24 März
Pflaster für Dunkelhäutige - Reloaded
Im Dezember des vergangenen Jahres 2008 berichtete ich in meinem Blogartikel Fundsache: Pflaster für Dunkelhäutige über die unglaubliche und unmögliche Verpackung eines Pflasters für Dunkelhäutige Menschen. Kurz darauf hat sich Tears in seinem Beitrag Political Correctness ausführlich Gedanken zur richtigen Begrifflichkeit gemacht, denn Dunkelhäutige oder Schwarze, irgendwie hat man das Gefühl, es klingt immer irgendwie falsch. Am 5. März dieses Jahres fand sich dann ein neuer Kommentar unter diesem Beitrag, in dem eine Beatrice Pfister doch tatsächlich behauptete, sie sei die Erfindern des beschriebenen Pflasters zu sein und habe mit dem Verpackungsdesign des Herstellers nichts zu tun. Ein nicht funktionierende Link stärkten in mir die Annahme, das dieses Kommentar nicht der Wahrheit entspricht.
So habe ich eine Weile recherchiert und nachgeforscht. Offenbar handelte es sich bei der Eingabe der Homepage von Beatrice um einen Tippfehler, denn in der Tat betreibt sie eine entsprechende Webseite, auf dem sie eben dieses Pflaster auf eine ganz andere Weise bewirbt. Nachdem ich ihr eine persönliche E-Mail geschriebene habe, auf die ich auch prompt Antwort bekam war ich von der Echtheit ihrer Aussage überzeugt.
In der folgenden und interessanten Diskussion erläutert sie ihre Ziele und die Idee hinter dem Pflaster genauer, es wird jedoch auch deutlich wie negativ sich diese Verpackung auf ihr Image ausgewirkt hat und wie geschädigt sie sich dadurch fühlt. Ihre eigentliche Zielgruppe, die 8 Millionen europäischen Schwarzen (und damit ist diesmal die Hautfarbe gemeint), haben sich entsprechend dafür bedankt. Auf der Suche nach einem geeigneten Hersteller für ihre Idee befand man bei Hansaplast, ihre Idee hätte keine Markt, so das sie dann bei Chemoplast gelandet ist, der das Verpackungsdesign ohne ihr Wissen änderte und für entsprechendes Desaster sorgte. Das die alleinerziehende Mutter von diesem Vorgehen nicht begeistert war, brauche ich wohl niemandem näher zu erläutern.
Ich finde, Beatrice Pfister hat gezeigt, das sie den offenen Dialog sucht und zumindestens mich von ihrem Produkt überzeugt, auch wenn ich die falsche Hautfarbe habe. Wieviel Herz hinter dieser Idee steckt wird in der Emotionalität ihrer Beiträge deutlich. Wie schwer man es heutzutage hat, eine gute Idee an seine Zielgruppe zu bringen, kann ich wohl nicht nachvollziehen, zumal das ganze auch eine existenzielle Grundlage bieten soll. Beatrice steuert nun entgegen und bietet die Pflaster selbst zum Verkauf an und wagt damit einen neuen Anfang den angeschlagenen Ruf ihrer Idee wieder in Ordnung zu bringen. Einen entsprechenden objektiven Blogartikel bin ich ihr schuldig, das sie irgendwann mit ihrer Idee Erfolg haben wird, davon bin ich überzeugt.

hat bereits 193 Kommentare abgegeben und schrieb am 1. April 2009 um 18:40:
Hmm, ich verstehe die Problematik nicht. Warum müssen denn Verletzungen der Hautfarbe angepasst werden? Als ich mich das letzte Mal auffällig verletzt habe, hätte die Farbe des Pfasters absolut null bewirkt, da ich mir mithilfe meines überragenden Geschicks in zwei Fingern, bis auf den Knochen so ziemlich alles durchtrennt habe, was da so existiert.
Der Verband wäre in jeder Farbe auffällig gewesen. Was ich also nicht verstehe, warum muß es eine Abgrenzung geben? Machen wir doch alle Pflaster grün! Damit erübrigt sich doch die, aus meiner Sicht, ziemlich unsinnige Aufteilung. Man trägt ja kein Pflaster, weil es Spaß macht, sondern weil es notwendig ist.
hat bereits 223 Kommentare abgegeben und schrieb am 1. April 2009 um 22:37:
Wären alle Pflaster grün, dann würde ich auch keinen Sinn darin sehen Pflaster für andere Hautfarben herzustellen. Da Pflaster aber auf Unscheinbarkeit getrimmt sind und auf die mitteleuropäische Hautfarbe eingestellt sind finde ich es durchaus sinnvoll auch für andere Hautfarben Pflaster zu entwickeln — warum auch nicht?
hat bereits 193 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. April 2009 um 17:47:
Genau getroffen! Natürlich verstehe ich, daß wenn es Pflaster für mitteleuropäische Haut gibt, es entsprechende Farbvarianten für dunkelhäutigere, oder eventuell auch asiatische Hautfarben gibt, ich verstehe nur grundsätzlich nicht, warum ein Pflaster Tarnfarbe haben sollte.
Immerhin tut eine Verletzung weh, also wäre es doch positiv, sie farblich (z.B. grün) zu kennzeichnen, um eine gewisse Rücksicht in diesem Bereich hervorzurufen.
hat bereits 1007 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. April 2009 um 20:45:
Ehrlich gesagt habe ich mir vor dem Entdecken der lächerlichen Verpackung im Ursprungsbeitrag auch noch keine Gedanken über farbige Pflaster gemacht. Natürlich erscheinen farbige Pflaster ja auch irgendwo sinnig, Transparente Pflaster sind jedoch die eleganteste Methode, denn denen ist die Hautfarbe eigentlich egal ;)
hat bereits 223 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. April 2009 um 11:47:
Also ich bin nicht gerade der Freund davon, wenn mich jeder anspricht „Oh, hast du dir in den Finger geschnitten?” und im Grunde verwende ich Pflaster auch nur, wenn es unbedingt sein muss: Drei Stunden die Zähne zusammenbeißen und kein Pflaster aufkleben ist förderlicher für den Heilungsprozess als die Wunde mit dem eigenen Schweiß schön feucht zu halten.
Bunte Pflaster gibt es ja, nennen sich Kinderpflaster und sind nicht nur grün sondern meistens sogar schön bunt, mit Disney-Motiven etc. — also wenn schon auffällige Pflaster, dann aber richtig. Wobei mir gerade die Idee kommt, man könnte doch „schwarze Pflaster” (Schwarz im Sinne von #000000) herstellen, Gruftis kaufen doch alles was trve ist :)
EDIT: Bockmist, da hab ich doch gerade festgestellt, dass du die Idee schon in deinem alten Eintrag hattest. Mein Hirn scheint ein Sieb zu sein.
hat bereits 193 Kommentare abgegeben und schrieb am 4. April 2009 um 19:18:
Ideen zu Pflastern hätte ich da schon… und immerhin wirst Du angesprochen… kann ja eine Möglichkeit zu weiterführenden Kontakten sein :)