22 Dezember

Worte des Jahres 2008

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 20082 Kommentare

Ich habe bei Biggi gele­sen, dass die Gesell­schaft für deut­sche Spra­che (GfdS) hat die Wör­ter des Jah­res 2008 gewählt. Gewählt wer­den Worte, die 2008 beson­dere Bedeu­tung erlangt haben und damit in aller Munde gewe­sen sind. Wenn ich mir das Ran­king so anschaue, kann es aber bestimmt nicht reprä­sen­ta­tiv gewe­sen sein, denn mul­ti­po­lar habe ich diese Jahr noch nicht in den Mund genom­men. Ich habe mir erlaubt die Top 10 der GfdS mit den erst bes­ten Gedan­ken zu kom­men­tie­ren mit einer musi­ka­li­schen Ant­wort zu ver­se­hen und bei Google danach zu suchen. Her­aus­ge­kom­men ist meine Inter­pre­ta­tion der Worte die­ses Jahres.

  • Finanz­krise (Google Platz 1)
    Ist an mir übri­gens spur­los vor­bei­ge­gan­gen, denn ohne Finan­zen keine Krise. Das Geld aber in unse­rer Welt regiert dürf­ten seit Ein­füh­rung der Wäh­run­gen nichts neues sein. Das die Zah­len aber in Dimen­sio­nen empor­stei­gen wür­den, die jeg­li­che Vor­stel­lungs­kraft über­stei­gen wollte nie­mand für bare Münze nehmen.

  • Ver­zockt (Google Platz 4)
    Habe ich mich die­ses Jahr aus­rei­chend. Nicht finan­zi­ell, dafür aber bei unzäh­li­gen Mono­poly Run­den mit Freun­den, also quasi doch finan­zi­ell, nur nicht in echt. Die, die es ver­zockt haben sind mit einer Abfin­dung nach Hause geschickt wor­den. Wir sind zu Hause und müs­sen uns damit abfinden.
  • Daten­klau (Google Platz 5)
    Irgend­wie wird man das Gefühl nicht los, das der infor­mierte Nerd seine Daten bes­ser schützt als das die Insti­tu­tio­nen tun, die es bes­ser wis­sen soll­ten und win­di­gen Call Cen­ter Daten in die Hände geben. Viel­leicht sollte ich meine per­sön­li­chen Daten selbst zusam­men­stel­len um diese dann an die Call­cen­ter zu ver­kau­fen. So bekomme ich viel­leicht einen klei­nen Teil des Kuchens für mich.
  • hes­si­sche Ver­hält­nisse (Google Platz 6)
    Poli­tik ist ein wei­tes Feld, unzäh­lige Tret­mi­nen und Stol­per­fal­len. Aber was kann man schon von einer Frau erwar­ten, deren Nach­name mich an ein Comic aus der Jugend erin­nert? Wenn dann noch ein bekann­ter Radio­mo­de­ra­tor die arme Frau auf die Schippe nimmt, ver­kommt das ganz dann völ­lig zur Lachnummer.
  • Umwelt­zone (Google Platz 2)
    Ver­schmut­zung und Fein­staub über­all. Und wer ist mal wie­der schuld? Der Auto­fah­rer. Ich muss mich auch mal so lang­sam um eine Ampel­pla­kette küm­mern, sonst kann ich dem­nächst und dann natür­lich völ­lig über­ra­schen­der Weise zu Fuß gehen. Das unsere Umwelt in Gefahr ist, wusste Karl bereits in den 80ern. Karl?
  • mul­ti­po­lare Welt (Google Platz 9)
    Das musste ich erst­mal bei Wiki­pe­dia nach­schla­gen, gehört es doch nicht zu mei­nem Wort­schatz. Es bezieht sich auf die Ent­wick­lung der inter­na­tio­na­len Kraft­ver­hält­nisse und behaup­tet, die Welt hätte mehr als zwei Pole son­dern vie­len Pole der Macht. Ist nix neues, gab es auch schon mal. Nur traf sich damals die mul­ti­po­lare Elite der musi­zie­ren­den Zunft zu einem Stell dich ein für Afrika.
  • Nacktscan­ner (Google Platz 8)
    Da gab es eine sehr inter­es­sante Szene in Total Recall mit Arnold Schwar­ze­negger, bei dem die Pas­sa­giere zum Mars durch eine ähnli­che Maschi­ne­rie lau­fen soll­ten. Erin­nerst du dich? Der älteste Traum der männ­li­chen Mensch­heit, durch eine Brille sein Gegen­über nackt zu sehen scheint All­tag an deut­schen Flug­hä­fen wer­den zu kön­nen. In der Sen­dung quer hat sich der Mode­ra­tor seine ganz eige­nen Gedan­ken gemacht.
  • Ret­tungs­schirm (Google Platz 7)
    Der Ret­tungs­schirm soll den Fall­schirm­sprin­ger davor bewah­ren im Falle eines defek­tes an sei­nem Haupt­schirm unge­bremst zu Boden zu stür­zen. Ob es nun im Hin­blick auf die Finanz­krise die Mana­ger vor dem Absturz bewah­ren soll, oder ob die Regie­rung den schüt­zen­den Schirm über die Ban­ken span­nen, bleibt Ansichts­sa­che. Bis alles vor­bei ist ver­kriech ich mich solange mal unter Rhi­an­nas Schirm.
  • Bil­dungs­früh­ling (Google Platz 10)
    Stu­dien über den Bil­dungs­stand waren die­ses Jahr in aller Munde. Offen­bar ist unsere Jugend nicht schlau genug und im inter­na­tio­na­len Ver­gleich schlech­ter als gedacht. Als die Eltern unsere Jugend noch jün­ger gewe­sen sind, soll alles viel bes­ser gewe­sen sein. Selbst im Fern­se­hen gab es auch ohne Reich-Ranicki bil­den­des Pro­gramm. Hier für alle jung geblie­be­nen noch ein­mal zum mitsingen:
  • Yes, we can (Google Platz 3)
    Auch wenn die USA Quell der Finanz­krise ist, es gibt einige Dinge von denen kön­nen wir noch ler­nen. Die Begeis­te­rungs­fä­hig­keit für eine gute Sache.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Ansichtssache
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2 Kommentare

