8 März

Nur noch Haut und Knochen, von Ana, Mia und Xiu Xiu

BauchwehIn den letzten Tagen geisterte immer wieder ein Wort durch meinen Feed-Reader das mich zunächst neugierig machte. Pro-Ana (Wikipedia) bezeichnet man hauptsächlich junge Mädchen und Frauen, die sich einem extremen Schlankheitsideal unterwerfen und sich über das Internet über eben dieses Schlagwort vernetzen. Ana leitet sich ab vom der Bezeichnung der Krankheit Anorexia nervosa, der Magersucht. Die Assoziation mit dem Namen Anna ist gewollt, denn Anna ist das imaginäre Vorbild dieser Mädchen. Der Brief von Ana ist die Bibel der Magersüchtigen Mädchen, die immer weiter abnehmen möchten – bis zum Tod.

Ihre Schwester Pro-Mia endet oft in ähnlicher Weise. Die unter dem bekannteren Namen verbreitete Sucht der Bulemie (Bulimia nervosa) oder auch Ess-Brechsucht genannt veranlasst die Mädchen dazu, sich gleich nach dem Essen den Finger in den Hals zu stecken, damit von der soeben aufgenommenen Nahrung nichts auf die Figur schlägt. Vor ein paar Wochen kam dann noch der neu geplante Jugendmedienschutz-Staatsvertrag auf, der unter anderem die Zensur von solchen Internetseiten fordert und damit vor allem junge Mädchen vor Nachahmung schützen soll. Ich habe anschließend einiges darüber gelesen, leider machte keiner der Texte die Sache für mich verständlich.

Moonica brachte die Sache in ihrem Blog Fly me to the Moon für mich auf den Punkt. Moonica war selbst einmal Essgestört und leidet heute immer noch unter den Folgen dieser Sucht, in ihrem Beitrag Start: Über mich schildert sie: “Mit ca 12 hat bei mir alles angefangen. Einfach fett fühlen wäre viel zu leicht gewesen. Ich wollte einfach nur unsichtbar sein. Nicht immer das perfekte Mädchen sein müssen, dass ich trotzdem nach wie vor geblieben bin. Verschwinden, wie ein Strich in der Landschaft – wollte ich. Die Folgen waren mir zu dem Zeitpunkt egal. Irgendwann war es mir auch egal, ob ich gesehen werde [...] Wieso ich raus bin? Freunde und Spiegel.…lese den ganzen Artikel
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3 März

Drogen auf dem Prüfstand – Drug Checking

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Drogen gibt es schon so lange es den Menschen gibt, als die Ägypter die Wirkung von vergorenen Früchten entdeckten war die Urform des Alkohols gefunden, die Wirkung der Mohnblume kannte man bereits vor 6000 Jahren und die alten Griechen feierten schon 1500 v.Chr. Drogenpartys mit dem Samen des Granatapfels (Mysterien von Eleusis). Im laufe seiner Evolution suchte der Mensch nach immer neuen Möglichkeiten sich in eine andere Bewusstseinsebene zu heben, das Leben auszublenden oder sich einfach und simpel abzuschießen. Mit der Chemie wurde Drogen immer wirkungsvoller und gefährlicher, die Herstellung wurde einfacher und rentabler.  Spätestens seit den 70ern und dem Siegeszug des Heroins assoziiert man Drogen auch mit Geld, Sucht und Tod. Während die einen mit goldenen Nasen die Früchte ihres Erfolgs genossen, stürzten andere Menschen ungebremst in ihr Verderben, gaben ihre Existenz und letztlich auch ihr Leben auf.

Als die Ravekultur zu Beginn der 90er Jahre die Tanzfläche revolutionierte, stand eine passende Droge bereits in den Startlöchern. Mit Ecstasy konnte man länger und  ausgelassener tanzen und die Nacht zu Tag machen. Die lustig bunten Pillen machten eine Nadel, Besteck oder ein abgeschiedenes Plätzchen überflüssig. Billig an der Straßenecke verkauft, versprach man sich davon das ultimative Rave-Erlebnis. …lese den ganzen Artikel
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26 Februar

Cosplayprinzessin Kirsten Dunst

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Kirsten Dunst in dem Video Turning JapaneseIch war überrascht, als davon erfuhr, bis jetzt hatte ich Kirsten Dunst als Spiderman’s große Liebe in Erinnerung oder auch als hüpfender Cheerleader bei Girls United. In einem Video von McG/Takashi Murakami ist sie Teil einer Pop Life-Ausstellung der Tate Modern in London und im Moment in der Hamburger Kunsthalle als blauhaarige Cosplayprinzessin die durch Tokyos Vergnügungsviertel Akihabara tanzt, zu sehen.

