Ich weiß jetzt nicht wie es euch geht, aber mir kommen die besten Ideen immer auf dem Klo, besser gesagt beim Stuhlgang. Völlig Klischeehaft gehe ich mit Lektüre bewaffnet diesem körperlichen Bedürfnis mit großer Leidenschaft nach. Meist liegen auch schon entsprechende Zeitschriften oder Bücher vor Ort, bei mir jedenfalls
Leider ist meine Toilette zu tief angebracht, was bei längeren Sitzungen die Beine veranlasst, einzuschlafen. Dabei wird die Blutzufuhr zu den Beinen unterbrochen und die Nervenende nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt, was zu den angesprochenen Ausfallerscheinungen führt, das Aufstehen wird dann immer eine Belastungsprobe für den Kreislauf und treibt meinen Blutdruck umgehend in den Keller. Deshalb bin ich bestrebt meine Sessionen auf 20 Minuten zu beschränken.
Am liebste lese ich meine abonnierten Zeitschriften, oder den Orkus. Ein gutes Buch mit durchgehend leichtem Einstieg eignen sich auch ausgezeichnet, so lese ich zur Zeit »Verschwende deine Jugend« von Jürgen Teipel, dazu aber an andere Stelle später mehr.
Ruhe. Ebenso wichtig wie das lesen auf dem Klo ist Ruhe. Deswegen habe ich Stuhlgang auch am liebsten zu Hause, obwohl ich kein Heimscheisser bin und bei entsprechender Notdurft auch externe Toiletten benutze. Wenn der Drang dann so stark ist, das ich es nicht mehr schaffe entsprechenden Lesematerial herbeizuschaffen, so helfe ich mir mit Quittungen aus meinem Portemonnaie oder mit den beschriften um mich herum stehender Duschgels oder Körperlotionen. Leider ist der Mist immer auf unverständlichem Englisch. Ist schon irgendwie krankhaft, aber was solls. Besser ein konditionierter Darm als überhaupt kein Stuhlgang.
In der Eile darf ich aber nicht vergessen ein Blatt Toilettenpapier in die Toilette zu legen, wenn es sich um einen Tiefspüler handelt. Man konzentriert sich auf die Entspannung, der Stress und der Lärm des Tages fällt von mir ab, ich bin total gelöst… *platsch*
Nichts ist schlimmer, als die Wasserfontäne, die der erste fallenden Festkörper erzeugt wenn in das Wasser eintaucht. Selbstverständlich treffen die Ausleger des Wassers meine in diesem Moment entspannteste Stelle, die darauf sehr trotzig mich Verkrampfung reagiert. Ganz selten gelingt es mir, das ganze zu einem Streifschuss zu vereiteln, indem ich eine Pobacke in Bruchteilen von Sekunden bewege.
Wenn sich dann aber alles im Idealzustand befindet — ich habe meine Ruhe, ein Stück Toilettenpapier bremst den Fall und eine gute Zeitschrift in meinen Händen — bin ich sehr kreativ und erfinderisch. So entstand die Idee zu diesem Blog auf ebem diesem Ort. Grund genug ihm gleich eine entsprechende Kategorie zu widmen um euch an dem Teilhaben zu lassen, was mir dort so alles einfällt oder worüber ich gerade lese.
So kann ich die Seite Yamelo empfehlen um eine musikalische Zeitreise zu unternehmen, denn dort findet man sehr anschaulich präsentiert alte Musikvideos, von Bronski Beat bis zu Drafi Deutscher. Gelesen heute Nachmittag zwischen 15:00 und 15:15. Sehr informativ auch der schöne Toilettenschilderblog, von dem auch das Bild in diesem Beitrag stammt.



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[…] Unabhängige und unkommerzielle Berichterstattung liegt in den Händen vieler Publizisten und sollte nicht allein den Journalisten überlassen werden, die sich viel zu oft nicht mehr für diese Werte einsetzen. Doch auch die Schreiber der unzähligen Artikel und Berichte sollte sich auf journalistische Grundwerte einlassen und zumindest eine eigene Meinung äußern, das Erlebte möglichst sachlich und aus seiner Sicht schildern, sowie ihre Glaubhaftigkeit mit Recherche würzen. Das dabei Wortwitz, Kritik und Kreativität nicht zu kurz kommen müssen zeigen all die vielen Fanzines, die immer noch, oder immer wieder erscheinen. Auch ich lese noch das gedruckte Wort und schätze Fanzines in mehrfacher Hinsicht, gerade beim Stuhlgang. […]