13 April

Verkehrte Welt - Fisch am Freitag

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang 2009

Ich bin mit­ten im Oster­wo­chen­ende und komme ein­fach nicht zum blog­gen. Zum einen muss ich jede freie Minute damit ver­brin­gen für meine Meis­ter Prü­fung im Mai zu ler­nen, dann ist auch noch schwei­ne­gu­tes Wet­ter und außer­dem gibt es auch noch die ein oder andere fami­liäre Feier, der ich bei­woh­nen wollte.  Wäh­rend ich also neben dem Ler­nen ver­su­che mei­nen Kopf frei zu bekom­men (habe ich irgendwo gele­sen, das man das so sagt, eigent­lich wollte ich nur auf andere Gedan­ken kom­men, denn den Kopf frei zu bekom­men würde wohl eine voll­stän­dige Gehir­nent­fer­nung vor­aus­set­zen, bei mir jeden­falls) mache ich gedank­li­che Rei­sen in unbe­kannte Gewässer.

Am Kar­frei­tag habe ich den frü­hen Abend dazu genutzt, im Zen­trum des Gesell­schaft­li­chen Lebens in Mön­chen­glad­bach (Alter Markt) einen Kaf­fee zu schlür­fen und dabei die Men­schen um mich herum beob­ach­tet. Ein mei­ner liebs­ten Beschäf­ti­gun­gen übri­gens. Dabei ist mir auf­ge­fal­len, das doch tat­säch­lich jeder Fisch isst und kein Fleisch. Obwohl ich meine Mit­glied­schaft gekün­digt habe, inter­es­sie­ren mich sol­che Fra­gen immer bren­nend und gestan­dene Chris­ten kom­men in Erklä­rungs­not. Essen wir Fisch weil Jesus gekreu­zigt wurde? Essen wir Fisch weil es zur Fas­ten­zeit dazu gehört? Oder ist Fisch die Nah­rung der Armen? Zumin­des­tens letz­te­res ist heute über­holt, den 1 Kilo Schwein ist deut­lich güns­ti­ger und Fisch­fri­ka­del­len kann man nicht wirk­lich zu den Fischen zäh­len. Die ande­ren Erklä­run­gen füh­len sich für mich an, wie an den Haa­ren her­bei gezo­gen. Aber was soll´s ich mag Fisch eigent­lich ganz gern, auch Donnerstags.

Sams­tag Abend dachte ich an ein biss­chen Unter­hal­tung der leich­ten Sorte und habe mich mit Freun­den dem Kino hin­ge­ge­ben. Nicht ohne natür­lich vor­her wie­der einen Kaf­fee auf dem alten Markt zu schlür­fen, dass es Reg­nen würde wie aus Eimern (tol­les Gewit­ter übri­gens) konnte ja kei­ner ahnen. Über­flüs­si­ger­weise sind meine 80er Uralt Pikes auch mitt­ler­weile undicht, so eine Scheiße. Mit dem Kino hat es den­noch geklappt. Fast & Furious 4 — Reihe 5 Platz 15. Viel zu nah an der Lein­wand habe ich mir gedacht, mein Auge hatte Schwie­rig­kei­ten dem Gesche­hen wirk­lich zu fol­gen, aber immer­hin emp­fand ich den Film als Actionspek­ta­kel vol­ler Autostunts und die waren gelun­gen. Eigent­lich wollte ich doch Kno­wing sehen, klingt irgend­wie span­nen­der und düs­te­rer und herr­li­cher, aber ich habe mich gebeugt.  Aber eins lerne ich wohl nie — mir ein klei­nes Getränk zu bestel­len. Nein, ich musste ja unbe­dingt wie­der so einen Liter Kübel schlür­fen, der mich nach exakt 60 Minu­ten dazu Zwang, die Beine überein­an­der zu schla­gen und in die­ser Stel­lung zu ver­har­ren, bis ich mei­ner schmer­zen­den Blase nach 90 Minu­ten Lin­de­rung ver­schaf­fen konnte. Pau­sen­knopf im Kino, das wär´s.

Oster­sonn­tag hatte wir die Fami­lie zum Früh­stück gela­den, die ich immer als sehr ange­nehm emp­finde. Viel schlim­mer emp­finde ich den mor­gend­li­chen Blick in den Spie­gel, oder bes­ser gesagt, den Typ, der mich aus dem Spie­gel anguckt. Ver­erb­ter Haar­aus­fall ist so ziem­lich das frus­trie­renste was ich mir vor­stel­len kann. Zum einen han­delt es sich um einen natür­li­chen Vor­gang, der sich wohl durch nichts stop­pen lässt, den ich bis jetzt aber immer noch mit Igno­ranz bestra­fen konnte. Wird das Gesicht eben grö­ßer, ist mir doch egal. Aber die Reise zum Schä­de­l­äqua­tor scheint unauf­halt­sam, zu allem Über­fluss waren das auch die zwei­ten Worte mei­ner Schwes­ter (die­ses Biest). Vor ein paar Jah­ren habe ich mir ver­spro­chen mich von mei­nen Haa­ren zu tren­nen, wenn der Gen­tech­ni­sche bedingte Haar­aus­fall zu schlimm wird, aber jetzt trau ich mich nicht mehr.  Das Früh­stück war wirk­lich toll, Nach­mit­tags habe ich wie­der gelernt, wie lästig.

Die Herz­al­ler­liebste ist auf dem Sofa ein­ge­schla­fen, im Fern­se­hen kommt nur Schrott und am 29.März habe ich einen Google Page Rank (von 3 auf 2) ein­ge­büßt, wie gemein. Ich glaube ich schalte Sta­tis­ti­ken ein­fach ab, ist sowieso bes­ser für den Daten­schutz. Wäre ich nicht so ham­mer­mä­ßig posi­tiv sein, würde mich das im Hin­ter­grund lau­fende Mein Freund der Baum ist tot von Alex­an­dra wohl ins Gefühl­s­tal zie­hen, aber nicht mit mir! Ist er eben tot der doofe Baum.

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2 Kommentare

  1. Wie, Du kommst nicht zum blog­gen? Das ist doch ein Blog :) Und noch zu Ostern!
    Aaargh, wer hat schon einen Baum zum Freund? Und wenn, der steht nur blöd herum, ruft nie an, und ster­ben müs­sen wir alle.
    Haar­aus­fall sollte Dir keine Sor­gen machen. Es wird Dich zwar nicht trös­ten, aber ich wollte immer lange Haare haben, geht aber nicht, weil sie a) nicht län­ger als Schul­ter­lang wer­den woll­ten, und b) selbst in der Länge ziem­lich Scheiße aus­sa­hen. Also wird meine Haar­pracht regel­mä­ßig auf 1,8 cm redu­ziert, was zumin­dest wenig Zeit, was Pflege angeht, ver­ur­sacht. Und selbst das sieht bei mir nicht sehr fül­lig aus *g*

  2. Geteil­tes Leid ist hal­bes Leid, vie­len Dank für deine öster­li­che Anteilnahme :)

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Tweetbacks

  1. superfluence sagt:

    Ver­kehrte Welt — Fisch am Frei­tag http://tinyurl.com/cpdptt