25 April

Cass - Ein wahre Geschichte

Spontis Thema

Durch Zufall habe ich den Film Cass in die Hände bekom­men, von dem ich zunächst nicht wusste, wo ich ihn ein­ord­nen sollte. Ich hatte zwar schon einige Filme und Doku­men­ta­tio­nen über das Phä­no­men Hoo­li­gan gese­hen, lei­der konnte mich bis jetzt keine Über­zeu­gen. Ob es die­ser Film bes­ser macht? Den meis­ten Umset­zun­gen wie bei­spiels­weise Hoo­li­gans mit Eli­jah Wood lei­den unter dem dürf­ti­gen Hin­ter­grund der Drehbuchautoren.

Etwas anders sind die Hin­ter­gründe die­ses Film. Cass ver­folgt die Lebens­ge­schichte des bri­ti­schen Auto­ren Cass Pennant, der über seine Leben als Hoo­li­gan meh­rere Bücher ver­fasst hat. Pennant wächst im Lon­don der 50er Jahre auf, in einer Zeit wo er auch in Eng­land wegen sei­ner Haut­farbe und sei­ner Her­kunft dis­kri­mi­niert wird. Als  Adop­tiv­kind einer klas­si­schen eng­li­schen Fami­lie wächst er zwi­schen zwei Fron­ten auf, im Her­zen ein Eng­län­der wird er doch von ande­ren zum Opfer des Ras­sis­mus degra­diert. Mit der Mit­glied­schaft in der ICF (Inter City Firm), einer Hooligan-Gruppierung um den eng­li­schen Fuß­ball­ver­ein West Ham United, ändert sich sein Leben. Mit Gewalt und Hass ver­schafft er sich den Respekt, der ihm so lange ver­wehrt blieb und wird trotz sei­ner schwar­zen Haut­farbe zu einer der Schlüs­sel­fi­gu­ren die­ser Hooligan-Bande. Als Pennant inhaf­tiert wird, beginnt er damit seine Erleb­nisse auf­zu­schrei­ben. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


5 Februar

Tod Brownings Freaks (1932)

Spontis Thema

Filmplakat Freaks 1932Hans ist Dar­stel­ler in einer Show bei einem Zir­kus und eigent­lich glück­lich mit Frieda ver­lobt. Als die neue Tra­pez­künst­le­rin Cleo­pa­tra im Zir­kus beginnt, ver­liebt sich Hans unsterb­lich. Er macht ihr trotz Frie­das War­nun­gen Geschenke, Kom­pli­men­ten und Höf­lich­kei­ten die Cleo­pa­tra zwar heu­chelnd annimmt, sich aber hin­ter Hans’ Rücken über ihn lus­tig macht, denn Hans ist klein­wüch­sig. Für Sie ist das alles nur ein Spiel, bis sie von einer bevor­ste­hen­den Erb­schaft erfährt, durch die Hans ver­mö­gend wird. Zusam­men mit ihrem Mann Her­cu­les schmie­det sie einen heim­tü­cki­schen Plan. Cleo­pa­tra und Hans hei­ra­ten und schon auf der Hoch­zeit macht sich Cleo­pa­tra über die Freaks des Zir­kus lus­tig, als Her­cu­les ver­sucht Hans zu ver­gif­ten um so dem Erbe hab­haft zu wer­den öffnet ihm das die Augen. Er und die ande­ren Freaks schwö­ren Rache.

Eigent­lich sollte das ein Film wer­den um das Ver­ständ­nis für Anders­ar­tig­keit und Behin­de­run­gen zu för­dern, doch 1932 erreicht der Film genau das Gegen­teil. Regis­seur Tod Brow­ning, der selbst meh­rere Jahre mit sol­chen Freaks im Zir­kus lebte, war sei­ner Zeit vor­aus. Der Film wurde in ver­schie­de­nen US-Bundestaaten ver­bo­ten, in Groß­bri­tan­nien stand er über 30 Jahre lang auf dem Index. Brow­nings Kar­riere die 1931 mit der Ver­fil­mung von Bram Sto­kers Dra­cula (mit dem legen­dä­ren Bela Lugosi in der Haupt­rolle) ihren Höhe­punkt erreicht hatte, endete abrupt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 Januar

