9 Januar

Punk Rocker mit Blumen in den Haaren?

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 200922 Kommentare

YouTube ist schon eine groß­ar­tige Erfin­dung. Da suche ich gerade hüb­sche Punk Rock Videos, um mal wie­der etwas neues oder etwas alt bekann­tes neu zu sehen, da schneit mir die­ses Sandi Thom in die rele­van­ten Videos mei­ner Suche. Das Teil ist zwar nicht mehr ganz tau­frisch (2006), scheint aber spur­los an mir vor­über­ge­gan­gen zu sein, bis ges­tern eben. Nor­ma­ler­weise halte ich nichts davon irgend­wel­che Lied­texte zu über­set­zen, denn viel zu oft geht dabei die ursprüng­li­che Bedeu­tung ver­lo­ren. Aber den Lied­text von I wish i was a Punk Rocker muss man sich auf der Zunge zer­ge­hen las­sen. Schaut euch das Video an, dann könnt ihr viel­leicht nach­voll­zie­hen was ich meine. War­nung! Punks, Sym­pa­thi­san­ten und sol­che die es wer­den wol­len rate ich drin­gend davon ab die­ses Werk zu betrach­ten, es könnte zu unkon­trol­lier­ba­ren Hand­lun­gen und offe­nen Gefühls­aus­brü­chen kommen.

[dailymotion]http://www.dailymotion.com/video/xskjm_sandi-thom-i-wish-iwas-a-punk-rocke_music[/dailymotion]

Oh I wish I was a punk rocker with flowers in my hair
In 77 and 69 revolution was in the air,
I was born too late to a world that doesn't care...

Punk Rocker mit Blu­men in den Haa­ren? Hab ich irgend­was ver­passt oder hat sie den Lied­text in einem Zustand geis­ti­ger Umnach­tung geschrie­ben? 1977 und 1969 soll eine Revo­lu­tion in der Luft gele­gen haben. Aha. 1977 wird in vie­len Krei­sen als das Ent­ste­hungs­jahr des Punks pro­pa­giert, das kön­nen wir ja noch gerade so durch­ge­hen las­sen obwohl das ganze mei­ner Mei­nung nach schon vor­her und haupt­säch­lich in den Köp­fen der Men­schen statt­ge­fun­den hat, aber wir wol­len ja nicht klein­lich sein. Aber 1969 — wel­ches Ergeig­nis war da eine Revo­lu­tion im Sinne des Songs? Die Beat­les geben ihr letz­tes öffent­li­ches Kon­zert, eine Tra­gö­die aber keine Revo­lu­tion.  Die erste Staf­fel von Monty Pythons Fly­ing Cir­cus geht auf der BBC auf Sen­dung, was durch­aus eine Revo­lu­tion ist, aber das kann sie nicht mei­nen. Ob die gebür­tige Bri­tin die andau­ernde Stu­den­ten­re­vo­lu­tion in Deutsch­land meint? Zweifelhaft.

Viel­leicht ist der Text so tief­grün­dig, dass er sich mir nicht erschlie­ßen möchte. Es muss wohl an der Qua­li­tät der Texte lie­gen schließ­lich beschreibt sie ihre Inter­net­seite in einem Atem­zug mit Musik­schrei­ber­grö­ßen wie She­ryl Crow oder Ala­nis Moris­sette.

Sandi hat eine sympathisch altmodische Idealvorstellung ihres Berufs und sieht sich in der Tradition von Songschreiberinnen wie Joni Mitchell, Chrissie Hynde, Sheryl Crow und Alanis Morissette. Alles integre Musikschaffende. Sie sagt: "Für mich geht es immer zuerst um die Stücke selbst und erst später darum, wie man sie einer breiten Öffentlichkeit vermitteln kann." (Offizielle Biographie)

Liebe Sandi, auch wenn du Dir wünschst ein Punk Rocker gewe­sen zu sein, ich bin froh, dass Dir die­ser Wunsch nicht in Erfül­lung gegan­gen ist. Hip­pies hat­ten Blu­men in den Haa­ren und Punk war die Gegen­be­we­gung dazu. Es wäre bes­ser, du hät­test dich vor dei­nem Poe­ti­schen Moment der dich wohl zu die­sem Stück inspi­riert hat, infor­miert. Du sagst, du wur­dest in eine Welt gebo­ren, die sich nicht drum küm­mert. Ich wünschte, die Welt würde sich nicht um dich küm­mern. Wenn du aber den­noch Ein­sicht zeigst, gucke Dir mal an dem Bei­spiel Punk Rock Song von Bad Reli­gion ab, wie man es rich­tig macht.

