»Der böseste Mensch der je ge
lebt hat« ist damals wie heute wohl eine der schillerndsten und geheimnisumwittertsten Gestalten überhaupt. Zu Lebzeiten schon schockierte er die viktorianische Gesellschaft am liebsten mit Sexskandalen und Drogenexzessen, er liebte die Selbstdarstellung und sonnte sich in dem finsteren Ruf der ihm damals schon voraus eilte. Sein Selbstbewusstsein hierbei war scheinbar grenzenlos, er trat als schottischer »Laird of Boleskin« in entsprechendem Habitus auf und ernannte sich selbst sogar zum Gott. Auf den feinen Parties der Oberschicht war er aber nicht nur deswegen ein wenig gern gesehener Gast — man sagt er wäre berüchtigt dafür gewesen die teuren Teppiche der reichen Gastgeber mit seinem Darminhalt zu versauen. Viele frauenfeindliche Aussagen sollen aus seinem Mund gekommen sein — nicht gerade der Typ Mensch mit dem man sich leicht anfreunden möchte …
Doch das ist nur eine Seite — sein Werk ist bis heute bedeutend und Umfangreich, Crowley war ein überdurchschnittlich intelligenter Mensch mit scharfem Verstand, seine Persönlichkeit und sein Werk inspirieren bis heute Künstler aller Art — und nicht wenige davon stammen aus dem schwarzen Szeneumfeld, maßgeblich genannt seien hierbei Genesis P.Orridge (Throbbing Gristle) und David Tibet, der mit »Current 93″ ziemlich deutlich auf Thelema — ein magisches System das von Crowley erfunden wurde — anspricht. Gerade im Bereich des Ritual Industrial finden sich immer wieder Künstler die Crowleys Werk in ihrer Musik verarbeiten — und das seit den Ursprüngen des späteren Gothics in den ausgehenden 70ern bis Anfang der 80er Jahre.




