17 November

Weniger Spreu, mehr Weizen!

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang 2009

800px-Wheat_close-upJetzt lese ich gerade zum dritten mal den Artikel von Robert Basic, der nach dem Verkauf von basicthinking in seiner neuen Umgebung Written in Basic bloggt. Der sogenannte A-Blogger gilt als Meinungsschleuder der deutschen Blogosphäre  und schreibt in seinem Artikel Was ist aus den Blogs geworden? über den vergangenen Hype um Blogs.  Immer wieder das gleiche Thema. So schießt es mir ständig durch den Kopf. Die Vermischung von Medien, Journalismus und Blogs geht mir schon eine ganze Weile gegen den Strich. Immer wieder wird da behauptet, der Blogger messe sich mit dem Journalisten, Blogs im allgemeinen wären ein konkurrierendes Medium zu den klassischen Medien oder für manche sogar eine Chance zur Selbstständigkeit.

Geht es nicht in erster Linie darum, seiner eigenen Meinung eine Plattform zu verleihen? Nur weil eine Hand voll Blogs über den persönlichen Anspruch hinaus gewachsen ist und ernsthaft versucht, mit journalistischem arbeiten von der Meinung zur Tatsache zu avancieren fürchten die Professionellen um ihre Daseins-Berechtigung und wettern immer wieder fleißig gegen Blogger, bevorzugt gegen solche, die am Ende der Kette stehen und sich nicht unbedingt zu wehren wissen.

Völlig richtig schreibt Basic: "Dabei sollte man nicht ver­ges­sen, dass diese Einn­or­dungs­ver­su­che häu­fig sei­tens der Medi­en­schaf­fen­den kamen, die im Mus­ter „Wirt­schaft­lich­keit und Mas­sen­wir­kung” den­ken. Ein irgend­wie komi­scher Ver­gleich, als wür­den alle Blog­ger nur nach Wirt­schaft­lich­keit und Mas­sen­wir­kung streben.”

Denn mei­ner Mei­nung nach ist die Gewinn­ori­en­tie­rung der Tod eines jeden Blogs. Ein bezahl­ter Blog­ger, der von sei­ner Tätig­keit lebt kann sich eben nicht immer erlau­ben sei­ner Mei­nung eine Platt­form zu ver­lei­hen, denn sonst würde er ja viel­leicht in irgend­eine Hand bei­ßen, die ihn füt­tert. Das führt viel zu oft zum voll­stän­di­gen Ver­lust der Glaub­haf­tig­keit, wie einige Pro­mi­nente Fälle immer wie­der zei­gen. Als Leser eines Blogs bin ich ja immer daran inter­es­siert, was der Schrei­ber denkt und wel­che Mei­nung er ver­tritt. Ich möchte nicht unter­schei­den müs­sen zwi­schen ech­ten Arti­kel und Werbeartikeln.

Immer wie­der ver­su­chen auch Unter­neh­men durch den Ein­satz von „Unter­neh­mens­blogs” ihrer Popu­la­ri­tät zu erhö­hen und sich der hip­pen Inter­net­kul­tur anzu­bie­dern. Dabei sind die meis­ten Blogs die­ser Art von Anfang an zum schei­tern ver­ur­teilt. Blogs sind eine Form der sozia­len, vir­tu­el­len Kom­mu­ni­ka­tion und der Ver­net­zung von Mensch zu Mensch. Ein Unter­neh­men ist eben nur daran ori­en­tiert, seine Pro­dukte zu ver­kau­fen und hat als Blog gene­rell und glück­li­cher­weise kaum eine Chance.  Blogs von Selbst­stän­di­gen, die von den eige­nen Erfah­run­gen mit dem eige­nen Pro­dukt blog­gen? Hilfe!

Einige Blog­ger haben ihre Pos­ting­fre­quenz her­un­ter­ge­schraubt, andere haben es ganz sein las­sen. Es mag daran lie­gen, dass sich im Hype Men­schen mit Blogs beschäf­tigt haben, ohne einen tat­säch­li­chen, inne­ren Antrieb aus sich her­aus dafür ver­spürt zu haben. Sie sind einer Art Mode­er­schei­nung gefolgt. Nach­dem die Mode durch ist, trägt man diese Mode nicht mehr.

