Am 24. Dezember, dem heiligen Abend, habe ich ein ganz besonders kurioses Ritual, das ich nun schon seit gefühlten Ewigkeiten pflege. Und folgt man der Diskussion über die Definition von Gothic, so kann der Eindruck erweckt werden, ich würde das aus eben den genannten Gründen immer wieder machen. Bekanntlich haben die Geschäfte am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag geschlossen und sind damit — je nach Jahreslage — ein ordentlicher Batzen ohne die Möglichkeit einzukaufen was die Menschheit mit panikartigen Einkäufen am 24, Dezember quittiert. »Man will vorbereitet sein« hört man da, »Tante Erna kommt doch noch und die trinkt nur Ramazotti«, wird auch gerne genommen, oder »Scheiße, ich habe die Paprika für das Weihnachtsessen vergessen« schallt es auch aus manchen Küchen — vielleicht geht auch einfach nur die Welt unter, wer weiß. Den ganzen Artikel lesen… »
1 Dezember
Vorweihnachtlicher Einkaufsstress?
28 November
Doku über Fantasyrollenspiele - Nur ein Spiel
Es mag ein Tribut an unsere Informationsgesellschaft sein, dass viel zu viele Menschen ihr Wissen nur noch aus den Medien beziehen ohne das Verlangen zu spüren mehr darüber zu erfahren, es selbst auszuprobieren und zu hinterfragen was man sieht. Das gilt nicht nur für die privaten Sendeanstalten, sondern auch die öffentlich-rechtlichen. Moment! Darf ich nicht erwarten, das die aus den Rundfunkgebühren finanzierten Sender ihrem Bildungsauftrag nachkommen? Sollte man annehmen, doch das gilt nicht für die Randbereiche der Berichterstattung oder Bildungslücken die nicht als solche erkannt werden.
Immer wieder geistern im Zusammenhang mit Amokläufen und Gewalttaten Jugendlicher, oder junger Erwachsener die Computerspiele — genauer gesagt die Killerspiele - auf, außerdem wird von »Suchtverhalten« und »Isolation« gesprochen die letztendlich bei labilen Menschen zu merkwürdigen Verhaltensweisen führen. Das die privaten Sender das gewinnbringend ausschlachten, dürfte den meisten dann bewusst werden, wenn sie selbst oder auch nur anteilig davon berührt sind, aber auch die öffentlich-rechtlichen schüren die Diskussion und werfen Fragen auf, anstatt antworten zu liefern. Den ganzen Artikel lesen… »
9 November
Wenn Sirenen schweigen: Kristallnacht
Der Geruch der Verbrennung zieht durch die Straßen, die im Feuerschein funkelnden Scherben der zerstörten Fenster knirschen unter den Schritten der Passanten, der Himmel leuchtet Glutrot. Doch in dieser Nacht hört man keine Sirenen. In einem Telegramm heißt es in dieser Nacht vor 72 Jahren: »Sämtliche jüdische Geschäfte sind sofort von SA-Männern in Uniform zu zerstören. […] Die Presse ist heranzuziehen. Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken, jüdische Symbole sind sicherzustellen. Die Feuerwehr darf nicht eingreifen. Es sind nur Wohnhäuser arischer Deutscher zu schützen, allerdings müssen die Juden raus, da Arier in den nächsten Tagen dort einziehen werden. […] Der Führer wünscht, dass die Polizei nicht eingreift. Sämtliche Juden sind zu entwaffnen. Bei Widerstand sofort über den Haufen schießen.« (Bildquelle: Yad Vashem)
5 November
Remember, remember the 5th of November
Schuld war wieder einmal die Kirche und falsch verstandener Glaube. Als der »legendäre« Guy Fawkes unter das Parlament im Palast von Westminster in London kroch um dort 36 explosive Fässer zu positionieren wollte der Katholik den Protestantischen König Jakob I. mitsamt seiner Familie und allen Parlamentariern töten weil dieser den katholische Glauben in England unterdrückte. Blöd nur, das man den Gunpowder-Komplott vereiteln konnte, Fawkes schnappte und ihn mit samt seinen Verschwörern hinrichtete. Hanged, Drawn and Quatered — Die vermeintlich Schuldigen wurden bis zu Bewusstlosigkeit gehangen, die Gedärme für herausgenommen und die Körper anschließend gevierteilt. Sicher ist sicher. Den ganzen Artikel lesen… »
2 November
Archiv der Jugendkulturen - Gerettet?
