8 Mai

Die Besucher 2012 – Eine gemeinsame Reise zum WGT nach Leipzig

WGT 2012 - Die Besucher

Das Leipziger Stadtbad bietet die perfekte Kulisse für ein Fotoshooting einiger Besucher
(c) Markus Rietzsch – Pfingstgeflüster

In guter alter Tradition (immerhin habe ich das bereits einmal gemacht) möchte ich euch auf das kommende WGT einstimmen. Wie einige bereits wissen, habe ich einige Artikel  für das Pfingstgeflüster von Marcus Rietzsch beisteuern dürfen, in denen ich mich mit den Besuchern und ihren Gedanken beschäftige. Für die Ausgabe 2012 habe ich mit den Besucher eine Reise gemacht und zusammengefasst, was in vielen vielen Fragebögen an Reiseberichten zusammengetragen wurde. Wer das gedruckte Pfingstgeflüster 2012 noch nicht zu seiner Sammlung zählt, sollte HIER vorbeischauen und umgehend bestellen – es gibt keine bessere Reiselektüre für Pfingsten. Mein Dank für die freundliche Genehmigung und die tollen Bilder gehen an Marcus, dem Mann, dem nie die Friedhöfe ausgehen.

Die Besucher

Mit dem 21. Lebensjahr ist die Zeit des Heranwachsens vorbei. Man gilt nun vor sämtlichen Institutionen als Erwachsener. Das Wave-Gotik-Treffen ist schon lange vor seinem 21. Jahr erwachsen geworden. Manche behaupten sogar, es altert bereits. Dabei ist lediglich der Altersquerschnitt der Besucher immer breiter geworden. Mittlerweile tummeln sich drei Generationen auf dem WGT, es ist Normalität geworden, daß die Oma ihre Enkel trifft oder die Eltern mit ihren Kindern unterwegs sind. Und für kaum jemanden ist es das erste Treffen dieser Art.

Das Wave-Gotik-Treffen ist wie ein Zug, in den immer wieder Reisende ein- und aussteigen, während andere länger unterwegs sind und manche gar nicht wissen, wohin sie eigentlich wollen. 20000 schwarze Reisende auf der Suche nach ihrem Abteil, mit einer Reservierung für ihren Stammplatz oder auch als Passagier in einem der Großraumwaggons. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Mai

Spontis Family Treffen 2013 auf dem 22. WGT in Leipzig

von Robert ForstKategorie: Veranstaltungen42 Kommentare

Spontis Family Treffen - WGT 2013Die meisten haben ihre flauschigen WGT Karten bereits an unheimlich wichtigen Orten verstaut, die kreativen Selbermacher nähen sich die Finger blutig und fast jeder hört sich durch das große Bandangebot zum Wave-Gotik-Treffen 2013 um seine Favoriten herauszupicken. Doch das Wichtigste fehlt immer noch: Das Programm – Die Liste mit den Konzerten und Veranstaltungen die sagt, wann und wo etwas stattfindet. Und was noch viel schlimmer ist als die Ungewissheit des zeitlichen Ablaufs ist die Frage der Fragen, die bestimmt jedem unter den Nägeln brennt, für einen Kloß im Hals sorgt und die schon seit Wochen für nervöses Kribbeln sorgt. Wann findet das Spontis-Family-Treffen statt?

Nun ist es soweit, hiermit kündige ich voller Vorfreude, Neugier und Spannung das Sponti-Family-Treffen auf dem 22. WGT in Leipzig an. Wieder sind alle Besucher, Kommentatoren  Sympathisanten, Kritiker, Freunde und heimlichen Leser dieses Blogs dazu eingeladen, sich am Sonntag, den 19. Mai 2013 gegen 15:00 zu einem zwanglosen Treffen im Park hinter der Moritzbastei in Leipzig einzufinden. Es würde uns sehr freuen, wenn auch dieses Jahr wieder überraschende Besucher ohne Vorankündigung kommen, denn jeder ist eingeladen, die Menschen kennen zulernen  die sich hier oder auf ihren eigenen Blogs herumtreiben. Wir sind offen, fröhlich und überhaupt nicht elitär, haben kaum Berührungsängste und sind für einen netten Plausch immer zu haben. Den ganzen Artikel lesen… »