UPDATE: Atanua von der Mor­gen­röte hat eine wohl­mög­lich Objek­ti­vere Ansicht des Lie­des, die sie in den Kom­men­ta­ren offen­bart. Die­ser mög­li­che  Zusam­men­hang hat sich mir noch nicht erschlos­sen, viel­leicht spielt Frau Thom geschickt mit den Bewe­gun­gen Hip­pie und Punk. Wenn dem so sein sollte, möchte ich mich natür­lich für meine Eng­stir­nig­keit ent­schul­di­gen und gelobe Bes­se­rung! Hip­pie und Punk aber mit der Blume im Haar zu ver­ei­nen, halte ich immer noch für absurd.

[dailymotion]http://www.dailymotion.com/video/x21l7h_bad-religion-punk-rock-song_music[/dailymotion]

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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22 Kommentare

  1. Sollte man die Schlampe nicht bei den nächs­ten Cha­os­ta­gen mit Ben­zin fül­len und in die grüne Masse wer­fen oder schlicht ihren Schä­del als Wurf­ge­schoss am nächs­ten Was­ser­wer­fer zer­plat­zen lassen?

    PS: Mit 1920×1080 ist dein Foo­ter ein biss­chen kaputt…

  2. Naja… ich hab beim Jahr 69 direkt an die 68er Bewe­gung gedacht. Wieso sollte sie das also nicht mei­nen? Ich dachte, dass die Leute auf der Insel auch sowas, wie eine Matt­scheibe ken­nen würden?!

    Aber im Grunde kann mir das auch irgend­wie egal sein. Es gibt so viele Songs, die man lie­ber nicht über­setzt oder wo man am bes­ten gar nicht genau hin­hört. Die­ser zählt wohl dazu.

    Wenn man »Punk Rocker« als Meta­pher deu­tet, dann kann man sicher­lich die Blu­men im Haar ein­bin­den. Zumin­dest, wenn man high genug ist sol­che Meta­phern zu sehen und zu deuten.

  3. Also für mich macht der Text erstaun­li­cher­weise irgend­wie Sinn oO Mit 77 bezieht sie sich auf die Anfangs­zei­ten des Punks, mit 69 schlicht­weg auf die Hip­pie­be­we­gung. Beide (Sub)kulturen revolutionierten/ änder­ten die Gesell­schaft, und die erste Zeile han­delt wohl davon, dass sie gerne wenigs­tens irgend­was wäre, irgend­ei­nen Sinn sucht, aber diese Zei­ten sind nun mal vor­bei. Die Zei­len drü­cken ein­fach die Hoff­nungs­lo­sig­keit aus, die einem heute doch befal­len kann, denn es gibt angeb­lich nichts mehr woge­gen man rebel­lie­ren kann…
    Lied ist trotz­dem nicht mein Fall…
    Ach ja, ich bin nicht high XD

    LG

  4. Okay. Mit dem Erklä­rungs­ver­such kann ich sicher leben xD.

  5. Schön das wenigs­tens einer die nötige Objek­ti­vi­tät mit­bringt :) Atanua´s hat eine mög­li­che und plau­si­ble Erklä­rung gelie­fert und mei­nen Hori­zont damit erwei­tert. Ich werde den Bei­trag wohl ent­spre­chend anpas­sen müs­sen. Den nächs­ten Tee trink ich nicht nur mit Dir, ich mach ihn Dir auch noch, versprochen ;)

