Joy Division Konzert Poster: Freitag, 30. März 1979 — Walthamstow Jugendzentrum, im Juni des selben Jahres veröffentlichen sie ihr legendäres Album Unknown Pleasures. (via Manchester District Music Archiv)
13 August
Freitag der 13. (schon wieder)
Kühl und sachlich hatte ich bereits die Faszination des besonderen Datum erklärt. Vielleicht zu kühl, denn im schlimmsten Fall ist Wissen der Tod jeder Phantasie und das möchte ich natürlich nicht. Eigentlich hätte ich dieses Datum auch verpasst, wäre da nicht Eingangs erwähnter Artikel, der an diesem Freitag zu den beliebtesten gehört. Und was mache ich? Ich verhelfe dem Blog hier völlig blauäugig in die neuste Version 3.0.1 ohne mir darüber im klaren zu sein, welch fatale Folgen das haben könnte. Hätte ich vorher gewusst welcher Tag heute ist, ich möchte mir gar nicht ausmalen was alles hätte passieren können.
Aber es ist nichts geschehen. Nicht bei meiner WordPress Installation und nicht bei den anderen Installationen die ich betreibe. Und das ist Grund genug der Brüder Lumiére zu gedenken und wieder einmal die Puppen tanzen zu lassen. Natürlich nur post-mortem, denn wir wollen ja stilecht bleiben.
10 August
Das Archiv der Jugendkulturen retten - Warum?
In der Zeitung Neues Deutschland führte Redakteur Martin Kröger ein sehr informatives Interview mit dem Leiter des Archivs, Klaus Farin, das die Hintergründe der Rettungsaktion für das Archiv der Jugendkulturen anspricht. Aus Jugendkultureller und Bildungspolitischer Sicht wirft das ein kritisches Licht auf die Hauptstadt selbst, denn obwohl hier offensichtlich viel investiert wird, bleiben wichtigere Dinge unberücksichtigt. Ein Regelförderung erhält das Archiv nicht, dass heißt eine regelmäßige finanzielle Unterstützung durch Bund, Land oder Berliner Senat fehlt. Es gibt zwar projektbezogene Mittel durch die Bundesprogramme „Vielfalt tut gut” und „Jugend für Vielfalt, Demokratie und Toleranz”, die sind aber auf spezifische Aufgabe zugeschnitten und führen nur selten zu einem Mietzuschuss.
Einzige feste Einnahmequelle des Archivs der Jugendkulturen ist der eigene Verlag, dessen Erlös aber auch nicht ausreicht allein die Mietkosten von 5000€ pro Monat zu decken. So springen die Mitarbeiter immer wieder ein, um Lücken in der Kasse durch private Finanzspritzen zu füllen. Am 31. Oktober, dem Stichtag für die Spendenaktion läuft der Mietvertrag des Archivs auf der Fidicinstraße 3, Berlin aus. Bis dahin muss entschieden werden ob der Mietvertrag für die Räume verlängert werden kann, oder gekündigt werden muss, weitere Jahre mit Verschuldungsgarantie können und wollen die 28 Ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht mehr auf sich nehmen. Letztendlich wäre das das Ende des Archivs in seiner jetzigen Form. Den ganzen Artikel lesen… »
6 August
Enola Gay - Is Mother proud of Little Boy today?
Ein gleißender Blitz erhellt die Stadt. Die unglaubliche Helligkeit und Intensität verdampft die obersten Hautschichten stehengebliebener Passanten, ihre Umrisse brennen sich in die Häuserwände der Stadt kurz bevor die Druckwelle Menschen und Häuser wegreißt. Niemand im direkten Detonationsbereich überlebt den Einschlag der Bombe, die tödliche Strahlung legt sich wie ein Schleier des Todes über die Stadt. Noch während die Feuersäule den Himmel erhellt, versinkt die Erde in tiefe Finsternis. Menschen die vor der Hitze zum Fluss fliehen und davon trinken, fallen später die Haare aus. Rote Flecken bedecken den ganzen Körper noch bevor sie qualvoll innerlich verbluten.