Die­sem Schluss­wort ist eigent­lich nichts mehr hin­zu­zu­fü­gen und ein guter Zustands­be­richt der heu­ti­gen, deut­schen Blo­go­sphäre. Doch das was davon zurück bleibt, macht für mich den eigent­li­chen Reiz des Blog­gens aus. Die Men­schen, die ent­deckt haben wie schön es ist über etwas zu schrei­ben, die sich Gedan­ken und Mei­nun­gen von der Seele schrei­ben. Die Men­schen die ihre Erfah­run­gen tei­len und Wis­sen ver­mit­teln, ohne etwas dafür zu ver­lan­gen. Die, die Kom­men­tare und Ver­lin­kun­gen als Beloh­nung sehen und nicht als Über­le­bens­kri­te­rium. Men­schen, die sich und ihrer Mei­nung trotz schwin­den­der oder stei­gen­der Leser­zah­len treu bleiben.

Viel­leicht ist es ja ganz nütz­lich, das sich der Hype legt, so trennt sich die Spreu vom Wei­zen und die deut­sche Blo­go­sphäre tauscht ein wenig Arro­ganz und Über­heb­lich­keit gegen eine ver­nünf­tige Dis­kus­si­ons­kul­tur und Kritikfähigkeit.

(Bild­quelle: Wiki­pe­dia)

10 Kommentare

  1. Nun, warum lese ich Neu­ig­kei­ten lie­ber in Blogs statt in Zei­tun­gen? Die Ant­wort ist recht ein­fach: Lese ich eine Zei­tung habe ich die — meis­tens gekaufte — Mei­nung von einer Per­son. Die schreibt dann, gerade was Poli­tik angeht, wie nett doch die Mer­kel ist und wie sehr der Mund­ge­ruch vom Wes­ter­welle seine Mit­men­schen doch beläs­tigt. Die glei­che Mei­nung hat viel­leicht auch der eine oder andere Blog­ger, wenn ich aber mehr als nur einen Blog lese und ein all­ge­mein gutes Bild von den Blog­gern habe, dann hab ich nach­her wesent­lich mehr und sach­li­che­ren Input. Dass kein Blog­ger sich selbst als „Zei­tung” ansieht liegt eigent­lich auf der Hand, erst in der Gesamt­heit wird die Blo­go­sphäre zu etwas das den Pro­fis die Tour ver­mas­seln kann. Ich würde sagen: Selbst schuld!

    Was „Pro­dukt­blogs” angeht, so ganz dane­ben finde ich das nicht. Mal davon abge­se­hen, dass Google ein Herz für Word­Press zu haben scheint finde ich es nicht ver­kehrt im Rah­men eines Blogs von Neue­run­gen zu den eige­nen Pro­duk­ten zu berich­ten. Frü­her nannte man sowas halt „Neu­ig­kei­ten” oder „News”, meist wurde das eben über einen „News­let­ter” ver­teilt, aber im Grunde hat sich doch nicht viel geän­dert. Wenns kei­nen inter­es­siert, dann liest es kei­ner und ich nehme mir die Frei­heit her­aus, dass ich die URL aus Kom­men­ta­ren ent­ferne, wenn diese auf einen kom­mer­zi­el­len Blog ver­wei­sen und der Inhalt Kom­men­tar selbst nach Copy & Paste bzw. hin­ge­rotzt aus­sieht. Wer das nicht macht ist selbst schuld, wenn die Herrn Fir­men­in­ha­ber mit die­ser krum­men Tour Erfolg haben, dann sind die Blog­ger im End­ef­fekt selbst schuld.

  2. Bei den Pro­dukt­blogs geht es mir auch eher um die Tat­sa­che, das hier auf Pseu­do­mo­derne Weise das eigene Pro­dukt gehypt wird. Kri­ti­sche Stim­men wer­den gelöscht oder gar nicht erst gehört. Ich finde da eine Forum sehr viel pas­sen­der. Natür­lich macht man das auch aus SEO-Gründen, aber Neu­ig­kei­ten oder News in Form eines Blogs, damit kann ich mich ein­fach nicht anfreunden.

