24 Dezember

Snowflakes: Winterlicher Sampler zum kostenlosen Download

Snowflakes SamplerHeute ist Weihnachten. In vielen Haushalten ist Zeit für Besinnlichkeit, Ruhe und Harmonie – auch in denen, in dem die Menschen sich der schwarzen Szene verbunden fühlen. Es muss noch nicht einmal eine christliche Neigung vorhanden sein, um Weihnachten zu genießen. Zeit für sich, für die Partnerschaft oder die Familie. Zeit, die uns im Alltag verloren gegangen ist und die in den Fesseln beruflicher oder persönlicher Verpflichtung häufig fehlt.

Doch was unterscheidet ein “schwarzes” Weihnachtsfest von den anderen? Vielleicht ist es die Musik. Das Genre Gothic bietet viel Platz für melancholische, romantische und besinnliche Klänge, das liegt womöglich in ihrer Natur. So sucht der atmosphärische Gruftie vielleicht jetzt schon nach Musik, die einen schönen Tag oder ein paar schöne Stunden begleiten könnte.

Eine Suche, die der Snowflakes Sampler beenden könnte. Das Gemeinschaftsprojekt des Dark Feather Magazins, der Veranstalter der blauen Stunde, der Kreuzmühle im Harz und von Spontis.de möchte mit diesem unkommerziellen und kostenfreien Download-Samplerprojekt Hörer und Künstler zusammenführen, die sich für ruhige und melancholische Musik begeistern können oder wollen. Mit 19 Stücken größtenteils unbekannter oder unterrepräsentierter Bands aus den Bereichen Folk, Mittelalter, Ambient oder Schwarzromantik bietet der Snowflakes-Sampler eine Alternative zum musikalischen Mainstream, der sicherlich polarisiert aber den persönlichen Horizont erweitern oder bereichern könnte.  Den ganzen Artikel lesen… »


21 Oktober

Dusk to Dawn: Remains – Schallplatten passen nicht in Briefkästen

Dusk to Dawn - RemainsNeulich im Briefkasten: “Wir haben sie nicht angetroffen, sie können ihre Sendung ab 10:00 des folgenden Werktages bei folgender Filiale abholen…” Ich habe doch gar nichts bestellt? Wird mein Mausfinger auf irgendeiner Shopping-Seite mit mir durchgegangen sein? Nagende Ungewissheit bis zum nächsten Tag. Dann die Überraschung: In einem Paket fand sich die Schallplatte “Remains” von der Band Dusk to Dawn, über die ich bereits vor einiger Zeit berichtet habe. Seit 1991 treiben sich Achim Zolke, Jörg Erren und Andreas Kleinwächter musikalisch herum, bevor sie 1997 eine kleine Pause einlegten. Einer aktiven Netzgemeinde ist es wohl zu verdanken, dass man sich 2011 wieder zusammensetzte, um neue Songs aufzunehmen.

Vor genau 20 Jahren veröffentlichten die Band aus der lokalen Nachbarschaft ihr Debüt “Before the Eye”, die sie jetzt in aufpolierter Form beim spanischen Laben Atemporal Records in Vinyl verewigen ließen. Die Band geht mit der Zeit, denn “Before the Eye” erschien damals ausschließlich auf Kassetten, die leichter und günstiger zu produzieren waren. Jetzt gehen sie den nächsten “logischen” Schritt und veröffentlichen eine Schallplatte bei einem Label. Klingt doch einleuchtend, oder? Für mich ist das die konsequente Fortsetzung eines Stils, den ich schon lange in den Tiefen der Digitalisierung vermisst habe. Warum den dritten Schritt vor dem zweiten wagen? Die Musik passt zur Entschleunigung unseres Alltag, klassischer Gothic-Rock mit einem Schuss Wave erinnern mich an alte Zeiten. Den ganzen Artikel lesen… »


30 März

Molybdän: Katharina Henot – Hexenwahn in Köln

Ein Bild von Raimond Spekking

©Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0

Vor 385 Jahren wurde die als Hexe beschuldigte Katharina Henot in Köln Melaten verbrannt. Die bekannte und angesehene Postmeisterin aus Köln wurde von einer Nonne der Hexerei bezichtigt. Die Gerüchte um die Patrizierwitwe verbreiteten sich schnell und trotz zahlreicher Verteidigungsschriften veranlasste der Rat der Stadt Köln ihre Inhaftierung.

