7 Oktober

Esoterikmesse in Köln – Im Reich der Geister oder …reich durch Geister

Esoterikmesse in Köln

Esoterikmesse in Köln

Es wird Herbst – genau die richtige Zeit, um an meinem Roman weiterzuarbeiten, der nun schon viel zu lange in der Schublade liegt. Die Figuren, die mir seit Ewigkeiten im Kopf herum spuken,  wollen Leben eingehaucht bekommen, sie brauchen ein Äußeres, innere Konflikte, Macken und Persönlichkeit. Was macht die Schreiberline also in so einer Situation?

Ganz klar: Sie fährt zu einer Esoterikmesse, um sich inspirieren zu lassen. Zumindest dachte ich, dass es eine gute Idee ist. Skurrile Charaktere, verrückte Ideen und eine Portion Spiritualität – ideal zur Inspiration. Nach der Rückkehr dann die bittere Erkenntnis: Die Realität ist bekloppter als alles, was man sich ausdenken kann.

Spirituelle Rückenschule, geistige Wirbelsäulenaufrichtung, Gedankendiät, spirituelles Coaching zur Transformation, Vitamine aus der Luft, heilendes Kristallwasser – mit jedem Stand mit jedem „Heiler“ mit jedem Infoblatt eine neue Möglichkeit, sich zu befreien, Blockaden zu lösen, Erkenntnisse zu gewinnen, gesünder, erleuchteter, schöner und vor allem ärmer zu werden. Wer seine Seele in höhere Gefilde heben möchte, der muss erst einmal tief in die Tasche greifen.

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26 August

Free Pussy Riot: Rattenpack im Kölner Dom

von Sabrina KirnapciKategorie: Hexenfluch18 Kommentare

Die russische Punkband Pussy Riot hat im Februar in der Erlöserkirche in Moskau mit einem Punkgebet gegen Putin demonstriert. Das Ergebnis: Drei Bandmitglieder wurden zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Man kann darüber streiten, ob es sinnvoll ist, verkleidet und brüllend in einen Gottesdienst im Kölner Dom zu rennen, um gegen diese Verurteilung zu protestieren, wie es jüngst zwei Männer und eine Frau taten. Eindeutig ist jedoch, dass die Art und Weise, mit der die engagierten jungen Leute aus der Kirche befördert wurden, mit Frieden, Nächstenliebe und dem, was die Kirche sonst so predigt, nicht viel zu tun hat.

In einem Spiegel-Artikel hieß es dazu: “Dompropst Norbert Feldhoff hatte bereits zu Beginn des Prozesses in Russland angekündigt, dass ein solcher Auftritt auch im Kölner Dom nicht toleriert würde: “Die Würde des Doms zwingt uns, dagegen vorzugehen.”

Tja, die Würde des Doms ist unantastbar. Steht jedenfalls so oder so ähnlich im Grundgesetz – irgendwo bei den Menschenrechten in der Nähe der Aussage über die Meinungsfreiheit. Letzteres Grundrecht nützt den jungen Leuten allerdings nichts, denn nun haben sie eine Anzeige  wegen Hausfriedensbruch und Störung der Religionsausübung am Hals. Ich gehe davon aus, dass mit „Religionsausübung“ nicht etwa die Umsetzung von moralischen Vorstellungen in die Praxis gemeint ist, sondern eher sowas wie “gemeinsam auswendig gelernte Lieder singen”, sonst wäre ja sicher einer der Religionsausüber eingeschritten. So wie Günther Jauch neulich.


30 Mai

Hexenfluch: WGT 2012 – Gemotze

Das 21. Wave-Gotik-Treffen ist Geschichte und bevor die Klamotten in die Wäsche kommen, die Pikes geputzt werden und die Bilder im Kopf verblassen, werden noch schnell Erinnerungen, Eindrücke und Erlebnisse in Worte gepackt. Wie jeder persönliche Rückblick ist auch dieser hochgradig subjektiv und garantiert nicht vollständig. Dafür aber vielleicht etwas differenzierter als die Berichte in den – gefühlt – 3 Millionen Zeitungen, die vom größten Kostümfest Deutschlands sprechen und Fotos von Cybers mit der Bildunterschrift „Medusa-Outfit“ versehen.