    Bei der Zei­tung lege ich aber dar­auf wert, Fak­ten zu erfah­ren und von Tat­sa­chen zu hören, ohne die Mei­nung des Jour­na­lis­ten, denn die hat mei­ner Mei­nung nach dort nichts ver­lo­ren. Ganz anders bei der Mei­nungs­bil­dung über Blogs, da stimme ich Dir 100% zu. Wenn ich mir zu etwas eine Mei­nung bil­den möchte, lesen ich mir andere Mei­nun­gen durch, lese noch ein paar Fak­ten dazu und baue mir meine eigene Mei­nung. Meis­tens fährt man damit am besten ;)

  3. Wel­che Zei­tung ist denn „mei­nungs­frei”? Zwar kön­nen die Pro­fis die Mei­nungs­ma­che wesent­lich bes­ser ver­ber­gen als die meis­ten Blog­ger, aber allein durch das her­vor­he­ben oder aus­las­sen von Din­gen ent­steht doch eine Meinung.

  4. Ich sel­ber habe meine Pos­ting­fre­quenz run­ter­ge­schraubt, im Gegen­satz zu mei­nen Hoch­zei­ten im Blog. Das liegt zum einen aber an der Zeit und zum ande­ren an den The­men und die Inhalte die ich hier­durch mit weni­ger Zeit ver­bes­sern will.

    Da habe ich lie­ber ein paar Kom­men­tare anstelle das ich mein Blog mit Mas­sen­ware voll­pumpe und alles schreibe was ich finde. Dafür gibt es nun Twitter.

    Geld ver­die­nen mit Blogs, warum nicht. Ich weiß nicht wo das Pro­blem ist. Biss­chen Tri­gami und ein paar Ban­ner sind ok, finde ich.

    Trotz allem, auch ich bin mit dem Ton­nen­dre­her bei­nah zu Spreu gewor­den, doch konnte ich den Unter­gang dies­mal noch abwen­den durch eine Stra­te­gie­än­de­rung die mir auch wie­der den Spass zurück­ge­bracht hat.

    Gut, 2/3 weni­ger Leser, wahr­schein­lich über die Such­ma­schi­nen, aber dafür bin ich wie­der in einem Bereich der mir Spass macht und der ande­ren anschei­nend ebenso, da sie wie­der kommentieren.

    Für diese Such­ma­schi­nen­be­su­cher kann man dann die Wer­bung machen, die Stamm­le­ser wis­sen wie damit umzu­ge­hen ist und solange man Wer­be­bei­träge kenn­zeich­net ist auch alles ok.

    Reich wird man mit sim­plen Blog­gen eh nicht.

  5. Pro­ble­ma­tisch ist, egal ob Blog oder Zei­tung, wenn man sich nur aus einer Rich­tung infor­miert.
    Und The­men von meh­re­ren Stand­punk­ten aus zu betrach­ten, ist gerade durch die Blogs sehr viel ein­fa­cher gewor­den.
    TV, Radio, Print sind zumeist ein­fach nur noch „unter­halt­sam”.
    Und da liegt ver­mut­lich auch der Feh­ler von eini­gen Blogs, dadurch das sie ver­su­chen breiten-populär zu werden.

  6. @Thomas: Da hast du natür­lich auch wie­der recht, von der Seite habe ich das noch nicht betrach­tet und viel­leicht auch nicht gemeint. Sicher ist jeder Zei­tung Mei­nungs­bil­dend, wobei ich mich ver­su­che, auf die Fak­ten zu kon­zen­trie­ren und lie­ber eine direkte Mei­nung dazu höre, so wie du es in dei­nem ers­ten Kom­men­tar schon erwähnt hast.

    @Sebastian: Ein paar Ban­ner und ein biss­chen Wer­bung? Das ist Geschmacks­sa­che, ich per­sön­lich habe es gerne Wer­be­frei, aber prin­zi­pi­ell ist nichts dage­gen ein­zu­wen­den. Ich meine auch Wer­bung im Sinne von Arti­keln, die dar­auf abzie­len, dem Leser zu sug­ge­rie­ren es handle sich um die Mei­nung des Ver­fas­sers, des­sen Mei­nungs­bil­dende „Kraft” dann nur zu Wer­be­zwe­cken miss­braucht wird. „Reich wird man mit sim­plen Blog­gen eh nicht.” Nicht an Geld, wohl aber an Erfah­rung und die ist mei­ner beschei­de­nen Mei­nung nach unbezahlbar.

