Szeneveteranen wissen: Ein Blick auf die Martens verrät etwas über den Erfahrungsschatz des Trägers. Neu, frisch und ungetragen? Nein, so dürfen waschechte Martens einfach nicht aussehen. Leute, die ein solches paar anhaben, werden kritisch beäugt und schnell als Mitläufer oder Modeopfer abgestempelt. Die Laufstege in den Modemetropolen machen es schließlich vor: Ehemalige Arbeiterstiefel sind angesagt, wer trendy und cool sein möchte, trägt welche, setzt sie noch mit engen Röhrenhosen oder Leggings in Szene und stolziert damit über die 5th Avenue um bei Tiffanys noch Schmuck zu kaufen. Sie versprühen den Hauch Underground den sich die breite Masse wünscht, werden assoziiert mit den 80ern oder einzelnen Musikrichtungen oder Jugendszenen. Martens sind Status-Symbole für ein vermeintliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Kernsanierte Altbauwohnungen in angesagten, ehemals verrufenen Stadtteilen können ähnlichen Zwecken dienen.
Menschen, deren Martens so aussehen wie seit Jahren getragen, die verschlissen sind und voller Narben und Abschürfungen, sind Veteranen. »These Boots are made for walking, and that’s just what they’ll do. One of these Days these Boots are gonna walk all over you.« (Videoboots) Was dieses Paar Schuhe alles erlebt haben muss! Wilde Konzerte in viel zu engen Clubs mit Bands, die damals keiner kannte und heute weltberühmt sind. Stundenlange Tanzexzesse in den Dicotheken dieser Welt, von denen die meisten heute geschlossen sind und später zu Legenden wurden. Unzählige Schritte durch ferne Länder und Städte durch Staub, Matsch, Wasser und Schnee. Ja, wer ein solches paar Martens trägt, der hat was zu erzählen, seine Schuhe haben etwas zu erzählen. Den ganzen Artikel lesen… »