  6. Ich muss da mal ein Veto ein­le­gen. Wenn die gute Frau denkt, es würde heute kei­nen Sinn mehr im Rebel­lie­ren geben, dann frag ich mich, ob ich mit ihr in der sel­ben Welt lebe. Wir haben nach wie vor eine kon­sum­geile Gesell­schaft, kriegs­trei­be­ri­sche Regie­run­gen, Beschnei­dung der Bür­ger­rechte an jeder Ecke… die Liste könnte man deut­lich erwei­tern und die Frau singt davon, dass man kei­nen Grund zur Rebel­lion hat? Ich warte eigent­lich auf ein Revi­val von Punk, ja, ich warte sogar (mit gemisch­ten Gefüh­len) auf die RAF 2.0 und da soll man nicht mehr rebel­lie­ren können?

    »Make Love, Not War« passt heute noch genau so gut wie frü­her, ebenso diverse Punk-Parolen. Das ein­zige Pro­blem ist, dass die Leute heute ihren Arsch wesent­lich schwe­rer aus dem Uni-Hörsaal bekom­men, dass man sich zu fein ist im Stil von Gan­dhi einen fried­li­chen Sitz­streik zu orga­ni­sie­ren — man ist sich ja schon zu fein im Sinne der Not­hilfe sein Handy zu zücken. Aber auch hier bie­tet sich genug Ansatz­punkt für eine Revo­lu­tion, Pro­test, Demons­tra­tion und Widerstand.

  7. @Tears: Ers­ter Absatz — gran­dios! Nimmst mir die Worte aus dem Mund. Die Ästhe­ti­sche Revo­lu­tion ist uns in die Wiege gelegt. Punk goes Pim­kie, dar­auf warte ich auch noch. Irgend­wie werde ich das Gefühl nicht los die EMO sind die aus Punk, Gothic und ande­ren Sze­nen gemischte, unge­nieß­bare Sty­ling­suppe.
    Bei Stu­den­ten — wie in dei­nem zwei­ten Absatz erwähnt — man­gelt es mir auch ein wenig an Pro­test­be­reit­schaft. Stu­die­ren ver­kommt immer mehr zum Leis­tungs­ori­en­tier­ten und eli­tä­ren Buli­mie­ler­nen näm­lich das Wis­sen in sich rein­zu­stop­fen um es zur Prü­fung wie­der aus­zu­kot­zen. Krea­ti­vi­tät wird an deut­schen Uni´s noch immer zu wenig geför­dert und mit büro­kra­ti­schen Dog­men erstickt.

  8. Ist das so? Kann ich mit mei­ner bis­he­ri­gen Erfah­rung nicht bestä­ti­gen. Und es sind nicht nur die Stu­den­ten, die Pro­test­be­reit­schaft zei­gen müs­sen. Wobei hier in NRW bezüg­lich der Stu­di­en­ge­büh­ren schon gehö­rig was abge­gan­gen ist. Ich find die Sicht in dem Bereich zu ober­fläch­lich. Aber jedem nach sei­nen Erfahrungen ;).

  9. Stu­di­en­ge­büh­ren, ja da steht der kleine Stu­dent doch gern für auf, denn wenn die Eltern nicht zu den Bes­ser­ver­die­nen­den gehö­ren und man im Hotel Mama woh­nen kann muss der gute Stu­dent sich ja mit Kell­nern oder Grün­pflege die Gebüh­ren zusätz­lich zu Woh­nung und Lebens­un­ter­halt ver­die­nen. Wie sieht es aber aus, wenns um Krieg, Daten­schutz und sonst was geht ist die frü­her gefürch­tete Stu­den­ten­be­we­gung inzwi­schen ein klei­nes Licht. Der Tel­ler­rand der Stu­den­ten ist auf die Größe von Unter­tas­sen geschrumpft und auch nicht mehr von dem des ste­reo­ty­pi­schen Deut­schen zu unterscheiden.

