26 August

Stuhlgang

Ich weiß jetzt nicht wie es euch geht, aber mir kom­men die bes­ten Ideen immer auf dem Klo, bes­ser gesagt beim Stuhl­gang. Völ­lig Kli­schee­haft gehe ich mit Lek­türe bewaff­net die­sem kör­per­li­chen Bedürf­nis mit gro­ßer Lei­den­schaft nach. Meist lie­gen auch schon ent­spre­chende Zeit­schrif­ten oder Bücher vor Ort, bei mir jedenfalls

Lei­der ist meine Toi­lette zu tief ange­bracht, was bei län­ge­ren Sit­zun­gen die Beine ver­an­lasst, ein­zu­schla­fen. Dabei wird die Blut­zu­fuhr zu den Bei­nen unter­bro­chen und die Ner­ven­ende nicht mehr mit aus­rei­chend Sau­er­stoff ver­sorgt, was zu den ange­spro­che­nen Aus­fall­er­schei­nun­gen führt, das Auf­ste­hen wird dann immer eine Belas­tungs­probe für den Kreis­lauf und treibt mei­nen Blut­druck umge­hend in den Kel­ler. Des­halb bin ich bestrebt meine Ses­sio­nen auf 20 Minu­ten zu beschränken.

Am liebste lese ich meine abon­nier­ten Zeit­schrif­ten, oder den Orkus. Ein gutes Buch mit durch­ge­hend leich­tem Ein­stieg eig­nen sich auch aus­ge­zeich­net, so lese ich zur Zeit »Ver­schwende deine Jugend« von Jür­gen Tei­pel, dazu aber an andere Stelle spä­ter mehr.

Ruhe. Ebenso wich­tig wie das lesen auf dem Klo ist Ruhe. Des­we­gen habe ich Stuhl­gang auch am liebs­ten zu Hause, obwohl ich kein Heim­scheis­ser bin und bei ent­spre­chen­der Not­durft auch externe Toi­let­ten benutze. Wenn der Drang dann so stark ist, das ich es nicht mehr schaffe ent­spre­chen­den Lese­ma­te­rial her­bei­zu­schaf­fen, so helfe ich mir mit Quit­tun­gen aus mei­nem Porte­mon­naie oder mit den beschrif­ten um mich herum ste­hen­der Dusch­gels oder Kör­per­lo­tio­nen. Lei­der ist der Mist immer auf unver­ständ­li­chem Eng­lisch. Ist schon irgend­wie krank­haft, aber was solls. Bes­ser ein kon­di­tio­nier­ter Darm als über­haupt kein Stuhlgang.

Den gan­zen Arti­kel lesen… »


21 August

Product Placement - GEMA

Sam­ples. Seit es für den C64 ein Steck­mo­dul gab, mit dem man wie in die­sem Bei­spiel Sam­peln konnte, weiß auch ich, wie krea­tiv man damit sein kann und wie ille­gal auch. Das deut­sche Urhe­ber­recht, dass in sei­ner For­mu­lie­rung und Aus­füh­rung den Ein­druck erweckt es stamme noch aus Kai­sers­zei­ten, macht jeder krea­ti­ven Ver­wen­dung einen Strich durch die Rech­nung. Hier­zu­lande ver­wal­tet die GEMA die Ver­wer­tungs­rechte an Musikstücke.

Johan­nes Kreid­ler, Kom­po­nist zeit­ge­nös­si­scher Musik möchte mit sei­nem neuen Werk Pro­duct Pla­ce­ment alles rich­tig machen und hat dazu bei der GEMA die ent­spre­chen­den For­mu­lare zur Erfas­sung der von ihm ver­wen­de­ten Musik­stü­cke bestellt. Ich fürchte aber, dass das ganze mit einer Spe­di­tion ange­lie­fert wird, denn Kreid­ler hat es geschafft 70.200 Musik­stü­cke in sei­nem 33 sekün­di­gen Werk zu Sampeln.

...theoretisch kann man am Computer pro Sekunde schon 44100 Zitate abspielen...

