1 Februar

Musikperlentaucher – Tauchgang #27

Berlin – The Metro

Ja, ich weiß. 1986 flog Tom Cruise als waghalsiger Pilot im Film “Top Gun” über die Kinoleinwand. Als er auf einem viel zu großen Motorrad Filmpartnerin Kelly McGillis im Sonnenuntergang abholt, brennt sich ein Song in das kollektive Langzeitgedächtnis der Menschheit: “Take my Breath away”. Dieses von Terri Nunn ins Mikrophon gehauchte Liebeslied blieb der größte kommerzielle Erfolg der 1979 gegründeten New Wave Band “Berlin”. Obwohl sie im Fahrwasser von Blondie und Ultravox eher als weitere Act der aufkommenden New Wave Bewegung gesehen wurden, hatten Terri Nunn, John Crawford und David Diamond deutlich mehr zu bieten. Leider blieb trotz des Oscar-prämierten Film-Theme zu “Top Gun” der Durchbruch aus. Ein Jahr später löste sich die Band auf. Die Musiker widmeten sich anderen Projekten, Terri Nunn war 1993 als Gastsängerin bei den Sister of Mercy und gab gemeinsam mit Andrew Eldritch den Song “Under the Gun” zum Besten. Der Song 1983 veröffentlichte Song “The Metro“, wurde als Cover von +44 und System of a Down Jahrzehnte später neu in Szene gesetzt, der Musiksender VH1 brachte die Band 2004 für eine Reunion-Reihe wieder zusammen. Berlin nahmen ihre alte Stücke neu auf, brachten ein Album heraus und sind auch wieder auf Tour. Den ganzen Artikel lesen… »


18 Dezember

80er Style & Darkwave: Trash Groove Girls

Trash Groove Girls1986. Die Bravo entdeckt Gothic als Jugendkultur und arbeitet in den folgenden Jahren an einer stetigen Verbreitung dieser Bewegung. Etwa zu gleichen Zeit gründet Produzent und Songschreiber Chris Garland (U-BahnX, The Slits) die “Trash Groove Girls” in Düsseldorf und findet mit Simone Stepputat, Andrea Willert und Katinka Päkel drei Damen, die wie keine anderen die 80er verkörpern.

Zunächst fanden sie als Vorgruppe der Einstürzenden Neubauten neugierige Musikredakteure, die ihnen mit einigen Artikeln zu einem Achtungserfolg verhalfen. Sie veröffentlichen das Album “Arbeit, Sport & Spiel”, dass jedoch mit einer unterschwelligen Form von Monotonie, einem Hauch tanzbaren Beats und einer Gitarre auf Diät nie zu einem kommerziellen Erfolg aufstieg. Womöglich hätte man sich an X-mal Deutschland ein Beispiel nehmen sollen, die den Schritt nach England wagten um dort entsprechende Erfolge feiern zu können. Denn die waren tatsächlich fasziniert von den 3 Damen im Gothic-Cyber-Punk-Style  und berichteten in der englischen Sounds, dem Melody Maker und dem NME Magazin über die Band.

Genau dieser Style stand immer wieder im Mittelpunkt der Betrachtungen, so waren sie 1987 in der Vogue zu sehen und erhielten auch das Angebot, im Playboy zu erschienen, das sie jedoch ausschlugen. Es mag wohl dem Zeitgeist geschuldet sein, dass die Trash Groove Girls so beliebte Models waren, schließlich feierten Sigue Sigue Sputnik Mitte der 80er Jahre mit einem ähnlich Style große Erfolge und nutzten die Provokation ihres Outfits geschickt für ihre Zwecke. Konzept oder Zufall? Den ganzen Artikel lesen… »


2 November

Musikperlentaucher – Tauchgang #26

Tommi Stumpff – Niemals Mehr

In den späten 70ern hinterließ Stumpff einen bleibenden Eindruck als Kopf der Düsseldorfer Punkband “Der KFC”, bevor er sich 1982 auf eigenen Pfaden bewegte. Fasziniert von Elektronik und Computern schuf und legte er bis 1993 einige eindrucksvolle EBM-Meilensteine. “Massaker” ist das bekannteste Stück, dass rund 13 Minuten die Tanzflächen füllte. Zusammen mit Silvia Nemanic probierte sich Stumpff auch in der Neuen Deutschen Welle. Das gleichnamige Album “Silvia” erreichte in der Wave-Szene einige Berühmtheit, nicht zuletzt weil die Klangkonstruktionen überhaupt nicht in das belanglos klingende Schema eines NDW-Songs passten. (Silvia – Zuerst Ich bildete die Brücke zum NDW, während Silvia – Sauf und Stirb seiner Zeit voraus war und Stumpffs spätere Ausrichtung deutlich macht). Auf seinem späteren Album “Terror II” erschien auch das düstere Stück “Niemals Mehr”, dass nach rund 25 Jahren auch ein offizielles Video spendiert bekommt. Zusammen mit Peggy Johanson setzt er den eher melancholischen Song um. Großartig. Zeitlos.