    @funkygoog: Ja, da ist was wah­res dran. Es ist oft zu beob­ach­ten, wie kri­ti­sche Blogs mit stei­gen­der Besu­cher­zahl Mei­nungs­lo­ser wer­den. Daher bleibt die beste Lösung wohl die Schnitt­menge aus vie­len Spar­ten­ka­nä­len. Ich möchte im All­ge­mei­nen noch anmer­ken, das ich kei­nes­wegs auf popu­läre Blogs ver­zich­ten möchte, als Infor­ma­ti­ons­trä­ger ver­fü­gen die über zahl­rei­che enga­gierte Quel­len, die ich nicht mis­sen möchte.

  7. @ Robert : Ein biss­chen Wer­bung eben. Also nen Ban­ner oder sowas finde ich schon ok, auch wenn das eh sogut wie nix bringt. Tri­gami Bei­träge, also gekenn­zeich­nete finde ich noch ok und gibt auch ein paar Mark, aber heim­lich Wer­bung mag ich weder in Blogs noch in ande­ren Medien. Gekaufte Bei­träge die nicht gekenn­zeich­net sind.

  8. sehr inter­es­san­ter arti­kel robert, ich hab glatt pro­bleme bei so vie­len punk­ten meine mei­nung dazu anzubringen:

    dass es wie­der weni­ger deut­sche blog­ger wer­den war abzu­se­hen, ich denke auch twit­ter und son zeug greift da einige nut­zer ab aktu­ell. genauso kann das in 2 mona­ten wie­der mehr wer­den, oder noch weni­ger, wer weiß das schon?

    blogs sind keine zei­tun­gen, und soll­ten es auch nicht sein. ich sehe blogs eher wie unter­hal­tun­gen mit freun­den und arbeits­kol­le­gen. freund x kennt sich mit autos aus, wenn ich da hilfe brau­che frag ich den, arbeits­kol­lege y ist film­freak und gibt einem tolle tips was man gese­hen haben muss… — und mit blogs läufts genauso. man fin­det blogs, deren the­men und art einen anspre­chen, und behält diese im auge. und diese blogs müs­sen, ebenso wie die freunde und arbeits­kol­le­gen, mir kein wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten bericht abge­ben, was ich will sind andere mei­nun­gen hören, dinge aus ande­ren per­spek­ti­ven sehen, tips & ideen bekommen.

    und zum ewi­gen thema wer­bung in blogs kann ich nur sagen, dass jeder blog­be­trei­ber das selbst ent­schei­den sollte. wenn er 2,50€ ver­die­nen will, bitte, gerne. wenn er es über­treibt und dadurch leser ver­liert, sein pech. jeder, wie er mag.

  9. Nur mal so ein paar Dinge, die mir zu die­ser spä­ten Stunde in den Sinn kommen:

    - „Ich möchte nicht unter­schei­den müs­sen zwi­schen ech­ten Arti­kel und Werbeartikeln.”

    Kleine Gewis­sens­frage: Wür­dest Du einen posi­ti­ven Arti­kel über Dein favo­ri­sier­tes Gad­get schrei­ben, wenn Du es vom Her­stel­ler geschenkt bekä­mest und dabei fest­stel­len wür­dest, daß das Ding eigent­lich ein kom­plet­ter Rein­fall ist?
    Die Chance auf wei­tere wohl­wol­lende Spen­den sei­tens des Her­stel­lers hät­test Du Dir damit sicher­lich ver­baut. Und auch andere Her­stel­ler wür­den es sich sicher­lich 2x über­le­gen ob sie Dir ihr Pro­dukt zur Bewer­tung zur Ver­fü­gung stellen.

    Das muß in der Tat jeder für sich abwä­gen ob ihm die „credi­bi­lity” (fürch­ter­li­cher Begriff) wich­ti­ger ist als die Aus­sicht auf wei­tere kos­ten­lose Güter.

    - Jour­na­lis­ti­sches Arbei­ten erfor­dert auch, sich an gewisse jour­na­lis­ti­sche Regeln zu hal­ten. Das schaf­fen die wenigs­ten Blog­ger! Wie denn auch, wenn selbst die Presse damit ihre Pro­bleme hat.