Dokumentation: Skinhead Attitude

Spontis Thema

Skinhead Attitude FilmWo wir schon­mal beim Thema sind, sagte ich mir und erin­nerte mich an die zahl­rei­chen Bei­träge die sich um die Skinhead-Kultur dreh­ten oder das Thema zu min­des­tens tan­gier­ten. Es liegt auf der Hand die Pro­ble­ma­tik all­ge­gen­wär­tig ist und den eigent­li­chen Wur­zeln nicht gerecht wer­den kön­nen. Doch lei­der ver­mö­gen Arti­kel immer nur einen Teil der Neu­gie­ri­gen zum umden­ken zu bewe­gen, zu inter­es­sie­ren oder für wei­tere Recher­chen zu begeis­tern. Das ist wie das lesen in einer Zei­tung, macht auch nicht jeder, manch ande­rer zieht sich seine Infor­ma­tio­nen lie­ber aus Hör­funk oder Fern­se­hen. Was läge da mehr auf der Hand, das Thema noch ein­mal in audio-visueller Form, also als Video, zu behan­deln. Gerade im Hin­blick auf die Nazi-Problematik gibt es noch viel zu klären.

Erst gegen Ende der 70er Jahre mit der Krise und der Ent­ste­hung der Punk­be­we­gung radi­ka­li­sie­ren sich die Street-Kids. Ange­zo­gen vom rebel­li­schen, vom pro­vo­zie­ren­den — eine neue Gene­ra­tion von Skin­heads.” Ein gefun­de­nes Fres­sen für rechts­ex­treme Grup­pie­run­gen, die den jugend­li­chen poli­ti­sche Ideo­lo­gien ver­mit­teln und diese als Instru­ment der Auf­merk­sam­keit miss­brau­chen. Um ihre Ziele durch­zu­set­zen greift man auf Gewalt und Aggres­si­vi­tät zurück und kana­li­siert diese unter Paro­len die jeder ver­steht und mit­füh­len kann, die Kids aus den ein­fa­che Arbei­ter­schich­ten las­sen sich vom Gedan­ken „Aus­län­der Raus!” leicht anste­cken, denn das eigene Zuhause lei­det unter der Arbeits­lo­sig­keit der spä­ten 70er.

Die Doku Skin­head Atti­tude greift genau diese Pro­ble­ma­tik auf und bringt den Kon­flikt zwi­schen dem eigent­li­chen Skinhead-Gedanken und der Rea­li­tät auf den Punkt. Der Film von Daniel Schweit­zer wurde 2005 als bes­ter Doku­men­tar­film gefei­ert. Zu recht. Neben zahl­rei­chen Skin­heads kom­men vor allem die Musik­er­le­gen­den Lau­rel Ait­ken oder auch Jimmy Pur­sey von Sham 69 zu Wort, denn Musik ist das grund­le­gende Ele­ment der Skin­heads. „Kein Skin kann Ras­sist sein, weil er sonst seine schwar­zen Wur­zeln ver­leug­nen würde…”  Die zahl­rei­chen Szene-Angehörigen die zu Wort kom­men ver­lei­hen der Doku die Spur Authen­ti­zi­tät, für die es wohl den Preis erhal­ten hat. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


19 Januar

Cooltour - Zur Jugendszene 1985

Spontis Thema

Cover des Videos CoolturKöln, Alter War­te­saal. Die in fades Licht gehüllte Tanz­flä­che ist dicht von den soge­nann­ten Gruf­ties besie­delt, Fri­su­ren for­men ein erstaun­li­ches Bild das der Sky­line eine Metro­pole ähnelt. Glo­cken­ge­läut und der Klang einer Orgel bil­det den Eröffnungs-Choral in der Sams­tags Disco des Alten War­te­saals in Köln. Der Chor der nun die ehr­wür­di­gen Mau­ern unter den Glei­sen des Haupt­bahn­hofs zu Köln durch­flu­tet wirft ein bizar­res Licht auf die Men­schen die sich im Schein der bun­ten Lam­pen tum­meln. Sollte das etwa eine beson­ders moderne Form der christ­li­chen Glau­bens­aus­übung sein?

