22 Februar

Von Lederhosen und Spitzenkleidern: The Postpunk Project

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst3 Kommentare

Postpunk Project Kickstarter CampaignSome wear leather, some wear lace. Some wear makeup on their face. Some are young, some are old. Some too hot, some to cold.” Punk als Wurzel der schwarzen Flut ist ausreichend dokumentiert, es gibt unzählige Bildbände, Dokumentationen und Bücher. Doch die Szene, die später einmal Gothic genannt werden sollte, bleibt unrepräsentiert. Zwischen 1980 und 1990 nimmt man die “Schwarzen” als Randerscheinung wahr und versucht sie den verschiedensten Szenen zuzuordnen. Die Musik hatte schon lange ihren eigenen Weg genommen und beschrieb mit dem Begriff “Postpunk” ganz eigene Wege. Die Anhänger dieser Musik wurden häufig als New Waver, Punks oder auch New Romantics bezeichnet, bevor Mitte der 80er endlich jemand von “Goths” sprach. Erst zu Beginn der 90er wird die Szene als solche ernst genommen, man beginnt sie zu fotografieren, in Szene zu setzen und Bücher über sie zu schreiben. Die ersten 10 Jahre bleiben dunkel.

Genau diese Lücke möchte das “Postpunk Project” von Andi und Marloes schließen. Marloes dürfte vielen schon durch ihre Website nowthisisgothic.tumblr.com bekannt sein, auf der sie schon seit Jahren an der Basis für das Projekt baute. Bilder aus den Jahren 1980-1990, aus allen Ländern, in denen Postpunk zum Jugendkulturellen Phänomen avancierte. Die Beiden schlossen sich zusammen und planten, ein Buch herauszubringen. Ein Buch über den Postpunk, gefüllt mir Bilder aus privaten Archiven, die sonst wohl dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen wären.  Den ganzen Artikel lesen… »


6 November

Ohne Worte: These Boots are made for (expensive) Walking

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst9 Kommentare

Pikes bei Selfridges

Kein Mensch kauft heute mehr Schuhe, um seine Füße warm und trocken zu halten, sondern wegen des Gefühls, das er mit diesen Schuhen verbindet: Man fühlt sich darin männlich, weiblich, naturverbunden und geländesicher, “anders”, kultiviert, jung, elegant oder “in”. Der Kauf von Schuhen ist zum Gefühlserlebnis geworden. Heutzutage verkaufen wir eher eine Gefühlswelt als einfach nur Schuhe.” (Francis C. Rooney)  Dieses Gefühlserlebnis kostet 890 britische Pfund, wurde von Tabitha Simmons “entworfen” und von Carmen im Londoner Kaufhaus Selfridges gesichtet und fotografiert.


20 September

Ohne Worte: Wer sein Lachen verliert, ist verloren

Jenni, 1986 – “Ein frohes, heiteres Gemüt ist die Quelle alles Edlen und Guten. Kleine düstere Seelen, die nur die Vergangenheit betrauern und die Zukunft fürchten sind nicht fähig, die heiligsten Momente des Lebens zu fassen.” (Friedrich von Schiller, Bild: mockduck@flickr.com)


14 September

Ohne Worte: Dead or Alive

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst4 Kommentare

1985. Mit ihrem Hit “You spin me Round” stürmen Dead or Alive die Internationalen Charts. Peter Burns, der charismatische und bildhübsche Frontmann der Formation, ist eine Ikone des Geschlechterverwischens. 25 Jahre später wird der Name der Band zu erschreckenden Realität, jedenfalls für Peter Burns, denn der erscheint in den Augen der meisten Menschen mehr Dead als Alive. Wenn man über die Kunst am eigenen Körper die Realität verliert, kommt etwas wunderschönes oder abgrundtief hässliches heraus. Entscheidet selbst.