Katharina Henot wurde angeklagt und gefoltert, gestand jedoch nie die Taten, die ihr zur Last gelegt wurden. Nach der damaligen Rechtssprechung hätte sie freigelassen werden müssen, doch Gerechtigkeit war ein Luxus, der Henot nie zuteil wurde. Katharina Henot wurde am 19. Mai 1627 erdrosselt, der durch Folter verkrüppelte Leichnam anschließend verbrannt.

Die nach dem gleichnamigen Metall benannte Band Molybdän erinnert in ihrem Stück “Katharina Henot” an die schreckliche Tat und verwendet im Text einige Passage aus den historischen Prozessakten. Molybdän, das sind Beate Rademacher (Gesang), Karsten Vorwerk (Keyboard) und Phillip Parusel (Schlagzeug), die ihre von Gothic und Metal beeinflusste Musik symphonic Rock nennen. Den ganzen Artikel lesen… »


17 März

Velvet Condom: Kalte Verhütung aus Samt

Velvet CondomIm Dickicht der Genre elektronischer Musik gab es immer wieder lokale Phänomene. In den 80er Jahren war “Cold Wave” der Versuch, eine Musikrichtung zu beschreiben, die durch dezente analoge Synthesizer, eingängige Beats und einfache Melodien eine unterkühlt düstere Atmosphäre schaffen. Spricht man häufig von Synthieteppichen, so wäre hier der Begriff Synthiefliesen sicherlich angebrachter. Als Bands wie Trisomie 21, KaS Product oder Norma Loy in Frankreich respektable Erfolge feiern, wird der Begriff Cold Wave zum lokalen Phänomen, denn in anderen europäischen Ländern ordnet man die französische Spielart des Wave einfach existierenden Stilen unter.

Die Band Velvet Condom belebt Erinnerungen an die Musikrichtung wieder, die zu der längst vergessenen 80er Jahre Atmosphäre aus Neonröhren, Nebel und zuckenden Stroboskopen passt, wie keine andere. 2005 von Nicolas Isner und Oberst Panizza in Strasbourg gegründet, veröffentlichen sie ein Jahr später ihre Debüt-EP “VC”. Die Stücke “Kalter Lippenstift” und “Poison & Maquillage” avancierten schnell zu Klassikern. Dass der Text in Deutsch dargeboten wird, ist nicht weiter verwunderlich, denn Sänger Nico hat deutsche Wurzeln, die die Band 2008 nach Berlin ziehen, wo die Beiden nun auch leben. Dort veröffentlichen sie ihr zweites Album “Safe & Elegant”, das nahtlos an den etablierten Sound anknüpft und darüber hinaus die Vielseitigkeit der Band eindrucksvoll unter Beweis stellt. Mit “Never Ever” füllt sich die Tanzfläche erneut mit begeisterten Wavern aus ganz Europa. Es klingt vertraut und doch neu. Erinnerung an eine Zeit, in der Turmfrisuren und Vogelnester die Tanzflächen ambitionierter Clubs beherrschten, werden geweckt. Den ganzen Artikel lesen… »


2 Februar

Dusk to Dawn – Von Kassettenliebhabern und Netzgeschichten

Netzgeschichten üben eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Anfang 2012 schickte mich eine E-Mail der Band Dusk to Dawn auf eine spannende Zeitreise in die frühen 90er.  Dark-Wave jenseits der üblichen Kanäle, der lediglich auf Musikkassetten erschien, verdient die Bezeichnung “Underground”. Resonanz durch zahlreiche Mails und Blogs aus den USA und Südeuropa, die zwischen 2008 und 2010 alte Stücke der seit 15 Jahren nicht mehr aktiven Band verbreiteten, bewegten die Bandmitglieder im vergangenen Jahr zu einer erneuten Zusammenkunft. Dieses Jahr erscheint ihre neue EP “Existence”.

