27 Juni

Geschlechterverwischen - Provokation oder Lebensgefühl?

Kategorie: Hintergründe, Szene im Blick — Jahrgang: 201044 Kommentare

Lance Bass in Goth MakeupMann oder Frau? Allein die Frage impli­ziert schon, das es sich hier­bei nicht um das erwar­tete han­delt. Unter der Über­schrift »Lance Bass in Goth Makeup« löst das Rät­sel, denn es han­delt sich um den ehe­ma­li­gen N’Sync Sän­ger Lance Bass, der die Bil­der von Mike Ruiz ablich­ten lies. Ob es ihm dabei expli­zit um das ver­wi­schen der äußer­li­chen Gren­zen zwi­schen Mann und Frau ging oder die Ver­kör­pe­rung eines Goth ging, las­sen wir ein­mal dahin­ge­stellt. Geschlech­ter­ver­wi­schen, was soll das eigent­lich? Die Dis­kus­sion aus mei­nem Arti­kel Jetzt schmin­ken sich auch unse­res Jungs möchte ich hier noch­mal aufgreifen.

Beschäf­tigt man sich mit dem ver­wi­schen der Geschlech­ter und durch­forscht das Netz nach ein­schlä­gi­gen Quel­len, so spinnt sich ein dich­tes Netz aus Ein­flüs­sen und Ver­bin­dun­gen, die eng mit den Eman­zi­pa­ti­ons­be­stre­bun­gen der Frau im 18.  und 19. Jahr­hun­dert ver­bun­den zu sein scheint. Zu die­ser Zeit brach­ten es Frauen zu ers­ten Schrift­stel­le­ri­schen Erfol­gen, wie bei­spiels­weise Mary Shel­ley mit ihrem legen­dä­ren Werk Fran­ken­stein, deren Mut­ter Mary Wolls­tone­craft grund­le­gende Werke der bri­ti­schen Frau­en­rechts­be­we­gung  ver­fasste1.

Blei­ben wir an der Ober­flä­che der The­ma­tik und erstel­len erste The­sen. Das ver­wi­schen der Geschlech­ter ging von der Frau aus, die immer schon unter der Bevor­tei­lung des Man­nes zu lei­den hatte und seit je her für Gleich­be­rech­ti­gung kämpft. »Sport hielt man bis in die Sech­zi­ger­jahre nur für junge Män­ner geeig­net, da sie dort ihre über­schüs­sige Ener­gie los­wer­den und gleich­zei­tig ihre Lehr­fä­hig­keit stär­ken konn­ten. Frauen dage­gen durf­ten kei­nen Kilo­me­ter ren­nen, weil es, so glaubte man, ihre Gebär­fä­hig­keit beein­träch­ti­gen könnte.»2 Nur ein Bei­spiel das deut­lich macht, das es sich beim Geschlech­ter­ver­wi­schen im his­to­ri­schen Sinne eher um die neue Ver­tei­lung der Geschlech­ter­rol­len han­delte.  Was hat das nun alles mit der Gothic-Szene zu tun?

Gemach lie­ber Leser, gemach. Mitte der 70er kam der Punk, kurz dar­auf war Gothic ein Begriff. Weiß geschminkte Gesich­ter, mit Kajal umran­dete Augen und roter Lip­pen­stift waren hier noch nicht Aus­druck für eine Neu­ver­tei­lung der Geschlech­ter, son­dern wur­den eher durch das fik­tive Bild des Vam­pirs in frü­hen Hor­ror­fil­men ver­stan­den und sym­bo­li­siert die spi­ri­tu­elle Nähe zum Tod. Mitte der 80er nannte man das »tot­schmin­ken«. Was im Punk begann, Pro­vo­ka­tion um jeden Preis, wurde durch die Gothic-Szene im visu­el­len Sinne ästhe­tisch auf­be­rei­tet.  Schminke war hier noch kein Aus­druck einer neu ver­stan­de­nen Geschlech­ter­rolle, son­dern Mit­tel zum Zweck den eige­nen Vor­stel­lun­gen von »Gruftie-Sein« gerecht zu werden.

Boy George MySpace Profil

Pro­vo­ka­tion oder Lebens­ge­fühl: »I’m a very mas­cu­line per­son. I don’t dress up. This is the way I am.« (Boy George im Maga­zin People Weekly)

Die New Roma­tic Bewe­gung wirft da schon andere par­al­le­len auf, Schminke und weib­lich anmu­tende Klei­dung und der exzes­sive Drang nach Ver­klei­dung führte von etwa 1980 bis 1982 zu wah­ren Para­dies­vö­geln, die man abfäl­lig auch als Tun­ten bezeich­nete. Was als Schimpf­wort gedacht war, eröff­nete jedoch eine andere Sicht­weise der Dinge. »Die Grenz­gän­ger zwi­schen den Geschlech­tern ver­kör­pern eine Bot­schaft ganz ande­rer Art […] (sie heißt): Weib­lich­keit ist mach­bar. Sie heißt: Weib­li­che Reize, sexu­elle Signale sind durch Kos­me­tik, Klei­der, Kör­per­hal­tung defi­niert. Wenn aber Weib­lich­keit künst­lich her­stell­bar ist, wenn die Fik­tion sich nicht von der Rea­li­tät unter­schei­det — was soll dann wirk­lich noch männ­lich, was weib­lich sein?»3

Ich denke, das viele Publi­ka­tio­nen, die das Ver­wi­schen der Geschlech­ter als Phä­no­men der Gothic-Szene  iden­ti­fi­zie­ren die Sache völ­lig falsch betrach­ten. »Auch im Bereich der Sexua­li­tät (bzw. Dar­stel­lung) fin­den sich Iden­ti­täts­kon­zepte unter­schied­lichs­ter Art, die oft die Gren­zen zwi­schen den Geschlech­tern ver­wi­schen.»4 Nicht das Ver­wi­sche der Geschlech­ter ist die Grund­in­ten­tion am schmin­ken der männ­li­chen Gothics, son­dern das sti­li­sierte Bild eines Vam­pirs, oder die Fokus­sie­rung einer zeit­li­chen Epo­che wie es bei­spiels­weise bei den Schwarz­ro­man­ti­kern zu sehen ist. Es war ein Stil­mit­tel des per­sön­li­chen Aus­drucks, des eige­nen Stils.

Und heute? Betrach­ten wir nun die Gothic-Szene der letz­ten 15 Jahre, beob­ach­tet man, das nun auch die­ser Grund­ge­danke ver­lo­ren gegan­gen zu sein scheint, oder sich zumin­des­tens der Ver­mi­schung mit ande­ren Ein­flüs­sen hin­ge­ben muss. Nach­dem die Mit­tel der Pro­vo­ka­tion aus­zu­ge­hen schei­nen, wagt man sich an die letzte Bas­tion der äuße­ren Iden­ti­fi­zier­bar­keit, der Ver­kör­pe­rung des eige­nen Geschlechts. Andro­gy­ni­tät, Geschlech­ter­rol­len und opti­sche Grenz­gänge wer­den in der Pop­mu­sik gene­rell als Mit­tel zum Zweck ein­setzt. Flo­rian Krä­mer schreibt in Andro­gyne Geschlech­ter­bil­der in der Pop­mu­sik: »Am Anfang der Andro­gy­ni­tät in der Pop­mu­sik ste­hen also keine ernst gemein­ten sym­bo­li­sche Sub­ver­sio­nen von Geschlech­ternor­men, son­dern Selbst­dar­stel­lung, Flucht vor der Rea­li­tät, Rebel­lion und Pro­vo­ka­tion.«

Das ver­wi­schen der Geschlech­ter­rol­len ist also keine Szene-Eigenes Phä­no­men son­dern wird in der Pop­kul­tur vor­ge­lebt, von einer Re-Emanzipierung des Man­nes zu spre­chen ist sicher­lich noch zu früh. Was in der Gothic-Szene viel­leicht als Hom­mage an die Dar­stel­lung von fil­mi­schen Vam­pi­ren gedacht war, ver­wäs­sert sich nun im all­ge­mei­nen Trend der Pop­mu­sik. Das ver­wi­schen der Geschlech­ter scheint nicht ein Aus­druck des eige­nen Lebens­ge­fühls zu sein, son­dern ein wei­te­res Mit­tel der Pro­vo­ka­tion. Nicht das unter­schei­den der Geschlech­ter ist schwie­rig, son­dern die Dif­fe­ren­zie­rung des Hin­ter­grunds — inso­fern über­haupt einer vor­han­den ist.

(Bild­quelle:  Lance Bass in Goth Makeup, Boy George Pro­fil @ MyS­pace)

  1. vgl. auch: Schrift­stel­le­rin­nen der Roman­tik, Bar­bara Becker-Cantarino, erschie­nen 2000 Ver­lag C.H. Beck Mün­chen []
  2. Quelle: Die Frei­zeit nehm ich mir, Arti­kel auf annabelle.ch aus der Rubrik Psy­cho­lo­gie []
  3. Aus dem Arti­kel: Engel mit gro­ßen Füßen, Bar­bara Supp im Spie­gel 35/1992 []
  4. Ver­glei­che hierzu stell­ver­tre­tend die Publi­ka­tio­nen von REMIND — Gothic Sub­kul­tur []

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Hintergründe, Szene im Blick
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44 Kommentare

  1. Soweit ich das beur­tei­len kann, stellt jede Szene nur ein Spie­gel­bild der Gesell­schaft dar. Es gibt in jeder Szene Abwei­chun­gen in jede Rich­tung. Gefällt mir zwar nicht, aber scheint so zu sein. Was das Unter­schei­den der Geschlech­ter angeht, da gibt es soge­nannte pri­märe und sekun­däre Geschlechts­merk­male, viel­leicht hel­fen Dir diese weiter :)

    Und abge­se­hen davon sollte ich mal meine Schnauze hal­ten. Zu viele Kommentare.

