23 Oktober

Die Flucht in den Konsum

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alkoholverbot mönchengladbachEs gibt Tage, die blei­ben einem ein­fach in Erin­ne­rung, sei es nun in guter oder schlech­ter, manch­mal lässt sich das ein­fach nicht ver­mei­den. Wenn ein Tag so vol­ler klei­ner Anek­do­ten steckt, das er schon bald droht davor über­zu­lau­fen, ist es an der Zeit für einen klei­nen Tage­buch­ein­trag wie die­sen, dann muss sich ein­fach mal „freischreiben”.

Der Sams­tag stand auch bei uns im Zei­chen des Fuß­balls, denn heute spiel­ten Mön­chen­glad­bach und Köln in Mön­chen­glad­bach. Das ist immer so eine Sache, denn das Lokal­derby gilt als eines der bri­san­tes­ten in der Bun­des­liga. Nicht wegen der Mann­schaf­ten und ihrer Qua­li­tät, son­dern wegen der Fans und sol­chen, die es ein möch­ten. Immer wie­der gab es hef­tige Aus­schrei­tun­gen, mal in Köln, mal in Mön­chen­glad­bach. Jetzt hat es offen­bar gereicht, denn der Ober­bür­ger­meis­ter Nor­bert Bude hat kur­zer­hand 142 Stra­ßen zur Alko­hol­freien Zone erklärt. Kein Genuss von Alko­hol, kein Ver­kauf von Alko­hol, kein mit­füh­ren von Alko­hol. Über 1000 Poli­zis­ten sol­len für die Ein­hal­tung sor­gen und so Aus­schrei­tun­gen verhindern.

Grund genug die Flucht zu ergrei­fen. Für uns jeden­falls. Und wohin? Nach Köln, denn da kann heute ganz unge­stört shop­pen, habe ich gehört. Offen­sicht­lich waren wir nicht die ein­zi­gen mit die­ser bril­li­an­ten Idee, denn der Bür­ger­steig die Schil­der­gasse drohte an den Men­schen­mas­sen zu ersti­cken. Trotz­dem haben wir ein ganz neues Ein­kaufs­kon­zept getes­tet: Aus­su­chen, Anpro­bie­ren aber noch nicht kau­fen, damit man(n) die Tüten nicht noch durch die ganze Stadt schlep­pen muss. Angst davor das die Sachen dann weg sein könn­ten, oder der Laden zu sein könnte? Pah! Nicht mit uns. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


23 September

Geht nicht wählen!

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Die Wahl ist über­all. Ich bin schon ange­nervt von Pro­gno­sen und Hoch­rech­nung, Vor­her­sa­gen und mög­li­chen Koali­tio­nen. Pseu­do­wahl­kampf nach ame­ri­ka­ni­schem Vor­bild? Auch die deut­sche Pro­mi­nenz bekle­ckert sich nicht gerade mit Ruhm, wenn sie eine Idee aus dem ver­gan­ge­nen Obama-Wahlkampf auf­greift und in einem Video pro­pa­gie­ren möchte: Geht nicht wählen!

Der Grund ist klar, oder? Sub­ti­ler Humor in einer kla­ren Aus­sage um Men­schen zum nach­den­ken und zum wäh­len anzu­re­gen. Es gibt jedoch ein Pro­blem das uns viel­leicht von der ame­ri­ka­ni­schen Idee unter­schei­det. Hier weiß nie­mand was er eigent­lich wäh­len soll. In den USA kämpfte die Enga­gier­ten gegen die Bush Regie­rung und hat­ten den Ent­schluss Obama zum Sieg zu ver­hel­fen. Doch in wel­cher Zwick­mühle sitzt denn der Deut­sche Wäh­ler? Meine Ent­schei­dung habe ich schon län­ger in der Side­bar ver­ewigt, wenn ich aber mei­nen klei­nen Wahl­kampf so Revue pas­sie­ren lasse, wird klar, das kaum einer weiß was er wirk­lich wäh­len soll.  Macht euch aber zunächst sel­ber ein Bild von dem Video: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


22 September

Die Kanzlerin kommt - Und alle so: Yeaahh!