8 September

Ohne Worte: Der Weltraum, unendliche Weiten

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst14 Kommentare

Am 8. September 1966 feiert die Enterprise auf NBC ihren Jungfernflug: “Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffes Enterprise, dass mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.” (Bild: This isn’t Happiness)


5 September

Ohne Worte: Das Gefühl der Lebenseinstellung

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst4 Kommentare

graveyard 1984, big hair and purple lipstick

Also ich glaube, es ist eine Lebens­ein­stel­lung für einige Men­schen und sicher­lich auch für mich, als ich mich so anzog. In mei­nen Zei­ten als Jugend­li­cher fühlte ich mich dadurch defi­niert und es war mehr für mich als nur so ange­zo­gen zu sein. Ich glaube ich habe alle mög­li­chen Kul­tu­ren erforscht die sich mit dunk­le­ren The­men, wie der Sterb­lich­keit, beschäf­tig­ten. Vom lesen exis­ten­zia­lis­ti­scher Auto­ren bis hin zu Zom­bie Fil­men und B-Movie Hor­ror. Ich glaube, ich fühlte die ganze Lebens­ein­stel­lung los­ge­löst von der Musik und den Kla­mot­ten.” (Bild: Melissa (1984), Text: Melissa in eine Interview mit spontis.de)


27 August

Ohne Worte: Wie man Goethe lebt

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst5 Kommentare

Goethe rechtfertigt die vermeintlich merkwürdige Verhaltensweise schwarz gekleideter Eltern: “Nur Kinder und einfache Leute mögen lebhafte Farben.” (Goethe) Ich wünsche Anton Friedrich Merlin eine höllisch schwarze Zukunft.


14 August

Ohne Worte: Big Hair, again

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst1 Kommentar

Megafrisuren gehören zu den architektonischen Weltwundern unserer Zeit. Sie türmen sich auf. Sich machen sich breit. Sie treten vor und fordern zum Hinsehen heraus. Riesenfrisuren zielen auf Wirkung, auf Dramatik und Extravaganz. Weniger auf Raffinesse, Subtilität oder gar Zartheit. Und kein bisschen auf Natürlichkeit. Sie sind viel zu beschäftigt damit, der Schwerkraft zu trotzen und um unsere Aufmerksamkeit zu buhlen.” (Grant McCracken: Big Hair, 1995, dtv Verlag | Bildquelle: Now this is Gothic)


11 August

Ohne Worte: Der Tod der Geliebten

von Robert ForstKategorie: DunkelkunstKeine Kommentare

Death von Jeremy Enecio

Er wusste nur vom Tod was alle wissen:
Dass er uns nimmt und in das Stumme stößt.
Als aber sie, nicht von ihm fortgerissen,
nein, leis aus seinen Augen ausgelöst,

hinüberglitt zu unbekannten Schatten,
und als er fühlte, dass sie drüben nun
wie einen Mond ihr Mädchenlächeln hatten
und ihre Weise wohlzutun:

da wurden ihm die Toten so bekannt,
als wäre er durch sie mit einem jeden
ganz nah verwandt; er ließ die andern reden

und glaubte nicht und nannte jenes Land
das gutgelegene, das immersüße -
Und tastete es ab für ihre Füße.

(Gedicht: Rainer Maria Rilke | Bild: Jeremy Enecio @ Nucleus via Creep Machine)


7 August

Ohne Worte: Verbrennt mich!

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst2 Kommentare

Buecherverbrennung in Essen

Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen öffentlich zu verbrennen, und allenthalben Ochsen gezwungen, Karren mit Büchern zu den Scheiterhaufen zu ziehen, entdeckte ein verjagter Dichter, einer der besten, die Liste der Verbrannten studierend, entsetzt, dass seine Bücher vergessen waren. Er eilte zum Schreibtisch zornbeflügelt, und schrieb einen Brief an die Machthaber. Verbrennt mich! Schrieb er mit fliegender Feder, verbrennt mich! Tut mir das nicht an! Lasst mich nicht übrig! Habe ich nicht immer die Wahrheit berichtet in meinen Büchern? Und jetzt Werd’ ich von euch wie ein Lügner behandelt! Ich befehle euch: Verbrennt mich!” (Bertold Brecht: Die Bücherverbrennung, Bildquelle: Haus der Essener Geschichte / Archiv Ernst Schmidt, essen.de)