6 Januar

Spontis erhält Abmahnung wegen falsch genutzter Creative Commons Lizenz (Update #4)

Verfasst von Diskussion: 24 Kommentare
When we share, everyone wins

„Wenn wir teilen, gewinnt jeder.“ – Diesem Spruch auf der Creative Commons Homepage kann ich leider nicht mehr zustimmen.

Als ich draußen bei eisigem Wind den Schlüssel in den Briefkasten bugsierte, konnte ich nicht ahnen, wie kalt es mich erwischen würde. Ein großer Umschlag von einer Anwaltskanzlei aus Kiel landete in meinen Händen und das ungute Gefühl in der Magengegend, das ich beim Aufreißen des Briefes verspürte, ist ein alter Bekannter. Seit mehr als 8 Jahren betreibe ich diesen Blog, den ich seit seiner Eröffnung im August 2008 mit mehr als 1.200 Artikeln gefüllt habe, die man rund 14.000 mal kommentierte. In der ganzen Zeit konnte ich es erfolgreich vermeiden, durch das dünne Eis zu brechen, auf dem man sich zwangsläufig bewegt, wenn man als Blogger das Internet mit Inhalten füllt. Darfst du dieses oder jenes Bild wirklich verwenden? Was darf ich und was darf ich nicht? Ich beschäftige mich intensiv mit den relevanten Themen hinsichtlich Urheberrecht und Bildlizenzen, um zu vermeiden, dass es mich erwischt und trotzdem bleibt immer dieses ungute Gefühl beim Öffnen des Briefkastens, das sich gestern eiskalt bestätigte.

Wie ihr wisst, nutze ich für meine Artikel gerne sprechende Bilder, die den Inhalt wiederspiegeln und den Text grafisch auflockern und auch auf Facebook als Hingucker fungieren. Wenn ich nicht selbst eine eigene Aufnahme beisteuern kann, greife ich gerne auf Bilder zurück, die unter Creative Commons lizenziert wurden. Das sollte dazu dienen, Bilder und Inhalte im Internet kostenfrei zu verbreiten, um so horrende Lizenzgebühren kommerzieller Fotodienste aus dem Weg zu gehen und den Gedanken einer „gerechten Welt“ zu verbreiten. Der Bilderhoster Flickr bietet dazu eine sehr bequeme Suchfunktion, mit der man Bilder zu einem Suchbegriff angezeigt bekommt, die eben unter dieser Lizenz veröffentlicht wurden. Das war für mich ein offenbar einfacher und bequemer Weg, an entsprechende Bilder zu kommen, die meine Artikel bereichern würden. Es lag ja auf der Hand: Der Fotograf war eindeutig mit der kostenfreien Verwendung seiner Bilder einverstanden, vorausgesetzt, man erfüllt die erforderlichen Lizenzbestimmungen. 

Die Verletzung des Urheberrechts

Als ich dann im Oktober letzten Jahres auf der Suche nach einem Bild für einen Artikel war, wurde ich auf Flickr schnell fündig. Ich fügte also das Bild in meinen Artikel ein, beschriftete es mit dem Hinweis, dass es sich um eine CC Lizenz handelt, nannte den Urheber und verlinkte auf sein Flickr-Profil. Dann den Artikel eben noch veröffentlichen und bei Facebook verlinken. Fertig!

Ich gebe zu, hier habe ich wohl etwas nachlässig gearbeitet. Ich hatte nämlich vergessen, dass auch die Lizenz selbst verlinkt werden muss und auch der Titel des Bildes (sofern vorhanden) genannt werden muss. Und was ich völlig übersehen hatte: Auf Facebook muss ich offenbar genau das gleiche tun, auch wenn es sich aus meiner Sicht nur um einen bebilderten Link handelte und selbst wenn Facebook die Möglichkeit der Bildauszeichnung gar nicht bietet.

So stehe ich also mit zittrigen Händen immer noch vor dem Briefkasten und fische das umfangreiche Schreiben der Anwaltskanzle aus dem Umschlag, die mir genau diese Fehler vorwirft und einen Schadensersatz und die Erstattung der entstandenen Anwaltskosten von mir fordert. 713,64€ fordert man binnen 10 Tagen, um mir, dem Kläger und den Anwälten einen Gang vor Gericht zu ersparen. Daneben soll ich noch eine Unterlassungserklärung abgeben, die mir vorgeworfene falsche Verwendung des Bildes noch einmal zu tätigen. 

Creative Commons – Kostenfreies weiterverwenden erwünscht?

Ich musste mich erstmal hinsetzen. Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet, schließlich hüllte mich Creative Commons in eine Wolke aus dem „Teilen-ist-toll-Gedanken“ und gaukelte mir vor, dass man so für die Fotografen Aufmerksamkeit generierte und auf der anderen Seite eine Möglichkeit bot, Inhalte schnell, leicht und kostenfrei zu lizenzieren. Ich hatte ja auch in der Vergangenheit oft genug über diese Möglichkeit berichtet und habe auch diesen Blog und seine Inhalte unter eine entsprechende Lizenz gestellt. 

Auch bei dem angemahnten Bild habe ich – wie bereits erwähnt – den Urheber genannt und sein Flickr-Profil verlinkt. Somit erhält der sofort beim aufrufen des Artikels die gewünschte Aufmerksamkeit, zumal Links bei Spontis ja rot unterlegt sind. So schlimm, wie es die Abmahnung suggeriert fand ich mein Fehlverhalten jetzt nicht, zumal ein einfacher Hinweis des Fotografen über die unzähligen Kanäle gereicht hätte, den Fehler schnell und dauerhaft zu beseitigen. Es ist ja nicht so, als hätte ich kein Impressum oder Kontaktformular. Möglicherweise hätte mir das Verhalten des Fotografen so gut gefallen, dass ich auch weitere Werke von ihm verbreitet hätte. 