Es handelt sich dabei um den Song Turning Japanese von The Vapors (Video) aus dem Frühjahr 1980 dem man sich jetzt künstlerisch angenommen hat und es in einen künstlerischen Kontext stellt, insofern man die Manga und Cosplay Kultur der Japaner als solche versteht. Schon Anfang der 80er beschäftigte man sich in dem Song mit der Kultur der Japaner, die wir wohl immer als anders und fremd empfinden werden, obwohl sie uns seit den Zeichentrickfilmen, in denen übergroße Augen eine entscheidende Rolle spielten, schon eine ganze Weile beliefern.

Das Video zeigt, das Japan mehr zu bieten hat als Samurai, Geisha oder auch getragene Unterwäsche in Automaten. Die Japanische Kultur ist eine der ältesten dieser Welt und obendrein auch noch eine der vielfältigsten und buntesten. Sicherlich ist es Geschmackssache sich damit auseinander zusetzen, ich für meinen Teil habe Japan schon längere Zeit auf meinem persönlichen Reiseplan stehen und irgendwann werde ich diesen wohl auch umsetzen und das obwohl ich Sushi hasse. …lese den ganzen Artikel
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20 Februar

Freaks – Zwischen Ästhetik und Schönheitschirurgie

Kategorie: AnsichtssacheKommentare (6)

Bild von Angel, fotografiert von Mr. ToledanoErst vor ein paar Tagen habe ich über Tod Brownings Freaks von 1932 gebloggt, einen Film über das Phänomen des Wanderzirkus behinderter und entstellter Menschen. Alles was wider der Natur ist, entspricht nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen von Ästhetik, ein menschlicher Körper hat so auszusehen, wie es uns Magazine und Medien darstellen. Alles was davon abweicht entspricht nicht der Norm und wird als unästhetisch empfunden. Dabei formt der Zeitgeist im andere Bilder der Norm. War im Mittelalter Blässe ein Zeichen von Adel, stand Rubens auf kräftige Mädche – mit Twiggy läutete unsere Gesellschaft den Hang zu mageren Körpern ein. Pawlow würde von einer klassischen Konditionierung sprechen, also einem anerzogenen Verhaltensmuster. Während man jedoch früher dazu verdammt war mit seinen körperlichen Unzulänglichkeiten zu leben, bieten sich heute völlig neue Möglichkeiten. Die Schönheitschirurgie vespricht, unästhetisches ins Gegenteil zu kehren, ausgehend vom Wunsch derer die sich unter das Messer legen wollen.

Die Grenzen schienen zunächst fließend. Körperlich benachteiligte nutzen die Möglichkeit um “Fehler” ihres Körpers oder der Natur zu reparieren oder Beschwerden der Gesundheit zu lindern. Andere setzten ihre eigene Vorstellung von Schönheit um sich dem entsprechend zu modifizieren um ihrem eigenen Bild von Ästhetik nahe zu kommen. Riesige Brüste, Lippen wie Currywürste und Gesichter wie Spannbettlaken wurde zum Schönheitsideal.