Bei 70.200 hat ihn dann wohl doch die Lust ver­las­sen.  Es geht ihm um Visua­lie­rung und nicht darum, die GEMA zu ärgern, ich find´s trotz­dem gut, die Behörde des Urhe­ber­rechts mit ihren eige­nen Waf­fen ver­traut zu machen, der Bürokratie.

Youtube Video — Hier stellt der Künst­ler seine Aktion vor

Rich­tig so! Seit­dem die Büro­kra­ten die Schlie­ßung von ballz.de zu Ver­ant­wor­ten haben bin ich sowieso stin­kig, denn so wird jeder Funke Krea­ti­vi­tät in unse­rer Gesell­schaft gleich im Keim erstickt. Obwohl, wenn ich mir die unzäh­li­gen Novel­lie­run­gen der Urhe­ber­rechts so anschaue, unkrea­tiv ist das nicht…

Quel­len: Gefun­den bei mcwin­kel via Twit­ter und Gulli

20 August

Zweite Hand

Second Hand in StockholmWarum rie­chen Second Hand Läden eigent­lich alle gleich? Bei mei­nem ers­ten Besuch eines sol­chen Geschäf­tes bei einem Besuch in Lon­don ist mir die­ser Geruch gleich auf­ge­fal­len. Eine Mischung aus Leder­ge­ruch, Mot­ten­ku­geln und Muff. Zeit kann man rie­chen, so kommt es mir jeden­falls vor. Der Ein­druck bestä­tigte sich, als ich wei­tere Second Hand Läden besuchte die, abge­se­hen vom Geruch ihrer Besu­cher, immer auf die gleich Art und Weise gero­chen haben. Wäre doch eine Geschäfts­idee, Duft­bäume mit Second Hand Note.

Second Hand Mode ist gerade schwer im kom­men, gerade die im ame­ri­ka­ni­schen Stil. Was in den USA vor Jah­ren Mode gewe­sen ist, könnte sich bei uns zum Kas­sen­schla­ger ent­wi­ckeln. Soge­nannte Worker­hem­den mit den Logo´s Ame­ri­ka­ni­scher Fir­men, Bow­ling­hem­den, Uni­form­teile, Hosen, Base­ball­ja­cken und Kapu­zens­hirts, Jacken, Taschen und Schuhe, es ist eigent­lich für jeden Anlass etwas dabei.

Second Hand in StockholmWas frü­her nur Mit­tel zum Zweck war, den Geld­beu­tel zu scho­nen, ist heute ein neuer Aus­druck von Indi­vi­dua­lis­mus. Es ist aber auch ein Spaß zu stö­bern, anzu­pro­bie­ren um dann letzt­end­lich auf­zu­fal­len. Die Ent­wick­lung vom Schund zum Kult ist dabei immer gleich. Zunächst als unver­zicht­ba­res Klei­dungs­stück um (damals) aktu­el­len Trends zu fol­gen, dann zum ver­hass­ten Klei­der­schrank­hü­ter degra­diert (»das geht ja mal gar nicht!«), um letzt­end­lich dann doch wie­der ein Trend zu wer­den, wenn das gute Stück bis dahin nicht schon im Müll­ei­mer oder in der Alt­klei­der­samm­lung ver­schwun­den ist.

So kam es dann auch, dass ich in Lon­don zum ers­ten mal auf den Geschmack gekom­men bin, Sachen aus zwei­ter Hand zu ver­su­chen und habe mich dann auch gleich unsterb­lich in eine Leder­ja­cke aus den 70ern ver­liebt, die als ers­tes mei­nen Klei­der­schrank enterte. Lei­der hat Mön­chen­glad­bach nicht viel zu bie­ten, wenn es um getra­gene Klei­dung geht, so müs­sen schon Aus­flüge in die euro­päi­schen Metro­po­len her. Lon­don, Stock­holm und Köln waren da schon erquickender.

Wei­ter­füh­rende Links: Qype-Guide, Tel­ler­rand­reise nach Stock­holm, Lon­don