  1. Erst­mal muss ich mich beschwe­ren: Beim Video zum Nacktscan­ner wurde mir übel. Diese rück­grat­lo­sen Cha­rak­ter­schweine von »Ver­trauen« reden zu hören bringt mich zum kot­zen. Mal ehr­lich: Wür­dest du der Mer­kel oder den gan­zen ande­ren Zecken nur einen Cent lei­hen? Ich jeden­falls nicht.

    Ansons­ten erge­ben die meis­ten der »Worte des Jah­res« für mich kei­nen Sinn. Finanz­krise, Daten­klau, Nack­scan­ner… klar, das hat man mit­be­kom­men. Der Rest ging aber wohl direkt an mir vor­bei oder war für mich so banal, dass ich ihn gleich wie­der ver­ges­sen habe. Aus »hes­si­sche Ver­hält­nisse« würde ich doch viel eher »grie­chi­sche Ver­hält­nisse« machen, da bekom­men auch mal die Zecken ihr Fett weg :D

  2. Prin­zi­pi­ell leihe ich Frau Mer­kel eine Menge Geld, natür­lich unfrei­wil­lig und ein­sei­tig. Die Worte des Jah­res sind für mich in soweit inter­es­sant, als das ich die Wahl einer sol­chen Top 10 für stumpf­sin­ning halte und eher als Zeit­ver­treib oder ABM Maß­nahme ein­ordne. Lei­der habe ich kei­nen Ein­fluss auf die Arbeit der Gesell­schaft für Deut­sche Spra­che und ver­su­che die Worte des Jah­res für mich zu ver­ar­bei­ten und zu nut­zen was andere fabri­ziert haben. Und irgend­wie ist das ja auch ein Jah­res­rück­blick der Worte den ich umso inter­es­san­ter finde ;)

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Trackbacks

  1. Finanzkrise auf Platz 1 schreibt:

    […] Spra­che (GfdS) nun auch in einer Pres­se­mit­tei­lung das Wort des Jah­res ver­öf­fent­licht. Und das Wort des Jah­res 2008 lau­tet (wie sollte es auch anders sein) FINANZKRISE, dicht gefolgt von VERZOCKT auf Platz 2 und […]