Am 27. November 1991 gründeten Achim Zolke, Jörg Erren und Andreas Kleinwächter im benachbarten Grevenbroich (Niederrhein) die Band “Dusk to Dawn”. Obwohl die CD damals schon ihren Siegeszug angetreten hatte, erschienen ihre Mini-Alben “Before the Eye” (1992) und “Places you will never see” (1994) ausschließlich auf Kassetten. Kassetten? Diese kleinen Tonbänder im Hosentaschenformat waren zum damaligen Zeitpunkt noch weit verbreitet. Der Walkman, ein tragbares Abspielgerät für diese Tonbänder, war seit den frühen 80ern ein unverzichtbares Gerät des mobilen Musikgenusses. Tragbare Kassettenrekorder beschallten jugendliche Cliquen, und das Tapedeck gehörte neben den Plattenspielern noch zur Grundausstattung jeder Diskothek. Genug Nostalgie. Den ganzen Artikel lesen… »


28 Januar

Dicken Schrader: Depeche Mode als Familienangelegenheit

Man kennt mich. Ich lehne die meisten Depeche-Mode Cover kategorisch ab, weil sie dem Flair der Meister des Synthie-Pop nicht gerecht werden. Jedenfalls subjektiv. Und wenn dann tatsächlich mal eines besser ist als das Original, leugne ich es natürlich. Ich könnte ja mein Gesicht verlieren. Damit ist heute Schluss, denn ich gebe zu, dass mich die Cover von “Everything Counts”, “Strangelove” und “Shake the Disease”, die der kolumbianische Videokünstler Dicken Schrader mit seinen beiden Kindern Milah und Korben spielt, eines besseren belehren. Großartig in Szene gesetzt, ausgefeilt instrumentiert und raffiniert choreographiert. Dazu kommt noch eine “Goth sind die süß!” Bonus und eine Spur Begeisterung, die vornehmlich durch die Leidenschaft aller Protagonisten entsteht. Da verliert man ganz gerne das Gesicht, im Moment kann ich mein Spiegelbild sowieso nicht leiden.

Die Besetzung von Dicken Schrader & The lovely Heartbreakers (die ich jetzt einfach mal so getauft habe) für das Stück “Everything Counts”: Der Vater und Kopf der Band versucht sich an folgenden Instrumenten: “80′s keyboard, xylophone, kazoo, tambourine and Coke bottle“, während sich die engagierte und bezaubernde Milah  an: “Recorder, rattle and windchime” versucht. Sohn Korben, dem die Begeisterung ins Gesicht geschrieben steht, spielt: “Toy keyboard, maraca and cheese grater“. Und den Refrain singen dann alle drei gemeinsam. Und natürlich komme ich auch nicht daran vorbei, die anderen Werke zu präsentieren.
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14 Januar

LucyFire – Soloprojekt von Johan Edlund

Auch Facebook hat seine guten Seiten. So durfte ich heute erfahren, dass Johan Edlund, Gründungsmitglied der Band Tiamat, mit seinem Soloprojekt namens LucyFire ziemlich geniale Musik macht.

Wusste ich bisher nicht und vielleicht bin ich ja nicht die Einzige, die das Nebenprojekt noch nicht kannte. Deshalb an dieser Stelle das Video zum PainSong. Sieht am Anfang ein wenig nach schwarzer Cowboy-Romantik in einer amerikanischen Glitzerwelt aus und man ist doch arg irritiert, dass Text, Musik und Stimme nicht ganz zu den Bildern passen. Doch bei 2:19 zerschlägt Johan Edlund die Plastikwelt und der Sinn des Ganzen erschließt sich dem Zuschauer/Zuhörer.

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22 Oktober

Farblos: Schwarzer Streif am Firmament

Bisher habe ich Karnstein von den Otranto-Archiven als eloquenten Blogger, begnadeten Tänzer, gewandten Historiker und guten Freund kennengelernt. Doch es steckt mehr in dem sympathischen Gruftie aus Hessen, als ein zweifelhafter Blick vermuten lassen könnte. Vor rund 3 Jahren studierte er ein Minnelied von Heinrich von Veldeke, dessen melancholischer Text ihn gleich in seinen Bann zog. Es schien unausweichlich, eine Idee und die passende Melodie fanden schnell den Weg in seinen Kopf. Ein E-Bass, ein Keyboard und ein Sequenzerprogramm bildeten die Grundlage für seine Ersten musikalische Versuche, das Stück in die Moderne zu überführen und ihn in ein waviges Kleid zu hüllen. “Winterherz” war geboren, das Erstlingswerk seines Projektes Farblos.