26 März

10 Thesen über das Gothic-Dasein

von Robert ForstKategorie: Hintergründe52 Kommentare

10 Gothic ThesenEs war einmal. Vor rund 500 Jahren nagelte ein rebellischer Theologe ein paar Zettel an eine wehrlose Tür im beschaulichen Wittenberg und präsentierte seine 95 Thesen, mit denen er die christliche Kirche reformieren sollte. Jedenfalls hat er es versucht. Martin Luther sorgte mit seinem Wunsch nach Veränderung für eine neue Form des christlichen Glaubens, nicht für eine Veränderung der Kirche. Ganz so große Ansprüche habe ich nicht. Ich möchte jedoch etwas fortführen, was in unzähligen Beiträgen und Kommentaren schon seit gefühlten Ewigkeiten diskutiert wird. Das Beispiel Luthers ist nur Sinnbild für einen Veränderungsprozess, der in den Köpfen vieler Menschen stattfinden muss. Es braucht Zeit, bis Gewohnheiten, Rituale und gefühlte Sicherheiten aufgebrochen werden können und meist ist das ein schleichender Prozess, der von vielen nicht wahrgenommen wird. Doch was hat das mit “Gothic” zu tun?

Vor einiger Zeit titelte Sabrina in einem Artikel “Gothic – Kein Ziel und keine Richtung?” und sorgte damit  für die erneute Diskussion der Fragen, was Gothic nun ist und ob wir uns nicht über gemeinsame Ziele und Sichtweisen definieren sollten. Es gibt kein abschließendes Fazit, kein Ergebnis, keine Handlungsanweisung, nur eine Reihe von vagen Wünschen und Vorstellungen, wie man eine Szene, die einen wichtigen Teil des Lebens eingenommen hat, verändern, gestalten oder gar reformieren könnte. Ich möchte an dieser Stelle zehn Thesen aufstellen, wie Gothic ist, war und sein kann. Zehn nicht recherchierte Behauptungen, die sich zusammenhanglos zwischen Oberflächlichkeit und Tiefgang bewegen. Zehnmal die Möglichkeit, beizupflichten, nachzudenken und umzusetzen. Zehnmal die Möglichkeit, mich zu verurteilen, anderer Meinung zu sein oder zu meckern.
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18 März

Horror-Entertainment: Ein schrecklich schauriger Zirkus

von Robert ForstKategorie: Veranstaltungen4 Kommentare
Circus of Horrors

Der Circus des Horrors aus Waldenburg ist bis zum April in Essen zu Gast. Weitere Informationen gibt es HIER

Die Löwenbändiger und Elefanten-Dompteure haben verstanden. Ihre Künste sind lange nicht mehr so gefragt wie vor 100 Jahren, heute betrachten viele das tierische Spektakel im klassischen Zirkus als überholt, nicht artgerecht und überhaupt völlig überflüssig. Auch die Clowns haben es nicht mehr leicht. Den Menschen mögen nicht mehr über Clown lachen. Der permanente Leistungsdruck, die Ellbogengesellschaft und zunehmende Resignation machen einfach nur noch traurig – wenn man heute lacht, dann aus Schadenfreude. Nicht zuletzt die armen Hochseilartisten. In schwindelerregender Höhe über ein Drahtseil zu laufen, schockiert dank des Fernsehprogramms aus Dschungel-Camp, Schönheitsoperationen und Frauentausch niemanden mehr. Mit oder ohne Netz war dabei völlig gleichgültig. Der Mensch ist kaum noch zu unterhalten, Julius Caesar erkannte schon vor Christi Geburt, dass Blut und Gewalt mehr Besucher locken als Theater, Poesie oder doofe Wagenrennen. Okay, die Wagenrennen waren beliebt, vor allem wenn es spektakuläre Unfälle gab. Den ganzen Artikel lesen… »


22 Februar

Von Lederhosen und Spitzenkleidern: The Postpunk Project

von Robert ForstKategorie: Dunkelkunst3 Kommentare

Postpunk Project Kickstarter CampaignSome wear leather, some wear lace. Some wear makeup on their face. Some are young, some are old. Some too hot, some to cold.” Punk als Wurzel der schwarzen Flut ist ausreichend dokumentiert, es gibt unzählige Bildbände, Dokumentationen und Bücher. Doch die Szene, die später einmal Gothic genannt werden sollte, bleibt unrepräsentiert. Zwischen 1980 und 1990 nimmt man die “Schwarzen” als Randerscheinung wahr und versucht sie den verschiedensten Szenen zuzuordnen. Die Musik hatte schon lange ihren eigenen Weg genommen und beschrieb mit dem Begriff “Postpunk” ganz eigene Wege. Die Anhänger dieser Musik wurden häufig als New Waver, Punks oder auch New Romantics bezeichnet, bevor Mitte der 80er endlich jemand von “Goths” sprach. Erst zu Beginn der 90er wird die Szene als solche ernst genommen, man beginnt sie zu fotografieren, in Szene zu setzen und Bücher über sie zu schreiben. Die ersten 10 Jahre bleiben dunkel.