Heute vor 65 Jahren, am 6. August 1945 zerstörte eine Atombombe die japanische Stadt Hiroshima und tötete etwa 150.000 Menschen. Um 8:15 wirft die Enola Gay, ein amerikanischer B29 Bomber seine tödliche Fracht „Little Boy” über der Stadt ab. Zusammen mit der Bombe auf Nagasaki, die 3 Tage später abgeworfen wurden beenden die Amerikaner ihren Krieg mit Japan und unterzeichnen am 2. September die Kapitulation des Landes.
Atomare Bomben und atomare Energie gewinnen in den Jahren nach Ende des 2. Weltkrieges zunehmend an Bedeutung und gipfeln in Wettrüsten und dem kalten Krieg. Die gegenseitige Androhung eines Atomkrieges der Supermächte, die zynisch unter dem Begriff Abschreckung geführt wurde, beschwor erstmals Auslöschungsszenarien der Menschheit herauf. Immer wieder scheint der Streit zwischen Ost und West zu eskalieren. In den 80ern wächst der Protest gegen atomare Machenschaften, in Deutschland wird offen gegen Atomwaffen protestiert — die vor allem jungen Menschen ersticken an der Gewissheit das es mit einem Knopfdruck vorbei sein könnte und auch die Kernenergie, die man nach der Ölkrise 1973 als Heilmittel für eine einseitige Abhängigkeit sah stößt auf Kritik. Atomkraft? Nein Danke. Den ganzen Artikel lesen… »
25 Juli
[Update] Massenpanik bei Loveparade in Duisburg
Die Loveparade, die dieses Jahr unter dem Motto „The Art of Love” in Duisburg stattfand wurde durch eine Katastrophe nur noch ein Schatten ihrer selbst. Bei einer Massenpanik vor dem Haupteingang des Veranstaltungsgeländes sind nach Angaben von tagesschau.de mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen, 342 wurden schwer verletzt. (Stand vom 25.07.2010 — 07:42) Wie es letztendlich zu dem Unglück kommen konnte ist noch ungeklärt, die zahlreichen und mittlerweile auf YouTube hochgeladenen Videos zeichnen ein erschreckendes Bild.
Wie auf dem Liveticker Der Westen nachzulesen ist, sieht Duisburgs Oberbürgermeister die Schuld bei den Besuchern selbst: „Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland sieht die Ursachen nicht im Sicherheitskonzept. Die Ursache sei, das 15 Menschen über die Absperrung und dann die Mauer hochgeklettert seien und — vermutlich aus acht bis neun Metern Höhe — heruntergefallen seien. Die Notärzte hätten bei den Toten und Verletzten Quetschungen des Rückenmarks festgestellt. Das unterstreiche seine These.” (20:32) Den ganzen Artikel lesen… »
18 Juli
Archiv der Jugendkulturen - Jetzt retten!
Mehrfach hatte ich schon über das Archivs der Jugendkulturen geschrieben und auch aus meiner Mitgliedschaft keinen Hehl gemacht. Doch so spießig der Name auch klingt, umso wichtiger ist seine Aufgabe. Es sammelt Wissen und Informationen über Jugendkulturen und Szenen, engagiert sich in Aufklärung und Vermittlung, forscht selber auf neuen und unbekannten Gebieten und hat sich in den letzten Jahren auch mit zahlreichen Veröffentlichungen einen Namen gemacht. Das Archiv ist in Europa eine einzigartige Einrichtung. die Arbeit mehrfach ausgezeichnet und die Bibliothek einzigartig. Darüber hinaus bemüht man sich mit dem Projekt Culture on the Road das Wissen in die Republik zu tragen. Und jetzt, nach 12 Jahren Arbeit steht es kurz vor dem Aus. Den ganzen Artikel lesen… »