Für den Außen­ste­hen­den ist die Kom­bi­na­tion aus schwe­ren Kreu­zen, die man als Schmuck trägt und den größ­ten­teils schwar­zen Kla­mot­ten schwer zu ver­dauen. Für die Jugend­li­chen, die sich an die­sem Sams­tag Abend in der Dis­co­thek tref­fen ist es das ganz eigene Ver­ständ­nis von Ästhe­tik und nur Mit­tel zum Zweck die Auf­merk­sam­keit sei­nes Umfelds auf sich zu len­ken. Madonna hat es schließ­lich in ihrem 84er Video zu Like a Vir­gin vor­ge­macht, Billy Idol bringt mit sei­nem Video zu White Wed­ding die Sze­ne­ty­pi­schen Stil-Elemente auf den Punkt. Ein häm­mern­der Beat und sprü­hende Fun­ken zerei­ßen die andäch­tige Stim­mung, die Jugend­li­chen tan­zen wild zum trei­ben­den Rhyth­mus der Musik…

Fol­gen die Künst­ler nun der Strö­mung der Jugend, oder iden­ti­fi­zie­ren sich die Kids vor der Bühne mit den Künst­lern in dem sie ihren Style auf­neh­men? Die Frage lässt sich nicht abschlie­ßend klä­ren, doch das ist auch nicht das, was Tho­mas Schmitt mit sei­nem Film errei­chen möchte. Die Ein­lei­tung erklärt: „…Kids aus der Samstags-Disco des Alten War­te­saals, die schril­ler und exo­ti­scher gestylt denn je „No Future“ blöd fin­den und auf eine gere­gelte Zukunft hof­fen. „Etwas rich­ti­ges wer­den“ wol­len sie alle – am liebs­ten Mode­de­si­gner. Pro­test ist passé auch bei den jun­gen Kul­tur­schaf­fen­den aus der Sze­ne­kneipe Wave… „. Fünf Jahre zuvor, also 1980 drehte Schmitt ein Video mit dem Titel Ran­dale & Liebe, das die deut­schen Aus­läu­fer der Punk-Bewegung zeigt, die mit ihrem Pro­test die Fes­seln der eige­nen Ver­gan­gen­heit abschüt­teln wol­len und hof­fen das kalte und graue Sys­tem mit Pro­test zu ihren Guns­ten zu len­ken. Die Jugend 1985 zeigt da ein ande­res Bild und ist offen­bar auf ihr Aus­se­hen fixiert und schert sich nicht mehr um poli­ti­sche Inhalte. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


7 Januar

ZDF Doku: Schwarz vor Augen

Spontis Thema

Ver­glei­che ich die Medi­en­be­richte über die Gothic-Szene der letz­ten 20 Jahre vor dem geis­ti­gen Auge, fällt mir auf, das die Skep­sis und Ableh­nung einer Art von Auf­merk­sam­keit und Akzep­tanz gewi­chen ist, die zwar immer gewünscht wurde, aber letzt­end­lich die Szene ihrer Grund­lage beraubt. Auf dem ZDF Info­ka­nal gab es 2009 eine Mini­reihe zu den Jugend­kul­tu­ren in Deutsch­land, in der man sich den größ­ten Jugend­kul­tu­ren wid­met und diese ver­sucht dar­zu­stel­len. In dem Bericht Schwarz vor Augen geht es um die Gothic-Szene. Grund genug, einen Blick dar­auf zu werfen.

