28 Mai
Über die Beeinflussung durch Medien: Schwarz wie Milch
Den Blick in die Welt kann eine Zeitung versperren. Sagte man zu Zeiten der Studentenrevolte und meinte das Richtige. Denn tatsächlich ist es doch so, das unser Weltbild durch die Medien manipuliert wird unsere Kaufabsichten durch Werbung beeinflusst und unsere Vorurteile auch nicht von ungefähr kommen. Nichts ist daran schlimm, sich passiv im Strom zu bewegen und sich bequem im Fluss der Meinungen zu bedienen, das machen ja schließlich alle anderen auch. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr darauf so zu sein und das zu denken was die anderen auch so denken und was sie darstellen. Ich kleidete mich schwarz und stieß dem Umfeld vor den Kopf. Vielleicht habe ich gehofft das einer fragt warum ich das tue. Ich begann mich für Dinge zu interessieren und Fragen zu stellen die keiner beantworten konnte. Seine eigene Meinung bilden und Sachen auf den Grund gehen, das finde ich jetzt viel besser. Etwas mit Hintergrund zu füllen anstatt es mit Farbe aus dem Baumarkt der Meinungen auszumalen.
Nur Werbung, geistlose Unterhaltung und politischer Schwachsinn überfluten die Bildschirme. Einer lügt mehr als der Andere. Und wenn die Welt nur noch aus Lügen besteht, dann wird die Wahrheit das Einzige sein, was niemand mehr glaubt. Und werde ich meine Augen schließen und wegsehen... Nein... ich habe meine eigene Meinung! Ich traue nicht den schönen Bildern und den Worten, die mir verbieten selbst zu denken. Ich werde suchen und ich werde die Wahrheit finden. Auch wenn es mir nicht bewusst war, dass ich manipuliert wurde... Oder hast du es gemerkt? Ich hoffe du bist nicht meiner Meinung?
Schwarz wie Milch ist ein Kurzfilm zum Thema: »Beeinflussung durch die Medien«. Ein Bachelorarbeit von Stefan Kempas an der Hochschule Ulm für den Studiengang Digital Media. Er zeigt wie uns die Medien manipulieren. Ja, man sollte seinen Kopf benutzen wenn man dieses Filmchen schaut und sich dann entweder fragen: »Ist das echt so?« oder sich in dem bestätigt fühlen, was man sowie schon macht. Ich will jetzt nicht wieder den moralischen Zeigefinger erheben sonder überlasse das einem Medium und einer Arbeit, das seine Sache sehr viel besser macht, als ich das je in Text umsetzen könnte:
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Ansichtssache, Schwarzes Netz, Vernetzt
Schlagwort: Kurzfilm, Manipulation, Medien, Meinung, video


hat bereits 51 Kommentare abgegeben und schrieb am 29. Mai 2010 um 01:41:
Wie bildest Du Dir Deine eigene Meinung? Durch Lesen und Hinterfragen? Muß, bzw, kann ich das denn von jedem erwarten?
Bilde ich mir eigentlich meine Meinung nach der Vorgabe der Medien, die ich konsumiere? Oder bilde ich mir zuerst meine Meinung und konsumiere dann dazu die passenden Medien?
Was ist eigentlich der Auftrag der Medien? Information? Entertainment?
Und jetzt … das Wetter!
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 29. Mai 2010 um 12:06:
Ich denke hier wird noch eine viel grundsätzlichere Frage als der Medienauftrag aufgeworfen.
Nämlich was ist Wahrheit? Meiner Meinung nach ist Wahrheit eine rein subjektive Einschätzung. In dem ich den einen Aspekt mehr beleuchte, als den anderen, kann in einigen Fällen schon wieder eine 180° Kehrtwendung für das Wahrheitsbild ein und der selben Sache geschehen.
Medien hatten früher einmal den Auftrag der Information. Heutzutage folgen sie — wie fast alles andere — ihren eigenem, kapitalistischen, Auftrag: Mehr Geld zu scheffeln und Wettbewerbsfähig zu sein. Die Art der Berichterstattung hängt von der Zielgruppe ab, die vermutlich bereit wär, das entsprechende Medium zu konsumieren.
Bloß Meinungsbildung kann nicht unbeeinflusst von Medien entstehen.