Der 31. Oktober ist verstrichen und jeder Spender stellt sich die Frage: Hat es sich gelohnt? Es hat sich gelohnt. Obwohl bis zum Ende der offiziellen Zeit »erst« 93.677€ zusammengekommen sind, hat das Team um Klaus Farin beschlossen, das Archiv weiter zu erhalten. Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten des Archivs wurde bereits um weitere drei Jahre verlängert und die Stiftung wurde gegründet!
Wenn der Spendenfluss jetzt nicht abrupt abreißt, dann werden die fehlenden rund 6.000€ bald auf dem Spendenkonto eingehen, allen die sich jetzt ärgern kein Teil der Community zu sein können beruhigt werden, die Spendenaktion wird bis zum Jahresende verlängert. Alles was darüber hinaus in die Spendenkasse gespült wird soll ebenso sinnvoll angelegt werden. Das Archiv der Jugendkulturen möchte einem jungen Menschen ein freiwilliges soziales Jahr ermöglichen und zwei MitarbeiterInnen die bislang 2 bis 3 mal wöchentlich ehrenamtlich arbeiten, einen Job auf 400€ Basis bieten die dann weiterhin im Archiv tätig werden können. Den ganzen Artikel lesen… »
13 Oktober
Archiv der Jugendkulturen - Keine Hilfe durch Politik und Staat
Über 50.000€ sind mittlerweile für die Rettung des Archivs der Jugendkulturen zusammengekommen, doch die Zeit wird knapp. Berücksichtigt man die Spendenentwicklung seit dem Start der Aktion, so lässt sich absehen, das am Ende noch etwa 35.000€ fehlen werden. Wie wichtig das Archiv war, ist und sein wird, zeigt auch die aktuelle Entwicklung um die Depublizierung der Inhalte öffentlich-rechtlicher Medienanstalten. Das Archiv sammelt seit Jahren Material aus und über Jugendkulturen und hat einen Quellenfundus aufgebaut, der seinesgleichen sucht. Neulich diskutierte ich mit jemanden über das Archiv:
Warum muss das Archiv eigentlich durch Spenden am Leben erhalten werden, ist es nicht Aufgabe der Politik und des Landes hier helfend einzugreifen? Hat das Archiv überhaupt schon versucht eine staatliche Förderung zu erhalten und was sagen die Politiker?
Ja, meiner Meinung nach ist es Aufgabe der Politik, kulturell wertvolle Angebote, die der Allgemeinheit dienlich sind und die sich bereits etabliert haben finanziell zu unterstützen. Um die zweite Frage zu beantworten, habe ich mich den Antwortbriefen bedient, die das Archiv der Jugendkulturen auf seine Homepage veröffentlicht hat und die eine meiner Meinung nach die Hilflosigkeit und den Unwillen staatlicher Behörden am besten dokumentieren.
Im August schrieb Klaus Farin an den Bürgermeister der Stadt Berlin, in dem er um die Unterstützung des Archivs der Jugendkulturen ersucht. Antwort erhält er von der Senatskanzlei und der Abteilung Kulturelle Angelegenheiten die den Wert des Archivs zu schätzen weiß: »Das von Ihnen ins Leben gerufene und gepflegte Archiv der Jugendkulturen ist eine bemerkenswerte Einrichtung und leistet einen wichtige Beitrag zu wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Jugendkulturen.« Doch leider sieht man sich nicht in der Lage, eine Unterstützung anzubieten, weil das Archiv in den Augen der Kanzlei nicht als kulturelle Einrichtung gilt: »Zu den Aufgaben der Abteilung (…) gehören jedoch die Förderung und Betreuung kultureller Einrichtung (…) Vor diesem Hintergrund wäre eine Unterstützung des Archivs der Jugendkulturen (…) grundsätzlich nicht möglich.« Den ganzen Artikel lesen… »
12 Oktober
Kommunikation ist alles - Neue Kontakt Seite
Wie vielen sicherlich entgangen sein dürfte, hat sich in die Navigation oben und in die Fußzeile eine neuer Menüpunkt geschlichen. Was lapidar mit Kontakt bezeichnet ist, verfolgt aber auch noch zusätzlich Hintergründe. Natürlich möchte ich damit die Möglichkeit einräumen sich außerhalb der Kommentare zu dem was hier geschrieben und verarbeitet wird zu äußern. Mit dem neuen Kontaktformular kann man das schnell und unkompliziert machen. Angabe von E-Mail und Name gehört dazu, werden aber nicht für andere Zwecke entfremdet sondern nur zum evtl. Antworten benutzt.