Gleich das erste State­ment der Szene beschreibt eigent­lich das Vor­der­grün­dige Pro­blem: „Die Gothic-Szene ist nach wie vor eine der häu­figs­ten miss­ver­stan­de­nen Jugend­kul­tu­ren. Szene-Anhänger erfah­ren immer wie­der Dis­kri­mi­nie­run­gen und wer­den fälsch­lich mit Vor­ur­tei­len wie Todes­sehn­sucht oder Sata­nis­mus kon­fron­tiert.” Aber das gilt nicht nur für die breite Öffent­lich­keit, son­dern auch für die Medien. Denn hier wird das mitt­ler­weile akzep­tierte Ver­hal­ten der Lächer­lich­keit preis­ge­ge­ben in dem man die Sen­sa­ti­ons­geil­heit der Men­schen befrie­digt, jeden­falls bei den pri­va­ten Sen­dern. Ob es die öffentlich-rechtlichen mei­ner Mei­nung nach bes­ser machen und ihren Bil­dungs­auf­trag erfül­len, wird sich her­aus­stel­len. „Die Szene ent­stand Anfang der 1980er Jahre aus dem Post-Punk und New-Wave Umfeld. Zu den ers­ten Szene-Bands gehör­ten „The Cure” und „Sioux­sie and the Bans­hees”.” Wenn man so möchte, stimmt das natür­lich. Hier zitiert man eigent­lich nur die Presse, die sei­ner­zeit den Begriff Gothic erst schuf und Bands der Zeit die­ser Kate­go­rie ein­fach zuord­ne­ten. Die Wahr­heit ist das natür­lich nicht. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


18 November

...die sind eben so - Jugend 83

Spontis Thema

Die sind eben soIch bin ja immer auf der Suche nach den Quellen der Vorurteile und nach den Subkulturen der Neuzeit und immer wieder fasziniert, was sich so alles entdecken lässt. Fußball ist ja bekanntlich der Deutschen liebster Sport, unzählige Anhänger in allen Jahrzehnten sprechen eine deutliche Sprache. Fußballfans werden sie genannt. Sie stehen treu zu ihrem Verein, fiebern, zittern und feiern in alle Lebenslagen. Sie tragen das Geld in die Kassen der Vereine und sorgen erst für die typische Stimmung in einem Stadion, die wirklich atemberaubend ist, davon habe ich mich selbst einige male überzeugen können.

Natürlich gibt es auch eine dunkle Seite des Fußballs, die mit den Hooligans und der dritten Halbzeit ihre Höhepunkte feiern. Klar das dieser "Trend" aus dem Mutterland alles Szenen, aus England stammt, in denen die Hooligans schon in den 70er ihr Unwesen trieben. Ziel dieser Fans: Adrenalin aufbauen und auch gleich wieder abbauen, körperlich. In der dritten Halbzeit trifft man sich mit rivalisierenden Hooligans aus anderen Städten und kloppt sich auf die Mütze. Meist außerhalb des Stadions. Das es sich dabei nicht immer um hirnlose Volltrottel handelt, habe ich gelernt. Manche machen das ganz bewusst und haben auch noch Spaß dran.

Es gibt spezielle Konstellationen in der Bundesliga, die besonders prickelnd sind, gerade weil sie in der Vergangenheit immer wieder traurige Höhepunkte setzen. Borussia Mönchengladbach gegen den 1.FC Köln beispielsweise, oder auch Borussia Dortmund gegen Schalke 04. Von diesem Ruhrpottderby handelt auch die Dokumentation "...die sind eben so" aus dem Jahre 1983.

Zwischen Krawallen und Schlägereien in beiden Lagern zeigt man auch Fanclubs beider Seiten, die in ihren Vereinsheimen ihre Meinung zum Besten geben, die mit Verlaub gesagt, sprachlos macht. "Das ganze blau-weiße Getümmel„, so ein Fan von Dort­mund über Schalke, „sollte man ein­fach aus­rot­ten.” Und ein Schal­ker Fan meint: „… das Emblem, der Toten­kopf mit Stahl­helm, soll ein biss­chen an die SS erin­nern, da wir poli­tisch fast alle total rechts gerich­tet sind. Wir has­sen Aus­län­der wie die Pest, weil sie zu viel hier sind und wol­len den dicken Mecki hier machen, genau wie die Dort­mun­der.Den gan­zen Arti­kel lesen… »