Man kann sich nur von Geschehnissen eine Meinung bilden, von denen man in irgendeiner Weise gehört hat. Ob man nun selbst durch mediale Berichterstattung oder durch eine Diskussion mit einem Bekannten auf dies Thema kam: Letztlich muss irgendjemand über die Medien aufmerksam auf das Thema geworden sein.
Somit lässt sich letztlich sagen, dass die wie man es dreht und wendet, die Medien selektieren, wozu wir uns eine Meinung bilden dürfen.
Eine Erkenntnis, die ich schon vor Jahren hatte.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. Mai 2010 um 08:37:
@Postpunk: Wie machst du deiner Meinung Luft? Durch kommentieren? Vielen Dank dafür und auch für das Wetter! :)
@TheRisen: Interessanter Kommentar! Wahrheit ist meiner Meinung das, was wirklich war, passiert ist oder gesprochen wurde und daher nicht subjektiv. Die kommt erst dann ins Spiel wenn die »Wahrheit« weitergetragen wird, also wenn der Erzähler oder Autor subjektive Stilmittel einsetzt.
Ich verstehe aber was du meinst (hoffe ich zumindestens). Unsere Wahrheit bauen wir uns selbst zusammen und bedienen uns dabei eben dieser Medien. Aber daran sehe ich nichts schlimmes, immerhin ist man geneigt mehrere Meinungen oder auch Wahrheiten zu hören, bevor man sich daraus seine eigene kreiert. Das ist auf jeden Fall besser, als die Meinung eines einzelnen zu seiner zu erklären.
Aber ich finde das nicht allein die Medien selektieren, wozu wir uns eine Meinung bilden dürfen. Das halte ich für ein wenig zu weit gegriffen. Ich denke ich bin auch dazu fähig mir Meinungen aufgrund von eigener Erfahrung zu bilden, die losgelöst von jedweder Berichterstattung gemacht wird.
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. Mai 2010 um 13:29:
@Robert:
»Ich denke ich bin auch dazu fähig mir Meinungen aufgrund von eigener Erfahrung zu bilden, die losgelöst von jedweder Berichterstattung gemacht wird.«
Ich glaube, wir reden hier von zwei verschieden Sachen. Ich bezog mich auf die Themen, über die man sich informieren möchte. Wenn niemand über den Krieg im Land xy berichtet, wissen wir davon nichts und können uns auch keine Meinung dazu biden.
Das der Prozess der Meinungsbildung selbst nicht zwangsweise Medienbasiert ist, sollte klar sein.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. Mai 2010 um 17:00:
@TheRisen: Ja, der Groschen (Eurocent) ist gefallen, ich konnte tatsächlich erst nicht begreifen was du meinst :) Selbstverständlich, nur durch die Medien wissen wir das in Land XYZ Krieg herrscht. Hier bietet das Internet oft die einzige Möglichkeit einer alternativen Informationsquelle, die leider von immer mehr Länder diesbezüglich unterbunden bzw. zensiert wird. Hier heißt des dann aber natürlich selbst zu sondieren welcher Wahrheit oder Meinung man Glauben schenkt, da man die Tatsache ja nicht selber ergründen kann.
hat bereits 306 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. Mai 2010 um 23:09:
Interessante Arbeit. Die Atmosphäre, gerade was die „Handlungsmotivationsschilder“ anbelangt, erinnert mich an den Film „Sie leben“. Allerdings besitzt diese Aussage, dass man sich durch Eigeninformation von der Medienlenkung lösen kann, eine Ungereimtheit. Zumindest wenn man die Aussage konsequent bis paranoid weiterdenkt. Jede Information beruht auf einer Quelle. Aber woher will ich wissen, dass gerade diese Quelle die richtige ist? Um das herauszufinden muss ich recherchieren. Mit anderen Medien und Wegen die Information durch Hintergrundinformation stützen…. Aber woher will ich wissen, dass dann gerade diese Quelle die richtige ist? Um das herauszufinden muss ich recherchieren. Mit anderen Medien und Wegen die Information durch Hintergrundinformation stützen…. Aber woher will ich wissen, dass dann gerade diese Quelle die richtige ist? Um das herauszufinden muss ich recherchieren. Mit anderen Medien und Wegen die Information durch Hintergrundinformation stützen….so kann man das fast endlos spielen, bis man an dem Punkt angelangt ist, an den man nur noch seinen Augen traut. Und doch ist der Mensch in einem Medienirrgarten gefangen, welcher selbst die objektive Wahrnehmung nicht frei von subjektiven Eindrücken lässt.
