Seit dem 1. September 2005 hat man als Internetnutzer die Möglichkeit, Petitionen direkt beim Bundestag Online einzureichen. Bei einer Petition handelt es sich in erster Linie um die Bitten von Bürgern, Gesetze zu ändern, aufzuheben oder zu beschließen. Eine praktischer Weg seine Meinung in Form einer Petition kund zu tun. Artikel 17 des Grundgesetzes macht es möglich, eben dieses Grundgesetz, das uns auch vor der Zensur schützen soll und gegen das gerade scharf geschossen wird.
Die am 22.04.2009 eingereichte Petition gegen die Sperrung von Internetseiten ist die logische Konsequenz des Protestes gegen den Gesetzesentwurf, über den ich mich in diesem Beitrag bereits ausgelassen habe. Bis zum 16.06.2009 hat man Zeit zu partizipieren und sich anzuschließen. Auf der Seite des deutschen Bundestages heißt es dazu:
Text der Petition
Wir fordern, dass der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die "Sperrlisten" weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
Begründung
Das vornehmliche Ziel - Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage - im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluss auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder. (Quelle: Deutscher Bundestag, Petitionen)
In einem Interview auf Sascha Lobos Blog stellt Franziska Heine, die Initiatorin der Petition nochmals ihren Standpunkt klar: Es geht nicht um merkwürde Nerds und Geeks, denen der Zugang zu ihrem Spielzeug verwehrt wird. Es werden Strukturen geschaffen, die dazu geeignet sind, elementarste Grundrechte zu beschneiden und das darf einfach nicht sein! Es darf nicht sein, dass Themen instrumentalisiert werden, aber das eigentliche Problem dabei unberührt bleibt. Interessanter Weise, war selbst bei der Tagesschau am heutigen Tage von dieser Petition die Rede, die mich dann auch kurzzeitig aus der Lernlethargie gerissen hat. Der Effekt ist eindrucksvoll. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung waren rund 55000 Mitzeichner zu sehen, 3 Stunden später sind es 59252 und es werden immer mehr. Jetzt wäre auch die richtige Zeit für Dich, mitzumachen.
Klarer Fall, das auch ich mich angemeldet habe, denn eine Anmeldung ist nötig, schließlich funktioniert das so ähnlich wie eine Unterschriftenliste. Name und Adresse müssen angegeben werden, damit die Beteiligung wirksam ist. Angst davor? Dann scheint staatlich angedrohte Kontrolle und die Einschränkung der freien Meinungsäußerung bei Dir bereits Früchte getragen zu haben.