Jetzt recherchierte ich das Thema „Creative Commons Abmahnungen“ und stieß auf zahlreiche Leidensgenossen, die ganz ähnlich in eine solche Falle getappt sind und nun auch vor mehr oder weniger gleichen Forderungen stehen. Teilweise ist es ein anderer Fotograf oder eine andere Kanzlei, der Grund der Abmahnung ist aber immer der gleiche. Fehlende oder Fehlerhafte Attribution (Kennzeichnung) des unter CC-Lizenz stehenden Werkes. Schnell wird klar: Von freier Nutzung und kulturellem Austausch kann nicht die Rede sein.

Ich bin der Meinung, dass Creative Commons über sich selbst gestolpert ist und in Deutschland Anwaltskanzleien, die sich auf die Suche nach solchen Lücken spezialisiert haben, ein lohnendes Geschäftsfeld eröffnen.

Wer Creative Commons nutzt, wird sich an der recht einfach gehaltenen Darstellung der Pflichten erfreuen. Es sieht geradezu verlockend einfach aus, die Lizenz zu nutzen oder eigene Inhalte unter eine entsprechende Lizenz zu setzen. Wobei jetzt schon die ersten Schwierigkeiten auftauchen, denn mittlerweile gibt es erschreckend viele verschiedenen Lizenzen und Versionen, die jeweils ihre eigenen Regeln und Vorschriften mitbringen, die auf der Internetseite zunächst als „angemessene Urheber- und Rechteangaben“ ausgezeichnet sind, und sie erst durch das Klicken auf einen Link vollständig entfalten. 

Soweit mitgeteilt, müssen Sie die Namen der Urhebers und Zuschreibungsempfänger, einen Rechtevermerk, einen Lizenzvermerk, einen Haftungsausschluss und einen Link zum Material angeben. Die Versionen der CC-Lizenzen vor Version 4.0 fordern außerdem, dass Sie den Titel des Materials angeben, sofern er Ihnen mitgeteilt wurde, und können auch andere geringfügige Abweichungen enthalten.

Ganz so einfach ist es eben dann doch nicht. Und wenn man, wie ich, einen Fehler macht, findet sich bestimmt jemand, der einen kostenpflichtig auf diesen Fehler aufmerksam macht. Creative Commons ist meiner Ansicht nach an sich selbst gescheitert. Wer sich nicht exakt an die Vorgaben hält, die es erst einmal zu finden gilt, scheint die Lizenz offenbar verwirkt und eröffnet dem Urheber die Möglichkeit, Schadenersatz zu fordern. Von „Freien Inhalten“ kann also nicht die Rede sein, wie ich finde. Eher ein Lizenziertes Pulverfass. 

Emotionen sind keine Entscheidungsträger

Ich gestehe, ich bin wütend. Wütend auf mich, weil ich einen Fehler gemacht habe. Wütend auf den Fotografen, der nicht daran gedacht hat, mich auf meinen Fehler aufmerksam zu machen, sondern eine Anwaltskanzlei mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt hat. Wütend auf die Anwaltskanzlei, die daraus – wie mir scheint – ein Geschäftsmodell gemacht hat und wütend auf Creative Commons, die den ursprünglichen Gedanken um freie Inhalte in unzähligen Lizenzen und Bedingungen ertränkt haben. 

Ich habe mir heute einen Termin bei einem Anwalt gemacht, der sich der komplizierten Sache annehmen soll und die Abmahnung auf ihr Richtigkeit und die Höhe der Forderung auf ihre Berechtigung hin überprüfen soll. Fakt ist: Ich muss zahlen, weil ich nicht aufgepasst habe. Kein böser Brief, keine unfreundliche E-Mail, nicht mal ein Ohrfeige oder Standpauke. Ein vorgefertigter Zahlschein über 713,64€, zahlbar innerhalb von 10 Tagen. So ist Internet heute.

Ich habe laut darüber nachgedacht, alles hinzuschmeißen, denn Spontis ist und bleibt ein leidenschaftliches und ein von Herzen kommendes Projekt, das droht durch immer neue Fallstricke seine Authentizität zu verlieren. Ihr glaubt gar nicht, wie viele davon überall lauern und was man alles beachten und einhalten muss, um nicht in die Mühle der Anwälte oder Gerichte zu geraten. Letztendlich ist Vieles eine rechtliche Grauzone, nicht eindeutig geregelt und ein Blog, der alle Regeln penibel einhält, wird nie über ein persönliches Tagebuch hinauskommen.

Seit 8 Jahren investiere ich nicht nur jede freie Minute in diesen Blog, sondern auch Geld für Hosting (rund 25 € im Monat) und für kostenpflichtige und meiner Meinung nach notwendige Plugins (jährlich 90€). Ich halte diesen Blog werbefrei (bis auf eine Ausnahme zur Finanzierung einer Spontis-Magazin Ausgabe die ich im übrigen bitter bereue) und ziehe auch sonst keinen Nutzen aus dieser Tätigkeit. Meine Leidenschaft kostet mich jetzt über 700€. Und ja, selbstverschuldet.

Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich die Schnauze voll gehabt habe, wenn wieder irgendeine Abmahnwelle mich dazu zwang, alle Inhalte zu überarbeiten, wie mich Spammer und Hacker zwangen, nächtelang die Fehler zu suchen und den Blog zu reparieren. Wie ich neben dem Artikel schreiben und kommentieren auch ständig am Ball bleiben musste, um ja möglichst wenig Regeln zu verletzen. Das macht mürbe, müde und traurig. Zeitnah auf Ereignisse reagieren? Die Meinung ungefiltert in die Welt hinausblasen? Pustekuchen. So einfach geht das nicht. Schon gar nicht mit Bildern. Diese Einsicht war teuer.

Ich frage mich: Was kommt als nächstes? Und: Ist es mir das wert? – Ich weiß es nicht. Emotionen sind keine guten Entscheidungsträger.

