29 Juli

Grufties - Jugendkultur in Schwarz

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Eine Sisy­phus­ar­beit ist das akri­bi­sche Ana­ly­sie­ren des Gruf­tie– oder viel­leicht bes­ser ver­ständ­lich Gothic-Stils in all sei­nen nach außen hin sicht­ba­ren Merk­ma­len. Zu recht bemän­geln Kri­ti­ker, das man sich einer Jugend­kul­tur und ins­be­son­dere der Gothic-Szene nicht allein von die­ser Seite aus näher kann um sie über­haupt als sol­che zu erfas­sen und in Ansät­zen greif­bar zu machen. Man bezwei­felt sogar, das dies über­haupt mög­lich ist.

2000 machen sich Doris Schmidt und Heinz Jana­lik daran, die bis dahin bekann­ten Erschei­nungs– und Aus­drucks­for­men der Gruf­ties zu erfas­sen. Das sie dabei den wesent­li­chen Kern nicht errei­chen ist ihnen bewusst: „Wer als Außen­ste­hen­der Erkennt­nisse über jugend­kul­tu­relle Sze­nen gewin­nen will, um Ver­ste­hen und Ver­ständ­nis als Grund­lage für humane Koexis­tenz zu ent­wi­ckeln, muss in einen vor­be­halt­lo­sen und viel­sei­ti­gen Dia­log mit den Reprä­sen­tan­ten der Szene tre­ten, wohl wis­send, dass ein Beob­ach­ter von außen die von den Jugend­li­chen gezo­ge­nen Gren­zen aner­ken­nen muss und des­halb in gewis­ser Weise immer außer­halb ver­blei­ben wird.

Bevor im mir das Buch bei Ama­zon bestellt habe, kam ich nicht daran vor­bei, die Kri­ti­ken der Leser zu stu­die­ren, die sich bis dahin dem Buch genä­hert haben. Die durch­weg schlech­ten Kri­ti­ken lie­ßen min­des­tens eine Sache erah­nen, ent­we­der wur­den Erwar­tun­gen nicht erfüllt weil das Buch dafür nicht geeig­net ist, oder die gestell­ten Erwar­tun­gen waren ein­fach falsch, wir wer­den sehen und erfah­ren warum Bril­len die Mas­ken der Gruf­ties sind. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


15 Juli

Punk - No One is Innocent

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Gudrun Gut 1978Als Kunst den Punk infi­zierte. Das war meine erste Wor­tas­so­zia­tion als ich bei Nerd­core über den kos­ten­los vefüg­ba­ren Aus­stel­lungs­ka­ta­log Punk — No One is Inno­cent der Kunst­halle Wien gestol­pert bin. Beein­druckt zeigt ich mich jedoch vom Inhalt des recht umfang­rei­chen Wer­kes. Künst­ler neh­men in der Geschichte des Punks einen ganz inter­es­san­ten Stel­len­wert ein, denn Künst­ler und Mode­ma­cher waren es, die die Ener­gie der Jugend­kul­tur für sich ent­deck­ten und so man­chen Punk– und Post-Punk Act in den frü­hen 80er zu einer Ver­nis­sage erho­ben und sich mit der Non-Konformität und ver­meint­li­chen Avant­garde umga­ben. Daher betrachte ich das Phä­no­men „Kunst” in Jugend­kul­tu­ren als zwie­späl­tig und Missverstanden.

Umso erfreu­ter war ich, das Punk als sol­ches nun eine künst­le­ri­sche Betrach­tung erhält, die es durch­aus ver­dient hat. Der Aus­stel­lungs­ka­ta­log wie er hier genannt wird, kann mit durch­aus beein­dru­cken­den Foto­gra­fien und Tex­ten ver­schie­de­ner Auto­ren punk­ten und wird dem Wort „Kata­log” als sol­cher nicht gerecht. Allein das Bild auf dem Cover, das Gudrun Gut von Mala­ria! zeigt, als sie etwa 1978 von ihrer Schwes­ter Anja abge­lich­tet wird, hat meine Neu­gier geweckt, denn bei Gut han­delt es sich nicht um einen Punk im klas­si­schen Sinne.

Die Kunst­halle selbst schreibt dazu: „…Punk inter­es­siert uns als Kunst­halle im Anschluss an die Gitarren-Ausstellung Go Johnny Go! (2003) und die künst­le­ri­sche Refle­xion des Sum­mer of Love (2006) weni­ger als musi­ka­li­sches Phä­no­men, denn als Geste der Nega­tion, als eine Pforte der Wahr­neh­mung, durch die man ein­tritt in ein Reich der chif­frier­ten Bot­schaf­ten: Signal to Noise…

Link zum kom­plet­ten Kata­log (240 Sei­ten, 220 Abbil­dun­gen) als kos­ten­los ver­füg­bare PDF Den gan­zen Arti­kel lesen… »


