24 März

Pflaster für Dunkelhäutige - Reloaded

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 20097 Kommentare

brown-fingersIm Dezem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res 2008 berich­tete ich in mei­nem Blo­g­ar­ti­kel Fund­sa­che: Pflas­ter für Dun­kel­häu­tige über die unglaub­li­che und unmög­li­che Ver­pa­ckung eines Pflas­ters für Dun­kel­häu­tige Men­schen. Kurz dar­auf hat sich Tho­mas aus­führ­lich Gedan­ken zur rich­ti­gen Begriff­lich­keit gemacht, denn Dun­kel­häu­tige oder Schwarze, irgend­wie hat man das Gefühl, es klingt immer irgend­wie falsch. Am 5. März die­ses Jah­res fand sich dann ein neuer Kom­men­tar unter die­sem Bei­trag, in dem eine Bea­trice Pfis­ter doch tat­säch­lich behaup­tete, sie sei die Erfin­dern des beschrie­be­nen Pflas­ters zu sein und habe mit dem Ver­pa­ckungs­de­sign des Her­stel­lers nichts zu tun. Ein nicht funk­tio­nie­rende Link stärk­ten in mir die Annahme, das die­ses Kom­men­tar nicht der Wahr­heit entspricht.

So habe ich eine Weile recher­chiert und nach­ge­forscht. Offen­bar han­delte es sich bei der Ein­gabe der Home­page von Bea­trice um einen Tipp­feh­ler, denn in der Tat betreibt sie eine ent­spre­chende Web­seite, auf dem sie eben die­ses Pflas­ter auf eine ganz andere Weise bewirbt. Nach­dem ich ihr eine per­sön­li­che E-Mail geschrie­bene habe, auf die ich auch prompt Ant­wort bekam war ich von der Echt­heit ihrer Aus­sage überzeugt.

In der fol­gen­den und inter­es­san­ten Dis­kus­sion im ursprüng­li­chen Bei­trag, erläu­tert sie ihre Ziele und die Idee hin­ter dem Pflas­ter genauer, es wird deut­lich wie nega­tiv sich diese Ver­pa­ckung auf ihr Image aus­ge­wirkt hat und wie geschä­digt sie sich dadurch fühlt. Ihre eigent­li­che Ziel­gruppe, die 8 Mil­lio­nen euro­päi­schen Schwar­zen (und damit ist dies­mal die Haut­farbe gemeint), haben sich ent­spre­chend dafür bedankt. Auf der Suche nach einem geeig­ne­ten Her­stel­ler für ihre Idee befand man bei Hansa­plast, ihre Idee hätte keine Markt, so das sie dann bei Chemo­plast gelan­det ist, der das Ver­pa­ckungs­de­sign ohne ihr Wis­sen änderte und für ent­spre­chen­des Desas­ter sorgte. Das die allein­er­zie­hende Mut­ter von die­sem Vor­ge­hen nicht begeis­tert war, brau­che ich wohl nie­man­dem näher zu erläutern.

Ich habe die Idee und das Patent, Chemo­plast ist ein Ver­trieb und fand die Idee gut, net­ter­weise pro­du­zierte er auf seine Kos­ten die ers­ten Stück. (nach 5 J. Suche end­lich jen­mand der den Mut hatte.) Dann die schlechte Ver­pa­ckung. Ich konnte eine andere Packung mini­mal — mit bejeal-LOGO mit­be­ein­flus­sen. Ich bat ihn immer wie­der instän­dig diese dis­kri­mi­nie­rende Ver­pa­ckung samt Wort­laut nicht zu dru­cken, spä­ter dann, nicht zu ver­kau­fen. Er wei­gerte sich. Ich glaube er bekam paar »böse« Briefe von paar Leu­ten. Jetzt hat er auf sei­ner Home­page eine Packung (gezeich­nete Hand m. Pfl.) ent­wor­fen ohne !! Absprache.
Diese »neue« Packung ver­kauft er ohne das ich davon etwas erfuhr (sowie lose Pflas­ter an Groß­ab­neh­mer). Frech meinte er beim letz­ten Tele­fo­nat das er »seine « und Ich »meine« ver­kaufe. Aller­dings gab ich bei Inter­view­tex­ten und kos­ten­freie Anzei­gen und mei­nen Kon­tak­ten ihn als Bezugs­adresse an. Klar, hatte ja keine andere Wahl. Wie mich alles quält zeigt sich an schlaf­loen Näch­ten, heute schlief ich um halb 5 ein. Ich bin allein­er­zie­hende Mut­ter und habe viel Geld für Patente inves­tiert, anfal­lende Gebühen,Musterpackungen ver­sen­den, Rei­sen ect. Ich wäre froh es fin­det sich jemand ver­trauen– und ver­ant­wor­tungs­be­wuß­tes die­ses Pflas­ter nicht zu ver­ram­schen und seriös zu pro­du­zie­ren. Chemo­plast hat super Kon­takte wg.seiner lang­jäh­ri­gen Erfah­rung und Mes­se­prä­senz inter­na­tio­nal. Diese Pflas­ter wer­den TÜV geprüft und in China (lei­der, aber alle las­sen dort ihre Pflas­ter pro­du­zie­ren!) hergestellt.