  10. Wie ich schon sagte: Jedem seine Mei­nung. Ich erlebe die ganze Sache aus einer ande­ren Sicht und merke was ange­fasst wird und was nicht.
    Viel­leicht sollte der ste­reo­ty­pi­sche Deut­sche, der merkt, dass die Stu­den­ten in sei­nen Augen ein klei­nes Licht sind, doch selbst etwas tun. Soweit ich weiß hat jeder Mensch das Recht sich in der Hin­sicht zu bewegen.

  11. Dass der Deut­sche Michel auch mal von sei­ner Sport­schau auf­ste­hen sollte ist klar. Ich hoffe übri­gens du meinst nicht diese Sorte von Stu­den­ten die eine 10.000 Mann Gegen-Demo auf die Beine stel­len wenn 50 Stumpf­glat­zen ne NPD-Demo star­ten wol­len um dann mit ihrem Auf­marsch dem brau­nen Pack auf die Titel­seite zu ver­hel­fen statt den erbärm­li­chen Auf­marsch mit drei Sät­zen in den Regio­nal­teil zu ver­frach­ten. Die gibts näm­lich auch zur Genüge.

    @ Robert: Was soll die­ser komi­sche Smi­lie unten links?

  12. @Lordy: Wie ist denn Deine Sicht der Dinge? Ich bin eigent­lich von Stu­den­ten umge­ben, meine Nach­barn sind Stu­den­ten an der FH Düs­sel­dorf, meine Freun­din auch. Eine bekannte WG stu­diert an der Uni Köln. Das Bild was ich ver­mit­telt bekomme ist zu oft das glei­che. Ler­nen um zu beste­hen und sich den Regeln man­cher Prof´s unter­wer­fen. Ich will das nicht ver­all­ge­mei­nern, mit­nich­ten, ich finde nur das der Teil der Stu­den­ten die bereit für Refor­men sind schrumpft. Da kön­nen die Stu­den­ten nicht dafür, die lei­den ein­fach unter immer kür­ze­ren Regel­stu­di­en­zei­ten und hohen Stu­di­en­ge­büh­ren, da bleibt wenig Platz für den Pro­test­ge­dan­ken. Noch­mal: Nicht alle sind so und du darfst die Aus­sage auch nicht auf Dich bezie­hen, im All­ge­mei­nen ist es lei­der so.

    Stu­di­en­ge­büh­ren: Gehö­rig was abge­gan­gen ist rich­tig, aber offen­bar nicht genug. Ich kenne viele Bekannte aus dem Umfeld mei­ner Freun­din die resi­gnie­ren und die Mei­nung ver­tre­ten: Geht mich nichts an, habe ich keine Zeit für, bringt sowieso nichts. Eine echte Stu­den­ten­be­we­gung gab es seit 68 nicht mehr. Viel zu viele Stu­den­ten kämp­fen heute (gezwun­ge­ner­ma­ßen) nur für sich.

    Ich glaube nicht, das Stu­den­ten ein klei­nes Licht sind, der ein­zelne schon. Eigent­lich liegt in euch die Hoff­nung einer gan­zen Nation, Hoff­nung auf Wohl­stand durch Bil­dung, Hoff­nung auf Bewe­gung im Staat, Hoff­nung durch Wis­sen. Ich ver­stehe deine Hal­tung und bin auch der Über­zeu­gung das es durch­aus aktive Stu­den­ten gibt, mei­ner Ansicht nach viel zu wenig.

    Wie in der Zeit­schrift Cam­pus zu lesen ist (Aus­gabe Mai/Juni 2008 Seite 24ff) infil­triert die Faschos jetzt auch schon die Hoch­schu­len, der Anteil rechts­ex­tre­mer Stu­den­ten an den Hoch­schu­len ist in den letz­ten 20 Jah­ren von 1% auf 7% ange­wach­sen. Woran liegt das? Am libe­ra­len Bil­dungs­sys­tem? Auch die rechts­ex­tre­men ler­nen dazu und legen die geklau­ten Attri­bute der Skin­heads ab und stu­die­ren viel­leicht an der sel­ben Uni wie du. Ich gebe aber die Hoff­nung nicht auf und wün­sche mir, das Du dazu bei­trägst das sich etwas ändert, ich für mei­nen Teil tue was ich kann.