Ich war in diesem Jahr – bei meinem zweiten WGT-Besuch – nicht mehr so schockiert wegen der Möchtegerns und Geschmacklosigkeiten, die zum WGT durch Leipzigs Straßen schlendern. Ich wusste ja schon, was mich erwartet, und habe das Augenmerk auf diejenigen gerichtet, die meiner Meinung nach zum WGT gekommen sind, weil es IHR Treffen ist. Besonders am Freitag und am Montag waren davon viele zu sehen, während das Wochenende teilweise durch Fotografen und die dazugehörigen Poser grenzwertig war. Ich möchte keineswegs nur meckern, doch beim Herunterschreiben sind doch einige Kritikpunkte aufgetaucht, die den Beitrag zu lang machen würden. Deswegen gibt es jetzt erst den Hexenfluch mit großen und kleinen Kritikpunkten und in einem zweiten Beitrag dann die schönen Erlebnisse. Hier also das Gemotze. Den ganzen Artikel lesen… »


18 Juli

Amphi Festival 2011 – Gothic Karneval mit Schattenblicken

In den Irren und Wirren des Gothic-Karnevals, der seit einigen Jahren auf den Festival gefeiert wird,  gab es auch auf dem Amphi sehenswerte Lichtblicke (Schattenblicke?). Da ich es gelegentlich schaffte, mit hartnäckiger Introvertiertheit und einem eisernen Scheuklappenblick auf die Bühne (und nicht ins Publikum) zu schauen, konnte ich ein paar nette Eindrücke mit nach Hause nehmen. Ich greife mal die Highlights heraus. Den ganzen Artikel lesen… »


20 Februar

Tagebuch: Stille ist Luxus

von Robert ForstKategorie: Hexenfluch13 Kommentare

Nieten statt BonbonsDas Hotelzimmer ist stickig. Ich öffne das Fenster um den Raum mit frischer Luft zu fluten, ich schaue in den Raunheimer Nachthimmel, atme tief durch und beobachte einige Flugzeuge im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen. Kein schöner Ort zum leben. Das Hotel bietet alle Annehmlichkeiten, ein großes Bett, eine überteuerte Minibar, ein Badezimmer mit Badewanne und Dusche. Auf dem Kopfkissen trohnt das obligatorische Bonbon, das sich geschmacklich zwischen eingeschlafenen Füßen und einem Hauch Orange bewegt.

Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?  Bestimmt ein heimlicher Schachzug der niedergelassenen Zahnärzte. Sie verleiten den erschöpften Besucher nach dem abendlichen Zähneputzen zum Konsum eines Bonbons oder eines Stückes Schokolade. Der schafft es natürlich gerade noch die vermeintliche Aufmerksamkeit des Hauses zu naschen, bevor sich der Schlaf über seine Augen legt. Und nachts, ja nachts hat dann der Zucker genügend Zeit sich durch den Zahnschmelz zu fressen und den Zähnen zuzusetzen, bis der von Schmerzen gepeinigte Hotelgast dann irgendwann den Zahnarzt aufsuchen muss. Raffiniert! Sollen die doch lieber eine von diesen kleinen Flaschen Wasser auf das Kopfkissen legen, bevor daraus ein alter Tropfen wird, denn ich bin sicher, für 3,50€ benutzt man lieber den Wasserhahn. Den ganzen Artikel lesen… »


14 Februar

Tagebuch: Frankfurt spielt ein falsches Spiel

von Robert ForstKategorie: Hexenfluch13 Kommentare

Frankurter Allgemeine Zeitung

Frankfurter Park der Wolkenkratzer

Frankfurt, 14.02.2011 – Während die Schaufenster das Fest der Liebenden propagieren, herrscht am Bahnhof emsiges Treiben. “Möchten Sie nicht Blumen kaufen? Heute ist Valentinstag!” Schon wieder ein Fest um Geld zu scheffeln. The Grabbing Hands grab all they can. Ungeduldig warten die Reisenden auf ihre Züge, Infostände ersticken im Stimmengewirr der Sprachen, die Mitarbeiter kämpfen wacker.

Draußen strecken die Wolkenkratzer ihre knochig glänzenden Finger in den diesigen Himmel der einbrechenden Nacht. Sie lachen den alten Mann auf der Parkbank aus, der sich zum Schutz vor der Kälte mit Zeitungen und Kartons eingehüllt hat und schläft. Die gelbe Leuchtreklame der Commerzbank wirft ein schales Licht auf die Falten in den Gesichtern der Menschen die mit eisigen Blicke über die Straßen hetzen.

Frankfurt spielt ein falsches Spiel.