  2. @ Vizioon Auf kei­nen Fall die Schnauze hal­ten! Deine Kom­men­tare hier im Blog sind immer sehr erfri­schend ;-). Bis­her hab ich nur gele­sen, jetzt schreib ich mal was.

    Ich bin ganz und gar nicht der Mei­nung, dass das „Ver­wi­schen der Geschlech­ter“ in der Schwar­zen Szene etwas mit Pro­vo­ka­tion zu tun hat. Die Pro­vo­ka­tion weicht ja ohne­hin mehr und mehr dem Gothic Trend. Schmin­ken und Ver­klei­den gehört in der Szene ein­fach dazu und ich glaube nicht, dass sich heute viele Leute Gedan­ken über die Gesell­schaft und über Pro­vo­ka­tion machen, wäh­rend sie sich Cyber Dre­ads ins Haar schrau­ben und das neue, sünd­haft teure Out­fit von XYZ über­schmei­ßen. Sie wol­len allen­falls auf­fal­len– und zwar inner­halb der Szene.

    Es geht hier – und das meine ich voll­kom­men wert­frei – über­wie­gend um „Party machen“ und Kajal und Schminke gehö­ren für Männ­lein wie für Weib­lein eben dazu – wenn sie denn mögen. Die Anhän­ger der Coun­try Szene wol­len auch nicht pro­vo­zie­ren, wenn sie sich nen Cow­boy­hut auf­zie­hen. Es ist halt ein Lebens­ge­fühl und eine Umge­bung, in der man sich so geben darf, wie man es mag.

    Man sollte nicht mehr hin­ein inter­pre­tie­ren als da ist. Der größte Teil der weib­lich geklei­de­ten und geschmink­ten Män­ner­schar läuft im All­tag wenig pro­vo­ka­tiv in Jeans und T-Shirt rum und ver­bannt Rock und Mie­der, Kajal und Wim­pern­tu­sche in den Schrank – bis zur nächs­ten Party. Pro­vo­ka­tion geht anders. ;-)

    Künst­ler muss man hier ohne­hin raus­neh­men. Sie stel­len von Boy George bis David Bowie auf der Bühne etwas dar, was sich gut ver­kau­fen lässt. Und um die­ses „Ich bin ganz doll authentisch…ehrlich!“ zu glau­ben, muss man wohl zwei Jahr­zehnte jün­ger sein als ich es bin.

  3. @Orphi: oh, danke, uner­war­tet aber nett.
    Ich muß Dir trotz­dem wider­spre­chen, denn ursprüng­lich war das Ver­wi­schen eine Pro­vo­ka­tion. Ich erin­nere mich da an mich selbst. Ich bin mit Kajal und »Alien Sex Fiend«-T-Shirt durch eine Max Ernst-Ausstellung gelau­fen, und ja, ich wollte pro­vo­zie­ren.
    Ich nehme aber auch an, daß sich die­ses Thema inzwi­schen erle­digt hat, denn oben genann­tes ist ziem­lich lange her. Was mich mich auf den Gedan­ken bringt, Dir doch nicht zu wider­spre­chen.
    Aber doch, denn ver­klei­den hat nichts mit der Szene zu tun!

  4. @Vizioon
    Es kommt auch ein wenig drauf an, was man unter „Ver­wi­schung der Geschlech­ter“ ver­steht. Kajal und Alien Sex Fiend T-Shirt finde ich per­sön­lich nicht andro­gyn son­dern …nor­mal? Wärst Du da jetzt mit Kor­sage, künst­li­chen Augen­wim­pern, Rock und Pla­teaus­tie­feln durch­mar­schiert… Aber X-Tra-X gab es da ja noch nicht. Da fällt mir ein: Wo hat­ten „Dead Or Alive“ eigent­lich ihre Kla­mot­ten her? :-)

    Ich habe mei­nen Kom­men­tar auf die aktu­elle Situa­tion in der Szene bezo­gen. Mag sein, dass Künst­ler wie Sze­ne­an­hän­ger frü­her mal pro­vo­zie­ren woll­ten, aber heute schockt das Andro­gyne doch nun wirk­lich kei­nen mehr. Ich denke, bei der heu­ti­gen „Ver­wi­schung der Geschlech­ter“ in der Szene – und ich meine nicht Kajal — spielt der Ero­tik­fak­tor gekop­pelt mit dem „Auf­fal­len wol­len“ eine wesent­lich grö­ßere Rolle als alles andere.

    Ver­klei­den hat heute sogar extrem viel mit der Szene zu tun. Auch wenn es weh tut: Geh auf ein Fes­ti­val und schau dich um: Min­des­tens 40 Pro­zent der Leute sind ein­deu­tig sowas von bescheu­ert verkleidet…

  5. Viel­leicht hätte erwäh­nen sol­len, daß die­ses Ereig­nis 19 Jahre her ist. Und andro­gyn war es auch nicht gemeint (ich finde andro­gyn scheisse), son­dern pro­vo­ka­tiv.
    Und nö, Szene hat nicht mit ver­klei­den zu tun. Nur weil sich Leute ver­klei­den, gehö­ren sie noch nicht zur Szene. Die Szene defi­niert sich nicht über das WGT.

  6. Wer gehört denn dann zur Szene? Die heu­tige Gothic Szene hat nichts mehr mit der Post-Punk New-Wave Szene von vor 19 Jah­ren zu tun. Frü­her war es Pro­vo­ka­tion und Wut auf die Gesell­schaft, heute ist es über­wie­gend Kar­ne­val und Posing. Dem­nächst schmeisst bestimmt noch irgend­wer Bon­bons in die Menge. Und um ein biß­chen beim Thema zu blei­ben: Frü­her war die Ver­wi­schung der Geschlech­ter viel­leicht Pro­vo­ka­tion, heute ist sie ein Modetrend.

  7. @Vizioon: Für mich über­ra­schend: Ich stimme Dir zu. Nicht das du zu vie­len Kom­men­tare schreibst, son­dern zu dem auf das Thema und auf Orphi bezo­ge­nen Kom­men­tare. Ver­klei­den hat nichts mit der Szene zu tun. Das stelle ich auch immer wie­der bei Gesprä­chen mit ande­ren Sze­n­e­mit­glie­dern fest. Viel­leicht wird man im Alter weni­ger Pro­vo­ka­tiv, oder sagen wir bes­ser Offensiv.

    @Orphi: Ja und Nein. Die heu­tige Szene hat in der Tat nichts mehr mit der vor 19 Jah­ren zu tun, sie hat sich wei­ter­ent­wi­ckelt und ist gewach­sen. Wobei das extreme Wachs­tum seit den 00ern eher nega­ti­ven Ein­fluss auf die Szene selbst hatte. Wir müs­sen zwi­schen denen unter­schei­den die vor 19 Jah­ren pro­vo­zier­ten und denen, die das seit 1 Jahr für einen »gei­len Style« hal­ten. Die Jugend von damals sind die Erwach­se­nen von heute. Schwarz geblie­ben ist der Kern der Szene, der heute seine Fal­ten in ein­schlä­gi­gen Treff­punk­ten zu Schau stellt und von denen man sicher­lich nicht mehr behaup­ten dürfte, das sie sich ver­klei­den.
    Viele, die einst schwarz waren, haben das als Phase erlebt und haben der Szene irgend­wann den Rücken zuge­dreht, die Gründe dafür sind ebenso viel­fäl­tig wie unter­schied­lich. Doch die Szene von der eigent­lich die Rede ist, lebt wei­ter. Jedoch über­deckt von einer Masse von Men­schen, die die Kla­mot­ten dazu benut­zen, sich selbst zu ver­klei­den um als Weekend-Goth die Club unsi­cher zu machen. Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen wie das WGT sind da ein Magnet für viele die­ser Leute.
    »Und um ein biß­chen beim Thema zu blei­ben: Frü­her war die Ver­wi­schung der Geschlech­ter viel­leicht Pro­vo­ka­tion, heute ist sie ein Mode­trend.« Rich­tig, bis auf die Tat­sa­che, das die Gren­zen zwi­schen Mode­trend und Pro­vak­tion sich noch im »Fluss« befin­den, denn solange Kata­loge das als Mit­tel zum Zweck benut­zen Auf­merk­sam­keit auf ihre Pro­dukte zu len­ken klappt die Grat­wan­de­rung zwi­schen Pro­vo­ka­tion und Mode­trend.
    Und wer weiß, viel­leicht sieht das alles in 5 Jah­ren schon wie­der völ­lig anders aus:)

    Ganz neben­bei: Schön das du Dich ent­schie­den hast das Schwei­gen zu bre­chen, ich habe mich ja schon immer gefragt was hin­ter vor den Bild­schir­men steckt über die diese Inter­seite flackert ;)

  8. Im Prin­zip sind wir damit bei dem Pro­blem, die Szene zu defi­nie­ren.
    Übri­gens, ich war nie wütend auf die Gesell­schaft, und die Pro­vo­ka­tion hat auch nicht funk­tio­niert. Das mag an mei­ner attrak­ti­ven Beglei­te­rin als auch an der Tole­ranz der Anwe­sen­den gele­gen haben.
    @Orphi: Mir fällt es schwer, Dir kon­kret zu ant­wor­ten, da ich nicht so genau weiß, wie Du die Szene defi­nierst, bzw. wo Du dort stehst. Ich mag das Ver­wi­schen der Geschlech­ter nicht, und ich mag auch vie­les nicht, was ich mein WGT sehe, z.B. die­sen, wie soll ich es nen­nen, Military-Style.
    @Robert: Erst­mal danke, denn auf Platz 1 der Kom­men­tare zu ste­hen ist mir eher unan­ge­nehm. Manch­mal kann ich mich ein­fach nicht zurück­neh­men. Ich (… und break, ich habe gerade 50 min mit mei­ner Mut­ter tele­fo­niert, und habe gerade k.A. was ich schrei­ben wollte).