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26 September

Musikperlentaucher – Tauchgang #25

Norma Loy – Romance

Habt ihr schon mal versucht eine Webseite aus dem französischen mit dem Google Translator zu übersetzen? Solltet ihr auch nicht, die Ergebnisse sind nahezu unlesbar. Dennoch komme ich nicht daran vorbei, euch diese Perle des französischen Coldwave der 80er zu präsentieren. Die Gruppe Norma Loy, die sich 1981 in Frankreich (wo auch sonst) formierte, entstand aus der Saat des Punks im Umfeld mysteriöser Stundentenkreise (mehr gibt die Übersetzung nicht her) und bestand im ersten Line-Up aus einem gewissen Usher, der sich für die durchaus kritischen Texte verantwortlich zeichnet und Chelsea, der mit seiner kühlen Stimme der musikalischen Einsortierung Rechnung trägt. Ergänzt wurden sie durch Christine am Schlagzeug und Anne F. am Bass. Statt als Eintagsfliege zur verenden, veröffentlichten die Franzosen rund 5 Alben zwischen den Jahren 1984 und 2009. Nicht unbedingt fleißig, aber beständig. Zu dem Stück “Power of Spirit” existiert sogar ein Video der Band, obwohl ich mich hier lieber auf das Stück “Romance” stürzen möchte, bevor ich lieber weiter mit Informationen um mich werfe, die ich aufgrund mangelnder Kenntnisse und Sprachfähigkeiten sowie von einem Wissenden um die Ohren gehauen bekomme. Den ganzen Artikel lesen… »


31 März

Musikperlentaucher – Tauchgang #23 (Remix-Special)

Lange schien er in den Tiefen des schwarzen Meeres verloren gegangen zu sein. Doch ertrunken ist er nie. Der Musikperlentaucher nimmt seiner Arbeit wieder auf und fördert auch in Zukunft wieder einige Perlen an die Oberfläche um sie dem geneigten Hörer zu präsentieren.  Eröffnen möchte ich mit einem Remix-Special, das ein Phänomen beschreibt, dass es mit noch mehr Gesetzen und Verboten wohl in seiner aktuellen Form unterzugehen droht. Doch solange er darf (oder auch nicht) hält der Musikperlentaucher die Luft an, taucht ab und fördert weitere Perle ans Tageslicht.

Depeche Mode – Never let me down again (Synaptic Dub Remix)

Eigentlich logisch, das ein Remix von Depeche Mode hier auftauchen musste. Im August 1987 veröffentlichten Depeche Mode mit “Never let me down again” ihre zweite Single-Auskopplung aus dem Album Music for the Masses.  Mit diesem Song verbinde ich eine Menge Erinnerungen. Stundenlang hockte ich vor dem heimische Radiorekorder und versuchte endlich ein vollständige Version des Stückes auf Kassette zu bannen, ohne das irgendein dämlicher Sprecher das Stück unterbrach, vorzeitig beendete oder langatmig einleitete, während im Hintergrund schon die ersten Sekunden des Stückes zu hören waren. An einem sonnigen Samstag Mittag war es dann soweit, ich hatte das Stück endlich für meine Ohren verewigt, die Kassette in meinen Walkman gelegt und war auf dem Weg in die Stadt. Ich hatte gar keinen Grund in die Stadt zu gehen, doch ich wollte die Umgebung zur Musik von Depeche Mode auf mich wirken lassen. Eine Marotte, die ich mir bis heute bewahrt habe. Der Remix von DominatrixRMX überführt dieses Gefühl in die Gegenwart. Es verleiht dem Klassiker ein neues und modernes Gewand und hüllt es in ein neuzeitlich düsteres Synthie-Gewand.

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19 Februar

Gothic-Country?

von Piet NoirKategorie: Back to the Roots7 Kommentare

Gothic und Country, wie passt das zusammen? Man erinnert sich an Auftritte der Sisters of Mercy, deren Stil auf viele Zuschauer wirkte, wie die Kopie eines billigen Spaghetti-Western. Kragenhemden, große Hüte, Biker-Boots und Lederjacken. Doch was so aussah, hörte sich nicht so an. Gothic-Rock und Country, wie passt das zusammen? Gastautor Piet Noir will ein wenig Licht ins Dunkel bringen und zeigt, dass auch musikalische Verknüpfungen vorhanden sind und stellt Bands vor, die versuchen eine Symbiose aus dem herzustellen, was bei den meisten zunächst ein Stirnrunzeln erzeugt.

Gothic-Country?

