8 März

Nur noch Haut und Knochen, von Ana, Mia und Xiu Xiu

Kategorie: Ansichtssache, Schwarze Szene — Jahrgang 2010

BauchwehIn den letz­ten Tagen geis­terte immer wie­der ein Wort durch mei­nen Feed-Reader das mich zunächst neu­gie­rig machte. Pro-Ana (Wiki­pe­dia) bezeich­net man haupt­säch­lich junge Mäd­chen und Frauen, die sich einem extre­men Schlank­heits­ideal unter­wer­fen und sich über das Inter­net über eben die­ses Schlag­wort ver­net­zen. Ana lei­tet sich ab vom der Bezeich­nung der Krank­heit Anor­exia ner­vosa, der Mager­sucht. Die Asso­zia­tion mit dem Namen Anna ist gewollt, denn Anna ist das ima­gi­näre Vor­bild die­ser Mäd­chen. Der Brief von Ana ist die Bibel der Mager­süch­ti­gen Mäd­chen, die immer wei­ter abneh­men möch­ten — bis zum Tod.

Ihre Schwes­ter Pro-Mia endet oft in ähnli­cher Weise. Die unter dem bekann­te­ren Namen ver­brei­tete Sucht der Bule­mie (Buli­mia ner­vosa) oder auch Ess-Brechsucht genannt ver­an­lasst die Mäd­chen dazu, sich gleich nach dem Essen den Fin­ger in den Hals zu ste­cken, damit von der soeben auf­ge­nom­me­nen Nah­rung nichts auf die Figur schlägt. Vor ein paar Wochen kam dann noch der neu geplante Jugendmedienschutz-Staatsvertrag auf, der unter ande­rem die Zen­sur von sol­chen Inter­net­sei­ten for­dert und damit vor allem junge Mäd­chen vor Nach­ah­mung schüt­zen soll. Ich habe anschlie­ßend eini­ges dar­über gele­sen, lei­der machte kei­ner der Texte die Sache für mich verständlich.

Moo­nica brachte die Sache in ihrem Blog Fly me to the Moon für mich auf den Punkt. Moo­nica war selbst ein­mal Ess­ge­stört und lei­det heute immer noch unter den Fol­gen die­ser Sucht, in ihrem Bei­trag Start: Über mich schil­dert sie: „Mit ca 12 hat bei mir alles ange­fan­gen. Ein­fach fett füh­len wäre viel zu leicht gewe­sen. Ich wollte ein­fach nur unsicht­bar sein. Nicht immer das per­fekte Mäd­chen sein müs­sen, dass ich trotz­dem nach wie vor geblie­ben bin. Ver­schwin­den, wie ein Strich in der Land­schaft — wollte ich. Die Fol­gen waren mir zu dem Zeit­punkt egal. Irgend­wann war es mir auch egal, ob ich gese­hen werde […] Wieso ich raus bin? Freunde und Spie­gel.

Moo­nica konnte der Gei­sel des eige­nen Geis­tes ent­rin­nen und lei­det nun immer noch unter den fol­gen der Krank­heit. Sie hat keine Pro­bleme mit rapi­der Gewichts­zu­nah­men, son­dern damit, ihr Gewicht zu hal­ten. „Ich will gar­nicht abrut­schen. Ich will nicht mehr abneh­men. Ich möchte mein Gewicht behal­ten. Ich habe unter den Fol­gen von dem Mist zu der Zeit genug gelit­ten, bzw. leide noch dar­un­ter. Es ist nicht schön, nicht selbst­stän­dig zu sein was die Nah­rungs­auf­nahme angeht.”  Ich bin mir sicher, das sie ihren Weg machen wird. Mit der Sucht abzu­schlie­ßen ist der erste Schritt, sei­nem neuen Bewusst­sein treu zu blei­ben ein zwei­ter, der offene Umgang damit für mich der Eindrucksvollste.

Kli­schee­haf­ter­weise ist sie auch noch ein Fan der schwar­zen Szene und ent­spricht damit dem Bild, das sich einige davon machen. Als Auf­fang­be­cken für Men­schen mit pro­ble­ma­ti­schem Selbst­wert­ge­fühl, Depres­sio­nen, Selbst­ver­let­zen­dem Ver­hal­ten und letzt­lich Ess­ge­stör­ten. Und in der Tat lässt sich nicht abstrei­ten, das die Emo­tio­na­li­tät und krea­tive Hang der Szene, der sich in der Musik, in den Bil­dern, der Lyrik  und dem ästhe­ti­schen Gefühl für das Ver­gan­ge­nen einen beson­de­ren Reiz auf diese Men­schen aus­übt. Des­halb ist es umso wich­ti­ger, genau aus die­ser Szene her­aus damit umzugehen.