  9. @ Robert
    Mög­li­cher­weise wohne ich in der fal­schen Stadt. Ich wäre ziem­lich froh, wenn es hier „ein­schlä­gige Treff­punkte“ geben würde, an denen sich der „Kern der Szene“ trifft. So blei­ben mir jedoch nur die übli­chen Fes­ti­vals und Kon­zerte mit den von Dir beschrie­be­nen Weekend-Gothics mit wenig authen­ti­scher Aus­strah­lung. Mein Blick auf die „Szene heute“ ist sicher ganz erheb­lich durch die­sen Umstand geprägt.

    Und durch den Umstand, dass es auch bei vie­len neuen Künst­lern ganz gehö­rig nach Tritt­brett­fah­ren riecht. Der Kom­merz hat die Punk­be­we­gung zer­stört und er zer­stört gerade die Schwarze Szene. Hier­mit meine ich nicht echte Szene Bands, die Geld mit ihrer Musik ver­die­nen wol­len (voll­kom­men okay!) son­dern hirn­lose Musi­ker, die sich ver­klei­den, böse schmin­ken (von mir aus auch andro­gyn) und die Kohle mit­neh­men, weil Gothic gerade so gut funktioniert.

    Auf dem letz­ten Fes­ti­val (das erste nach lan­ger Zeit) haben sich Disko-Mäuschen in schwar­zem H&M Shirt mit den Ellen­bo­gen den Weg zur Bühne frei gekämpft, wäh­rend an den Bier-Rondellen besof­fene Knei­pen­ge­sich­ter den halb­nack­ten Wei­bern nach­ge­gafft haben – selbst­ver­ständ­lich tru­gen sie schwarze Jeans – haben sie für die­sen Anlass wahr­schein­lich aus den Tie­fen ihres Schranks gekramt. Für die Musik haben sie sich eher nicht inter­es­siert, dafür aber laut rum­ge­grölt. Ich will mich nicht rein­stei­gern und auch keine Romane schrei­ben, aber…ich hab mich dort nicht wohl gefühlt.

    Den Zeit­punkt, als es gekippt ist, setzte ich auch etwa auf 2000, wobei ich 2001 und 2003 noch auf Fes­ti­vals war, die eine ange­nehme Atmo­sphäre hat­ten. In 5 Jah­ren sagst du? Juchuuuuu!!! :-)

    @ Vizioon
    Meine Defi­ni­tion der Szene basiert auf dem, was ich aktu­ell (zuge­ge­ben mitt­ler­weile eher aus der Ferne)sehe. Und ich sehe eben über­wie­gend Mode mit nichts dahin­ter. Ich sehe Bands, die sich tief­sin­nig geben und beto­nen, dass ihnen die Song­texte und das Feed­back des Publi­kums unheim­lich wich­tig sind und auf ihren Web­sei­ten unter „Kon­takt“ die Boo­king Mög­lich­kei­ten, aber kei­nes­falls eine E-Mail Adresse oder mei­net­we­gen ne Post­fachadresse für ein Feed­back ver­öf­fent­li­chen. Bei The Cure kann ich es ver­ste­hen, bei klei­nen deut­schen Inde­pen­dent Bands nicht. Kom­mu­ni­ka­tion ist nicht erwünscht. Wozu gibt es denn mys­pace? Das Manage­ment wird die läs­ti­gen Kon­taktan­fra­gen schon bestä­ti­gen und wer will, kann ja seine Mei­nung pos­ten! Das Bild der Gothic Family hat ziem­lich gelit­ten, finde ich.

    Ver­mut­lich meine ich mit „Szene“ nicht den har­ten Kern, der sich offen­sicht­lich erfolg­reich vor mir ver­steckt, son­dern das aktu­elle Gesamt­bild. Mein Stand in der Szene? Ich würde sagen: Ziem­lich weit abseits mit Fal­ten und ver­wirr­tem Blick – abwar­tend. Robert sagt ja, es dau­ert nur noch 5 Jahre, dann fährt der komi­sche Besuch in der hei­mat­li­chen Höhle wie­der heim.

  10. @Vizioon: Die Liste aktua­li­siert sich ja alle 30 Tage, so das du nicht für immer dort fest­ge­na­gelst stehst. Was natür­lich nicht hei­ßen soll, das du Deine Akti­vi­tät ein­schrän­ken sollst :)

    @Orphi: Fes­sel mich jetzt nicht an die 5 Jahre :) Das war eine beschei­dene Schät­zung mit einer Spur Opti­mis­mus und einer Prise Hoff­nung, alle Angabe ohne Gewähr. Aber ja, mei­ner Ansicht nach steht die Szene vor einem Kol­laps, die Blase »Gothic« ist bis zum zer­rei­ßen gespannt. Bes­tes Anzei­chen dafür, das Gothic sich selbst ein­ge­holt hat: Das Umfeld fin­det es lächer­lich. Ich glaube, dann fühle ich mich wie­der wohl.

    Wie ich schon oft betont habe, ist das Inter­net für den Erhalt eines Kerns der Szene mit­ver­ant­wort­lich und mitt­ler­weile uner­läss­lich gewor­den. Auch in mei­ner Stadt gibt es keine expli­zi­ten Kern­treff­punkte son­dern nur spo­ra­di­sche Par­ties, die mit Gothic nicht allzu viel zu tun haben.

  11. @Robert. Das hab ich auch nicht vor ;)
    @Orphi: Genau das würde mich inter­es­sie­ren. Also was Du unter der Szene ver­stehst: Offen­bar schon mal, daß die Mode nur benutzt wird, und daß Dir der direkte Kon­takt zu Bands fehlt. Falls falsch, kor­ri­giere mich.
    Grund­sätz­lich habe ich den Ein­druck, daß es vor eini­ger Zeit ein­fa­cher war. Und inzwi­schen wird es … schwer? Zumin­dest für mich. Wie gesagt, was ich auf dem WGT sehe, ist für mich teil­weise frag­wür­dig. Ich ver­stehe nicht, was Pseudo-Militär-Outfits, oder neon­ge­tränkte Out­fits, oder auch Kran­ken­schwes­tern (ein stark unter­be­wer­te­ter Beruf) mit Gothic zu tun haben. Das ist natür­lich nur meine Ansicht. Und viel­leicht defi­niere ich nur eine Szene für mich.

  12. Das mit der Defi­ni­tion der Szene haben ja schon viele andere ver­sucht. Eine all­ge­mein­gül­tige Defi­ni­tion scheint kaum mög­lich, weil es hier nicht um Fak­ten son­dern eher um Emo­tio­nen geht. Zudem ist die Schwarze Szene ja durch viele neue Strö­mun­gen sehr gewach­sen und somit wesent­lich kom­ple­xer als frü­her. Jede Defi­ni­tion ist also irgend­wie eine eigene.

    Der rote Faden könnte eine gewisse Gesell­schafts­kri­tik sein oder zumin­dest die Gewiss­heit, dass es eine dunkle Seite gibt, die mit »Brot und Spie­len«, wahl­weise auch mit »Ver­drän­gung und Selbst­be­trug« oder mit »Igno­ranz und Tabu« über­tönt wird — per­sön­lich, poli­tisch und gesell­schaft­lich. Jün­gere Leute emp­fin­den das viel­leicht eher vage und gehen viel­leicht auch optisch ein biß­chen unge­schickt ans Werk. Die Älte­ren kön­nen es benen­nen und bewe­gen sich sou­ve­rä­ner. Bei­des ist okay, denn es gibt ein Bewusst­sein. Sze­n­e­mit­glie­der set­zen sich — jeder auf eigene Weise — mit der dunk­len Seite aus­ein­an­der und machen — ich sag es mal pathe­tisch — der vom Licht geblen­de­ten Gesell­schaft etwas sicht­bar, das diese nicht sehen will und mit dem sie sich nicht aus­ein­an­der­set­zen möchte. Das machen viele »Nicht-Schwarze« auch, aber viel­leicht nicht unbe­dingt optisch.

    Die Szene hat für mich dar­über hin­aus unmit­tel­bar etwas mit Krea­ti­vi­tät zu tun, mit Phan­ta­sie, Kunst, Kul­tur, Geschichte, Ambi­ente und Respekt. Eine Sub­kul­tur, die genau das nicht macht, was sie an der Gesell­schaft kri­ti­siert! Und all das hat bis­her auch die fried­li­che und durch­weg ange­nehme Atmo­sphäre der Fes­ti­vals aus­ge­macht. Es gibt einen Ver­hal­tens­ko­dex, der natür­lich ent­stan­den ist. Wenn jemand nicht in die­sem Bewusst­sein lebt, dann ver­hält er sich anders. Und genau das pas­siert aktu­ell in der Szene. Ich hab jetzt natür­lich alle in einen Topf gewor­fen, was natür­lich Unsinn ist, aber das ist der Nach­teil von Definitionen.