Darüber hinaus ist dieses Blog aber keine Einbahnstraße, denn es interessiert mich auch, was euch interessiert, daher habe ich die Kontaktseite mit folgenden Schwerpunkten versehen, die sich auch beim aufgeben der Nachricht als Betreff anwählen lassen:
- Themenvorschlag
Warum schreibt dieser Spontis eigentlich nicht über Dinge die mich interessieren? Das macht er, weil er nicht weiß welche Dinge Dich interessieren, vielleicht machst du ihm einen Vorschlag und erzählst ihm, was Dich bewegt. Kann Spontis mir erklären kann warum Menschen in Schubladen denken, warum Grufties in Särgen schlafen oder warum die Fledermaus ein beliebtes Symbol der Gothic-Szene ist? Spontis ist fehlbar, unwissend und schlecht informiert — aber er ist neugierig, ehrgeizig und fleißig. Er findet es für Dich heraus. - Gastbeitrag
Ist ja alles schön und gut was hier so geschrieben wird, aber ich könnte was über meine Erfahrungen mit Grufties, Punks, Wavern, Poppern, Cyber, Visus, Emos oder Gothics schreiben, das die Welt noch nicht gelesen hat! Ich brauche nur jemanden, der das veröffentlicht, darüber schreibt oder daran interessiert ist, eine Geschichte von mir zu hören. Und ja, Spontis ist dafür genau richtig! Und es gibt noch was viel besseres: Ich schreibe auch fremd und bin immer besonders stolz wenn jemand Interesse daran hat einen Artikel von mir zu veröffentlichen. Schreibt mir, worüber ich schreiben soll oder ob welche Meinung von mir euch interessiert. - Link einreichen
Du kennst einen Seite, einen Artikel, ein Video oder einen Bericht den ich unbedingt gesehen haben muss? Prima, ich gucke mir fast alles an — auch Deinen Blog, denn: Dunkle Seelen verstecken sich gerne. Leider auch vor mir, wahrscheinlich gucke ich auch nicht genau hin. Ich würde mich deshalb freuen, wenn ihr euren oder einen fremden Blog vorstellt, der mich und andere Leser interessieren könnte. - Tintenkleckse
Ist eine Rubrik, in der es um neue und unentdeckte Musik geht die ich mag, oder mögen könnte. Ein kurzer Rundgang durch meinen Blog sollte offenbaren, welchen Musikgeschmack ich pflege. Schickt mir euren musikalischen Tintenklecks und schreibt, warum ich ihn gut finden werde.
Für alle gilt: Stellt euch vor, schreibt wer ihr seid und wie man euch erreichen kann. „Eh, klick mal http://www.xyz.de da findest du geile Themen!” bringt mir einfach nichts, damit ist niemanden geholfen. Ich bin mir sicher, meine Leser und Besucher — also Du, Ihr und die Person neben Dir — haben mehr zu bieten. Nicht alles wird umgesetzt werden können, ich weiß nicht einmal ob das ganze auf Resonanz stößt. Ich behalte mir vor selber zu entscheiden was und worüber ich einen Artikel verfassen. Eine Antwort auch eure Nachricht ist jedoch garantiert. Nehmt Kontakt auf!