Man ist nur dann frei von den Medien, wenn man sich nicht weiterinformiert, sondern alles ignoriert. Dadurch entzieht man sich jeglicher Beeinflussung. Ob das der beste Weg ist, dass sei dahingestellt. Aber dann weiß man zumindest dass man nichts weiß. Das ist immerhin noch besser, als zu glauben, dass man etwas weiß. In Sachen Medien und Glauben könnte die BILD schon fast als Religion durchgehen.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. Juni 2010 um 16:09:
Großartiger Film übrigens. Die verlässlichste Quelle ist die eigene Erfahrung, wenn wir uns über etwas informieren und dazu unterschiedlichsten Quellen nutzen müssen wir natürlich sondieren und den Ursprung der Information ebenso überprüfen, wie mögliche andere Auslegungen. Das Bild, das man dadurch erhält kann man nur durch eigene Erfahrung abschließen.
Sich gänzlich den Medien zu entziehen halte ich persönlich für unpraktikabel und nicht sinnvoll. Ich denke ein skeptischer Umgang damit, der Hinterfragen vor Glauben stellt, ist eine gute Lösung. Im letzten Schluss hast du natürlich recht, aber wie langweilig wäre die Welt ohne den Mist den andere darüber verzapfen? :)
hat bereits 306 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. Juni 2010 um 19:09:
[…]aber wie langweilig wäre die Welt ohne den Mist den andere darüber verzapfen? :)[…]
Es wäre eine unerträgliche Harmonie, die einen zum Schweigen verdonnern würde. ;)
Jedenfalls hoffe ich, dass diese Bachelorarbeit entsprechend gewürdigt worden ist. Auch wenn derartige Abschlussprojekte wohl bei dieser Studienrichtung zum guten Ton gehören, so ist es immer wieder erfreulich zu sehen, dass auch andere Wege beschritten werden, als in selbstgerechter Art und Weise irgendwelche Statistiken oder Recherchearbeiten wiederzukäuen.
hat bereits 259 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. Juni 2010 um 19:42:
»Haha!«, wenn ich das mal anmerken darf, denn diese Arbeit bedient sich bei allen aktuellen Medien, nämlich einer »betroffen klingenden« Sprache, und dramatischen Bildern.
So was wie »eine« Wahrheit gibt es (leider) nicht. Aber glücklicherweise besteht zumindest bei uns die Möglichkeit, sich umfassend, sprich aus verschiedenen Quellen, zu informieren.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. Juni 2010 um 19:23:
@Guldhan: Unerträgliche Harmonie, für manche Synonym für einen Friedhof — über Zusammenhänge lässt sich streiten. :)
@Vizioon: Richtig. Worin das enden kann, sehen wir ja an der momentane Bundespräsidentendebatte. Eine Wahrheit gibt es sicherlich nicht so einfach, aber vielleicht das Bewusstsein das eine Zeitung den Blick in die Welt versperren kann ;)
hat bereits 10 Kommentare abgegeben und schrieb am 15. August 2010 um 19:32:
ui…ich bin beim Gucken des Filmes auch über die Manipulation reingefallen, selbst wenn ich bei den »Gesundheitsrisiken« der Milch schon ins Grübeln kam.
Zeigt mir, dass ich mehr aufpassen muss…
Guldhan schrieb: »Aber woher will ich wissen, dass dann gerade diese Quelle die richtige ist? Um das herauszufinden muss ich recherchieren. Mit anderen Medien und Wegen die Information durch Hintergrundinformation stützen….so kann man das fast endlos spielen, bis man an dem Punkt angelangt ist, an den man nur noch seinen Augen traut. Und doch ist der Mensch in einem Medienirrgarten gefangen, welcher selbst die objektive Wahrnehmung nicht frei von subjektiven Eindrücken lässt.«
Diese Überlegung ist angebracht. Man muss auch bedenken, dass selbst die eigene Wahrnehmung (vielleicht?) ebenso subjektiv ist.