Erste Hilfe für mein idealistisches Weltbild

Ich werde in den nächsten Tagen intensiv nach Inhalten unter CC-Lizenz suchen und diese durch eigene Bilder ersetzen, falls nötig korrigieren oder ersatzlos entfernen. Mit neuen Inhalten werde ich mich erstmal zurückhalten, ich werde am Montag beim Anwalt sein und sehen, wie sich alles entwickelt. Bisher lief Spontis unter eine CC BY-SA 3.0 Lizenz. Das erscheint mir nur völlig blödsinnig, angesichts der gestrigen Ereignisse. Entweder, so mein Gedanke, ist etwas ist frei zu haben oder eben kommerziell zu vermarkten. Ich würde nie auf die Idee kommen, jemandem eine Abmahnung aufzudrücken, weil er ein Bild oder einen Text von mir falsch verwendet und möglicherweise vergessen hat die Lizenz zu verlinken. Schließlich wünsche ich mir ja eine kostenfreie Verbreitung! Versteht mich nicht falsch. Es ist völlig in Ordnung, seine Urheberrechte geltend zu machen und Lizenzgebühren für Bilder und Texte zu verlangen! Bilder unter dem Deckmäntelchen der freien kulturellen Entfaltung zu verbreiten, um dann doch über die Hintertür für die Verwendung Schadenersatz zu verlangen finde ich jedoch falsch und hinterlistig.

Warum ich es Euch erzähle? Ich glaube, kaum jemand macht sich ein Bild davon, wie schwierig es (vor allem in Deutschland) geworden ist, eine Seite, einen Blog oder sonst etwas Eigenständiges im Internet zu betreiben, auch wenn es einen nicht-kommerziellen Charakter verfolgt. Wieviel Leidenschaft und Herzblut verloren geht, wenn man ständig vor dem Briefkasten zittrige Hände bekommt, was einem als nächstes in die Hände fällt. Klar. Wer keine Fehler macht, hat nichts zu befürchten. Wer alle Regeln penibel einhält, fährt auf der sicheren Seite. Inhalte, die rechtliche Grauzonen tangieren, lässt man am besten gleich ganz weg. Wenn man sie dann kennt, diese grauen Zonen. Das man für Inhalte, die unter Creative Commons lizenziert wurden, dann doch Schadenersatz verlangen kann, war mir jedenfalls neu. Ein Hoch auf die freie Entfaltung!

Ich bin nicht fehlerfrei und werde wohl nie fehlerfrei sein. Menschen machen Fehler. Jeder kleine Fehler im Internet kostet, wie ihr seht, schnell mal über 700€ – Habe ich Lust dieses Risiko zu tragen, um meiner Leidenschaft nachzugehen? Spontis ist mir ans Herz gewachsen. Euch, die Leser, mit meinen Artikel zum nachdenken zubringen, zu unterhalten oder aufzuregen bereitet mir Freude. Nebenbei etwas für die Subkultur zu tun und Kreativen eine Möglichkeit zu geben, ihr Werke zu präsentieren, finde ich toll. Ich will dafür kein Geld und keinen Ruhm. Aber dafür bezahlen? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

Selber abgemahnt? Hier gibt es mehr Informationen:

Wie ihr Bilder zur Zeit rechtssicher einbindet, zeigen Euch die Seiten ImageCodr (für Flickr-Inhalte) oder der Lizenzgenerator (Bilder aus Wikipedia-Artikeln). Wenn ihr abgemahnt wurdet, solltet ihr Euch unbedingt einen Anwalt nehmen, anderes sind entsprechende Antwortschreiben nicht zu formulieren. Der arbeitet zwar auch nicht umsonst, kann aber mit möglicherweise überhöhten Forderung aufräumen und euch so noch einen kleinen Vorteil verschaffen. Ich werde im Augenblick weder Kanzlei noch Fotograf oder das Bild nennen, obwohl ich gerne würde, das möchte ich vorher mit meinem Anwalt klären, sonst trete ich womöglich gleich ins nächsten Fettnäpfchen.

Update vom 06.01.2016

Mir wurde die Anwaltskanzlei JBB aus Berlin empfohlen, die auf Urheber- und Medienrecht spezialisiert sind und sich meinen Fall ansehen möchten. Ich schicke der Kanzlei meine Unterlagen und sie wollen eine Einschätzung treffen und auch die Höhe eines möglichen Honorars mitteilen.  

Der Zuspruch aus allen Kanäle empfinde ich als enorm und bin sehr gerührt über das, was ihr schreibt. Auch wenn es mir unangenehm ist, beuge ich mich Eurem Wunsch, auch finanziell etwas beizutragen und Geld zu schicken. Sendet schnell und einfach über PayPal oder sendet mir eine E-Mail an robert@spontis.de mit dem Betreff „Abmahnung“, dann schicke ich Euch umgehend meine Bankverbindung. Ich freue mich über jeden Betrag und verspreche, jeden Zahlungseingang hier zu dokumentieren. Momentan gehe ich noch von 717€ zuzüglich eines Anwaltshonorars von vielleicht 300€. Sobald ich näheres erfahren, schreibe ich es hier. Alle Beteiligten bleiben anonym. 

Eingegangen: 753,33 EUR (Stand vom 11. Januar)

Update vom 09.01.2016

Das war ein sehr aufregendes Wochenende. Ich habe so viel Zustimmung und Unterstützung aus allen Ecken erfahren, das ich zeitweise ein wenig überfordert gewesen bin. Ich habe unzählige E-Mails beantwortet und auch bei Facebook fleißig kommentiert, um Euch zu danken. Natürlich kann ich unter diesen Umständen gar nicht alles hinschmeißen. Daran seid Ihr schuld. 