Genau diese Lücke möchte das “Postpunk Project” von Andi und Marloes schließen. Marloes dürfte vielen schon durch ihre Website nowthisisgothic.tumblr.com bekannt sein, auf der sie schon seit Jahren an der Basis für das Projekt baute. Bilder aus den Jahren 1980-1990, aus allen Ländern, in denen Postpunk zum Jugendkulturellen Phänomen avancierte. Die Beiden schlossen sich zusammen und planten, ein Buch herauszubringen. Ein Buch über den Postpunk, gefüllt mir Bilder aus privaten Archiven, die sonst wohl dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen wären.  Den ganzen Artikel lesen… »


16 Februar

Young & Cold Festival in Augsburg: Arterhaltung in Handarbeit!

Young and Cold Festival Augsburg 2013 - LogoEs ist noch gar nicht solange her, da meckerten wir herzhaft und ausgiebig über die großen Festivals. Die meisten waren sich einig: Was auf dem Mera Luna in Hildesheim oder dem Amphi in Köln zu hören und zu sehen war, hatte mit der “Szene” nicht mehr viel zu tun. Artfremde Musikstile und merkwürdige Gestalten, die sich unter den Fangarmen des Kommerz-Kraken tummelten, drängen die eigentlichen Szene-Anhänger in die Resignation. “Man müsste selber etwas auf die Beine stellen!” So klang der einheitliche Tenor, in dem ein Hilfeschrei nach brauchbaren Alternativen lag.

In Augsburg hatte man ein offenes Ohr für den stillen Schrei der Szene. Seit 3 Jahren gibt es dort die Party-Reihe “Deca Dance”, die nach rund 15 Veranstaltungen in der Ballonfabrik Augsburg einen beachtlichen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Mittlerweile nehmen manche Besucher eine Strecke von 400-500 km in Kauf, um die Mischung aus DJ-Sets und Live-Musik  zu genießen. Diese Form der Anerkennung war den Veranstaltern Grund genug, im November 2012 den Entschluss zu fassen, das “Young & Cold Festival” zu veranstalten, das vom 13. bis zum 14. September 2013 in besagter Ballonfabrik stattfinden soll. Den ganzen Artikel lesen… »


13 Februar

ARTE-Dokumentation 1998: Die Rückkehr der schwarzen Romantiker

ScreenshotDie Ursprünge der Gothic-Szene wurden bereits ausgiebig dokumentiert. In unzähligen Publikationen wird die Entstehungsgeschichte immer wieder demontiert um auf die Wurzeln des Punks zu pochen. Man hofft, eine Erklärung für das Phänomen “Gothic”  zu finden, dass sich seit über 30 Jahren in der subkulturellen Landschaft festgefressen hat. Die Zeit zwischen 1980 und 1990 wird dabei glorifiziert, frei nach dem Motto “Früher war alles besser!”, während man über die aktuellen Entwicklung seit 2010 ausgiebig meckert. Dazwischen liegen gefühlte 20 Jahre Dunkelheit. Dabei gibt es auch in dieser Zeitspanne viele Ereignisse, die maßgeblich zum “Jetzt” beigetragen haben dürften. Große Festivals feierten in dieser Zeit ihren Ursprung, die ersten auflagenstarke “Szene-Magazine” erschienen an der Bildfläche und die ersten Szene-Shops öffnen ihre Pforten. Zur Jahrtausendwende bekommen alte Ängste durch die sogenannten “Satansmorde” neues Futter, die immer bekannter werdende Szene platzt aus allen Nähten und ist schon lange keine Jugendkultur mehr. Die Szene kommt in Erklärungsnot, immer neue Bücher beschäftigen sich mit “Gothic” und verstricken sich in Analysen und Erklärungsversuchen. Kommerzialisierung und eine unglaubliche Toleranz gegenüber Subkulturen der “Andersartigkeit”  machen aus einer Szene der Abgrenzung eine Facette des Lebens, in der jeder ein wenig “Dunkelheit” ausleben kann.