Doch wie bei allen Grenzen gibt es auch Extreme. Menschen wie die Freaks von Tod Browning und solche die aussehen wie ein Porzellanfiguren. MR. Toledano porträtiert Menschen, die sich einmal zu oft unter das Messer eines Schönheitschirurgen gelegt haben, jedenfalls nach meinem Sinn für Schönheit.  Er schreibt: “Is beauty informed by contemporary culture? By history? Or is it defined by the surgeon’s hand? Can we identify physical trends that vary from decade to decade, or is beauty timeless?…lese den ganzen Artikel
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15 Februar

Rosenmontag in Schottland – Up Helly Aa

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Wikinger vor dem brennenden LangbootSchon bei Asterix und Obelix war klar, Menschen mit ungewöhnlichen Verhaltensweisen spinnen. “Die spinnen, die Schotten!” wäre Obelix wohl über die Lippen gerutscht, hätte er erfahren, dass die Schotten der Insel Shetland erst ein Wikinger-Schiff bauen um es dann zu verbrennen. Seit etwa 1870 feiern die Einwohner der Insel im Norden von Großbritannien das Up Helly Aa, das Feuerfest. Immer am letzten Dienstag im Januar verkleidet man sich, taucht eine ganze Stadt in feurigen Schein, trinkt und feiert um als Höhepunkt das zuvor aufwendig gebaute Schiff den Flammen zu opfern. So ähnlich wie der Rosenmontag im Rheinland, nur mit Feuer.

Sobald es dunkel wird, werden in der Hauptstadt Lerwick die Laternen abgeschaltet, eine Signalrakete ist das Zeichen in der ganzen Stadt die Fackeln zu entzünden und das Schiff wird durch die Straßen gezogen um es seiner finalen Rolle zuteil werden zu lassen. Auf dem Schiff sitzt der Guizer Jarl, der für den ganzen Tag die zentrale Rolle des Wikingerhäuptlings einnimmt. Gemeinsam mit seinem 60-Mann starken Gefolge trägt er Sorge für den Schiffstransport und das anschließende Feuer. Die Einwohner, sowie zahlreiche Touristen und Anhänger des Festes säumen die Straßen und geben dem Schiff und dem Häuptling das letzte Geleit, denn Vorbild ist wohl das nordische Begräbnis, bei dem verstorbene Wikingerhäuptlinge immer mit ihrem Schiff verbrannt werden. …lese den ganzen Artikel
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14 Februar

Spontis Wochenschau #06

Kategorie: AnsichtssacheKommentare (4)

Eine schöne Zeit für wirklich jeden Karnevalisten, einer Zeit in der man mal ungezwungen fröhlich sein darf. Unter dem Joch des Karneval lebt es sich ganz entspannt. Eine Zeit, in der andere Menschen gar nicht mehr auffallen, weil alle mal so sind wie sie vielleicht sein wollen. Grufties, Vampire, Goths und Cybers gehen im allgemeinen rheinischen Getümmel unter und lassen eine ganz fremde und neue Toleranz aufflammen, die den Nicht-Karnevalisten schon mal aus der Bahn werfen kann. Meine Meinung? Wir sind immer so, ihr braucht närrische Tage um das zu leben was ihr euch wünscht. Aber dieses mal führe ich euch auf’s Glatteis und verkleide mich als Pirat, partizipiere und gehe für 1 Woche mal in der Masse unter, so wie ihr den Rest des Jahres. Ein leeres Gefühl irgendwie. Doch Karneval ist nicht alles was diese Tage so passiert, im Netz kann man keine Pappnase aufsetzen, freut sich aber immer über die gefühlte Vielseitigkeit. Lachen und Traurigkeit, Abstoßendes und Anziehendes, alles liegt im Netzt so dicht zusammen das es manchmal schwer fällt das in seinen eigenen Maßstäbe zu pressen. Ich werde euch helfen! Und wenn nicht, dann habe ich es wenigstens versucht.

  • Daten kann man nicht stehlen
    Ich glaube ich ziehe nach Bayern. Da gibt es noch Justizministerinnen, die endlich mal Klartext sprechen. Beate Merk kommentiert den Ankauf der Steuersünder-CD mit sehr weisen Worten: “Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keine Hehlerei.” Schön gesagt und Balsam auf die geschundenen Seelen der Tauschbörsennutzer, die gerne mit Dieben verglichen werden. Sind ja nur Daten und die kann man nicht stehlen.  Manchmal, so denke ich mir, aber nur manchmal sollten Politiker sich ihrer Öffentlichkeit bewusst werden und darüber nachdenken, was sie sagen. Aber ich denke, ohne ihre vorbereiteten Reden und Skripte bleibt unter dem Strich nicht viel Kompetenz.

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