    @Tears: Der Smi­lie ist vom Piwik Sta­tis­tik Modul das ich ein biss­chen ausprobiere.

  13. Eigentlich liegt in euch die Hoffnung einer ganzen Nation, Hoffnung auf Wohlstand durch Bildung, Hoffnung auf Bewegung im Staat, Hoffnung durch Wissen.

    Wenn sich durch Theologie-Studenten im Staat was bewegt, dann will ich nur noch schnel­ler raus aus Deutsch­land. Und aus irre­le­van­tem Wis­sen schöpfe zumin­dest ich keine Hoffnung.

  14. Nun lass doch mal die Gold­waage weg ;) Ich meine die Stu­den­ten im All­ge­mei­nen und außer­dem stu­diert Lordy ja nicht nur Theo­lo­gie. Es geht mir auch viel­mehr um die Hoff­nung des erwei­tern­den Wis­sens, also das Ler­nen. Solange Stu­die­rende dabei blei­ben immer was dazu zu ler­nen und nicht mir dem Dr. Dipl. oder Prof. die Scheu­klap­pen aufsetzen.

  15. Die Gold­waage ist doch aber wich­tig, ich kriech doch nicht vor jedem Daher­ge­lau­fe­nen nur weil er auf der Uni rum­lüm­melt. Frü­her hat man gesagt, dass Stu­den­ten lang­haa­ri­ges, arbeits­scheues Gesin­del sind — ich seh das zwar nicht so, aber man­che Stu­di­en­gänge qua­li­fi­zie­ren wohl eher zum Dixie-Kloauslecken denn zu geis­ti­gen Höchstleitungen…

  16. Krie­chen sollst du grund­sätz­lich vor nie­man­dem, außer viel­leicht vor Kitty zwecks Aus­übung beson­de­rer part­ner­schaft­li­cher Rituale.

  17. Hab mir den Text des Songs durch­ge­le­sen und ver­stehe nicht, was das Mädel sagen will. Für mich ist es ein ver­klär­ter und zudem völ­lig fal­scher Blick auf die Ver­gan­gen­heit. Punk Rocker hät­ten die Blume zer­tram­pelt oder wahl­weise auf­ge­fres­sen und außer­dem haben sie eher sel­ten Briefe geschrieben.

    When accoun­tants didn’t have con­trol,
    And the media couldn’t buy your soul,

    HAHAHA — Ent­schul­di­gung für die­sen opti­schen Aus­bruch, aber der ein­zige Unter­schied war, dass das Volk weni­ger Mög­lich­kei­ten hatte, sich zu infor­mie­ren und infor­miert zu wer­den. Außer­dem: Ab 20 Uhr abends lief der Fern­se­her — genau wie heute. Und sorry, aber Com­pu­ter waren nicht furcht­ein­flö­ßend son­dern ins­be­son­dere bei der Jugend schwer ange­sagt — zumin­dest als sie etwas spä­ter für Pri­vat­haus­halte erschwing­lich waren.

    Außer­dem mag ich das Gejam­mer nicht. Frü­her war es genauso schwer wie heute, für Werte und einen kla­ren Blick auf die Dinge zu kämp­fen. Aus der Ent­fer­nung sieht das viel­leicht toll aus, aber ich kann mir nicht vor­stel­len, wie die Kleine mit einer Blume im Haar in einer Gruppe von Punk­ro­ckern steht. Echt nicht. :-) Ich emp­fehle bei aku­ter Fremd-Nostalgie: Zei­tung auf­schla­gen, sich infor­mie­ren, aktiv wer­den. Viel­leicht singt dann in 30 Jah­ren jemand: I wish I was a main­stream girl who found a dif­fe­rent way… oder so ähnlich.