Ich finde, Bea­trice Pfis­ter hat gezeigt, das sie den offe­nen Dia­log sucht und zu min­des­tens mich von ihrem Pro­dukt über­zeugt, auch wenn ich die fal­sche Haut­farbe habe. Wie­viel Herz hin­ter die­ser Idee steckt wird in der Emo­tio­na­li­tät ihrer Bei­träge deut­lich. Wie schwer man es heut­zu­tage hat, eine gute Idee an seine Ziel­gruppe zu brin­gen, kann ich wohl nicht nach­voll­zie­hen, zumal das ganze auch eine exis­ten­zi­elle Grund­lage bie­ten soll. Bea­trice steu­ert nun ent­ge­gen und bie­tet die Pflas­ter selbst zum Ver­kauf an und wagt damit einen neuen Anfang den ange­schla­ge­nen Ruf ihrer Idee wie­der in Ord­nung zu brin­gen. Einen ent­spre­chen­den objek­ti­ven Blo­g­ar­ti­kel bin ich ihr schul­dig, das sie irgend­wann mit ihrer Idee Erfolg haben wird, davon bin ich überzeugt.

Inzwi­schen hat die Firma Chemo­plast (die nun unter dem neuen Namen WUND­med agiert) das Packungs­de­sign wie­der ver­än­dert, wohl­mög­lich, um sich aus der Schuss­li­nie der Dis­kus­sio­nen zu nehmen.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Ansichtssache
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7 Kommentare

  1. Hmm, ich ver­stehe die Pro­ble­ma­tik nicht. Warum müs­sen denn Ver­let­zun­gen der Haut­farbe ange­passt wer­den? Als ich mich das letzte Mal auf­fäl­lig ver­letzt habe, hätte die Farbe des Pfas­ters abso­lut null bewirkt, da ich mir mit­hilfe mei­nes über­ra­gen­den Geschicks in zwei Fin­gern, bis auf den Kno­chen so ziem­lich alles durch­trennt habe, was da so exis­tiert.
    Der Ver­band wäre in jeder Farbe auf­fäl­lig gewe­sen. Was ich also nicht ver­stehe, warum muß es eine Abgren­zung geben? Machen wir doch alle Pflas­ter grün! Damit erüb­rigt sich doch die, aus mei­ner Sicht, ziem­lich unsin­nige Auf­tei­lung. Man trägt ja kein Pflas­ter, weil es Spaß macht, son­dern weil es not­wen­dig ist.

  2. Wären alle Pflas­ter grün, dann würde ich auch kei­nen Sinn darin sehen Pflas­ter für andere Haut­far­ben her­zu­stel­len. Da Pflas­ter aber auf Unschein­bar­keit getrimmt sind und auf die mit­tel­eu­ro­päi­sche Haut­farbe ein­ge­stellt sind finde ich es durch­aus sinn­voll auch für andere Haut­far­ben Pflas­ter zu ent­wi­ckeln — warum auch nicht?

  3. Genau getrof­fen! Natür­lich ver­stehe ich, daß wenn es Pflas­ter für mit­tel­eu­ro­päi­sche Haut gibt, es ent­spre­chende Farb­va­ri­an­ten für dun­kel­häu­ti­gere, oder even­tu­ell auch asia­ti­sche Haut­far­ben gibt, ich ver­stehe nur grund­sätz­lich nicht, warum ein Pflas­ter Tarn­farbe haben sollte.
    Immer­hin tut eine Ver­let­zung weh, also wäre es doch posi­tiv, sie farb­lich (z.B. grün) zu kenn­zeich­nen, um eine gewisse Rück­sicht in die­sem Bereich hervorzurufen.

  4. Ehr­lich gesagt habe ich mir vor dem Ent­de­cken der lächer­li­chen Ver­pa­ckung im Ursprungs­bei­trag auch noch keine Gedan­ken über far­bige Pflas­ter gemacht. Natür­lich erschei­nen far­bige Pflas­ter ja auch irgendwo sin­nig, Trans­pa­rente Pflas­ter sind jedoch die ele­gan­teste Methode, denn denen ist die Haut­farbe eigent­lich egal ;)

  5. Also ich bin nicht gerade der Freund davon, wenn mich jeder anspricht »Oh, hast du dir in den Fin­ger geschnit­ten?« und im Grunde ver­wende ich Pflas­ter auch nur, wenn es unbe­dingt sein muss: Drei Stun­den die Zähne zusam­men­bei­ßen und kein Pflas­ter auf­kle­ben ist för­der­li­cher für den Hei­lungs­pro­zess als die Wunde mit dem eige­nen Schweiß schön feucht zu halten.

    Bunte Pflas­ter gibt es ja, nen­nen sich Kin­der­pflas­ter und sind nicht nur grün son­dern meis­tens sogar schön bunt, mit Disney-Motiven etc. — also wenn schon auf­fäl­lige Pflas­ter, dann aber rich­tig. Wobei mir gerade die Idee kommt, man könnte doch »schwarze Pflas­ter« (Schwarz im Sinne von #000000) her­stel­len, Gruf­tis kau­fen doch alles was trve ist :)

    EDIT: Bock­mist, da hab ich doch gerade fest­ge­stellt, dass du die Idee schon in dei­nem alten Ein­trag hat­test. Mein Hirn scheint ein Sieb zu sein.

  6. Ideen zu Pflas­tern hätte ich da schon… und immer­hin wirst Du ange­spro­chen… kann ja eine Mög­lich­keit zu wei­ter­füh­ren­den Kon­tak­ten sein :)

  7. Gibt es aus die­sem Grund auch die schwar­zen Kon­dome?
    Und was ist an dem Design so schlimm?
    Darf auf schwar­zem Reis jetzt auch kein Schwar­zer mehr sein?

    Alles lächerlich-genau wie die Auf­re­gung mit dem Schwar­zen Kind und der Schokolade.Jeder mag Scho­ko­lade aber die Wer­bung war natür­lich Rassistisch.Ist klar wenn ich etwas gutes mit schwarz verbinde,nicht wahr?

    Aus­ser­dem sollte sich die Dame mal vor­her mit den Geset­zen zum Online Ver­kauf ver­traut machen.

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