Am Wochenende habe ich angefangen die über 1200 Artikel bei Spontis zu überprüfen und Bilder unter CC-Lizenz oder Bilder ohne konkrete Genehmigung zu löschen. Da jetzt natürlich einige Beiträge ziemlich leer dastehen, habe ich angefangen diese Beiträge unter Bilder gesucht! aufzulisten und zu schreiben, was ich für Bilder suche. Das war auch ein Vorschlag von Euch, den ich für ziemlich gelungen halte, denn so können die bildlichen Lücken durch eine viel größere Gemeinschaft gefüllt werden. Da wird sich in den nächsten Tagen auch noch einiges tun.

Die Rechtsanwälte von JBB haben jetzt alle Unterlagen der Abmahnung bekommen und prüfen nun die Möglichkeiten und wollen mir morgen mitteilen, was sie für mich tun können und was diese Leistung kostet. Vielleicht habe ich dann auch eine Hausnummer, was ich unter dem Strich zu bezahlen habe. Die Kanzlei hat sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet Urheberrecht, IT-Recht und Multimediarecht und erschien mir als adäquate Lösung. 

Update vom 11.01.2016

Der Anwalt ist aktiv geworden und hat ein Schreiben losgeschickt, das ich im Leben nicht hätte formulieren können. Darin wird die Sache endlich so dargestellt, wie sie meiner Ansicht nach den Tatsachen entspricht. Auch mein Rechtsanwalt hat viele Dinge in der Abmahnung entdeckt, die nicht wirklich einleuchtend sind. Bitte habt Verständnis dafür, dass ich nicht wirklich detailliert auf die ganze Geschichte eingehen möchte, weil ich die Hosen voll habe, das mir sonst aus der ein oder anderen Textzeile der nächste Strick gedreht wird.

Ich bin überwältigt, wie viel Geld ihr mir habt zukommen lassen und mittlerweile bin ich zuversichtlich, das der Betrag ausreicht, um alle anfallenden Kosten zu decken. Sollte es dazu kommen, das etwas übrig bleibt, habe ich mir überlegt den Betrag in das kommende Spontis-Magazin und die Fertigung der Buttons zu investieren. Jeder von Euch, der Interesse hat bekommt dann eine Ausgabe zugeschickt. Ich glaube damit handle ich in Eurem Sinne.

Update vom 14.01.2016

Ich habe alle fälligen Beiträge überwiesen. Dank Eurer Hilfe ging das schnell und fristgerecht. Der gegnerische Anwalt erhielt insgesamt 224,00 Euro und mein eigener Anwalt erhielt 297,50 Euro für seine Leistungen. Ich hoffe, das die Sache damit erledigt ist und ich das unter „erledigt“ abspeichern kann. Seit über eine Woche durchforste ich den Blog nach Bilder aus uneindeutigen oder falsch gekennzeichneten Quellen und lösche, was das Zeug hält. Dank der regen Beteiligung unter „Bilder gesucht!“ konnte ich bereits einige Textwüsten wieder ansprechend gestalten. Teilweise sogar deutlich besser als vorher! Auch eine interne Bilddatenbank, die in Zukunft Bilder für sämtliche Gelegenheiten bereit halten soll, ist in Arbeit.

Wenn es dabei bleibt, wird Geld übrig bleiben. Ich habe mir überlegt, es in das kommende Spontis-Magazin zu investieren, für das ja seit letztem Jahr Druckkosten anfallen und die Fertigung der Buttons, die ich seit je her anfertigen lasse. Ich hoffe sehr, dass das in Eurem Sinne ist. Jeder der möchte, erhält so ein Magazin Ende Mai auf dem WGT oder ab Juni mit der Post. Für alle kostenlos. 

24 Kommentare

  1. @Robert: Lies mich!!!
    und mich

  2. ich habe dir eben über das kontaktformular eine idee dazu gesendet…

  3. Froachs Links klingen ja immerhin schon mal hoffnungsvoll.
    Wenn Du trotzdem auf den Kosten, oder auch nur einem Teil davon, sitzen bleibst, gibt es doch bestimmt eine Möglichkeit, Spontis eine Spende zukommen zu lassen, oder?

  4. Ich werde im Augenblick weder Kanzlei noch Fotograf oder das Bild nennen, obwohl ich gerne würde, das möchte ich vorher mit meinem Anwalt klären, sonst trete ich womöglich gleich ins nächsten Fettnäpfchen.

    Pst…steht zum Teil im 5. Absatz, oder?

  5. oO Schöne bunte Welt. Nicht! Ich kann jeden verstehen, der Werke online stellt, dass er/sie gerne genannt und verlinkt werden möchte, wenn jemand anderes darauf zurückgreift. Daraus Profit zu schlagen finde ich ziemlich daneben. Zumal solcherlei Dinge sich oft durch eine einfache Nachricht beheben lassen und zu Zufriedenheit beider Seiten führen. Meiner Meinung nach ist das verbreiten von Inhalten ein zentraler Bestandteil des Internets, dass es da zu Fehlern kommen kann ist denke ich etwas. was passiert, wenn man das nicht möchte, ist wohl eine Überlegung angebracht, ob das Internet wirklich die richtige Plattform zur Verbreitung von eigenen Werken ist – zumal es durch Wasserzeichen etc. genug technische Möglichkeiten gibt Inhalte bis zu einem gewissen Maß zu sichern und als eigene kenntlich zu machen. Sehr schade, dass durch solche Vorkommnisse das Betreiben von Seiten nichts ist, was durchgängig Spaß macht. Dadurch sind, wie du selbst schreibst, viele Betroffen und der Leidenschaft Plattformen zu betreiben und Diskussionen anzuregen wird dadurch ein deutlicher Dämpfer verpasst. Schon das schreiben eines Beitrages erfordert oft viel recherche Arbeit und Zeit, und ja, ich gebe es zu, es macht nicht immer Spaß sich dann mit so Details auseinanderzusetzen, wenn man doch eigentlich nur einen Gedanken oder eine Idee kundtuen möchte. Von daher kann ich es sehr gut verstehen, dass dich das wütend macht und frustiert. Immerhin ist es für einen selbst genau das, ein Hobby und etwas, was man eigentlich gerne tut. Ich werde dann wohl auch alle meine Beiträge nochmals durchsehen….