Um die Lücken zu schließen, habe ich meine Archiven gegraben und bin fündig geworden. ARTE-Tracks zeigte 1998 eine Dokumentation, die eigentlich ganz gut den Status Quo vor der Jahrtausendwende zeigt und unweigerlich Parallelen zum aktuellen Zustand aufzeigt. Viel “Vergnügen” und gute Unterhaltung. Den ganzen Artikel lesen… »


9 Februar

The Cure – Die Fans kamen wie zu einer Rock-Messe

The Cure - Rock Messe TeaserIn diesem Jahr fliegt der Prediger Robert Smith mit seiner Band “The Cure” nach 17 Jahren wieder nach Südamerika, um das dort heidnischen Publikum erneut zu missionieren. 2012 waren die unfreiwilligen Urgesteine der Gothic-Bewegung auf dem Hurricane-Festival zu Gast um vor 73.000 gleich hinter den Ärzten als Headliner geführt zu werden. Heute, so sagt man, haben sie mit ihren Wurzeln nicht mehr viel zu tun. Die Fans der Band kommen mittlerweile aus allen Bereichen der Gesellschaft und sind schon lange nicht mehr in einer Subkultur verwurzelt, doch das stört die meisten eingefleischten Anhänger nicht. Ganz so, wie es auch bei Depeche Mode der Fall ist. Der musikalischen Jugendliebe bleibt man länger treu, als dem statistischen Ehepartner, mit dem es bereits nach 5-6 Jahren vorbei ist.

Warum man der ein oder anderen Band ein Leben lang treu ist, lässt sich vielleicht mit der Vergangenheit und der eigenen Jugend beantworten. Ein Artikel aus einer Bravo aus dem Jahre 1986 zeigt junge Cure-Anhänger bei einem Münchener Konzert ihrer Lieblingsbands. Sie verehren nicht nur die Band und ihre Musik, sondern vor allem Robert Smith, der ihnen als Sänger die Antworten auf ihre Fragen liefert. Den ganzen Artikel lesen… »


27 Januar

4. Elektronische Nacht in Wiesbaden am 2. März 2013

von Robert ForstKategorie: Veranstaltungen10 Kommentare

Elektronische Nacht WiesbadenWiesbaden ruft! Endlich eine Wiederholung, die man gerne sieht. Die elektronische Nacht geht zum 4. mal auf die kleine aber feine Bühne im mittlerweile etablierten “Kontext” und wartet diesmal mit 2 Neuerungen auf, die nur darauf brennen, entdeckt zu werden. Der musikalische Kern der Veranstaltung bleibt unberührt, denn wieder einmal werden New Wave, Minimal, 80′s Synthpop, Gothic, Wave, Oldschool Electro, EBM und unfassbar experimentelles von M. Synthetic und Sold State Entity zum Besten gegeben. Wie gewohnt ohne Etikettenschwindel in erlesener Auswahl und authentisch und liebevoll geschmückten Ambiente. Am 2. März 2013 ist es wieder soweit, die elektronische Nacht trotzt dem allgemeinen Veranstaltungssterben und wird ihr erfolgreiches Konzept zum 4. mal wiederholen. Wer möchte – und stolzer Besitzer eines Facebook-Accounts ist – kann seine Teilnahme an dieser Stelle bekunden. Den ganzen Artikel lesen… »


24 Januar

Interview mit einer Chronistin – Aurion Aduial aus Lauchhammer

von Robert ForstKategorie: Interviews3 Kommentare

Lumina ObscuraAus unserer angekündigten Artikel-Reihe “Interview mit einer Chronistin” führte Lumina Obscura dieses mal ein Interview mit dem 27-jährigen Aurion Aduial, der für ihr Gothic-Projekt Rede und Antwort stand. Aurion, der aus dem beschaulichen Lauchhammer in Brandenburg kommt, ist schon so lange er denken kann in der “Szene”. Seine ältere Schwester bewegt sich schon länger in der Szene, so dass er bereits in Kinderschuhen mit der Subkultur in Berührung gekommen ist. Er fühlt sich als “schwarze Seele”, bezeichnet sich selber als Gothic und findet, dass auch die S/M-Szene ein Bestandteil seines Daseins und der Szene selber ist. Seinem Empfinden nach ist Gothic eine Kultur, die viele unterschiedlichen Stile und Einflüsse in sich vereint und jedem einen Platz zur Selbstverwirklichung bietet. Aurion hat seinen Platz gefunden und kann sich gut vorstellen, immer ein Gothic zu bleiben. Er betätigt sich als DJ, präsentiert Feuershows und schreibt Kurzgeschichten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Besondere Hobbies hat er nicht, er liest gerne, geht gelegentlich reiten oder schließt sich LARP-Gruppen an. Aurion hat ganz eigene Ansichten über die Szene, für manche sicherlich mit Reibungspunkten, für andere mit Identifikationspotential. Entscheidet selbst.

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