Dear God, I hate Mys­elf von der ame­ri­ka­ni­sche Band Xiu Xiu geht mit die­sem Thema in visu­el­ler Form um. Sel­ten habe ich einen so authen­ti­schen, ein­fa­chen und wir­kungs­vol­len Umgang mit der Bule­mie gefun­den wie hier. Die dras­ti­sche Umset­zung ist aber ein wir­kungs­vol­les Mit­tel. „Wäh­rend Angela Seo ihre Fin­ger bis zum Brech­reiz in den Rachen führt, schiebt sich der neben­sit­zende Jamie Ste­wart genüss­lich eine Tafel Scho­ko­lade rein. Dabei streift der Clip auf den ers­ten Blick weit von­ein­an­der ent­fernte aber doch recht nahe bei­ein­an­der lie­gende The­men­fel­der: Schön­heits­ideale, Bule­mie, Anor­exie, orale Fixie­rung, Por­no­gra­fie.” schreibt SPEX und hat recht damit.

http://www.vimeo.com/9299324

Auf der Inter­net­seite von Xiu Xiu ist zu lesen: „So yes, me vomit­ing my brains out on video was gross as hell and it made me feel like shit after­ward. Those tears and the „what the fuck is going on” look is sin­cere. But just because I look like shit does not mean that I didn’t have a choice in doing that.” Eure Mei­nun­gen dazu sind erwünscht.

Meine Mei­nung? Ein Sucht ohne Droge ist gefähr­li­cher als eine, die auf einer Sub­stanz basiert, denn sie wird allein vom Wil­len des Süch­ti­gen initi­iert, idea­li­siert und inten­si­viert. Mode­ma­ga­zine for­men seit Jahr­zehn­ten das Bild der per­fek­ten Frau und sor­gen letzt­end­lich für die stete Zunah­men von Ess­ge­stör­ten Indi­vi­duen, die sich von sol­chen Schön­heits­ideal beein­flus­sen las­sen. Der Wunsch eine per­fekte Frau zu sein um Ruhm und Kar­riere zu ern­ten und im Ram­pen­licht eines Lauf­ste­ges zu ste­hen gip­felt in For­ma­ten wie „Germany’s Next Top­mo­del” die eben die­ses Bild sug­ge­rie­ren, aber gleich­zei­tig die Ober­fläch­lich­keit hin­ter der glän­zen­den Fas­sade zeigen.

Viele der Mäd­chen sind sich der Gefahr durch­aus bewusst, zie­hen es aber vor ihre Außen­sei­ter­stel­lung wei­ter zu fokus­sie­ren. Eine Ess­stö­rung ist keine Krank­heit die man ein­fach hei­len kann, mit einem Aspi­rin ist es nicht getan. Pro-Ana oder Pro-Mia wird von eini­gen als Lebens­stil ver­stan­den, weil sie das Bewusst­sein für ihren eige­nen Kör­per ver­lo­ren haben. Web­sei­ten zu zen­sie­ren um junge Mäd­chen vor dem Nach­ah­men zu schüt­zen ist übri­gens Kon­tra­pro­duk­tiv, je ver­bo­te­ner und ver­werf­li­cher es ist, desto attrak­ti­ver wird es für die Betroffenen.

(Bild­quelle: alphabordercollie@flickr.com)

8 Kommentare

  1. Ich möchte ein­mal wis­sen, wer unse­ren Politik-Hirnakrobaten nur immer erzählt, dass ein Ver­bot das Maß aller Ein­däm­mung dar­stellt. Wie du schon sag­test, ein Ver­bot bringt nichts. Die, die es fin­den wol­len fin­den es wei­ter­hin und für andere wird es aus eben jenen Grund erst inter­es­sant.
    Pro-Mia ist mir neu, aber ich war schon Besu­cher auf eini­gen Pro-Ana-Seiten, bzw. Sei­ten von Fans die­ser »Bewe­gung« Es ist nicht schön, was man da zu sehen bekommt.