    Nun die Kran­ken­schwes­tern, Tau­cher­bril­len, Gas­mas­ken, Mili­tär­ja­cken und andere Abson­der­lich­kei­ten: Wenn ein Künst­ler auf der Bühne eine Gas­maske oder eine Mili­tär­ja­cke trägt, weil es zur Per­for­mance gehört und weil eine Aus­sage dahin­ter steckt, finde ich das zwar über­flüs­sig, aber doch ver­tret­bar. Kran­ken­schwes­tern und Tau­cher­bril­len krieg ich gar nicht unter. Mei­ner Mei­nung steckt aber in den meis­ten Fäl­len nichts dahin­ter. Es sind däm­li­che Mode­trends, die in der Tat nichts mit der Szene, wie ich sie kenne, zu tun haben. Nicht authen­tisch, ohne Bewusst­sein, ohne Krea­ti­vi­tät und vor allem ohne Hirn.

    Und um einen letz­ten Ver­such zu wagen, den Arti­kel nicht ganz außen vor zu las­sen: Auch die Ver­wi­schung der Geschlech­ter ist ein Mode­trend. David Bowie wollte ganz klar pro­vo­zie­ren, Bill Kau­litz (oder viel­mehr sein Manage­ment) will Kohle und kleine Mäd­chen zum schreien brin­gen. Ein­zig Künst­lern wie bei­spiels­weise Chris Cor­ner nehme ich das Spiel mit der Andro­gy­ni­tät ab. Hier geht es aber nicht mehr um Pro­vo­ka­tion son­dern um Ästhe­tik. Außer­dem schminkt der sich nach dem Auf­tritt ab und rennt nicht so durch die Fußgängerzone.

  13. Huch, hier gehts ja gut ab! Dabei finde ich gar nicht, dass ihr so mei­len­weit aus­ein­an­der liegt, son­dern nur unter­schied­li­che Erfah­run­gen gemacht habt, vor allem in der Szene heute.

    Ich möchte mal mei­nen Senf zur Andro­gy­ni­tät + Szene ges­tern + heute + mor­gen dazu­ge­ben. Ich meine, dass Gothics in den 80ern mit »tot­schmin­ken«, Kajal und Fle­der­maus­klei­dern oder wei­ten, tausend-und-eine-Nacht-artigen Hosen (wie sie heute wie­der für Frauen modern sind) etc. vor allem ihr ANDERSSEIN dar­stel­len woll­ten und nicht pro­vo­zie­ren oder absicht­lich andro­gyn wir­ken woll­ten. Man hatte nun mal die­ses Lebens­ge­fühl von Ver­zweif­lung, Ableh­nung der Gesell­schaft, his­to­ri­schem Inter­esse, Mys­tik und Dunkel-Übersinnlichem, und ver­suchte das innere Gefühl über jene Art von Aus­se­hen + Kla­mot­ten nach außen zu trans­por­tie­ren, so ihre Iden­ti­fi­ka­tion mit der dunk­len Seite der Macht ;o) zu ver­deut­li­chen — die nun mal ein blei­ches Ant­litz hat und nach Tod aussieht.

    Was hät­ten denn die frü­he­ren Gothics damit pro­vo­zie­ren wol­len? Gesprä­che? Nach­den­ken? Glaube ich nicht. Die woll­ten in Ruhe gelas­sen wer­den, son­der­bar und anders erschei­nen. Für Gesprä­che + Nach­den­ken + Wach­rüt­teln, na, da hät­ten sie vllt. zu den Grü­nen gehen kön­nen. Um das zu errei­chen, dafür sahen sie für dama­lige Ver­hält­nisse zu »abscheu­lich« aus, so dass es nur wenige Medien + Men­schen gab, die sich öffent­lich damit beschäf­tigt haben. Frü­her war es eine stark tabui­sierte Szene und es war auch nicht so ein­fach, da rein­zu­kom­men. Man musste schon im Inne­ren auch so sein. Nicht nur äußer­lich wie heute ein­fach schwarz anzie­hen und zu leicht zugäng­li­cher Musik a la VNV + Welle Erd­beer, die »ganz tolle Stim­mung machen«, biss­chen rum­zap­peln. Und in die Hände klat­schen, wenn die Band das vor­macht. **ich werde zynisch, sorry**

    Mein Freund hat einen TV-Bericht von Anfang der Neun­zi­ger glaube ich. Da sieht man mal, dass die Gothics nicht ein­fach so jeden akzep­tiert und »auf­ge­nom­men« haben. In sich abge­schot­tete Grüpp­chen, die sich nicht in der Öffent­lich­keit aus­ge­brei­tet haben, son­dern lie­ber ihre selbst orga­ni­sier­ten Lovecraft-Lesungen nachts auf Fried­hö­fen, phi­lo­so­phi­sche Gesprächs­run­den beim Wein daheim oder Tref­fen in dunk­len Kel­lern zum gemein­sa­men Musik­hö­ren + Fleckenentferner-Schnüffeln (Dro­gen­er­satz i.d. DDR, ich kenne das noch von mei­ner Ban­knach­ba­rin aus der 8. Klasse, die damals radi­kal Gothic war) gemacht haben. Das ging tie­fer — und geht es bei uns heute ja auch noch. Ich kenne auch junge Gothics, die gute Ansätze für ein Lebens­ge­fühl mit­brin­gen und sich nicht nur über Mode definieren.

    Der­zeit kommt halt sehr viel Masse rein, und damit auch Main­stream. M.E. auf­grund der man­geln­den Love­pa­rade, der zer­fal­le­nen Techno-Bewegung (was ist denn Techno — kennt gar kei­ner mehr. Elec­tro ist das neue Techno) und weil sich die Welt auch wei­ter­ge­dreht hat. Die Leute sind offe­ner gewor­den, die Jugend nicht mehr so kämp­fe­risch ver­an­lagt wie frü­her, man will nicht anecken, kann es sich nicht leis­ten sei­nen Job zu ver­lie­ren (da ist ja auch was dran, des­halb nur am Wochen­ende), frü­here Gothic-Outfits scho­ckie­ren sowieso nie­man­den mehr (kennt man ja nun schon paar Jahre) und all­ge­mein hab ich das Gefühl, gibt es sol­che klar abge­grenz­ten Jugend­kul­tu­ren wie frü­her auch nicht mehr so rich­tig. Von jedem ein biss­chen — heute mal das, mor­gen mal das — die Leben ist Spaß, Anders­sein ein Kar­ne­val oder ein Rol­len­spiel. Anders­sein um seine Ruhe zu haben, das wol­len heut­zu­tage die wenigs­ten. Die meis­ten wol­len ja auf­fal­len damit. Das ist mei­nes Erach­tens der größte Wan­del inner­halb der Szene. Meine sub­jek­tive Meinung.

    Wo ist der frü­here Geist, die Seele des Gothic?? In der Masse heute ist die nur noch bei weni­gen zu fin­den. Ver­mut­lich wird die Szene in den nächs­ten 5 Jah­ren aus­ein­an­der fal­len und es wird wie­der klei­nere Grüpp­chen geben. Eines davon sind die Oldschool-Gothics oder Men­schen mit eben einem Goth-Lebensgefühl. Die lau­schen dann der Musik von frü­her, hören einige akzep­tierte neue Bands wo biss­chen was dahin­ter­steckt außer Geld ver­die­nen zu wol­len und ver­ab­re­den sich zu kon­spi­ra­ti­ven Gesprä­chen in Web­fo­ren oder klei­nen Clubs.

    Ich beob­achte übri­gens jetzt schon, dass die Rück­be­sin­nung auf »alte Gothic-Werte und –Musik« viele Anhän­ger hat. Es gibt sehr erfolg­rei­che Oldschool-GothParties (»Gothic geht auch tech­no­frei« — ist zwar über­trie­ben, aber die Musik die die da spie­len ist sämt­lich sehr alt) und Gothic-Kunstabende, Lesun­gen etc.pp. Rhein-Main-Gebiet ist dahin­ge­hend echt toll!

  14. @Orphi und @shan dark: Ich ver­su­che mich erst­mal am lesen eurer Kom­men­tare. Schön daß es so viel Reak­tion gibt. Lei­der macht mir die Hitze zu schaf­fen, aber ich ver­su­che mein schlimms­tes ;)
    @Orphi: Schö­ner Kom­men­tar, stimme im gro­ßen und gan­zen zu. Was das Ver­wi­schen der Geschlech­ter angeht, ich ver­stehe es nicht wirk­lich. Ich ver­stehe es in sofern, daß nicht jeder Mann nur Macho sein muß, son­dern auch Gefühle hat. Hast Du nen Link zu Chris Cor­ner? Ach Unsinn, ich google.
    @shan dark: Ja, aber tod­schmin­cken? nö, nur ein biß­chen ran­tas­ten. Und Mys­tik, von mei­ner Seite auch ein Nein.
    Btw, nicht zynisch.

  15. @Orphi: Die Defi­ni­tion der Szene hat sich im Laufe der Zeit x-fach gewan­delt und ist — wie du schon rich­tig sagst — nicht mehr ganz zu erfas­sen. Der Kern der Sache besteht aus den in den Jah­ren zurück­ge­blie­be­nen Ein­flüs­sen die ihrer The­ma­tik wegen immer schon gepasst haben. Wenn man so möchte, sind an vie­len Defi­ni­tion ein Teil des­ser dran, wor­aus jeder ein­zelne das Defi­niert, wozu er sich zählt. Die Gothic-Szene bie­tet auch auf­grund ihrer Alters­struk­tur inter­es­sante Mög­lich­kei­ten, so kön­nen die »Alten«, die noch nicht in ihrer eige­nen Ver­bit­te­rung ertrun­ken sind etwas von dem wei­ter­ge­ben aus dem ihrer Essenz der schwar­zen Szene besteht, es gibt immer wie­der »Junge« bei denen man damit auf Offene Ohren stößt. Ich sehe es sogar als eine Art Ver­pflich­tung den Kern der Sache, die du so tref­fend beschrie­ben hast, wei­ter­zu­ge­ben, fest­zu­hal­ten und viel­leicht auch ein wenig zu idea­li­sie­ren, daran muss nicht zwangs­läu­fig etwas schlech­tes sein.

