen die meisten heute geschlossen sind und später zu Legenden wurden. Unzählige Schritte durch ferne Länder und Städte durch Staub, Matsch, Wasser und Schnee. Ja, wer ein solches paar Martens trägt, der hat was zu erzählen, seine Schuhe haben etwas zu erzählen. Den ganzen Artikel lesen… »


6 Juni

Die Flugsalben der Hexen

von Steffi ReddigKategorie: Hintergründe9 Kommentare
Hans Baldung (gen. Grien) Gemälde von Hexen 1508

Gemälde von H. Baldung, 1508

Während der Zeit der Hexenverfolgungen galt ein besonderer Augenmerk den sogenannten Flugsalben der Hexen. Dieser Glaube an die Möglichkeit nächtlicher Luftfahrten ist ein uralter Aberglaube vieler Völker: Wodans Heer brauste in den Rauchnächten über die Felder;  Diana, Hera oder Herodias inszenierten nächtliche Ausfahrten durch die Lüfte, usw.

Was beinhalteten/bewirkten denn nun diese Salben, wie wurden sie angewendet und warum? Ich möchte Euch mitnehmen in ein trauriges und gleichzeitig spannendes (wie ich finde) Kapitel unserer Geschichte, wobei dieser Artikel nur einen kleinen Auszug darstellen kann … alles hier aufzuschreiben würde den Rahmen sprengen.

Das “Warum” ist relativ einfach zu erklären … die angeprangerten Luftfahrten der Hexen waren nichts anderes als sogen.” Traumreisen” oder “Rauscherfahrungen” hervorgerufen durch die halluzinogenen Inhaltsstoffe der Salben und ermöglichten den Frauen damals den alles andere als angenehmen und einfachen Alltag zu entfliehen und unausgelebte Träume sozusagen zu realisieren. Man könnte sagen die Salben waren das Genussmittel der armen Leute.

Das “Wie” geschah eben durch Salbung bestimmter Körperstellen, z.B. Rektal, Vaginal, Achselhöhlen, Kniekehlen, etc. … wobei die Wirkung durch die Haut die Salbe feiner abgestimmt werden konnte als ein vergleichbarer Trank, was im Interesse der Nutzer war um durch die Inhaltsstoffe der Salben auch wieder aufzuwachen und nicht zu Tode zu kommen. Den ganzen Artikel lesen… »