    Zudem erachte ich ein Ver­bot die­ser Sei­ten als staat­li­che Schein­hei­lig­keit hoch drei. Was soll das bewir­ken, wenn die Quelle des Übels völ­lig intakt bleibt. Wenn mir ges­tern zum Bei­spiel noch ein Pla­kat der pho­to­sho­po­p­ti­mier­ten Frau Klum zeigt, was das Ideal dar­stellt.
    Unsere heu­tige Gesell­schaft besitzt einen –in man­cher Hin­sicht– per­ver­tier­ten Leis­tungs­fe­tisch, der schon längst in den unters­ten Klas­sen der Gym­na­sien gekro­chen ist. Wer dem nicht gerecht wer­den kann ver­sucht in andere Mög­lich­kei­ten des Selbst­be­wei­ses zu flie­hen. Ver­sucht krampf­haft in der Schein­welt Fuß zu fas­sen, wel­che die Medi­en­land­schaft sug­ge­riert, indem sie makel­lose Schön­heit mit Erfolg gleich­set­zen und damit ganz unver­fro­ren auch den Umkehr­schluss unter­stel­len. Die­ses bil­det die Säu­len für Pro-Ana und Pro-Mia. Und sobald diese Säu­len nicht ein­ge­ris­sen wer­den, kann man ver­bie­ten was man will. Was nützt es, sich in kur­zen Arti­kel über das Ess­ver­hal­ten bei »Germany´s Next Top­mo­dell« auf­zu­re­gen, wenn diese Sen­dung auf­grund des Markt­wer­tes noch immer läuft und damit für dut­zende emo­tio­nal ver­irrte Mädels Zünd­stoff gibt.
    Mei­ner Mei­nung nach sollte man diese Frau K. und all die Modedesigner-Brut, die eben sol­che Schön­heits­ideale schaf­fen und bewer­ben, wegen Volks­ver­het­zung ankla­gen und mit Berufs­ver­bot abstra­fen. Das wäre eine Maß­nahme, dass wäre ein Sym­bol. Dan­nach kann man sich um die ande­ren Gründe für einen Ein­stieg in den Mager­wahn küm­mern. Aber dafür scheint die Staats­ge­walt zu inkon­se­quent oder gar zu feige. Statt­des­sen wer­den die Grö­ßen in Mode­tem­peln immer klei­ner und Mädels oder Kerl­chen, die sen­si­bel dar­auf rea­gie­ren, immer verzweifelter.

    Das Video erachte ich für recht wir­kungs­voll. Wie schon ein­mal erwähnt, bin ich ja Freund von unbe­schö­nig­ten Bil­dern. Aber wie es immer mit sol­chen Signa­len ist, wurde die­ses wohl extra­hiert. Zumin­dest lässt es sich nicht mehr star­ten. Den Blin­den ihren Blin­den­stock und bloß nicht ein­mal in Deutsch­land mit einem Thema bewusst unge­schminkt umge­hen, es könnte ja Kin­dern böse Träume bescheren…

  2. Unsere heu­tige Gesell­schaft besitzt einen –in man­cher Hin­sicht– per­ver­tier­ten Leis­tungs­fe­tisch, der schon längst in den unters­ten Klas­sen der Gym­na­sien gekro­chen ist. Wer dem nicht gerecht wer­den kann ver­sucht in andere Mög­lich­kei­ten des Selbst­be­wei­ses zu fliehen.

    Ja so ist es. In jeder Hin­sicht müs­sen Kin­der und Jugend­li­che heute mehr leis­ten als noch vor 20 Jah­ren, das wird mir immer bewusst, wenn ich an meine eigene Kind­heit zurück­denke. Es ist ein Para­do­xon, das Eltern ihren Kin­dern immer mehr ermög­li­chen wol­len und dafür mehr arbei­ten gehen wobei sie dadurch dem eige­nen Kind unbe­wusst die wich­tigste Grund­lage neh­men.
    Manch­mal wun­dert es mich nicht, das Jugend­li­che — hier vor allem Mäd­chen — immer extre­mere Wege suchen Auf­merk­sam­keit zu erha­schen, die dann in sol­chen Ess­stö­run­gen mün­det. „Ich ver­stehe das alles nicht, Sie hat doch immer alles von uns bekom­men…” kon­sta­tie­ren die ver­zwei­fel­ten Eltern dann immer.