    Die Szene hat Mas­siv unter der Kom­mer­zia­li­sie­rung gelit­ten und auch dar­un­ter nun end­lich ein Stück weit akzep­tiert zu wer­den. Ohne das Netz, wie an vie­len ande­ren Stel­len bereits erwähnt, würde es kei­nen Kern mehr geben.

    Andro­gy­ni­tät, um wie­der zurück zum Thema zu kom­men, bläst genau in das selbe Horn. Über den Aus­druck sei­ner Per­sön­lich­keit oder eines Lebens­ge­fühl ist es zum Mode­trend ver­kom­men. Als letz­tes Mit­tel den letz­ten Hauch Pro­vo­ka­tion zu visua­li­sie­ren, der der Szene durch Akzep­tanz ver­lo­ren gegan­gen zu sein scheint.

    @shan_dark: Man darf dabei auch nicht ver­ges­sen, das einem die Kla­mot­ten gefal­len die man trägt. Dar­über fin­den viele den Ein­stieg in die Szene. Ich kleide mich wie ich bin und unter­werfe mich kei­nen gesell­schaft­lich ästhe­ti­schen Nor­men, könnte der visu­elle Kon­senz der Gothic-Szene sein, mit dem auch ich mich iden­ti­fi­ziere. Auf­merk­s­amt­keit und Pro­vo­ka­tion sind ange­nehme Neben­ef­fekte, aber nicht ursäch­li­cher Grund.
    Ich habe damit ange­fan­gen als ich 16 war, weil ich das was Depe­che Mode auf der Bühne trug (allen voran Mar­tin Gore) ein­fach klasse fand. Der »Rest« kam dann nach und nach :)

    Heute hast du mit dei­ner sub­jek­ti­ven Mei­nung mehr Recht als du viel­leicht denkst. Läuft man in sei­ner Frei­zeit so rum wie wir, blei­ben einem ober­fläch­li­che Kon­takt­auf­nah­men wei­ter­ge­hend erspart. Sehr ange­nehm. Ich werde so gut wie nie in der Stadt ans­ge­spro­chen von Umfra­gen, Ver­kös­ti­gungs­stän­den, Ver­käu­fern, poli­ti­schen Par­tei oder zwie­späl­ti­gen Vereinen.

    Das Rhein-Main Gebiet ist da in der Tat weit vor­aus, da kann man echt nei­disch wer­den. Im Ruhr­ge­biet oder auch Rhein­land, wo ich wohne ist alles schon eher Techno/Elektro Ori­en­tiert. Trotz der hohen Dichte muss man hier schon rund 50 km für eine gute Party in Kauf neh­men, sonst wird man oft enttäuscht.

  16. @ shan dark
    Ich glaube, dass ich ein wenig älter bin als du, denn ich war (bin?) einer von den „frü­he­ren Gothics“. ;-) Des­halb sehe ich viel­leicht auch einige Dinge, die du beschreibst ganz anders. Die Szene damals war kei­nes­wegs ein „gehei­mer Club“, in den man nur schwer rein­kam. Du muss­test dich ledig­lich schwarz anzie­hen und regel­mä­ßig an den rich­ti­gen Orten auf­tau­chen. Wie bei jeder ande­ren „Cli­que“ auch. Beson­ders anspruchs­voll war die Musik damals nun wahr­lich nicht. Love­cats dum­di­dum, Mas­ter and Ser­vant dum­di­dum. I fought the law…..lalala.

    Im Übri­gen gab es auch damals schon die EBM Musik (Die Krupps) und ent­spre­chend geklei­dete Anhän­ger. Ebenso lie­fen in der „Szene“ Mods mit obli­ga­to­ri­schem Par­ker und auch Punks rum. Alles irgend­wie bri­tisch geprägt. Jede Gruppe stand in der Disko in ihrer Ecke, aber es gab durch­aus Songs, bei denen sich alle auf der Tanz­flä­che ver­sam­mel­ten. Das Ambi­ente war aller­dings wesent­lich küh­ler – Fabrik­halle statt Plüschsofa! Deko wäre spä­tes­tens nach drei Stun­den kom­plett zer­fetzt gewe­sen, könnte ich mir vor­stel­len. Aber Deko gab es nicht – wollte auch kei­ner haben.

    Ich gebe dir Recht, dass die Szene damals abso­lut nicht poli­tisch geprägt war. Der Zeit­geist war es aber. The­men wie Umwelt­schutz, Tier­schutz, kal­ter Krieg, Ras­sis­mus, die Atom­bombe, soziale Abgründe usw. waren all­ge­gen­wär­tig. In der Szene ver­sam­mel­ten sich die Leute, die sich –bewusst oder unbe­wusst – gegen die beste­hende Gesell­schaft stell­ten (außer die Mods viel­leicht). Ich sage extra „unbe­wusst“, weil das nicht unbe­dingt deut­lich the­ma­ti­siert wurde. Aber warum sucht man den Abgrund und das Düs­tere und den „Dreck“? Weil man merkt, dass die „schöne, sau­bere, helle Welt“ eine Lüge ist, oder?

    Es gab sehr viele Jugend­be­we­gun­gen (Pop­per, Teds, Rocka­billy, Heavy Metal usw.). Sie boten alle die Mög­lich­keit, anders zu sein und sich abzu­gren­zen. In der Schwar­zen Szene ver­sam­mel­ten sich jedoch über­wie­gend – sorry, aber das ist meine Erfah­rung – bil­dungs­in­ter­es­sierte Leute, die nach­dach­ten und zu eben dem Schluss kamen, den ich oben als „Bewusst­sein“ beschrie­ben habe. The­men wie Tod (Toten­köpfe, Fried­höfe und tot­ge­schminkt) und Krieg (Blut, Hor­ror) resul­tier­ten ganz sicher aus dem dama­li­gen Zeit­geist. Das düs­tere Schwarz stand im Gegen­satz zur ver­meint­lich hei­len, bun­ten Welt und es wur­den sehr bewusst Tabus gebro­chen, um die ver­meint­lich heile Welt der Erwach­se­nen zu zer­stö­ren. Eine Lesung oder gar ein Tref­fen auf dem Fried­hof ist mir nie­mals begeg­net. Aber das mag von Region zu Region unter­schied­lich gewe­sen sein.

    Bevor ich einen Roman schreibe noch schnell ein ande­res Thema ;-) : Das mit der Band, die was vor­macht, war damals nicht anders. Die Leute haben ent­we­der wie Robert Smith getanzt oder wie Mar­tin Gore. Ich liebe übri­gens Elek­tro­bands wie VNV Nation oder Pro­ject Pitch­fork ebenso wie viele andere musi­ka­li­sche Strö­mun­gen der heu­ti­gen Szene. Die Viel­falt ist eine Berei­che­rung und Ronan Har­ris ist bei­spiels­weise einer der weni­gen Sze­ne­künst­ler, die voll­kom­men natür­lich auf­tre­ten und deren Texte noch Inhalte haben.

    @Vizioon
    Chris Cor­ner ist IAMX. Hier ein Link zu einem Video, in dem es extrem andro­gyn zugeht:

    http://www.youtube.com/watch?v=G-jMWzfj9gM

    @ Robert
    Es ist fast unmög­lich, Dinge wei­ter­zu­ge­ben, die dem Zeit­geist ent­ge­gen­ste­hen. Fun und Party haben eben über­hand gewon­nen– auch in der Szene. Nur noch wenige Jugend­li­che hören sich die Nach­rich­ten an. Wenn heute im Fern­se­hen ein Bericht über die ato­mare Auf– oder Abrüs­tung kommt, dann wird umge­schal­tet. Damals haben wir nach sol­chen Nach­rich­ten abends im Bett gele­gen und hat­ten eine Scheiß Angst.

  17. Dave Gahan…meinte ich…nicht Mar­tin Gore… ;-)

  18. @Orphi: Danke für den Link. Ich mag den Song sogar. Ich ver­stehe aber trotz­dem nicht, worum es gehen soll. Würde der Song nicht funk­tio­nie­ren, wenn die Sän­ge­rin als Frau auf­tre­ten würde?