Man sieht manchmal auch nur das, was man sehen will bzw. kann.
Wenn man Dinge betrachtet, dann betrachtet man sie doch auch auf eigene Art und Weise. Also sozusagen nach eigener Gewohnheit. Wie man gelernt hat Dinge zu betrachten, teilweise durch eigene Erfahrungen begründet, teilweise durch die eigene Kultur.
Also die einzelnen Merkmale, die man betrachtet, sind unterschiedlich.
Wärend ich auf das eine achte, fällt mir das andere vielleicht nicht auf.
Somit ist das auch subjektiv und immer nur eine »Teilwahrheit«.
Schwierige Sache, die Grenzen menschlicher Wahrnehmung.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 27. August 2010 um 03:33:
@unkraut: Die eigene Wahrnehmung ist meiner Meinung nach immer subjektiv, zunächst jedenfalls, erst wenn wir den Eindruck von der eigenen Wahrnehmung befreien, kann es objektiv werden.
Ich halte es nicht für schlimm Dinge und Eindrücke in Schubladen zu stecken, das wird jeder wohl so handhaben. Ich möchte daher darauf verweisen, das man vielleicht in Ordner denken sollte, ähnlich wie im eigenen Computer. Denn die Dinge die ich dort einmal eingeräumt habe lassen sich viel bequemer in eine andere stecken oder führe zu einem neuen Ordner. Das finde ich flexibler als starres Schubladendenken.
Wie eigene Wahrnehmung ist eins der wichtigsten Dinge die wir besitzen, sie sollte gepflegt, unterrichtet und gereinigt werden um dem eigenen Anspruch auch in Zukunft gerecht werden zu können.
hat bereits 259 Kommentare abgegeben und schrieb am 27. August 2010 um 22:02:
@Robert: Wie willst Du Dich denn von der eigenen Wahrnehmung befreien? Oder war das rhetorisch gemeint?
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 4. September 2010 um 18:03:
Ja, Objektivität halte ich für einen Mythos.
hat bereits 259 Kommentare abgegeben und schrieb am 4. September 2010 um 22:27:
Zustimmung!
hat bereits 1 Kommentar abgegeben und schrieb am 2. Mai 2011 um 12:26:
Der Rezipient sollte, beim Lesen einer Nachricht, mehrere Quellen benutzen, am besten Quellen ohne subjektive Meinungsbildungen, die gibt es (bsp. dpa usw..)!
Wir wissen instiktiv, dass z.B. die BILD immer ihr Exkrement (subjektive Meinung) publiziert,..da brauchen wir nicht nach zu forschen!
Sie wollen Bürger manipulieren, damit sich die Zeitung verkaufen lässt!
Und die NICHT-GEBILDETE-Gesellschaftsschichten schenken der Boulevardpresse ihren Glauben, zumal sie ihre Sprache spricht!
Sie wissen aber nicht, dass die Hintergründe der Berichterstattungen z.B. aus finanziellen Gründen nicht ausführlich bzw. unwahr recherchiert werden.
Daher entstehen nonsense und unwahre Artikel, vergleiche sie mit einem DPA-Journalisen, er muss seinem Chefredakteur beweise liefern!
Nach dem Lesen entsteht die MEINUNG, und wenn der Rezipient lediglich eine Quelle liest, kann er die Kehrseite der Medaille nicht kennen.
Die Meinung ist ein individuell erzeugter und subjektiver Gedankenvorgang, geprägt von Erziehung, Bildung und Umfeld!
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 10. Mai 2011 um 18:36:
@Luulamay: Stimmt, wenn auch nicht vollständig, jedenfalls für mich. Ich habe zunächst eine Meinung die bei einer mir unbekannten Sache mehr oder weniger ein Vorurteil ist, deshalb versuche ich, um mir eine nach außen hin vertretbare Meinung zuzulegen, Wissen über die Sache anzueignen oder Meinungen anderer zu lesen/hören. Gemeinsam mit dem Wissen und der eigenen Einschätzung bilde ich dann im Endergebnis eine Meinung. Meinungen müssen darüber hinaus immer wieder auf Richtigkeit überprüft werden, dass heisst, man muss kontrollieren ob Rahmenbedingungen oder Argumente die gebildete Meinung schwächen der gar bestärken.