  3. “Ich ver­stehe das alles nicht, Sie hat doch immer alles von uns bekom­men…”.
    Rich­tig. Vor allem, wenn das »bekom­men« sich rein auf mate­ri­elle Dinge beschränkt. Die Eltern ihr Zei­chen der Zunei­gung ver­stärkt mit Luxus­ar­ti­keln zum Aus­dru­cken brin­gen wol­len und sich dann wun­dern, warum eine immer stär­kere Mauer zwi­schen ihnen und dem Kind ent­steht. Kin­der bzw. Jugend­li­che sind nun ein­mal nicht käuf­lich, auch wenn das zu viele den­ken und gerade die Medien oder die Wer­bung dar­auf anspielt.
    Zudem ist es ja nicht gelo­gen, dass wir hier in Deutsch­land ein Ernäh­rungs­pro­blem haben. Das Ange­bot und die Ver­füg­bar­keit von Fut­ter stei­gen und die Not­wen­dig­keit bzw. Zeit für Bewe­gung sinkt. Somit kann es recht schnell pas­sie­ren, dass man –oder in die­sem Fall: Mädel– etwas außer­halb des BMI liegt. Oder ein­fach nur eine weib­li­che Figur ent­wi­ckelt, die von heu­ti­gen Mager­suchts­mo­dells mit Kna­ben­be­cken rigo­ros aus der Schön­heits­welt ver­bannt wur­den.
    Im Alter der Selbst­fin­dung suh­len sich zudem gerade Kerle in einer Welt­an­schau­ung vol­ler prä– oder post­pu­ber­tä­rer Ober­fläch­lich­kei­ten und blö­ken diese neuen Erkennt­nisse natür­lich sogleich begeis­tert in die Welt hin­aus. Ein Ver­hal­ten, dass so man­che abschre­cken kann, vor allem, wenn diese schon auf­grund des Ver­glei­ches zwi­schen Spie­gel­bild und DIN-Ideal Gefahr läuft, sich zu kri­ti­sie­ren. Dar­auf folgt Frust, weil allein all­jene in der Klasse, Cli­que oder dem Umfeld Erfolg und Nähe ern­ten, die eben dem Ideal gerecht wer­den kön­nen und schon schnapp die Falle ebenso zu. Zu oft dabei ohne Grund.

    Wobei gerade die Schule und das Eltern­haus dafür da sein soll­ten, um in die­sem Alter das Selbst­be­wusst­sein zu stär­ken und die rich­ti­gen Bah­nen zu ver­an­kern. Nur habe ich den Ein­druck, dass zu oft eher Gegen­tei­li­ges der Fall ist.

  4. Dabei fehlt den meis­ten Jugend­li­chen mei­ner Mei­nung nach nur ein Struk­tu­rier­ter Tag. Sowas wie ein gemein­sa­mes Abend­es­sen mit den Eltern. Fand ich sel­ber natür­lich schreck­lich, als ich so alt war, aber Rück­bli­ckend war das schon was fei­nes, was meine Eltern eher unbe­wusst gemacht haben. Aber sol­che Dinge ersti­cken im — wie du schon sagst — Leis­tungs­druck unse­rer Gesell­schaft, der selbst vor den Jugend­li­chen nicht mehr Halt macht.

  5. Ich muss Guld­han Recht geben, der Leis­tungs­druck fängt heute schon viel frü­her an. Auch durch die stän­dige Mel­dun­gen über die Arbeits­lo­sen­quote wer­den Eltern und Kin­der doch unbe­wusst gestresst. Kin­der wer­den zur Nach­hilfe geschickt, dort zur Früg­för­de­rung und dabei geht ver­ges­sen, dass Spie­len wohl das wich­tigste für Kin­der ist. Sie ler­nen neu­gie­rig zu sein, wohl das Wich­tigste wenn man aus­dau­ernd ler­nen muss…

    Wenn man den Leis­tungs­druck nicht mehr aus­hält, sucht man sich etwas, dass man völ­lig kon­trol­lie­ren kann. Bei Frauen rich­tet sich Aggres­sion imm­mer noch meist gegen innen, und was kann man bes­ser kon­trol­lie­ren als das Essverhalten…und heute kommt der zweite Druck, das weib­li­che Schön­heits­ideal noch viel frü­her zum Zug als in mei­ner Gene­ra­tion. Schon mal die Kin­der­ab­tei­lun­gen, beson­ders die Mäd­chen ange­schaut? Erwach­se­nen­klei­dung ink. Hüft­ho­sen, nur eben kleiner…Kinder dür­fen nicht mehr lange Kind sein, wenn sie mit 13 schon rum­pop­pen und mit 21 wohl das erste Mal geschie­den sein müs­sen *hust*

    Den meis­ten fehlt auch der Gedanke, dass sie nicht so wie die ande­ren sein müs­sen. Wenn die eltern den Kin­dern das nicht mit­ge­ben, wer dann…

    Und danke für das Video.