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Und alle so: Yeaahh!Der Aus­lö­ser die­ser Über­schrift geis­tert schon eine ganze Weile durch die Netz­ge­meinde. Ein Pla­kat der Kanz­le­rin für einen Besuch auf dem Ham­bur­ger Gän­se­markt wirbt, wurde durch einen unbe­kann­ten demo­kra­ti­siert in dem er ein­fach seine Mei­nung dar­auf schrieb. „Und alle so: Yeaahh!” So herr­lich iro­nisch, so herr­lich ein­fach und so herr­lich direkt, direk­tes Kopf­kino. Nach­dem es auf zahl­rei­chen Blogs ver­brei­tet wurde, war fast klar, das es zur Rede etwas pas­sie­ren sollte. Vor­bei an öffent­li­chem Inter­esse for­mierte sich am Frei­tag ein Flashmob poli­ti­scher Güte, der die Rede der Kanz­le­rin mit lau­tem rufen von „Yeaahh!” ein­deu­tig bereicherten.

Tril­ler­pfei­fen und „Buh”-Rufe sind eben genauso lang­wei­lig wie die Rede der Kanz­le­rin selbst, klar das nicht nur Fans die­ser aus­ge­spro­chen gelun­ge­nen Aktion dabei waren. Einige Zuschauer lie­ßen sich jedoch anste­cken und taten dem Flashmob gleich und mach­ten dar­aus eine höchst cle­vere Aktion.

Jetzt schreibt Ole Reiß­mann auf Spiegel-Online (via Nerd­core) von puber­tä­ren Stö­rern und Flashmob-Terror und stellt sich die Frage, ob diese Aktion im Vor­feld hätte ver­hin­dert wer­den müs­sen. Die Schluss­fol­ge­run­gen und Ver­glei­che die er zieht, sind so weit von der Rea­li­tät ent­fernt, das es nur so kracht. Offen­bar han­delt es sich bei Ole Reiß­mann um einen schrei­ben­den Ver­eh­rer der Kanz­le­rin der als Prak­ti­kant im Spie­gel ein­ge­schleust wurde: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


15 September

Independent ist tot, zurück zur Independence!

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Der Begriff Inde­pen­dent1 ist seit Jah­ren nur noch heiße Luft. Dem Hörer soll sug­ge­riert wer­den, dass ent­spre­chende Bands völ­lig unab­hän­gig ihr Ding durch­zie­hen und frei vom Druck der Major­la­bels Musik machen und somit einen inte­gra­len Bestand­teil der Sub­kul­tur bil­den. Viel­leicht war das mal vor 20 Jah­ren so, heute ist Inde­pen­dent fes­ter Bestand­teil der Musik­in­dus­trie. Die ver­hass­ten Major­la­bels grün­den meist selbst eigene Abtei­lun­gen oder Unter­la­bel, die sich dar­auf spe­zia­li­sie­ren eine ent­spre­chende Käu­fer­schicht zu bedienen.

Das sind dann in der Regel die Musik­lieb­ha­ber aus einem sozial sta­bi­len Umfeld die den Wunsch ver­spü­ren zu par­ti­zi­pie­ren, teil­zu­ha­ben am Unter­grund, mit­ten­drin zu sein in einer Szene oder einen beson­de­ren Musik­ge­schmack zu zei­gen. Wie weit deren Rebel­lion dann reicht ist indi­vi­du­ell, die einen emp­fin­den das tra­gen eines Ramo­nes T-Shirts schon als auf­be­geh­ren, andere las­sen sich ein Pier­cing ste­chen um damit seine Mit­men­schen zu scho­cken, die sich aber daran bereits gewöhnt aben.  Viele kön­nen es sich leis­ten regel­mä­ßig Kon­zerte zu besu­chen oder sich die neu­este Scheibe einer Band in das Regal zu stel­len. Sie kau­fen völ­lig über­teu­erte Band-Accessoires wie Taschen, Fah­nen, Tas­sen, Bett­wä­sche und Stifte ohne etwas über die Band zu wis­sen die sie damit zusätz­lich bewer­ben. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Inde­pen­dent  (engl. „unab­hän­gig”), kurz Indie []