  6. Ich hatte mich mit dem Thema aus privaten und zum Teil auch aus beruflichen Interesse mal am Rande beschäftigt. Daher auch schnell die Links gefunden. Wobei ich nie so richtig tief in die Materie eingetaucht bin.

    Meiner Kenntnis nach läuft es bei den meisten Internet-Lizenz- und Urheber-Geschichten auf eine Unterlassungserklärung ohne Schuldeingeständnis und die eigenen Anwaltskosten hinaus. (Bei Peer-to-Peer-Uploads kommt dann meist noch eine Vergleichssumme im eher niedrigen dreistelligen Bereich hinzu.) Wobei ich mir bei der CC-Linzens auch nicht sicher bin ob überhaupt eine Unterlassungserklärung ergehen muss. Der fachkundige eigene Anwalt ist allerdings dringend geboten. Die vorformulierten Schreiben der einklagenden Kanzleien beinhalten oft ein Schuldeingeständnis, aus welchem dann finanzielle Forderungen erst eine Rechtfertigung erhalten könnten. Die Formulierung eines eigenen Schreibens beinhaltet oft formale Fehler, woraus wiederum Rechtsfragen wachsen können. Ein Anwalt ohne genügend Kenntnis von der Materie könnte allerdings auch fehlerhaft agieren und einen falsch beraten, wie zum Beispiel hinsichtlich der Frage ob eine Unterlassungserklärung nun bei einer CC-Lizenz geboten ist oder nicht. Je nach Anwalt landet man dann meist bei einer dreistelligen Summe Anwaltskosten im unteren Bereich.

    Richtig stutzig sollte einen immer eine kurze Frist bei solchen Forderungen machen. Wenn man eine Woche oder 10 Tage für eine Reaktion gesetzt bekommt, möchte der Anwalt Druck aufbauen und dem angegriffenem keine Zeit lassen sich zu informieren. Gerade im Hinblick auf solche vorformulierten Unterlassungserklärungen, die eben dann ein Schuldeingeständnis beinhalten ist das eine ziemlich aggressive Methode.

  7. Deine Wut kann ich gut nachvollziehen und unter den aktuellen Bedingungen ist es tatsächlich kaum möglich, Medien, die nicht selbst erstellt wurden, für Blogs rechtssicher zu verwenden.
    Du kannst gerne alle meine Bilder aus der schwarzen Szene für spontis.de nutzen und ich unterstütze diesen Blog auch gerne finanziell.
    Lass Dich nicht unterkriegen!

  8. @Fraoch: Danke für die Links. Die Fehler in der Abmahnung zu suchen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, überlasse ich dem Anwalt. Das Eisen ist mir viel zu heiß und für mich viel zu emotional, als dass ich da einen kühlen Kopf bewahren könnte.

    @Velak: Zum Teil, ja. Habe die entsprechende Stelle entfernt, obwohl es die Links ja auch wieder verraten. Was soll es. Ich versuche nur irgendwie den richtigen Weg zu finden.

    @Ella: Danke für die Idee, die in etwa ja auch @tobikults Vorschlag entspricht. Ich werde in der Tat versuchen, eine entsprechende Datenbank an Bildern aufzubauen. Ein Versuch, den ich bereits vor einiger Zeit dahingehend gestartet hatte, wurde leider nicht so gut angenommen. Ich bin aber voller Hoffnung, dass es diesmal klappt. Dazu gibt es dann bald einen eigenen Beitrag.

    Ich bedanke mich auch für die zahlreichen Angebote, Spontis finanziell zu unterstützen. Ich werde, sobald ich vom Anwalt verbindliche Antwort bekommen habe, was der Spaß vermutlich kostet, etwas per Crowdfunding realisieren. Das ist transparent und leicht zugänglich. Es ist wirklich schön, wenn man nicht ganz allein dasteht. Sei es moralisch oder finanziell.

  9. Es ist schon schade, dass das Urheberrecht (was ja eigentlich eine prima Sache ist) dazu verkommen ist, dass Anwälte sich damit eine goldene Nase verdienen. Je nachdem worum es geht, brauchen die nicht einmal ein Mandat vom Künstler, bzw. Rechteinhaber. Und dabei hattest Du Dich ja bemüht, alles richtig zu machen.

    Deine Frustration kann ich mehr als verstehen – immerhin traue ich mich selbst kaum noch, mich zu bewegen und es ist einfach hammer-anstrengend und spaßfrei, ständig den Fallstricken auszuweichen. Ein oder zweimal bin ich auch ins Straucheln geraten, aber zum Glück immer noch mit ’nem blauen Auge davongekommen. Leider ist die Frustration darüber trotzdem geblieben und wird irgendwann wohl dazu führen, dass ich den Computer nur noch zum daddeln benutze.

    Ich wünsche Dir viel Glück und Nervenstärke (und ’nen guten Anwalt)! Es wäre schade, wenn es Spontis irgendwann nicht mehr geben sollte.

  10. Hmm mehr als ärgerlich, dass da vorher vom Fotografen nichts kam und du jetzt so unter Druck stehst. Ich hoffe da ist mit rechtlichem Beistand noch was zu drehen und du verlierst die Motivation nicht.
    Ansonsten seh ich es wie Dennis und Tobi finanzielle Unterstützung bekommt Spontis von mir definitiv. Es wär insgesamt echt traurig, wenn der Blog verschwindet. Durch euch wurden so weit ich weiß viele Menschen geprägt, zueinander geführt und bestärkt selbst etwas zu veröffentlichen.

