26 August

Stuhlgang

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 2008Keine Kommentare

Ich weiß jetzt nicht wie es euch geht, aber mir kom­men die bes­ten Ideen immer auf dem Klo, bes­ser gesagt beim Stuhl­gang. Völ­lig Kli­schee­haft gehe ich mit Lek­türe bewaff­net die­sem kör­per­li­chen Bedürf­nis mit gro­ßer Lei­den­schaft nach. Meist lie­gen auch schon ent­spre­chende Zeit­schrif­ten oder Bücher vor Ort, bei mir jedenfalls

Lei­der ist meine Toi­lette zu tief ange­bracht, was bei län­ge­ren Sit­zun­gen die Beine ver­an­lasst, ein­zu­schla­fen. Dabei wird die Blut­zu­fuhr zu den Bei­nen unter­bro­chen und die Ner­ven­ende nicht mehr mit aus­rei­chend Sau­er­stoff ver­sorgt, was zu den ange­spro­che­nen Aus­fall­er­schei­nun­gen führt, das Auf­ste­hen wird dann immer eine Belas­tungs­probe für den Kreis­lauf und treibt mei­nen Blut­druck umge­hend in den Kel­ler. Des­halb bin ich bestrebt meine Ses­sio­nen auf 20 Minu­ten zu beschränken.

Am liebste lese ich meine abon­nier­ten Zeit­schrif­ten, oder den Orkus. Ein gutes Buch mit durch­ge­hend leich­tem Ein­stieg eig­nen sich auch aus­ge­zeich­net, so lese ich zur Zeit »Ver­schwende deine Jugend« von Jür­gen Tei­pel, dazu aber an andere Stelle spä­ter mehr.

Ruhe. Ebenso wich­tig wie das lesen auf dem Klo ist Ruhe. Des­we­gen habe ich Stuhl­gang auch am liebs­ten zu Hause, obwohl ich kein Heim­scheis­ser bin und bei ent­spre­chen­der Not­durft auch externe Toi­let­ten benutze. Wenn der Drang dann so stark ist, das ich es nicht mehr schaffe ent­spre­chen­den Lese­ma­te­rial her­bei­zu­schaf­fen, so helfe ich mir mit Quit­tun­gen aus mei­nem Porte­mon­naie oder mit den beschrif­ten um mich herum ste­hen­der Dusch­gels oder Kör­per­lo­tio­nen. Lei­der ist der Mist immer auf unver­ständ­li­chem Eng­lisch. Ist schon irgend­wie krank­haft, aber was solls. Bes­ser ein kon­di­tio­nier­ter Darm als über­haupt kein Stuhlgang.

In der Eile darf ich aber nicht ver­ges­sen ein Blatt Toi­let­ten­pa­pier in die Toi­lette zu legen, wenn es sich um einen Tief­spü­ler han­delt. Man kon­zen­triert sich auf die Ent­span­nung, der Stress und der Lärm des Tages fällt von mir ab, ich bin total gelöst… *platsch*

Nichts ist schlim­mer, als die Was­ser­fon­täne, die der erste fal­len­den Fest­kör­per erzeugt wenn in das Was­ser ein­taucht. Selbst­ver­ständ­lich tref­fen die Aus­le­ger des Was­sers meine in die­sem Moment ent­spann­teste Stelle, die dar­auf sehr trot­zig mich Ver­kramp­fung rea­giert. Ganz sel­ten gelingt es mir, das ganze zu einem Streif­schuss zu ver­ei­teln, indem ich eine Poba­cke in Bruch­tei­len von Sekun­den bewege.

Wenn sich dann aber alles im Ide­al­zu­stand befin­det — ich habe meine Ruhe, ein Stück Toi­let­ten­pa­pier bremst den Fall und eine gute Zeit­schrift in mei­nen Hän­den — bin ich sehr krea­tiv und erfin­de­risch. So ent­stand die Idee zu die­sem Blog auf ebem die­sem Ort. Grund genug ihm gleich eine ent­spre­chende Kate­go­rie zu wid­men um euch an dem Teil­ha­ben zu las­sen, was mir dort so alles ein­fällt oder wor­über ich gerade lese.

So kann ich die Seite Yamelo emp­feh­len um eine musi­ka­li­sche Zeit­reise zu unter­neh­men, denn dort fin­det man sehr anschau­lich prä­sen­tiert alte Musik­vi­deos, von Bron­ski Beat bis zu Drafi Deut­scher. Gele­sen heute Nach­mit­tag zwi­schen 15:00 und 15:15. Sehr infor­ma­tiv auch der schöne Toi­let­ten­schil­derblog, von dem auch das Bild in die­sem Bei­trag stammt.

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Ansichtssache
Schlagwort: ,

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Hilfe bei der Kommentareingabe?

Trackbacks

  1. […] Unab­hän­gige und unkom­mer­zi­elle Bericht­er­stat­tung liegt in den Hän­den vie­ler Publi­zis­ten und sollte nicht allein den Jour­na­lis­ten über­las­sen wer­den, die sich viel zu oft nicht mehr für diese Werte ein­set­zen. Doch auch die Schrei­ber der unzäh­li­gen Arti­kel und Berichte sollte sich auf jour­na­lis­ti­sche Grund­werte ein­las­sen und zumin­dest eine eigene Mei­nung äußern, das Erlebte mög­lichst sach­lich und aus sei­ner Sicht schil­dern, sowie ihre Glaub­haf­tig­keit mit Recher­che wür­zen. Das dabei Wort­witz, Kri­tik und Krea­ti­vi­tät nicht zu kurz kom­men müs­sen zei­gen all die vie­len Fan­zines, die immer noch, oder immer wie­der erschei­nen. Auch ich lese noch das gedruckte Wort und schätze Fan­zines in mehr­fa­cher Hin­sicht, gerade beim Stuhlgang. […]