3 Oktober
20 Jahre Wiedervereinigung - 20 Jahre ohne Mauertote
Am ersten Tag der Deutschen Einheit war ich 16 Jahre alt und eigentlich nur erleichtert, das es nun vorbei ist mit dem Tod an der Deutsch-Deutschen Grenze, denn das ist es, was ich damit verbunden habe. Politik, Staatsformen, die Teilung und die Ursprünge wurden zwar in der Schule unterrichtet, aber weit davon entfernt sich in das Bewusstsein eines jugendlichen Schülers zu bohren. Warum ich mich immer wieder an die Toten der Mauer erinnere, hat andere Ursprünge, ein Ereignis, an das ich mich immer noch gut erinnere, dürfte dafür wohl ausschlaggebend gewesen sein. 1984, im letzten Jahr meine Grundschulzeit, bekamen wir einen neuen Mitschüler der für uns etwas ganz besonderes war, denn er war zusammen mit seinen Eltern aus der DDR geflohen. Die Klassenlehrerin sprach mit uns darüber woher Michael kam und wie er zu uns gekommen war, noch bevor er am nächsten Tag eingeschult werden sollte. Ich weiß noch wie ich meiner Mutter davon erzählte und das ich unbedingt Bananen und Orangen mit in die Schule nehmen wollte, um sie dem neuen Mitschüler zu schenken.
Bananen, so wusste ich, waren in DDR eine äußerst beliebte Frucht, ebenso wie Ananas, Pfirsich und Orangen, denn aus der Banane war seit Konrad Adenauers Einsatz für eine zollfreie Ware geworden und mit dem Satz »Die Banane ist eine Hoffnung für viele und eine Notwendigkeit für uns alle« machte er daraus ein deutsch-deutsches Politikum. Doch trotz unseres Einsatzes blieb Michael traurig, still und zurückgezogen — denn wie wir später erfuhren, war sein Vater bei der Flucht getötet worden. Und das ist mit seit dem immer in Erinnerung geblieben und sorgten in den Jahren danach immer für Erinnerung an Michael, wenn in den Nachrichten die Rede von Flüchtlingen aus der DDR die Rede gewesen ist. Den ganzen Artikel lesen… »
28 September
Unter Linken - Die Reportage zum Buch von Jan Fleischhauer
Links? Oder vielleicht doch rechts? Vielleicht aber auch die goldene Mitte? In Zeiten einer bürgernahen Politik die lieber dagegen ist als dafür und auch mal Nein sagt, weil es eben das Gegenteil von dem ist, was die anderen sagen. Politik ohne Profil, bei denen der Wähler schon schnell mal übersehen kann, in welche Richtung es politisch gehen soll und bei der selbst die Mitglieder, Abgeordneten und Vorsitzenden einer Partei selbst nicht mehr so recht wissen, in welche Richtung sie denn nun selber fahren. Mann kann ja schon mal den Blinker setzen um nachher doch in einer andere Richtung zu fahren.
In Deutschland unterscheidet man zwischen all den Partei gerne mal zwischen Links und Rechts, oder auch: Linksextrem und Rechtsextrem, das wird in den Medien häufiger zum Wurfgeschoss verbaler Politisierung. Rechts, das sind die Bösen, die Nazis, die Faschisten, die mit den Glatzen und den Springerstiefeln. Links, das sind die, die mit Schwarzen Masken und Kapuzenshirts, die das System an sich doof finden und für die Kapitalisten der natürlich Feind sind und die man für Gute hält weil sie Steine auf die werfen die Rechts sind, das sind die, die auch gerne mal ganze Stadtteile verwüsten, weil sie meinen nur so etwas ändern zu können. Könnte man doch meinen, oder? Den ganzen Artikel lesen… »

Mittendrin statt nur dabei. So könnte das Motto dieser Ausgabe der Wochenschau sein, denn es ist noch lange keine Woche seit der letzten Ausgabe vorbei. Ursprünglich war ja auch mal geplant, das die Nummer des Ausgabe mit der Kalenderwoche übereinstimmt — doch natürlich kam es anders als es ist, denn aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, das wir bereits die 38. Kalenderwoche schreiben. Superman ist einfach solange und so schnell um die Erde geflogen, bis sich die Zeit rückwärts drehte, so einfach war das, vorausgesetzt man wäre ebenfalls auf einem anderen Planeten zur Welt gekommen. Und obwohl ich mich manchmal so fühle, bin ich dennoch hier geboren und von grünem Kryptonit wird mir auch nicht übel. Macht aber nicht, ich werde fleißig sein und die verlorene Zeit locker wieder rein holen, behaupte ich jetzt einfach mal so. 