  19. @ Vizioon

    Ich schätze, es ist ein wenig das Theater-Konzept von IAMX. Hat nichts mit »funk­tio­nie­ren« zu tun, denke ich, eher mit Show (Show im Sinne von Kunst). Ich find es trotz­dem ganz nett. Viel­leicht fin­dest du in die­sem Inter­view Antworten…

    http://www.youtube.com/watch?v=lByvoyIpmeI

  20. Jetzt bin ich schon ein paar­mal hier vor dem Kom­men­t­ar­käst­chen geses­sen, hab ange­fan­gen zu tip­pen und bin irgend­wie nie so zu einem anstän­di­gen Ende gekom­men *g*
    Die immer nach­kom­men­den Kom­men­tare machens auch nicht leichter …

    Ober­fläch­lich gese­hen schätze ich auch daß für viele Gothics heut­zu­tage das andro­gyne Erschei­nungs­bild eine reine Mode­sa­che ist, ohne große Hin­ter­gründe oder per­sön­li­ches State­ment. Pro­vo­kant emp­finde ich das auch eher weni­ger — dafür ist es szen­ein­tern ein oft anzu­tref­fen­der Anblick. Wie es mit Aus­sen­ste­hen­den aus­sieht, da gestehe ich viel­leicht ein wenig betriebs­blind zu sein da mir regel­recht ein »ja was hammse denn?« durch den Kopf jagt wenn jemand — nur als Bei­spiel — Her­ren­rö­cke nicht für eine völ­lig nor­male Sache hält und ent­spre­chend kariert drein­blickt *gg*

    Zwi­schen den Herr­schaf­ten die sich rein aus Mode­grün­den andro­gyn geben, gibts es den­noch einige die ihre per­sön­li­chen Hin­ter­gründe für so ein »Sty­ling« durch­aus auch haben. In mei­nem Bekann­ten­kreis gibts ein paar davon. Neben Trans­se­xu­el­len, die sich in ihrem bio­lo­gi­schen Kör­per ein­fach fehl am Platze füh­len, gibt es auch Leute die sich ent­we­der als geschlechts­neu­tral emp­fin­den, oder beide Anteile in ihrem Cha­rak­ter haben. Im deutsch­spra­chi­gen Raum fin­det man dazu kaum Quel­len im Netz, englisch-sprachig wird man fün­dig. Erst­ge­nannte bezeich­nen sich als »Neu­trois«, letz­tere sind andro­gyne Men­schen. Unter dem Begriff »Gen­der Stu­dies« wird man auch fün­dig, und ich finde es ein­mal ein fas­zi­nie­ren­des Thema, ande­rer­seits ne gute Sache wenn so emp­fin­dende Men­schen sich auch optisch aus­drü­cken möch­ten. Finde ich ehr­li­cher sich selbst gegen­über, und man möchte sich ja auch wohl füh­len in sei­ner Haut ;)
    Das ist im übri­gen auch keine moderne Erschei­nung, bei den India­nern wur­den bei­spiels­weise sol­chen als »Two Spi­rits« bezeich­ne­ten Men­schen beson­de­ren Respekt ent­ge­gen­ge­bracht, und sie beka­men im Stamm recht hoch ange­se­hene Posi­tio­nen, auch Klei­dungs­tech­nisch hat­ten diese Leute die Frei­heit sich bei bei­den Geschlech­tern zu bedie­nen. Erst das Zusam­men­tref­fen mit der euro­päi­schen Kul­tur hat die Akzep­tanz der Two Spi­rits aus­ge­löscht.
    In ande­ren Kul­tur­krei­sen gab es ähnli­ches, nur sind mir die India­ner grade am prä­sen­tes­ten im Gedächt­nis. Viel­leicht schreibe ich mal nen Arti­kel über das …

    Zuge­ge­ben geht das einen gan­zen Schritt wei­ter als nur die ober­fläch­li­che Zur­schau­stel­lung von Andro­gy­ni­tät, der abso­lute Groß­teil der Mensch­heit wird sich frei­lich mit sei­nem bio­lo­gi­schen Geschlecht alleine ganz gut wohl füh­len, aber egal wie spin­nig das Thema auf man­che wir­ken mag — es ist nicht not­wen­di­ger­weise nur ein Styling-Phänomen, aber dar­über kann nur die Per­son die sich so gibt Aus­kunft geben, obs Mode­gag sein soll oder etwas mehr als das. Sol­che Selbst­de­fi­ni­tio­nen sind auch eine sehr per­sön­li­che Ange­le­gen­heit die man kaum dis­ku­tie­ren kann, man sollte aber doch jedem sei­nen Frei­raum las­sen, und genau des­we­gen bin ich schwer fürs Geschlechterverwischen.

    Inwie­weit Andro­gy­ni­tät als opti­sches Ideal in den Sze­ne­an­fän­gen schon Thema war kann ich kaum beur­tei­len, dafür war ich in den 80ern gerade noch zu jung, jedoch emp­finde ich die Mode der 80er teil­weise schon als andro­gyn — dabei denke ich an Schul­ter­pols­ter und recht weite, flie­ßende Schnitte. Absicht war sicher nicht dahin­ter, aber wenn ich alte Burda-Hefte heute wie­der durch­blät­tere, fällt mir sowas irgend­wie auf. In der nor­ma­len, all­tags­taug­li­chen Mode sind diese Stil­ele­mente natür­lich eher dezent, aber gerade Künst­ler und andere Exzen­tri­ker haben damals — wie heute — das was gerade »In« ist eben auf die Spitze getrie­ben. Teil der »Show« — wie Orphi schon sagte — übri­gens, genia­les Video :) musi­ka­lisch wie optisch finde ich es wun­der­schön!
    Wobei ich die Prot­ago­nis­ten weni­ger als andro­gyn bezeich­nen würde, das ist schon aus­ge­wach­se­nes Cross-Dressing. Andro­gy­nie heißt ja, Merk­male von bei­den Geschlech­tern zu zei­gen und damit in gewis­sem Sinne schwer ein­schätz­bar zu sein, ob Mann oder Frau.

    Viel­leicht würde die Musik an sich, alleine »funk­tio­nie­ren«, aber als Musi­ker macht mans ich (sollte man mei­nen) ja auch Gedan­ken dadrü­ber, was man aus­sa­gen mag, und Show — in Form von auf der Bühne oder Video, oder Art­works fürs Album — ist ein zusätz­li­ches Medium dafür. Warum also nicht nut­zen? Ich per­sön­lich mag es wenn der­art »muli­ti­me­dial« alles aus­ge­schöpft wird.

    Nach­trag: in der zeit­ge­nös­si­schen Mode ist das Thema, weib­li­che Stil­ele­mente bei Her­ren­klei­dung durch­aus aktu­ell, so hab ich neu­lich in der Tex­til­fach­schule bei uns Ent­würfe gese­hen zu eben die­sem Thema ;) — und wie­der mehr sze­ne­be­zo­gen: neu­lich hab ich einem lie­ben Bekann­ten einen Herren-Reifrock genäht ;) — und er liebt ihn *g*

  21. @Orphi: Schwer ja, unmög­lich, nein. Wenn man so möchte, ist doch das, was die Gothic-Szene aus­zu­drü­cken ver­sucht, aktu­el­ler denn je. Wie du schon rich­tig beschrie­ben hast, ent­wi­ckeln wir uns zu rei­nen Spaß-Gesellschaft, die ihre Frei­zeit damit ver­bringt zu kon­su­mie­ren. Ebenso schwie­rig wie es ist Dinge wei­ter­zu­ge­ben die dem Zeit­geist ent­ge­gen ste­hen ist es doch, Dinge zu eta­blie­ren die dem Zeit­geist ent­ge­gen­ste­hen, ganz genauso wie Gothic in der 80ern, die Welt war bunt und grell — Gothic war das Gegen­teil davon. Des­we­gen ist es ulti­ma­tiv wich­tig Dinge wei­ter­zu­ge­ben, obwohl, oder eben weil sie dem Zeit­geist ent­ge­gen­ste­hen. Das ist das, was ich damals emp­fand (nicht mit den glei­chen Wor­ten wohl­ge­merkt) als ich Depe­che Mode oder The Cure hörte, mich schwarz klei­dete und mich der Frei­zeit­ge­stal­tung mei­ner »Art­ge­nos­sen« ent­zog. Resi­gna­tion ist leicht, aber töd­lich für eine Sub­kul­tur und bei der Gothic-Szene würde ich das sehr schade finden.

    @Rosa: Uff. Ein wirk­lich schwie­ri­ger Kom­men­tar meine Liebe. Grund­sätz­lich finde ich aber auch, das mensch­li­che Anders­ar­tig­keit (ich fand jetzt kein bes­se­res Wort) immer öfter zum Mode­trend ver­kommt. Andro­gy­ni­tät, Bule­mie, Homo­se­xua­li­tät in jedem Bereich gibt es Mit­läu­fer die aus den Anders­ar­tig­keit ein Phrase machen, sie bis zur Lächer­lich­keit degra­die­ren. Ich finde es künst­le­risch Grenz­wer­tig so etwas zur Büh­nen­show zu insze­nie­ren, denn das hat absurde Aus­läu­fer wie man bei Tokio Hotel und sei­nen Fans gut nach­zeich­nen kann.

    Wie­der ein­mal fehlt Hin­ter­grund und Aus­sage, was diese Dis­kus­sion auch so inter­es­sant macht. Denn die Grenz­be­rei­che machen es Pro­vo­ka­tiv und zwar solange, bis sich der Trend erschöpft hat und auch in der brei­ten Masse akzep­tiert wird. Wol­len wir das über­haupt? Es scheint unaus­weich­lich das ange­sichts immer extre­me­rer Mul­ti­me­dia­ler Prä­senz eine gewis­sen Akzep­tanz herrscht. Ich schweife sicher­lich gerade ab.

    Sehen wir es prag­ma­tisch: Auch ich trage teil­weise »Frau­en­klei­dung«, weil sie für Män­ner wohl nicht vor­ge­se­hen scheint. Bei­spiel: Pikes, Plu­der­ho­sen oder Net­zober­teile. Pike gab es bis vor rund 2 Jah­ren nur bis maxi­mal Größe UK 8 und Plu­der­ho­sen fin­det man haupt­säch­lich in der weib­li­chen Ecke der Beklei­dungs­bran­che. Net­zober­teile sind vor­wie­gend in Frau­en­grö­ßen zu fin­den. Des­we­gen finde ich weib­li­che Stil­ele­mente in der Her­ren­klei­dung und gerade in der Gothic-Szene unaus­weich­lich irgendwie ;)

    Rein sti­lis­tisch habe ich aber nichts gegen die­sen Trend ein­zu­wen­den, weil es teil­weise ein­fach har­mo­nisch aus­sieht und ich es ästhe­tisch finde, wenn es zum Typ passt. Auf der Bühne, in der Szene oder wo auch immer.