Dass Western und Gothic zusammen passen kann, wissen wir spätestens seit dem Erfolg der Fields of the Nephilim. Doch über das Outfit hinaus ist für die meisten eine Kombination dieser beiden Musikrichtungen kaum vorstellbar. Doch es gibt sie! Zum größtenteil unbeachtet vom europäischen Kontinent hat sich rund um die Stadt Denver und den USA etwas entwickelt, was heute größtenteils als „Gothic Americana“ bekannt ist, seltener auch tatsächlich unter „Gothic Country“. Den ganzen Artikel lesen… »


3 August

Musikperlentaucher – Tauchgang #22

Absurd Minds – Deception

Es gibt kein undankbarere Bezeichnung als “Futurepop”, denn ist die Musikrichtung in vielen Kritiker-Ohren ein Synonym für weichgespültes, oberflächliches und mainstreamiges. Dabei formieren sich schon seit Jahren unter dem Genre einige viel versprechende Bands, die sich zwischen den Welten bewegen. Die Absurd Minds, die auch 2011 auf dem WGT zu Gast gewesen sind, bewegen sich seit 1995 in schwarzen Kreisen und wurden von Stefan Großmann und Tilo Ladwig ins Leben gerufen um später durch Timo Fischer verstärkt. Mit ihrem Auftritt im Dresdner Szeneclub “Bunker” im Jahre 1999 erlangten sie schnell Anerkennung und fanden beim Label “Scanner” ein neues Zuhause für ihre elektronischen Schöpfungen. Ihr Debütalbum “Deception” wurde schnell zum Erfolg auf schwarzen Tanzflächen und schwamm auf der Welle der immer populäreren Futurepop-Formationen mit. Das Stück “Deception” vom eben genannten Album aus dem Jahr 2000 darf daher ohne mit der schwarzen Wimper zu zucken als Musikperle bezeichnet werden.

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18 April

Musikperlentaucher – Tauchgang #21

Depeche Mode – Shake the Disease

Ich möchte gar nicht all zu viele Worte über die Band oder das Stück verlieren, sondern hier ausnahmsweise mal das Video in der Vordergrund erheben, in dem schlaue Fragen auf schlaue Antworten treffen. “Depeche Mode machen ganz andere Musik als die Stones, aber vielleicht gibt es da irgendwelche Zusammenhänge – Magst du die Rolling Stones?” – “Ja, die sind toll!” – “Du magst? Aber eure Musik unterscheidet euch sehr.” – “Ja.” – “Also sie mögen sie schon, obwohl die Musik völlig anders ist.” [...] “Der neue Song ist ein bisschen langsamer als die alten Lieder von Depeche Mode, ist das euer neuer Style?” – “Ja.” – “Nach einigem überlegen sagt er: Ja. Naja, wir werden sehen. – Und der neue Song, was ist der Inhalt?” – “Wie bitte?” – “Der Inhalt.” “Ah! Es ist im Grunde eine Liebeslied.” – “Ein Liebeslied? Zweierbeziehung sind immer aktuell.” Es gibt schon einen Grund, warum ich die Kurz-vor-dem-Auftritt-Fragen nicht leiden kann.  Zum einen glänzen die Moderatoren nicht mit repräsentativen Fragen zum anderen leiden die meisten Bands wohl auch unter Lampenfieber, auch wenn es nur Playback ist. Den ganzen Artikel lesen… »


7 April

Wer ist eigentlich dieser Major Tom?

Künstler erschaffen Figuren. Doch nur wenige Figuren machen sich danach selbstständig und tauchen in anderen Werken wieder auf. David Bowie hat mit Major Tom 1969 eine Person erschaffen, die seither nicht nur durchs All sondern durch zahlreiche Songs reist. Doch wer ist eigentlich Major Tom? Gab es den wirklich?

Nein, offensichtlich gab es ihn nicht wirklich. David Bowie hat den Astronauten erfunden. Zum Glück, denn damit startete seine Karriere. Space Oddity lief nämlich damals – passend zur Mondlandung – im Radio rauf und runter. Genau wie sein Schöpfer, machte der fiktive Major Tom danach Karriere und ist heute fast jedem in der westlichen Welt bekannt. Hiermit begann die Reise des melancholischen Astronauten, der den Kontakt zur Bodenstation verliert: Den ganzen Artikel lesen… »


23 März

Musikperlentaucher – Tauchgang #20

Second Decay – I hate Berlin

Als ich 1994 das Album “Taste” von Second Decay in mein Abspielgerät legte, zog mich das Album fest in seinen Bann. Die Mischung aus waviger Synthesizer Musik im Stile des Cold Wave unterlegt mit poetisch melancholischen Texten in deutscher Sprache übten auf mich einen besonderen Reiz aus. Nie habe ich ganz verstanden warum die Band, die Christian Purwien und Andreas Sippel 1987 gründeten, keiner hören wollte. Die Leichtigkeit der rein analogen Synthesizer mit der poppigen Attitüde erinnerte mich sofort an jüngere Werke von Depeche Mode, die Texte wahren aber deutlich eindrucksvoller als das ungleich berühmtere Gegenstück. So schlummert “Taste” ein oftmals tristes Dasein in den Regalen mancher Liebhaber, zu Unrecht, wie der damalige Underground Club Hit “I hate Berlin” zu beweisen vermag. Ich könnte jetzt noch eine ganze Reihe weiterer Stücke empfehlen, lade euch aber ein, sie selbst zu entdecken. Den ganzen Artikel lesen… »