13 April

Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes

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BuchcoverEine Jugend­be­we­gung wis­sen­schaft­lich zu beschrei­ben ist ein Para­do­xon, denn der Ver­such eine Bewe­gung zu beschrei­ben schei­tert meist an der Bewe­gung selbst. Mit sei­nem Buch Das Cha­risma des Gra­bes — Ste­reo­typ und Vor­ur­teile  in Bezug auf jugend­li­che Sub­kul­tu­ren am Bei­spiel der schwar­zen Szene star­tet Roman Rut­kow­ski einen ernst­haf­ten Ver­such. Im Rah­men sei­ner Magis­ter­ar­beit ent­stand dabei ein rund 180 Sei­ten lan­ges Werk, das sich ganz beson­ders mit den Vor­ur­tei­len und Ste­reo­ty­pen beschäf­tigt, die der schwar­zen Szene hin­ter her­lau­fen wie ein treuer Hund. Okkul­tis­mus und Sata­nis­mus, Todes­sehn­sucht und Sui­zid­ge­fähr­dung sowie der schlei­chende Rechts­ra­di­ka­lis­mus wer­den hier von Rut­kow­ski sach­lich erläu­tert. Das Buch ver­sucht aus den spär­li­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen wis­sen­schaft­li­cher Arbei­ten einen Kon­sens zu bil­den und den mit eige­nen Nach­for­schun­gen und Schluss­fol­ge­run­gen anzureichern.

Die Ein­lei­tung liest sich daher schlep­pend und durch­leuch­tet das Phä­no­men der Jugend­be­we­gung als sol­ches, das mei­ner Mei­nung nach eigent­lich gar nicht wis­sen­schaft­lich zu erfas­sen ist, son­dern immer nur ein Ver­such sein kann etwas zu unver­ständ­li­ches zu ergrün­den um es sei­ner Mythen zu berau­ben oder es ein­fach nur ver­ständ­lich zu machen. Den­noch schätze ich den Wert sol­cher wis­sen­schaft­li­cher Arbei­ten, die immer auch Vor­lage für andere Werke sein kön­nen, die sich der Grund­la­gen bedie­nen um diese wei­ter zu ver­fol­gen. Idea­ler­weise natür­lich dann, wenn sach­lich und gut recher­chiert sind und eine tat­säch­li­che Zeit­auf­nahme der Bewe­gung dar­stel­len. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 Februar

Schattenwelt - Helden und Legenden des Gothic Rock

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Schattenwelt - Dave ThompsonSel­ten wird mir ein Buch so voll­mun­dig ange­kün­digt wie das Werk Schat­ten­welt von Dave Thomp­son. Der eng­li­sche Autor und Musik­jour­na­list gehört zu einem der flei­ßigs­ten Schrei­ber der alter­na­ti­ven Musik­szene und brachte schon in frü­hen 80ern Fan­zines und Bücher her­aus, mit die­sem Buch möchte er die Ent­ste­hung des Gothic Rock anhand sei­ner Hel­den und Legen­den nach­zeich­nen. Ich habe mich 424 Sei­ten durch die sehr gute Über­set­zung von Kirs­ten Bor­chardt gewühlt und mir ein eige­nes Bild von dem Buch gemacht, über das der Zillo schrieb: „Einen defi­ni­ti­ve­ren Über­blick über die Geburt der schwar­zen Szene wird es wohl nicht mehr geben.

Das Buch zeich­net den Ver­lauf der schwar­zen Szene sehr genau nach und beginnt etwa 1976 mit den ers­ten Live-Auftritten von Sioux­sie & The Bans­hees und eröff­net die musi­ka­li­sche Chro­nik mit Iggy Pop und sei­nem legen­dä­rem Album The Idiot, das sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Sehr detail­liert beschreibt Thomp­son das Erschei­nen sämt­li­cher Prot­ago­nis­ten auf der Bühne des Gothic Rock und kon­zen­triert sich dabei auf die Haupt­dar­stel­ler und ihre musi­ka­li­schen Pro­jekte. Als sich The Cure, Bau­haus und Joy Divi­sion vom fast schon eta­blier­ten Punk lösen sucht man förm­lich nach einem neuen Ober­be­griff, der den Bands der ers­ten Stun­den anhef­ten wird wie eine Täto­wie­rung. Mit The Mis­sion, The Dam­ned und The Sis­ters of Mercy macht er die Bewe­gung dann ein­deu­tig zu einem eng­li­schen Phä­no­men, woran ver­ein­zelte Aus­flüge mit The Birth­day Party, Chris­tian Death oder den Fields of the Nephilim nichts ändern kön­nen. Der Wech­sel zwi­schen den vie­len par­al­le­len Ent­wick­lun­gen ist mit­un­ter etwas umständ­lich und kon­fus gera­ten, so das man als Leser immer wie­der reflek­tie­ren muss, in wel­chem Teil der Zeit man sich befin­det. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 Januar

Journal der Jugendkulturen #14

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Journal der Jugendkulturen 14Das Jour­nal der Jugend­kul­tu­ren ist eine Fach­zeit­schrift des Archivs der Jugend­kul­tu­ren von dem ich bereits in einem älte­ren Arti­kel berich­tet habe. Das Jour­nal erscheint mitt­ler­weile jähr­lich und ist eigent­lich mehr als der spie­ßige Titel zunächst ver­mu­ten lässt. Nen­nen wir es eine jugend­kul­tu­relle Rück­blende und Aus­sicht auf das, was in Jah­ren viel­leicht ein­mal legen­där erscheint.