Gegenseitiges Desinteresse und Arroganz sind die Meßlatten des Erfolgs. Die traurige Verkäuferin die Prospekte verteilen muss lächelt, als ich freundlich ablehne und Ihr in die Augen blicke. Der junge Mann am Ausgang einer Passage der die vermeintlich erfolgreichen verabschieden soll ist verwirrt, als ich ihm einen schönen Abend wünsche. Nein, das jemand antwortet, darauf war er nicht vorbereitet. Warum hilft eigentlich niemand der Frau mit ihrem Maxi-Cosi die sich eine defekte Rolltreppe hinauf quält?

Geld macht nicht glücklich, sondern einsam. Die Kluft zwischen Menschen und sozialen Schichten ist nirgens offensichtlicher als in Frankfurt. Die Finanzmetropole hatte viele Gesichter. Die meisten sind häßlich.


11 Januar

Anleitung zum “Gothics ärgern”

von Sabrina KirnapciKategorie: Hexenfluch9 Kommentare

Ihr habt am nächsten Wochenende noch nichts vor und fragt euch, was man anstellen könnte, um richtig Spaß zu haben? Wie wäre es mit dem lustigen Spiel: “Wir ärgern Gothics”? Ihr braucht dazu nichts weiter als 500 Euro für ein Szeneoutfit mit Plastikhaaren, Taucherbrille und Atemmaske, eine freie Fläche zum Üben, eine Garage, Musik und Knicklichter. Kleine Taschenlampen funktionieren auch. Den ganzen Artikel lesen… »


16 November

Schloss Einstein – Das Gruftie-Internat (2)

von Robert ForstKategorie: Hexenfluch5 Kommentare

BeschwörungstheorienWie es aussieht, wenn man eine Jugendbewegung in einer Jugend-Soap zum Thema macht, habe ich bereits mit der ersten Folge von Schloss Einstein – Das Gruftie Internat deutlich gemacht. Erschreckend ist, das es heute immer noch möglich zu sein scheint, mit den selben Vorurteilen und Klischees wie vor 20 Jahren zu arbeiten um daraus eine Unterhaltungssendung für Jugendliche zu produzieren, bei der die Aufklärung nur mitschwingt, während sie von der plakativen Darstellung einer halb verstandenen Szene überstrahlt wird.

Es scheint unausweichlich gewesen zu sein, das Thema “Gothic” durch die aktuell große Popularität in die Serie mit einzubeziehen, gewünscht hätte ich mir aber eine andere Sichtweise, ohne die ewige Leier von Beschwörungen, Satanismus und schwarzen Messen. Es gibt durchaus andere ernst zunehmende Probleme heranwachsender die man in einer solchen Serie anfassen könnte, obwohl ich zugeben muss, dass das den Wert der Unterhaltung drücken würde. Der Kunde ist König und so produziert man das, was sich am besten verkaufen lässt. Doch genug von meiner persönlichen Ansicht, hin zur lang erwarteten zweiten Folge. Den ganzen Artikel lesen… »


30 Oktober

Schloss Einstein – Das Gruftie-Internat (1)

von Robert ForstKategorie: Hexenfluch15 Kommentare

Schloss Einstein, das Gruftie-Internat“Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert.” Regelmäßige Leser wissen um die neue Kontaktseite, die ich eingerichtet hatte um den Leser am Inhalt dieser Seite zu beteiligen.  Ihr schreibt mir über Dinge die euch interessieren würden oder die euch besonders am Herzen liegen, ihr schickt mir Links und thematische Vorschläge mit denen ich mich beschäftigen sollte. Es freut mich wirklich außerordentlich, das bereits einige Leser davon Gebrauch gemacht haben.

Neulich schrieb mir ASRianerin: “Hallo Sponti! Da ich krank im Bett gelegen habe und so durch die deutsche Fernsehlandschaft gezappt habe, bin ich irgendwann bei Schloss Einstein hängen geblieben: Die Ferien sind vorüber und eine Schülerin kommt als Gothic zurück. Aus Trauer, weil ihr Pferd gestorben ist. Das ist ja erst mal schon ein Grund zum schmunzeln, aber es geht noch weiter: Sie möchte nun ihren Klassenkameraden verwünschen, da dieser angeblich Schuld am Tod des Pferdes hat, da er vorher einen Glücksstein geklaut hat. Ich wusste nicht, ob ich über soviel Klischees und Vorurteile lachen oder weinen sollte.

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