    Ich denke man sollte davon Abstand gewin­nen das Geschlecht nach rei­nen Äußer­lich­kei­ten zu beur­tei­len, wenn man jetzt von Schminke, Kla­mot­ten oder der Figur spricht (außer den Brüs­ten natür­lich). Man­chen Men­schen sind eben von der Natur aus andro­gyn vor­ge­se­hen, warum nicht die eigene »Art« fokussieren?

  22. @ Rosa Chalybeia

    Das mit den India­nern finde ich inter­es­sant. Wusste ich noch gar nicht. Trotz­dem: Diese Transsexuellen-Geschichte steht auf einem ganz ande­ren Blatt. Das hat nichts mit dem andro­gy­nen Mode-Style in Kunst und Szene zu tun, der hier gemeint ist.

    Das ein­zige Andro­gyne, was ich von den »Anfän­gen der Szene« in Erin­ne­rung hab, ist der Lip­pen­stift von Robert Smith. Er hat mal in einem Inter­view gesagt, dass er sich ein­fach so häß­lich fand und sich des­halb ange­malt hat. Die Jungs haben das dann eben ein­fach alle nach­ge­macht. Außer­halb der Szene gab es mit Cul­ture Club und Co auch ein paar Exo­ten. Aber in den 80ern haben sich ja viele Bands mit bunten,schrillen Out­fits einen Namen gemacht.

    Zum Thema Pro­vo­ka­tion: Bei Wiki­pe­dia steht bei­spiels­weise, dass Brian Molko (Pla­cebo) mit sei­nem andro­gy­nen Style gegen seine Eltern rebel­lie­ren wollte und spä­ter seine Bise­xua­li­tät öffent­lich gemacht hat. Aller­dings neige ich dazu, image­bil­de­ne­den Aus­sa­gen von Künst­lern kei­nen Glau­ben zu schen­ken. Mir reicht es, wenn sie gute Musik machen.

    @ Robert

    Manch­mal frage ich mich, ob die Schwarze Szene das aus­drü­cken wollte/will oder ob das doch nur rein­in­ter­pre­tiert ist. Viel­leicht machen wir uns ja auch was vor und woll­ten frü­her — so wie es shan dark ver­mu­tet — nur anders sein, wie jeder Jugend­li­che. Jetzt sind wir alt und weise :-) und wol­len das letzte Stück Jugend nicht los­las­sen. Um bei­des unter einen Hut zu krie­gen und vor uns selbst die noch immer schwarze Klei­dung zu recht­fer­ti­gen, geben wir dem Gan­zen einen tie­fe­ren Sinn. Könnte doch sein…

    Unab­hän­gig davon kann und sollte man Werte natür­lich wei­ter­ge­ben. Das funk­tio­niert bei den eige­nen Kin­dern, aber nicht bei einer anony­men Masse jun­ger Sze­ne­gän­ger, mit denen man ja nicht wirk­lich in Kon­takt kommt. Viel­leicht wäre das eine Auf­gabe der Künst­ler in der Szene. Aller­dings graut es mir mitt­ler­weile, wenn ich die Sze­neblät­ter auf­schlage. Sorry für die abge­dro­schene Phrase aber: Geist ist geiler!

  23. @Orphi: ja, mir ist bewusst daß die ganze Gender-Geschichte weit­aus mehr aus­holt als das eigent­li­che Thema um sti­lis­ti­sche Andro­gy­nie, da aber das Feh­len von ernst­haf­ten Beweg­grün­den für sol­che Selbst­dar­stel­lung auch mit ange­spro­chen wurde, wollte ich das mal so ein­wer­fen. Eben weils nicht nur Mode­gag ist — auch wenn die Mode­er­schei­nung wohl den größ­ten Teil ausmacht.

    Ich wollte da auch die Gegen­dar­stel­lung zum Mode­trend anspre­chen — um damit auf Roberts Ant­wort wei­ter­zu­lei­ten. Ich stimme Dir dahin­ge­hend ja auch völ­lig zu daß sol­che Mode­for­men kri­tisch sind, in beson­de­rem Maße grade bei Sachen wie Rit­zen oder Mager­sucht, da ist Mode-Androgynie zwar noch recht harm­los, aber den­noch: Mode ohne Sub­stanz. Künst­le­risch damit umzu­ge­hen halte ich nicht grund­sätz­lich für frag­wür­dig, da wo man auf den Mode­trend auf­springt, natür­lich schon, aber echte Kunst hat für mich immer Hin­ter­grund und Aus­sage, und ich habe mich schon mit einem Künst­ler unter­hal­ten der Andro­gy­nie als zen­tra­les Thema ver­ar­bei­tet und selbst andro­gyn ist — im cha­rak­ter­li­chen Sinne. Sowas ist mei­ner Mei­nung nach kei­nes­falls frag­wür­dig. Bei Büh­nen­shows oder Musik­vi­deos kommt es eben auf den Künst­ler an und des­sen Beweg­gründe. Klar daß bei gecas­te­ten Bands da nicht viel wahr­haf­tig Ech­tes vor­han­den ist.

    @Klamotten: ja, recht viel an sze­ne­be­zo­ge­nen Sachen ist mehr von weib­li­chen Stil­ele­men­ten geprägt, und daß man sich mal im Regal des ande­ren Geschlechts bedient ist doch völ­lig OK — ich wär auch sauer wenn man mir meine Män­ner­hem­den, mei­nem tol­len aus­tra­li­schen Hut oder gar meine Jasons abspre­chen würd ;) — und nen Nadel­strei­fen­an­zug hab ich auch im Schrank, und der war der Hoch­zeits­an­zug mei­nes Vaters in den er nicht mehr rein­passt :D — und ja, ich trag das Ding :D

    Rich­tig schön finde ich Dei­nen letz­ten Satz, Robert: Ich denke man sollte davon Abstand gewin­nen das Geschlecht nach rei­nen Äußer­lich­kei­ten zu beur­tei­len, wenn man jetzt von Schminke, Kla­mot­ten oder der Figur spricht (außer den Brüs­ten natür­lich). Man­chen Men­schen sind eben von der Natur aus andro­gyn vor­ge­se­hen, warum nicht die eigene „Art” fokus­sie­ren?
    Und kann dem nur völ­ligst beipflichten :)

    Noch­mal zurück zu Orphis letz­tem Absatz: die Inter­pre­ta­tion mit dem nicht aufgeben-wollen der Jugend mag sicher für viele zutref­fen, ich kann jetzt nur für mich allein spre­chen, aber ich muss sagen je älter ich gewor­den bin, umso exzen­tri­scher bin ich gewor­den, und damit fühlte ich mich Stück für Stück woh­ler und mehr »ich selbst«. Ober­fläch­lich zeigt sich das im Stil — den möcht ich für mich nicht mis­sen, aber auch cha­rak­ter­lich hab ich durch viele Spin­ne­reien mehr zu mir gefun­den, fühle mich aber gerade dadurch rei­fer und mehr in mir selbst ruhend. Weil ich mir erlaube zu tun und zu las­sen was ich mag — beruf­lich hab ich auch keine Ein­schrän­kun­gen in abseh­ba­rer Zeit, und bin da auch froh drum, auch wenn ich die Not­wen­dig­keit vom Kom­pro­mis­sen durch­aus ein­sehe wenn es nötig ist.

    Am Rande bemerkt: ich bin grad von ner herr­lich tun­ti­gen Rocky Hor­ror Show Insze­nie­rung frisch daheim und fand es spitze — tolle Schau­spie­ler, und passt ja zum thema *g*

  24. Falls ich das in die­ser Dis­kus­sion noch nicht erwähnt habe (habe ich nicht, oder?): Ich finde das Ver­wi­schen der Geschlech­ter weder bedenk­lich oder frag­wür­dig noch sonstir­gend­was. Bei man­chen sieht es gut aus, bei man­chen doof. Von mir aus kön­nen Leute auch im Biene Maja Kos­tüm rum­ren­nen, wenn sie mei­nen, dass das ihre Per­sön­lich­keit unter­streicht. Man muss nicht mit jedem auf einer Wel­len­länge sein.

    Die Gender-Geschichte sei hier deut­lich raus­ge­nom­men. Ich bleibe dabei: Das ist etwas ganz ande­res als rei­nes Sty­ling und hat sicher auch nichts mit Pro­vo­ka­tion zu tun.

  25. Ich ver­stehe nicht ganz, wohin sich diese Dis­kus­sion ent­wi­ckelt. Aber für mich steht fest: Ich wüßte auch vor dem Frei­le­gen des pri­mä­ren Geschlechts­be­reichs gerne, ob ich es mit Frau oder Mann zu tun habe. Unter ande­rem des­we­gen, weil ich nicht auf Sex mit Män­nern stehe.

  26. @Vizioon, Du bist ein­fach so herr­lich erfrischend.

    Ich steig jetzt hier auch aus.

  27. @shan dark: danke :)
    Wie dem auch sei, als Aus­stiegs­kom­men­tar war das nicht gemeint. Ich würde mich freuen, wenn Du trotz­dem Deine Mei­nung mit­tei­len würdest.