Nie­mand kann wirk­lich erfas­sen, was in einer Jugend­be­we­gung vor­geht, wohin sie führt und wor­aus sie sich ent­wi­ckelt, es mag ver­mes­sen klin­gen eine Bewe­gung in Wort und Schrift zu fas­sen, denn im Sinne des Wor­tes ist sie damit bereits zum Still­stand gekom­men. Wenn jedoch einen ernst gemein­ten Ver­such gibt das zu erfas­sen, muss man in einem Atem­zug vom Archiv der Jugend­kul­tu­ren spre­chen. Für die Kon­ser­vie­rung von Jugend­sze­nen aller Art ist es bereits jetzt schon eine Institution.

Die Aus­gabe Num­mer 14 vom Dezem­ber 2009 beschäf­tigt sich im Schwer­punkt mit Jugend­sze­nen im Aus­land und bie­tet in 4 Arti­kel einen Quer­schnitt durch latein­ame­ri­ka­ni­sche Kul­tu­ren und zeigt eine wär­mere Inter­pre­ta­tion bereits bekann­ter Kul­tu­ren. In sei­nem Arti­kel „¡Patria o muerte! oder No Future!? – Beob­ach­tun­gen zu Jugend und Staat in Kuba” [PDF] gibt Thors­ten Eßer einen Ein­druck von einem Land, in dem sich zwi­schen Kom­mu­nis­mus, Bür­ger­krieg, Refor­men und Zen­sur eine Jugend­kul­tur formt die nicht müde wird den Kampf für ihre Rechte voranzutreiben.

So wun­dert es nicht, das der Arti­kel mit einem Zitat von Che Gue­vara eröff­net wird: „Von beson­de­rer Bedeu­tung ist die Jugend, denn sie ist die form­bare Ton­erde, aus der man den neuen Men­schen erschaf­fen kann, der frei ist von den Erb­las­ten der Ver­gan­gen­heit.“ Lei­der konnte die kuba­ni­sche Jugend den Zie­len nicht fol­gen und so schließt sein Arti­kel: „Che Gue­va­ras „Neuer Mensch“ hin­ge­gen, der sich selbst­los und ohne mate­ri­elle Inter­es­sen für das Gemein­wohl enga­giert und sich sogar opfert, wenn es sein muss, bleibt auch auf Kuba eine Uto­pie.Den gan­zen Arti­kel lesen… »


21 Dezember

Gothic Beauty Magazine #29

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Gothic Beauty 29Neulich brachte der Postbote wieder einen Schwung Zeitschriften aus Übersee, darunter auch das Gothic Beauty Magazine Nummer 29. Das Hochglanzmagazin, das ich in einem anderen Artikel bereits vorgestellt habe, gibt einen Überblick über die Gothic-Style-Szene in den USA. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, das alles unter dem Stern des Glam Goth steht, in der die Protagonisten der Zeitschrift deutlich mehr Gesichtsfarbe zeigen, vielleicht ein bisschen von den New Romantics der frühen 80er inspiriert. Überhaupt wird deutlich, das keine wirklichen Stile mehr entwickelt werden, sondern eher in immer neuen Kombinationen präsentiert werden.

Seit neuestem werden auch andere Subkulturen mit einbezogen. "Wenn die Steam­punk Mode die Ver­kör­pe­rung des­sen ist, wie sich die Vik­to­ria­ner der vor­letz­ten Jahr­hun­dert­wende die Zukunft vor­stell­ten, dann ist „German-Based-Folks-Clothing” die Ver­kör­pe­rung des­sen was sich Men­schen der Zun­kunft unter dem vik­to­ria­ni­schen Zeit­al­ter vor­stel­len könnten.” So stellt das Maga­zin das deut­sche Mode­la­bel infolkswetrust.com vor. Der Mix aus typi­schen Gothic-Elementen der Neu­zeit bei dem man auch bei den Cybers abge­schaut hat, wurde nun um das Steam­punk­genre erwei­tert. Für meine Begriffe etwas zu viel gemixt, ich mag die ein­zel­nen Stile eher in ihrer puris­ti­schen Form. Ich bin mir aber sicher, das die­ser neue Trend gro­ßen Anklang fin­den wird. Den gan­zen Arti­kel lesen… »