  11. Hast Du Paypal? Ich schiebe gerne was rüber.

  12. Auch ich drücke die Daumen, dass es glimpflicher ausgeht, als es erstmal aussieht.

    Traurige Zustände sind das, wenn das Bloggen mehr Angst als Freude bereitet.
    Ich kenne mich damit nicht aus und weiß nicht ob es nützliche Angebote für solche Fälle gibt aber vielleicht wäre eine Rechtsschutzversicherung für deine Bloggertätigkeit sinnvoll und könnte etwas von der Angst nehmen?

    PS: Der Vorwurf an den Fotografen ist eventuell ungerecht. Wenn man oft genug Ärger mit Rechtsverletzungen hat, schreibt man da nicht jeden einzelnen an. Verständlicherweise sind einem Zeit und Nerven dafür zu schade, denn nicht jeder ist so einsichtig und entgegenkommend und sowas kann einem durchaus auch die Lust am Veröffentlichen nehmen. Die Problematik geht durchaus in beide Richtungen. Und natürlich gibt es Fotografen und Kanzleien, die ihren Reibach mit Abmahnungen machen und es kommen sicher auch immer mehr auf diesen Trichter aber nicht jeder, der einen Anwalt beschäftigt, ist deswegen gleich von dieser schäbigen Sorte.

  13. Eine Abmahnung also… Und das für ein Herzensding wie diese Seite hier. Verständlich, dass du ob der ganzen Umstände wütend bist. Der Gang zum Anwalt ist schonmal der richtige Weg und wenn es doch zu irgendwelchen Kosten kommen sollte, wirst du wenigstens nicht allein darauf sitzen bleiben müssen, wie der Zuspruch zeigt.

    Im Netz stehen teilweise Bilder, denen sieht man nicht an, welch ein Arbeitsaufwand in ihnen steckt. Wenn jemand stundenlang an einer Grafik arbeitet, diese online stellt und die dann „geklaut“ wird, ist das ärgerlich. Noch ärgerlicher wird es, wenn das demjenigen laufend passiert. Wer kann ihm verdenken, einen Anwalt mit seinen Interessen zu beauftragen. Wenn Bilder allerdings auf einer Plattform eingestellt werden, von der aus sie kostenfrei nutzbar sind, sollte man sich als Nutzer auch darauf verlassen können dürfen.

    Eine Bilddatenbank ist eine feine Sache, zu der ich gerne Bilder beisteuern werde.

  14. Tja, böse Falle! Ich arbeite in einem Verlag und wir hatten einen ähnlichen Fall mit Pixelio, eine Bilddatenbank, bei der man sich auch kostenlos bedienen kann. Denkste! Wir bekamen ebenfalls eine Abmahnung und eine fette Rechnung, weil ein Foto nicht korrekt beschriftet war.

    Inzwischen bin ich fest davon überzeugt, dass es für manche Fotografen/Kanzleien ein Geschäftsmodell ist, nur darauf zu warten, dass jemand bei den teilweise sehr umfangreichen und komplizierten Fotocredits einen Fehler macht. Inzwischen benutze ich solche Datenbanken gar nicht mehr. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass hinter jedem Bild und jedem Text Arbeit steckt, von der der Urheber ggf. lebt. Das entschuldigt natürlich nicht so fiese Maschen wie die, um die es hier geht.

  15. Du lieber Himmel, was dür ein Schlamassel, ich hätte nie gedacht, dass es bei der CC-Lizenz solche Probleme geben könnte…
    Aber Kopf hoch, Robert, du schaffst das schon – auch wenn es einfach nur nervenaufreibend und völlig unnötig ist -_-

  16. @Addi: Ich habe jetzt eine Anwaltskanzlei mit Hilfe eines freundlichen Menschen gefunden, die sich auf genau solche Fälle spezialisiert hat. Die bekommen jetzt alle Unterlagen, schauen drüber und schauen, wie sie mir helfen können.

    @Kathi: Ich bin wirklich sehr erstaunt über den Zuspruch, den ich bis jetzt erhalten habe. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, was es für ein Boxhieb in die Magengrube ist, wenn man so ein Schreiben bekommt. Für eine Sache, an der man sich nicht bereichert, sondern die man für Euch vor den Bildschirmen macht.

    @Ronny: Habe ich. Ich habe Dir auch auf Deine PN geantwortet.

    @Julius: Vielleicht hast du mit dem Fotografen recht. Verstehe meine Wut. Da veröffentlicht jemand ein Bild auf flickr unter einer Lizenz, die nicht zum Geldverdienen gedacht ist. Er kann also nicht von einem Gewinn ausgehen, sondern profitiert lediglich von der Verbreitung und dem Bekanntwerden seines Namens. Das habe ich gemacht. Es sind mir nur einige Fehler dabei unterlaufen. Doch anstatt den Kontakt zu mir zu suchen, um die Sache schnell aus der Welt zu schaffen, arbeitet er mit einem Anwalt zusammen, der ihn in dieser Sache vertritt. Ein E-Mail an ihn, die ich ihm geschickt habe, blieb bisher unbeantwortet. Ich habe einen Fehler gemacht, ja. Haben ich ihm damit Schaden zugefügt? Genau das behauptet die Abmahnung. Ich weiß nicht, wie die Sache weitergeht, ich halte Dich (und alle anderen) auf dem laufenden.