11 September

Glaubwürdigkeit von Wahlplakaten

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fdp_westerwelleAls ich ges­tern ein Wahl­pla­kat von Guido Wes­ter­welle gese­hen habe, stutze ich, so hatte ich den FDP Par­tei­vor­sit­zen­den nicht in Erin­ne­rung. Der Jür­gen Proch­now der deut­schen Poli­tik, wie ich ihn immer lie­be­voll nannte, den ich für sein Cha­rak­ter­ge­sicht und sei­nen offe­nen Umgang mit der eige­nen Homo­se­xua­li­tät immer gemocht habe strahlte wie ein Honig­ku­chen­pferd und wirkt auf mich selt­sam ver­än­dert. Irgend­wie glat­ter, irgend­wie geleck­ter. Das die Bil­der für den Wahl­kampf alle­samt am Com­pu­ter retu­schiert sein dürf­ten, kann keine Neu­ig­keit sein.

Hier ein paar Augen­ringe der letz­ten Wahl­kampf­ver­an­stal­tung weg retu­schie­ren, das ein oder andere Haar darf auch noch gegen ein bun­tes aus­ge­tauscht wer­den, alles im Sinne einer jun­gen und fri­schen Par­tei. Klar wer­den die Kan­di­da­ten auch geschminkt und auf­ge­motzt, doch wo sind die Grenzen?

Es gibt offen­bar doch mehr Sym­pa­thie­wäh­ler, die ihren Kan­di­da­ten nach dem Aus­se­hen beur­tei­len und weni­ger nach den Ansich­ten, die die­ser ver­tritt. Für mich ver­lie­ren sol­che Bil­der an Glaub­haf­tig­keit, und wecken den Ein­druck, die Kan­di­da­ten hät­ten noch mehr zu ver­ber­gen als ihr Gesicht. Die ganze Straße ist voll mit Gesich­tern von denen einige wir­ken wie die Scher­gen des Jokers, der einst gegen Bat­man kämpfte.

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9 September

Das Internet Manifest

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netzwerkEin Gemein­schaft popu­lä­rer jun­ger Jour­na­lis­ten und das Who is Who der deut­schen Blo­goss­phäre fasst in ihrem Inter­net Mani­fest zusam­men, was für sie essen­ti­ell ist und erstellt dar­aus 17 Behaup­tun­gen . Wie Jour­na­lis­mus heute funk­tio­niert heißt es im Unter­ti­tel und könnte eine Kampf­an­sage an Zei­tungs­lob­by­is­ten und Medi­emo­gule sein, oder ein Lehr­buch für ange­hende und enga­gierte Jour­na­lis­ten der neuen Wege. Viel­leicht auch ein klei­ner Leit­fa­den für den infor­ma­ti­ons­be­wuss­ten Blogger.

Ich möchte die Lizenz zu Wei­ter­ver­brei­tung bei Namens­nen­nung auf­grei­fen und die Behaup­tun­gen mit mei­nen Gedan­ken ergän­zen, in der Hoff­nung das meine Leser das gleich tun, denn aus die­sen Behaup­tun­gen ent­steht selbst­ver­ständ­lich Dis­kus­si­ons– und vor allem Hand­lungs­be­darf. Es lohnt sich viel­leicht seine eige­nen Weis­hei­ten zu destil­lie­ren und dar­aus seine eige­nen Kon­struk­ti­ven Schlüsse zu zie­hen um dem eige­nen Bestre­ben nach stän­di­ger Ver­bes­se­rung nachzukommen.

Das aus den Behaup­tun­gen For­de­run­gen wach­sen liegt in der Natur der Sache, ob sie aber ähnlich wie die 95 The­sen des Clue­train Mani­fes­tes im Sande ver­lau­fen wird sich zei­gen. Ich hoffe das die Ent­wick­lung in den Köp­fen den Ent­wick­lun­gen des Net­zes nicht wei­ter hin­ter­her­lau­fen. Es ist Zeit für eine Auf­hol­jagd. Den gan­zen Arti­kel lesen… »