    Nur, um das ganze gerade zu rücken: Nix Blumen…eher Schlag­stö­cke, Wut und Gewalt:

    http://www.youtube.com/watch?v=2s1EoCxy1ZA

  18. @orphi: Stimmt. Die Mög­lich­kei­ten der Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung waren stark ein­ge­schränkt. Im Prin­zip war es doch auch so leichte an etwas zu par­ti­zi­pie­ren. Man­gels Alter­na­ti­ven hat man sich ein­fach einer Gemein­schaft ange­schlos­sen. Wer weiß. Die Fülle der Infor­ma­tio­nen heute ist teil­weise auch mehr Fluch als Segen, denn anstatt unsere Zeit dar­auf zu ver­wen­den Infor­ma­tio­nen zu bekom­men, müs­sen wir Zeit dafür opfern sie zu sor­tie­ren. Und da »wir« Pres­se­or­ga­nen grund­sätz­lich miß­trauen, müs­sen wir auch noch selbst bewer­ten und ana­ly­sie­ren.
    Man könnte behaup­ten: Frü­her war alles leich­ter als heute. Aber gut, das ist absurd. Wahr­schein­lich war es ein­fach nur anders. Nicht leich­ter und nicht schwe­rer, ein­fach nur anders.

  19. also ich hab mir weder den bei­trag noch die kom­men­tare ganz durch­ge­le­sen aber mal ganz ehrlich…habt ihr keine hob­bys?!?!
    is doch scheiß­egal was die in ihrem lied singt


  20. Ja genau! Ist ja total egal,was irgend­wel­che Leute sin­gen.
    Igno­rie­ren wir die Inhalte der Songs und lau­schen gedan­ken­los irgend­wel­chen Klän­gen. Aber dann bitte das Sab­bern nicht vergessen!

  21. Was für ein gran­dio­ser Bei­trag jenes selbst­be­nann­ten Poin­til­lis­mus. Warum Aus­sa­gen tref­fen oder am Ende gar auf diese hören wol­len. Deu­ten, inter­pre­tie­ren, erör­tern und ana­ly­sie­ren vom Buch, Gedicht oder Lie­der­text. Suchet euch ein Hobby. Aber bitte nur eins mit zwei Aus­rufe– und zwei Fragezeichen.

    Aller­dings ver­stehe ich die Sinn­su­che hin­ter dem Stück auch nicht. Für mich ist Text, Melo­die und Gesang von so schlich­ter Belang­lo­sig­keit, dass ich die­sen Titel anfangs gar nicht wahr­nahm. Aber rück­bli­ckend kann ich schon ver­ste­hen, dass jenes Schlag­wort »Punk-Rock« hier bit­ter aufstieß.

    Der Text sagt im Grunde nichts wei­ter aus, als ein wenig Nost­al­gie­ver­klä­rung. Wie schon geschrie­ben wurde. Das Früher-war-alles-besser-Syndrom als Pseu­do­pro­test der bie­de­ren Kom­po­nis­tin. Zumal ich den Ein­druck habe, dass der Text allein als Alibi für den Refrain ent­stand. Da bei­des kei­nen wirk­li­chen Bezug zuein­an­der hat.

    Den­noch könnte man ihr die Meta­pho­rik des Blümchen-Punk-Rock nach­se­hen. Wird es doch womög­lich nur sym­bo­lisch gemeint sein:
    Egal wie stark die Wut als Rebel­lion her­aus­brecht, man sollte nie in blinde Rase­rei ver­fal­len, son­dern sich dar­auf besin­nen, dass der Auf­stand im Frie­den gip­feln sollte…oder so ähnlich. Scheiß Text. Zu sen­ti­men­tal für meine Weltanschauung.

  22. Auch wenn ich gerne diplo­ma­tisch rea­gie­ren würde und mich bei »…« für das Kom­men­tar bedanke, so bleibt mir den­noch den Wor­ten von ASRia­ne­rin und Guld­han NICHTS mehr hinzuzufügen.

    @Guldhan: Danke, dass du dich noch­mal in die­ser Form mit dem Lied­text aus­ein­an­der­ge­setzt hast, wirk­lich fas­zi­nie­rend und ganz aus­ge­zeich­net auf den Punkt gebracht.

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