    @Gabrielle: Genau das war auch mein Gedanke. Ich mich schon vor einigen Jahren von „normalen“ Bildern verabschiedet und alles versucht über Bilder zu lösen, die unter einer CC-Lizenz verfügbar waren. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen die Informationen zum Urheber bereitgestellt und versucht, alle Bedingungen zu erfüllen. Meinem Gefühl nach eine prima Sache. „Teil um die Welt ein bisschen besser zu machen!“ Auch ich habe mich beteiligt und meiner Bilder ebenfalls unter dieser Lizenz überall angeboten und hier im Blog verfügbar gemacht. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Ich habe nichts gegen Fotografen, die von der Fotografie leben und logischerweise sehr wachsam sein müssen, wenn es um ihre Rechte geht. Kommerzielle Lizenzgeber unterstützen sie auch dabei. Doch CC ist nicht zum Geldverdienen gedacht. So jedenfalls meine Einschätzung. Ich fürchte jedoch, ich habe mich getäuscht.

    @Pitje: Wie bereits erwähnt, ist mir der gestalterische Wert eine Fotografie durchaus bewusst. Wenn jemand Geld mit guten Bildern verdienen will ist das wunderbar und genießt meine vollen Anerkennung. Doch solche Datenbanken zu nutzen und alle seine Bilder unter einer entsprechenden Lizenz anzubieten legt für mich nahe, dass es dem Fotografen um die Verbreitung seiner Bilder und seine Namens geht – und genau das habe ich meiner Ansicht nach erfüllt.

  17. Oh Mann… shit happens! Lieber Robert, als „Mutter der Spontis Family“ (wie du mal so schön geschrieben hast) möchte ich dich auch gerne moralisch unterstützen. Mach auf jeden Fall weiter mit deinem tollen Blog, den ich schon so viele Jahre kenne (in letzter Zeit allerdings nur noch als „Stiller Leser“)- die Welt wäre brutal bunt ohne ihn! Jetzt erst Recht, oder? ;-)

    Gerade im über-reglementierten Deutschland kann man ahnungslos in solche Fallen tappen. Scheint wohl immer der gleiche Fotograf zu sein, der über diese besagte Anwaltskanzlei agiert… Ich persönlich finde so etwas äußerst feige – eine nettes Mail an dich hätte doch völlig ausgereicht. Der „Spaßvogel“ muss entweder sehr streitsüchtig oder Geldgierig sein (oder beides). Armselig.

    Du darfst selbstverständlich auch auf meine beiden Facebook Fotoseiten zurückgreifen, wenn etwas Passendes dabei sein sollte… Außerdem habe ich noch gaaaanz viele Fotos, die auf den Speicherkarten dahinvegetieren! Würde mich freuen, das ein oder andere Bildchen zum Blog beisteuern zu können.

    Ich kenne mich zwar in juristischen Fragen nicht wirklich gut aus, aber dürfen Spenden denn nicht nur an Gemeinnützige Vereine, Parteien, Kirchen, u.ä. gemacht werden? Wäre „Schenkung“ in diesem Fall nicht besser formuliert? Informiere dich bei deinem Anwalt, damit der nächste Ärger mit dem Finanzamt nicht vorprogrammiert ist!

  18. @Madame Mel: Da hast Du möglicherweise Recht. Habe den Text dahingehend geändert und werde den Anwalt auch dazu befragen. Ich glaube, dass viele bei der Beauftragung von Anwälten vergessen, das Menschen am anderen Ende sitzen, die kein Geld mit ihrem Auftritt im Internet verdienen und lediglich einer Leidenschaft nachgehen. Ich finde das einfach nur schlimm. Ich stehe hier mit meinen 8 Jahren Arbeit und Herzblut und werde für den erst besten Fehler, der verwertbar erscheint, abgemahnt. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie frustrierend das ist.

    Ich danke Dir trotzdem für Deinen warmen Worte, die sehr sehr gut tun. Mehr als sich der ein oder andere vorstellen mag.

  19. Mensch, Robert, das ist ja ein übler Schlamassel… Derartige Vorgehensweisen, erst etwas lizentfrei anzubieten und dann scheinbar auf Ahnungslose zu hoffen, die einen Fehler begehen, und sich dann daran zu bereichern, finde ich äußerst unfair und verachtenswert.
    Ich bin auch gerne bereit, Spontis mit einer kleinen Finanzspritze und umfangreichem Bildmaterial zu unterstützen! Lass Dich nicht fertig machen, gib nicht auf, das ist ein so schönes Projekt, das – wie schon weiter oben erwähnt – Menschen, Gleichgesinnte zusammen bringt. Der (szene-)soziale Wert von Spontis ist nicht in Worte zu fassen.
    Und solche unglücklichen Vorkommnisse sollten Dir nicht die Freude am Bloggen nehmen (dürfen). Wenn da Dein Herzblut drinsteckt – was hier keiner anzweifeln dürfte – mach weiter.

  20. Hallo.
    Ich fühle mir dir mit – und bekomme ebenso Angst für meine geposteten Bilder…
    Ich zahlte vor 1 Jahr einen Vergleichsbeitrag von 450€ für 1 Film. Kläger akzeptierten erst 1 Woche vor Klagefrist-Ende – nach 3 Jahren Wartens…

    Hoffe, du kommst billiger weg.

    Und schreibt alle mal an
    https://creativecommons.org/
    , dass sich was ändern muss!
    Beim Original müssten ALLE Daten stehen wie gewünscht, zum einfachen Kopieren oder so.

    Wie bliebe man über deine Rechtssache auf dem Laufenden?

  21. Lieber Robert,
    ich kann deine Wut und deine Frustration wie viele hier nachvollziehen und bin ebenfalls gern bereit Spontis nach meinen Möglichkeiten finanziell zu unterstützen. Ich lese deinen Blog nun schon seit 2012 und wäre unfassbar traurig, wenn er eingestellt würde, auch wenn ich in deiner Situation wahrscheinlich auch darüber nachdenken würde.

    Der (szene-)soziale Wert von Spontis ist nicht in Worte zu fassen.