  28. Gegen­frage: muss es denn grund­sätz­lich immer aufs Abklop­fen nach poten­ti­el­len (Sex-)Partnern raus­lau­fen?
    Ich ver­steh ja voll und ganz daß der 1000% Hetero jetzt nicht grade auf andro­gyne Leute abfährt son­dern eben deut­li­che Geschlechts­merk­male am in Frage kom­men­den Part­ner anzie­hen­der fin­det, nur ist das doch nicht alles? Also es gibt auch Leute die man auf irgend eine Art fas­zi­nie­rend fin­den kann ohne daß sexu­elle Anzie­hung im Spiel sein muss? Oder ticke ich da ein­fach so viel anders als andere Menschen?

  29. Grund­sätz­lich nein. Aber ich gehe mit Män­nern anders um als mit Frauen. Und was hat das mit Fas­zi­na­tion zu tun? Ich finde Andy War­hol fas­zi­nie­rend, aber da ich nicht homo­se­xu­ell bin, beschränkt sich dies auf sein Werk.

  30. @Vizioon: Es geht mir hier auch haut­p­säch­lich um die äußer­li­chen Merk­male und nicht die sexu­elle Aus­rich­tung, wenn­gleich auch das eine das andere in gewis­ser Weise bedingt.

    Ich denke die Fas­zi­na­tion ent­steht dadurch, was man mit äußer­li­chen Stil­mit­teln errei­chen kann. Eine Fas­zi­na­tion für das Werk, nicht unmit­tel­bar für den Men­schen der die Geschlech­ter so geschickt verwischt.

    @Rosa: Ich stimme Dir zu, ich finde man­che Men­schen eben­falls fas­zi­nie­rend oder auch attrak­tiv ohne einen sexu­el­len Hin­ter­grund. Die Gren­zen sind natür­lich irgendwo flie­ßend, wenn wir uns auf die äußer­li­chen Merk­male beschrän­ken. Denn wann ist die Grenze zwi­schen Fas­zi­na­tion und sexu­el­ler Anzie­hung überschritten?

    @Orphi: Eine prag­ma­ti­sche Betrach­tung ist ebenso ange­nehm wie die Aus­ein­an­der­set­zung damit. Ich finde es wich­tig (ohne direk­ten Bezug zu einem dei­ner Kom­men­tare) diese prag­ma­ti­sche Mei­nung von Zeit zu Zeit zu über­prü­fen um seine Mei­nung even­tu­ell zu korrigieren.

  31. @Robert Das mit dem Prga­ma­tis­mus und dem Fata­lis­mus ist eine Alters­krank­heit. Die Welt wird sonst irgend­wann zu kom­plex, die Gedan­ken dre­hen sich nur noch — zu viele Bau­stel­len, zu viele Details, zu viele Abzwei­gun­gen — und man kommt nicht mehr dazu, über exis­ten­ti­elle Dinge wie das Mit­tag­es­sen nach­zu­den­ken. In ruhi­gen Minu­ten (wo sind sie nur alle hin?) sieht die Sache ganz anders aus. Meis­tens klin­gelt aber dann das Tele­fon und irgend­wer fragt, ob man eine Ver­si­che­rung abschlie­ßen will.…seufz ;-)

  32. @Orphi: Was bedeu­tet, das die Jugend die Erkennt­nis gepach­tet hat? Pra­ga­ma­tis­mus ist durch­aus posi­tiv, und wider­spricht oft dem Fatalismus.

  33. Nein, aber die Jugend bekommt in der Regel ihr Mit­tag­es­sen von den Eltern gekocht und hat mehr Zeit über diverse Dinge des Lebens nach­zu­den­ken als ein Erwach­se­ner, der eine Firma führt, Kin­der hat, ein Haus abbe­zah­len muss und die Steu­er­er­klä­rung nicht versteht.

  34. @Orphi: Erkläre mir bitte das Leben. Der Erwach­sene, der sich eine Firma auf­ge­baut hat, Kin­der gezeugt hat, ein Haus gekauft hat, und Steu­ern zah­len muß (btw.: es gibt Steu­er­be­ra­ter), der will nur über­le­ben?
    Wie passe ich denn da hin­ein, keine Firma, kein Haus, keine Kin­der, keine Steu­ern. Also ich lebe?

  35. @Vizioon
    Du musst auch nicht immer alles so wört­lich neh­men. Ich wollte damit sagen, dass man ange­sichts zahl­rei­cher Auf­ga­ben manch­mal keine Zeit hat, tie­fer über irgend­was nach­zu­den­ken und dann eine prag­ma­ti­sche Ant­wort wählt. Ich weiß, dass es Steu­er­be­ra­ter gibt. Kos­tet mich jeden Monat ne Menge Geld.

  36. @Orphi: Nein, das sehe ich nicht so. Prag­ma­tis­mus ist keine Alters­krank­heit um den zu kom­ple­xen Gedan­ken aus­zu­wei­chen. Im Gegen­teil, ich sehe das eher als Mög­lich­keit Gedan­ken zu ver­schie­ben ohne sie gleich zu ver­drän­gen oder durch fal­sche Mei­nun­gen zu erset­zen. Da du offen­bar aus Erfah­rung der kom­ple­xen Gedan­ken sprichst, nehme ich auch an, das du dei­nen Kanal bereits gefun­den hast, das Schrei­ben. Viel­leicht soll­test du kom­plexe Gedan­ken­gänge nicht als Stig­mata sehen, son­dern als Mög­lich­keit. Das Schrei­ben hilft dabei, sich nicht im Kreis zu drehen.

  37. @Robert
    Wodurch ent­stand der Ein­druck, dass ich kom­plexe Gedan­ken­gänge als Stig­mata sehe? Wenn du Stig­mata im Sinne von einer wie­der­keh­ren­den, quä­len­den Last meinst, dann würde ich eher die zeit­rau­ben­den Ver­pflich­tun­gen und Auf­ga­ben des All­tags dort ein­ord­nen, nicht die kom­ple­xen Gedankengänge.Die sind mir sehr ver­traut und tun auch nicht weh ;-) Ich stimme dir zu: Das Schrei­ben ord­net die Gedan­ken, bie­tet der Phan­ta­sie einen Platz, wo sie sich aus­to­ben kann und neben­bei eine Mög­lich­keit, The­men anzu­spre­chen und öffent­lich zu machen. Auf emo­tio­na­ler Ebene ist es (für mich) jedoch eher die Musik, die fürs Gleich­ge­wicht wich­tig ist und das »Dre­hen« stoppt.
    Das Dre­hen ent­steht dadurch, dass keine Zeit zum Den­ken bleibt. Viel­leicht hast du das irgend­wei falsch interpretiert.

  38. Ganz sicher sogar. Der Nach­teil beim unter­hal­ten über das geschrie­bene Wort ist das feh­len jeg­li­chen visu­el­len Bezugs zu sei­nem Gegen­über, wodurch Fehl­in­ter­pre­ta­tion und Miss­ver­ständ­nisse unaus­weich­lich erscheinen.

    Ich habe Stig­mata gewählt, weil es so klang, als wären die Gedan­ken unaus­weich­lich, belas­tend und wie­der­keh­rend. Daher habe ich dich falsch ver­stan­den, denn das ist bei Dir ja offen­bar nicht so. Die Rolle der Musik hin­ge­gen kann ich nach­voll­zie­hen, denn die hat so man­chen Ein­fluss auf mich und funk­tio­niert für mich immer als Gefühls­ver­stär­ker und ist in der Lage Emo­tio­nen ent­ge­gen­zu­wir­ken oder diese zu fokus­sie­ren um sich dem Kern der Sache zu näher.

  39. Oder sie zieht dich von der Außen­welt in die Innen­welt, wo die Bat­te­rien wie­der auf­ge­la­den wer­den. O-Ton mei­nes Soh­nes, der mich mit­lei­dig ansah, als ich ihn aus­ge­powert und ziem­lich fer­tig zur Schule gefah­ren hab:»Soll ich mal den Peter Spil­les an machen?« :-)

  40. @Orphi: Wie alt ist dein Sohn, das so wahre Worte seine Lip­pen ver­las­sen? Ich sag ja immer: Kin­de­mund tut Wahr­heit kund :)

  41. @Orhi: »ange­sichts zahl­rei­cher Auf­ga­ben manch­mal keine Zeit hat, tie­fer über irgend­was nach­zu­den­ken und dann eine prag­ma­ti­sche Ant­wort wählt.« Noch­mal: Über was muß ich denn nun tie­fer nachdenken?

  42. @Vizioon
    Ver­steh ich noch immer nicht. Das musst du doch wis­sen, ob und wor­über du nach­den­ken willst oder nicht. Es steht mir wohl kaum zu, dir da irgend­wel­che Vorschriften/Vorschläge zu machen. Es ging darum, warum ich eine prag­ma­ti­sche Ant­wort gege­ben habe.

    @Robert
    Er ist 13, hatte aber schon mit 10 raus, wel­che CD bei mir zu wel­chem Ergeb­nis führt ;-)

  43. Ein fin­di­ger Junge, sehr prag­ma­tisch. Aber er hat recht, Musik ist die Hand die dich aus dem Was­ser zieht oder auch die, die dich noch tie­fer run­ter­drückt. Eine Frage der Zeit bis Warn­hin­weise auf Musik-CDs zu fin­den sind :)

  44. @Orphi: Ich beziehe mich auf Deine Aus­sa­gen. Ich finde es im Prin­zip durch­aus als Ziel des Lebens, sich eine Firma auf­zu­bauen, Kin­der zu zeu­gen, ein Haus zu bauen, und Steu­ern zu zah­len. Dei­ner Aus­sage nach hat das aber mit dem Leben nichts zu tun. Also frage ich mich: was denn?

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