27 Juni

Geschlechterverwischen - Provokation oder Lebensgefühl?

Spontis Thema

Lance Bass in Goth MakeupMann oder Frau? Allein die Frage impli­ziert schon, das es sich hier­bei nicht um das erwar­tete han­delt. Unter der Über­schrift „Lance Bass in Goth Makeup” löst das Rät­sel, denn es han­delt sich um den ehe­ma­li­gen N’Sync Sän­ger Lance Bass, der die Bil­der von Mike Ruiz ablich­ten lies. Ob es ihm dabei expli­zit um das ver­wi­schen der äußer­li­chen Gren­zen zwi­schen Mann und Frau ging oder die Ver­kör­pe­rung eines Goth ging, las­sen wir ein­mal dahin­ge­stellt. Geschlech­ter­ver­wi­schen, was soll das eigent­lich? Die Dis­kus­sion aus mei­nem Arti­kel Jetzt schmin­ken sich auch unse­res Jungs möchte ich hier noch­mal aufgreifen.

Beschäf­tigt man sich mit dem ver­wi­schen der Geschlech­ter und durch­forscht das Netz nach ein­schlä­gi­gen Quel­len, so spinnt sich ein dich­tes Netz aus Ein­flüs­sen und Ver­bin­dun­gen, die eng mit den Eman­zi­pa­ti­ons­be­stre­bun­gen der Frau im 18.  und 19. Jahr­hun­dert ver­bun­den zu sein scheint. Zu die­ser Zeit brach­ten es Frauen zu ers­ten Schrift­stel­le­ri­schen Erfol­gen, wie bei­spiels­weise Mary Shel­ley mit ihrem legen­dä­ren Werk Fran­ken­stein, deren Mut­ter Mary Wolls­tone­craft grund­le­gende Werke der bri­ti­schen Frau­en­rechts­be­we­gung  ver­fasste1.

Blei­ben wir an der Ober­flä­che der The­ma­tik und erstel­len erste The­sen. Das ver­wi­schen der Geschlech­ter ging von der Frau aus, die immer schon unter der Bevor­tei­lung des Man­nes zu lei­den hatte und seit je her für Gleich­be­rech­ti­gung kämpft. „Sport hielt man bis in die Sech­zi­ger­jahre nur für junge Män­ner geeig­net, da sie dort ihre über­schüs­sige Ener­gie los­wer­den und gleich­zei­tig ihre Lehr­fä­hig­keit stär­ken konn­ten. Frauen dage­gen durf­ten kei­nen Kilo­me­ter ren­nen, weil es, so glaubte man, ihre Gebär­fä­hig­keit beein­träch­ti­gen könnte.2 Nur ein Bei­spiel das deut­lich macht, das es sich beim Geschlech­ter­ver­wi­schen im his­to­ri­schen Sinne eher um die neue Ver­tei­lung der Geschlech­ter­rol­len han­delte.  Was hat das nun alles mit der Gothic-Szene zu tun? Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. vgl. auch: Schrift­stel­le­rin­nen der Roman­tik, Bar­bara Becker-Cantarino, erschie­nen 2000 Ver­lag C.H. Beck Mün­chen []
  2. Quelle: Die Frei­zeit nehm ich mir, Arti­kel auf annabelle.ch aus der Rubrik Psy­cho­lo­gie []

7 Juni

Die Sonne brennt heiß: Mein kleines WGT Tagebuch (2)

Spontis Thema

Gebäude des MDRSams­tag, 22. Mai 2010: Die Nacht war viel zu kurz, aber Früh­stück gibt es nur bis 10 Uhr. Das Bild von ver­schla­fe­nen Gruf­ties die schwarz geklei­det durch den Früh­stücks­raum schlur­fen ent­schä­digt für die Ent­beh­run­gen der Nacht. Heute werde ich ein zwei Inter­views durch­füh­ren und bin schon ent­spre­chend auf­ge­regt und ver­su­che mich noch ein­mal the­ma­tisch vor­zu­be­rei­ten. Wir fah­ren erst mal ins Zen­trum, wol­len die Moritz­bas­tei besu­chen und uns unter die Leip­zi­ger Bevöl­ke­rung mischen um die Sehens­wür­dig­kei­ten der Stadt zu besu­chen. Ein tol­les Bild, über­all gibt es schwarze Ansamm­lun­gen die das Stadt­bild ent­schie­den beein­flus­sen. Offen­bar ver­wirrt zei­gen sich andere Besu­cher von Leip­zig, sind aber nicht scheu die fremde und schwarz geklei­de­ten Men­schen in ihre Stadt­be­sich­ti­gung mit einzubeziehen.

Hätte ich doch eine Kopf­be­de­ckung mit­ge­nom­men, es ist noch nicht ganz Mit­tag und ich spüre schon wie sich mein Kopf bedenk­lich erhitzt. Pünkt­lich treffe ich auf Guld­han mit dem ich mich in die Innen­stadt setze um beim freund­li­chen Inder zum Inter­view ein Was­ser zu ver­zeh­ren, sehr span­nend vir­tu­elle Bekannt­schaf­ten mit reel­len Ein­drü­cken zu ver­knüp­fen. Es ist Mit­tag, das rie­sige Gebäude des mdr spen­det auch kei­nen Schat­ten, wir ver­zie­hen uns in den Kel­ler der Bas­tei um ein paar kalte Getränke zu uns zu neh­men und meine Stirn­syn­ap­sen vor Über­hit­zung zu bewah­ren. Über­all dunkle Gestal­ten, die sich hier ver­bor­gen in der Kühle der alten Gemäuer sicht­lich woh­ler füh­len als auf der Ober­flä­che. Ich weiß nun, warum man das WGT nicht Wave-Gotik-Festival nennt. Es ist keins. Leip­zig ist über Pfings­ten der größte Treff­punkt für schwarze Gemein­de­mit­glie­der aus aller Welt, die Musik ist ein ange­neh­mes Bei­werk aber nicht der Mit­tel­punkt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


11 Mai

Der eigene Körper als Uniform

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Es ist noch keine Dekade her, da wurde die Uni­form wie­der zum Trend. Als Ver­kör­pe­rung des mili­tä­ri­schen Ursprungs und als Pola­ri­sie­rung zu des­sen Bedeu­tung war die Uni­form schon in den Ursprün­gen der Gothic-Bewegung Mit­tel zum Zweck der Pro­vo­ka­tion. In der Fetisch Szene als sexu­elle Sti­mu­la­tion ent­deckt, mün­de­ten Über­schnei­dun­gen mit der Gothic-Szene in einer neuen Uni­for­mi­tät ohne jedoch den sexu­el­len Hin­ter­grund voll­ends zu über­neh­men. „Ein star­ker sexu­el­ler Reiz geht mit Sicher­heit auch schlicht davon aus, daß wenn auch unter­schwel­lig, eine Uni­form immer auch etwas dar­stellt, das im eige­nen Kon­text Macht und Gewalt beinhal­tet. Zum ande­ren ist es sehr reiz­voll, sich selbst mit­un­ter sehr vor­teil­haft in einer Uni­form zu prä­sen­tie­ren, somit wird die eigene ero­ti­sche Aus­strah­lung zum inspi­ra­ti­ven Reiz.1 Mitt­ler­weile gehört die Uni­form zum guten Ton der Szene und ist belieb­tes Mit­tel zu Pro­vo­ka­tion und keh­ren den Sinn in das Gegen­teil. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Quelle: Inter­view Fetisch Uni­form aus dem IKONEN-Magazin mit Susanne, einer Ham­bur­ger Uni­form­fe­ti­schis­tin []