    Dem möchte ich mich ausdrücklich anschließen! Bei mir persönlich hat Spontis verhindert, dass ich „meiner“ Szene den Rücken zukehre. Ich war 2012 an einem Punkt, an dem ich so frustriert mit dem war, was sich „Gothicszene“ schimpft. Wo ich mich auf Veranstaltungen derartig deplatziert und unwohl gefühlt habe zwischen sich bei Ottonormalbürger anbiedernden WGT-Schauläufern und Leuten, die der Meinung sind, Rammstein und Nightwish sind die Urgesteine der Gothicszene (nur um mal zwei Beispiele aufzugreifen). Dann habe ich Spontis entdeckt und erkannt, dass es doch noch Leute gibt, die so denken und fühlen wie ich, mit denen ich meine musikalischen Leidenschaften und meinen Sinn für Ästhetik teile und von denen ich in Gesprächen mit Sicherheit nie einen Satz wie „Musik hatte noch nie was mit der Szene zu tun“ hören würde. *Ich seufze immer noch* Spontis hat mir für meine Szene neue Hoffnung gegeben und ich lebe seitdem getreu dem Motto „Szene ist, was man draus macht“. Hierfür an dieser Stelle einfach mal ein riesiges Dankeschön an dich, lieber Robert.

    So, das klang jetzt alles irgendwie kitschiger als ich es beabsichtigt hatte, aber es zeigt hoffentlich wie viel Spontis manchen Menschen bedeutet. Ich wünsche dir für die nächste Zeit viel Kraft und starke Nerven!

  22. Frustrierend und sehr ärgerlich … das Jahr startet bescheiden … ich kann nachvollziehen wie es Dir und Sabrina geht.

    Unverständlich finde ich das der Urheber vorab nicht mit Dir in Kontakt getreten ist …. Wir haben bereits eine „grössere“ Urheberrechtsverletzung hinter uns (ich meine jetzt nicht Bild auf FB gemopst, Signatur entfernt und als Profilbild genommen, o.ä.) und wir sind direkt mit den Verantwortlichen in Kontakt getreten … daraufhin wurde entsprechend gehandelt und das Thema war geklärt. Hat zwar Zeit und Nerven gekostet, jedoch finde ich eine persönliche Klärung ist immer der bessere Weg (sofern möglich).

    Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle für diesen ausführlichen und klärenden Bericht (wenn auch aus traurigem Anlass) ebenso der Möglichkeit Euch finanziell zu unterstützen.

    Die Meldorfer drücken Euch die Daumen.

  23. @Tanzfledermaus: Das ist ja der Knackpunkt. Die schön „freie“ Welt, die Creative Commons vorgaukelt, ist eben nicht frei, sondern genauso voll mit Dingen die man nicht darf. Lizenzfrei sind die Bilder nicht, nur eben kostenlos. Und wenn dann beim kleinsten Fehler ein solches Vorgehen droht, dann fühlt sich das weder frei, noch kostenlos an. Vielen Dank auf Deine lieben Worte, das ist das erste mal, dass der Seite hier ein sozialer Wert beigemessen wird. Schön irgendwie!

    @Clemens: 450€ Für einen Film? Auf YouTube oder wie? Und wieso musstest du solange warten? Kannst mir gerne Deine Geschichte mal per E-Mail schreiben. Was sich ändern muss? Ich denke, Creative Commons muss einfacher zu handhaben werden, die unglaubliche Versionsvielfalt ist undurchsichtig, die Art, wie man Bilder kennzeichnen muss, nicht praktikabel. (Gerade bei Facebook oder der Google-Bildersuche muss sich was ändern) Klare Regeln müssen her: Als Beispiel: „Du darfst Bilder, die mit CC lizenziert sind NICHT bei Facebook posten.“ Fertig. Da weiß dann jeder Bescheid und ich hätte es anderes gemacht. Dahingehend war ich leichtfertig und habe nicht genug nachgedacht. Auf dem Laufenden bleibst du am besten durch diesen Beitrag. Hier poste ich fortlaufend „Updates“ unter dem eigentlichen Artikel. Sozusagen eine chronologische Abfolge der Ereignisse.

    @Nenia: Kitschig ist gut! Schön, dass Spontis bei Dir etwas bewegen konnte. Bei mir war das, was du empfunden hast, auch der Grund mit dem Bloggen zu beginnen. Ich stolperte 2008 (nach fast 20 Jahren Pause) wieder in die Szene und war schockiert. So war das alles nicht, wie du es in Erinnerung hattest. Das kann doch nicht sein, sagte ich mir. Irgendwo musste ich hin mit meinen Gedanken und meinem Frust, also habe ich angefangen darüber zu schreiben. Vielen Dank für Deine lieben Worte und, um dem nächsten Update vorzugreifen – aufhören werde ich mit dem Bloggen nicht. Bei soviel Solidarität wächst auch in mir der Entschluss: Wir schaffen das schon! Denn Spontis ist nicht nur meine Seite, sondern auch die der anderen Autoren, Kommentatoren und der Leser :)

    @stoffel: Reden war leider nicht möglich, der Fotograf hat bis dato nicht auf meine E-Mail geantwortet und ich muss handeln, um die enge Frist, die gesetzt wurde, einzuhalten. Ich bin also fast schon gezwungen einen Anwalt einzuschalten, ich hätte viel zu viel Angst, noch weitere oder sogar schlimmere Fehler zu machen, als ich jetzt schon gemacht habe. Vielen, vielen Dank für Deine Unterstützung!

  24. Mal ganz kurz und knackig aus der „Noob“-Perspektive:
    Entweder, ich stelle etwas unter dem Vorbehalt des Urheberrechts ins Web, oder ich sage: „Hier – könnter haben! Mach damit, was ihr wollt!“ Alles dazwischen ist Abzocke und Paragraphen-Gewichse, und dient m.E. nur dazu, andere abzukassieren. Viel Glück – und: Wenn ihr mir `ne BV zuschickt, weise ich auch Kohle an. Alleine schon, weil mich dieses Verhalten massiv ankotzt!

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