    Liebe Grüsse

  6. @Atanua: Dazu hatte ich heute eine inter­es­sante und Gene­ra­tio­nen­über­grei­fende Dis­kus­sion am fami­liä­ren Tisch. Mitt­ler­weile wird eng­lisch ja schon im Kin­der­gar­ten ver­mit­telt um dann in der Grund­schule fort­ge­führt zu wer­den. Auch Tages­be­treu­un­gen und Mit­glied­schaft in Sport– und Musik­ver­ei­nen halte ich ins­ge­samt für den fal­schen Weg. Hier wird schon, genau wie du sagst, Leis­tungs­druck ver­mit­telt der eben mit 21 in einer Schei­dung enden kann. Ich denke Kin­der brau­chen genug Frei­raum um Kind zu sein, ohne dabei allein gelas­sen zu wer­den. Im Prin­zip sprichst du mir aus der Seele, obwohl ich mir als Vor­wurf immer gefal­len las­sen muss, selbst noch keine Kin­der zu haben. Ist ja auch leicht, wenn einem die Argu­mente aus­ge­hen. Alle spre­chen von feh­len­dem Respekt, das stimmt — der Erwach­sene wird lange nicht mehr mit soviel Respekt gese­hen wie viel­leicht vor 20 Jah­ren. Aber viel­leicht liegt das daran, das viele nicht bereit sind den Kin­dern und Jugend­li­chen den nöti­gen Respekt ent­ge­gen zu brin­gen. Respekt muss man sich ver­die­nen, das gilt für beide Seiten.

  7. Als ehe­ma­lige Betrof­fene des gan­zen Ernäh­rungs­pro­blems (nicht Pro Ana oder so nen Kram son­dern eher klas­si­scher Ess­stö­rung) kann ich sagen, dass meine Eltern und auch mein Arzt mit dem Pro­blem nicht ange­mes­sen umge­gan­gen sind.
    Für mich war es wohl eher ein Aus­druck von Selbst­kon­trolle, weil man mir sämt­li­che Kon­trolle über mein Leben schon früh abge­nom­men hatte und ich dadurch allein fremd­be­stimmt durchs Leben ging und natür­lich war es auch eine Form der Selbst­zer­stö­rung.
    Meine Eltern und mein Arzt sahen ein­zig als Grund, dass ich angeb­lich einem Schön­heits­ideal ver­suchte hin­ter­her zu lau­fen und kei­nen inter­es­sierte es, ob es da keine tie­fer­lie­gen­den Pro­bleme gab. Wahr­schein­lich des­we­gen weil sie nicht damit kon­fron­tiert wer­den woll­ten.
    Ich glaube auch dass Ernäh­rungs­pro­bleme (egal in wel­ches extrem) so schwie­rig zu bekämp­fen sind, weil wir eben Essen müs­sen. Ziga­rette, Dro­gen und Alko­hol kann man aus dem Weg gehen. Dem Essen nicht.
    Dazu kommt, dass unsere heu­tige Ernäh­rung für unse­ren Lebens­wan­del kaum ange­mes­sen ist und durch Wer­bung und große Fir­men geprägt wird aber nicht durch unsere Bedürf­nisse. Eigent­lich logisch, wenn man bedenkt, dass es auch in ande­ren Bran­chen so ist, dass der­je­nige ton­an­ge­bend ist, der Geld hat und noch mehr Geld will.

  8. @Ricarda: Schwer zu beur­tei­len ob Ernäh­rungs­pro­bleme wirk­lich so schwer zu bekämp­fen sind weil wir uns ernäh­ren müs­sen. Ich denke für die Men­schen, die ein Pro­blem damit haben ist es nur Mit­tel zum Zweck. Selbst­zer­stö­rung und der Beweis der eige­nen Kon­trolle über die Nah­rung. Es wahr­schein­lich wie du sagst, wenn man die Ursa­che für die Ess­stö­rung lösen kann, löst das Ernäh­rungs­pro­blem von ganz allein. Es ist aber schwer sich damit aus­ein­an­der­zu­set­zen und daher viel­leicht ein­fa­cher, die Sym­ptome zu bekämpfen.

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  1. M00nica schreibt:

    RT @TopsyRT: Nur noch Haut und Kno­chen, von Ana, Mia und Xiu Xiu http://bit.ly/c0cYG2

  2. Shamus McRöll schreibt:

    RT: @Spontis: Riss ich ges­tern zu große Essen­spor­tio­nen an, beleuch­tet Spon­tis heute Buli­mie und Mager­sucht — http://bit.ly/bVbjqf #YingYang

  3. . schreibt:

    It´s in Ger­man …: RT @TopsyRT: Nur noch Haut und Kno­chen, von Ana, Mia und Xiu Xiu http://bit.ly/c0cYG2