In einem Artikel vom Februar schreibt er dazu: “Den Einfluss von The Cure würde man deutlich hören, wurde mir schon gesagt, dabei war das lustigerweise eben nichtmal wirklich intendiert. Auch Depeche Mode wollte da schon jemand raushören, an die ich allerdings noch überhaupt grad gar nicht gedacht hatte.” Seit dem fand das Stück in einigen selbstgedrehten Videos und sogar in einem Radio-Bericht des Deutschlandfunk Verwendung und ist einigen im Gehör geblieben. Es mag an dem puristischen Minimalismus liegen, an der Einfachheit des Arrangements oder auch an der Stimmung, die dieses Stück beim Hörer erzeugt, es hat mir damals schon sehr gut gefallen. Den ganzen Artikel lesen… »


31 August

Tintenkleks: Soft Kill

In Anlehnung an den Begriff “Soft Skills”, die im groben die sozialen, kommunikativen und methodischen Kompetenzen des Individuums  darstellen, wird durch das weglassen eines Buchstabens eine ganz neue Bedeutung. Die Band Soft Kill, die im September 2010 das Licht der Welt erblickte nimmt sich niemand geringeren als The Cure, Wire, Howard Devoto und Killing Joke zum klassischen Vorbild und malen daraus eine gelungen Hommage an den Post-Punk und Gitarren Wave der späten 80er. Düster und melancholisch dürften wohl zwei Begriffe sein, die zutreffend sind. Nicht unbedingt Musik zum Tanzen, eher zum schmelzen, hingeben und zuhören. Das Album “An Open Door” hält was die Beispiele versprechen, wer will, findet das Album im Indie-Label Fast Weapons. Sicherlich nicht jedermann Geschmack und nur eine kleine Facette “schwarzer” Klänge. Mich erinnert es durchaus an alte Cure-Sachen und The XX ohne weiblichen Gesang – bevorzugtes Ambiente: Kerzenschein, Dunkelheit und eine Teetasse, die mit beiden Händen umschlungen wird während ich auf der Fensterbank.  Michael ist schuld.


5 März

Tanzende Träumer: Die Selektion

Die SelektionHeute sind mir zwei Dinge aufgefallen, die so zeitgleich in meinem Geist zusammenprallten, das ich von einer Kernfusion sprechen darf. Als ich gerade darüber nachdachte wieder einmal etwas für die Rubrik Tintenkleckse zu schreiben, hämmerte sich ein Lied in meinem Kopf, das besser nicht passen könnte. Auf die Idee eine klassische Trompete mit streichelzarten Synthiemelodien auf eine klangliche Reise zu schicken, während sich der treibende Beat zu den Füßen durcharbeitet, finde ich mehr als gelungen.

Kein samtweicher Gesang stört die Collage die sich hier zusammenbraut, sondern ein echoverzerrter Sprechgesang im Stile der 80er Underground Ikonen, wie beispielsweise DAF, zu denen sich hier einige Parallelen spannen lassen. Ich präsentiere frische Musik, die ihr euch anhören solltet, bevor der DJ dem ihr am Samstag Abend huldigt, euch mit der immer selben Musik droht zu langweilen.

Die Rede ist von der Band “Die Selektion” deren EP mit dem Titel Kühle Lippen schon zum zweiten mal aus meinen Lautsprechern dröhnt. Identifiziert es einen guten Song wenn man die Augen schließen muss und dazu das Tanzbein schwingt? “Was ist Dir dein Leben Wert?” Das Stück “Raben” lädt gleichermaßen zum träumen und tanzen ein, ein erstaunliche gut funktionierende Mischung, die in Richtung Minimal geht und auch durchaus New Wave (2) genannt werden könnte, denn dieses Genre hatten wir ja bekanntlich schon mal. Die aus 4 Titeln (plus Einleitung) bestehende EP ist schon wieder vorbei und hinterlässt das Gefühl mehr zu wollen, mehr zu hören, mehr zu wissen. Tanzbar, elektronisch, düster bis melancholisch. Den ganzen Artikel lesen… »