    - Zeit ist wirk­lich ein wich­ti­ges Fak­tum. Des­halb kannst Du Dir ja auch, wie schon an ande­rer Stelle erwähnt, mei­ner Bewun­de­rung sicher sein.
    Mir per­sön­lich fällt es bei einer 45–50 Stun­den Woche schwer, halb­wegs erträg­li­che Arti­kel zu ver­fas­sen und so greife ich immer mehr zu die­sen beque­men YouTube Videos und schreibe dazu 5 Zei­len obwohl ich wirk­lich Lust hätte mal wie­der was „Ordent­li­ches” zu ver­fas­sen. Die wenige Zeit, die ich dann eigent­lich zur freien Ver­fü­gung habe, treibe ich mich auf irgend­wel­chen komi­schen Blogs rum und ver­fasse Kom­men­tare. Und neben­bei bemerkt: Bei einem Leser­stamm von geschätz­ten 70 halb­wegs regel­mä­ßi­gen Lesern und 20 regel­mä­ßi­gen Kom­men­ta­to­ren hält sich mein Enthu­si­as­mus manch­mal auch wirk­lich in Gren­zen. Die „Blog­bin­dung” fin­det da sowieso meis­tens nur über das regel­mä­ßige Quiz o.ä. statt. Schade, aber lei­der nicht zu ändern und irgend­wann schläft so ein klei­ner Blog dann viel­leicht auch ein.

    - In die­sem Sinne: Schreib ein­fach so wei­ter! Passt doch alles, solange Reso­nanz kommt, oder?

  10. @tobi: Ich bin genau wie Du der Ansicht, das es nicht immer wis­sen­schaft­li­che Berichte sind, die den meis­ten Infor­ma­ti­ons­ge­halt bie­ten. Gerade soziale Phä­no­mene (wie zum Bei­spiel Jugend­sze­nen) las­sen sich äußerst schwer wis­sen­schaft­lich erfas­sen. Da ist mir ein recher­chier­ter Blog­ein­trag viel mehr Wert als Fak­ten und Statistiken.

    @Postpunk: Wenn ich per­sön­lich etwas gut finde, schreibe ich einen posi­ti­ven Bericht dar­über. Wenn mir jemand etwas unge­fragt zuschickt oder anbie­tet was ich schlecht finde, schreibe ich dar­über. Das ich mir dadurch natür­lich poten­ti­elle „Geschenke” ver­baue ist klar und auch beab­sich­tigt. Die Her­stel­ler, die ihre Pro­dukte nur an jeman­den schi­cken, der posi­tiv dar­über schreibt ver­lie­ren doch letzt­end­lich (bei mir zumin­des­tens) an Glaub­wür­dig­keit. Aber genau diese Gewis­sens­frage finde ich sehr span­nend, denn die Gren­zen sind schwam­mig, nicht leicht zu erken­nen und verwischt.

    Zum Thema Zeit: Ich höre da doch nicht eine Spur von Resi­gna­tion? Lie­ber Post­punk, meine Frage: Was woll­test du mit dem Blog­gen den errei­chen? Du kop­pelst den Enthu­si­as­mus mit der Anzahl der Leser und Kom­men­tare, was ich nach­voll­zie­hen kann, aber kon­tra­pro­duk­tiv finde. Du soll­test Blog­gen, weil du Lust und Freude daran hast, Kom­men­tare sind (wie im Arti­kel erwähnt) mei­ner Ansicht nach eine Beloh­nung für das, was man schreibt. Ebenso die vie­len „anony­men” Leser. Es gibt kurio­ser­weise Arti­kel in mei­nem Blog, die 0 Kom­men­tare haben, aber rund 60 mal pro Tag gese­hen (auf­ge­ru­fen) wer­den. Das kann an einer guten SEO lie­gen, aber auch an dem Artikel.

    Gerade in The­ma­ti­schen Rand­be­rei­chen, in denen du dich bewegst (ich natür­lich auch). Fin­det sich nur eine Hand­voll Leser. Mei­ner Erfah­rung nach sind die aber in der Regel treuer als Leser auf breit gefä­cher­ten Blogs, oder eher popu­lär­the­ma­tisch sor­tier­ten Blogs (Word­press, SEO, Tech­nik) Daher fin­det Reso­nanz auch in Form von ein­fa­chen Besu­chen statt, nicht nur im abge­ben von Kommentaren.

    Und ganz ehr­lich, ohne dir Honig um’s Maul zu schmie­ren: Ein Ver­lust dei­nes Blogs wäre zumin­des­tens ein kul­tu­rel­ler Ver­lust für 70 Leser, zu denen ich mich auch zähle. Lie­ber alle 2 Wochen 1 guter Bei­trag als jeden Tag ein belangloser.

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