13 Oktober
Von Querdenkern und Trittbrettfahrern
Eigentlich hatte ich Herrn Marcel Reich-Ranicki für einen unsympathischen, alten und gebrechlichen Querdenker gehalten. Das stimmt auch, nur unsympathisch ist er mir nicht mehr. Was der 88jährige auf der gestrigen Verleihung des deutschen Fernsehpreises, auf der er eigentlich für sein Lebenswerk geehrt werden sollte über die deutsche Fernsehlandschaft vom Stapel gelassen hat, sorgt auch heute noch für Nachbeben bei allen Fernsehsendern. Das Land ist gespalten. Während sich die einen aufregen, freuen sich die anderen über die Offenheit und Direktheit. Jeder, der noch nicht weiß, worum es geht, möge sich dieses hier auf Youtube anschauen:
Wie recht er hat, brauche ich nicht weiter auszuführen, ich denke (hoffe) die meisten teilen seine Meinung. Mit geht es vielmehr um das, was draus gemacht wird und gemacht wurde. So fand ich Thomas Gottschalk brilliant, von dem können sich 90% aller deutschen Moderatoren noch eine Scheibe abschneiden. Viel schlimmer ist da, was sich Elke Heidenreich da in einer Zusammenfassung bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zusammengestümpert hat. Die einzige Frau, die es schafft sich selbst Honig um den Bart zu schmieren und dabei noch Menschen zu beleidigen die in die überzeugt haben (Thomas Gottschalk), oder ihre Brötchen bezahlen (ARD, ZDF und die öffentlich rechtlichen). Trittbrettfahren auf dem Rückgrat von Herrn Reich-Ranicki.
[...]Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten[...](Elke Heidenreich in der FAZ)
Ich hoffe das erledigt sich bald von selbst, dann kann Frau Heidenreich ja über die von ihr gelesenen Bücher bloggen anstatt mit ihrer Sendung Lesen! das Erbe Reich-Ranickis zu entwürdigen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold wäre mein Vorschlag für den Titel ihres ersten Artikels. Herr Knuewer vom Blog des Handelsblatts hat das ganze übrigens mehr als treffend beschrieben und sollte unbedingt dazu gelesen werden!
Fazit: Letztendlich sind wir alle ein bisschen mitverantwortlich für den Erfolg schlechter Fernsehunterhaltung. Vielleicht sollten wir bei uns und unseren Mitmenschen anfangen, für eine bessere Fernsehwelt zu plädieren. Nicht nur aufregen, sonder einfach mal abschalten.
Quellen: Deutscher Fernsehpreis, Heidenreich bei der FAZ, Blog des Handelsblatts, Youtube
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Ansichtssache
Schlagwort: Elke Heidenreich, Fernsehpreis, Reich-Ranicki


hat bereits 77 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. Oktober 2008 um 21:50:
Er hat ja Recht *g*, bin ganz glücklich ohne Fernseher, aber Arte fehlt mir auch^^ nur finde ich nicht, dass die Sender sooo schlecht sind…abgesehen davon führt ein zu arrogantes Auftreten solcher Kritiker dazu, dass Literatur noch mehr als etwas Elitäres/Verstaubtes gilt. Einen Preis abzulehnen ist aber sein gutes Recht.
Naja und Gottschalk ist wirklich ein Grund den Fernseher anzuschalten^^
LG
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. Oktober 2008 um 22:31:
Ich find Gottschalk eigentlich Aalglatt und für mich schlecht einzuschätzen. Er ist und bleibt aber einer der besten Moderatoren die wir hier zu bieten haben. Für mich ist Literatur aber nicht elitäres sondern einfach nur eine Frage der persönlichen Entwicklung. Ich konnte schwerer Literatur noch nie viel abgewinnen sondern stehe eher auf leicht und fesselnde Unterhaltung, obwohl natürlich das eine nicht das andere ausschliesst.
Ich selber oute mich ungehemmt als DSDS-Casting Gucker, man muss ja schließlich wissen wovon man redet und der Selbstdarstellungsdrang der jugendlichen Menschheit ist ein faszinierendes Gebiet ;)