3 Oktober

Ich bin ein Individualistischer Macher

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 20089 Kommentare

Die Neu­gier ist ein star­kes Gefühl. Jeden­falls bei mir. So kam ich nicht daran vor­bei, einem But­ton auf den Grund zu gehen, den ich im Blog von Pixella Panik ent­deckt habe. Gelan­det bin ich auf einer Inter­net­seite für einen indi­vi­du­el­len Per­sön­lich­keits­test. Zunächst war ich skep­tisch, gibt es doch viel zu viele unse­riöse Ange­bote bei denen man nach 0,5 Maus­klicks schon Post von einem Inkas­so­un­ter­neh­men bekommt. Beim genaue­ren Hin­se­hen konnte ich jedoch kei­ner­lei Fall­stri­cke ent­de­cken und habe mich voll und ganz mei­ner Neu­gier hin­ge­ge­ben. Nach ein paar Fra­gen hatte ich es dann schrift­lich, ich bin der indi­vi­dua­lis­ti­sche Macher.

Der individualistische Macher ist ein selbstbewusster und sehr unabhängiger Mensch. Er ist eine ruhige und sachliche Person, sehr rational, ein ausgesprochener Verstandesmensch. Seinen Individualismus pflegt er intensiv und er genießt es, seine analytischen Fähigkeiten an neuen Aufgaben zu messen. Dabei ist er jedoch ein sehr spontaner und impulsiver Mensch, der gerne seinen plötzlichen Eingebungen folgt. Der individualistische Macher ist ein guter und genauer Beobachter, der aufmerksam alles registriert, was um ihn herum vorgeht. Für Zwischenmenschliches hat er allerdings weniger feine Antennen und wundert sich, wenn er bei anderen durch seine direkte und unverblümte Art gelegentlich aneckt. Verpflichtungen schätzt er nicht besonders; lässt man ihm aber seine Freiheit, ist er ein unkomplizierter, umgänglicher und fröhlicher Zeitgenosse. mehr lesen?

Auf den ers­ten Blick konnte ich mit dem Begriff nichts anfan­gen, die Erklä­rung sollte Licht ins Dun­kel brin­gen. Und in der Tat, ich konnte mich durch­aus wie­der­fin­den. Erschre­ckend oder abseh­bar? Für mich bei­des, denn es ist immer erschre­ckend wenn man mit sei­nen Defi­zi­ten kon­fro­nitiert wird, abseh­bar weil ich schließ­lich weiss ich doch wer ich bin. Wer bist du? Sinn und Zweck der Inter­net­seite iPer­so­nic ist der Ver­kauf von Bro­schü­ren, die ver­spre­chen den Defi­zi­ten sei­nes Typs mit Rat und Tat bei­seite zu ste­hen. So eine Bro­schüre habe ich mir jetzt nicht gekauft, ich nehme das Schick­sal mei­nes Typs lie­ber selbst in die Hand, bin ja schließ­lich ein Macher.

(Quelle: Gefun­den bei Ever­y­day ist Hal­lo­ween, iPer­so­nic)

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Ansichtssache
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9 Kommentare

  1. Jo, mach mal.

    Ich habe mir auch keine Bro­schüre gekauft. Bin schließ­lich viel zu schüch­tern und reser­viert dazu :)

  2. Eine ver­strickte Situa­tion! Ich glaube die Part­ner­wahl sollte der­ar­ti­gen Per­sön­lich­keits­tests unter­lie­gen, damit man sich grund­sätz­lich ergänzt. Wenn man dann noch alle Bro­schü­ren sein Eigen nennt, steht der Spitze des Mas­low­schen Bedürf­nis­py­ra­mide nichts mehr im Weg ;)

  3. Das ist ja lus­tig, dass du den Test schon vor so lan­ger Zeit gemacht hast. Ich hab ihn erst im ver­gan­ge­nen Dezem­ber ent­deckt. So lange gibt es die Seite schon? Ich war total erstaunt, dass die Ana­lyse bei mir so punkt­ge­nau getrof­fen hat. Ich glaube, das ist echt ein ganz guter Test — im Gegen­satz zu denen aus den übli­chen Frau­en­ma­ga­zi­nen. ;-) Ich bin ein Ana­ly­ti­scher Denker:

    http://www.ipersonic.de/typ/AD.html

    Selbst­ver­ständ­lich habe ich mir auch die ande­ren Per­sön­lich­keit­s­ty­pen ange­schaut, weil ich ja ein ana­ly­ti­scher Den­ker bin und wis­sen wollte, ob die so geschickt for­mu­liert sind, dass jedes Pro­fil irgend­wie pas­sen würde. ;-) Ergeb­nis: Nur bei AD kann ich bei­nahe jeden Satz so unter­schrei­ben. Erstaunlich.

  4. Ana­ly­ti­scher Denker…ebenso. Doch da ich das nun sein soll oder bin, kam ich dem gleich nach und hin­ter­fragte die ganze Aktion. Ergo:
    Ich erachte es als allzu plump die­ses nur anhand die­ser vier vor­ge­ge­be­nen Ant­wort­blocks fest­ma­chen zu wol­len. Ein­zel­ant­wor­ten wären da schon wert­vol­ler gewesen.

  5. Das über­rascht mich jetzt nicht :-). Warum man mit vier all­ge­mei­nen Ant­wort­hau­fen so tref­fende Ana­ly­sen hin bekommt, weiß ich auch nicht. Ich glaube, wir müs­sen das mal analysieren. :-)

  6. Nor­ma­ler­weise halte ich nicht viel von sol­chen Tests, da sie immer zu All­ge­mein gehal­ten wer­den und die Ant­wor­ten aus­tausch­bar sind; aber die­ser hier ist tat­säch­lich anders. Inter­es­sant und recht erstaun­lich, wie der »Ziel­stre­bige Rea­list« auf mich passt.

  7. Ja, tes­tet euch nur wei­ter. *notier* Das mit der Tes­te­rei geht sogar noch einige Schritte wei­ter. Mitt­ler­weile wer­den auch im Beruf Mit­ar­bei­ter, vor allem in füh­ren­den oder deli­gie­ren­den Posi­tio­nen, ähnli­chen Tests unter­wor­fen um ihre Eig­nug als Mit­ar­bei­ten zu über­prü­fen. Das ist natür­lich auch ein Stück weit gefähr­lich, denn schnell kön­nen sol­che Daten auch gegen jeman­den ein­ge­setzt wer­den, was jetzt aber nur für die pro­fes­sio­nel­len Tests gilt, nicht so sehr für iPersonic.

  8. […]Mitt­ler­weile wer­den auch im Beruf Mit­ar­bei­ter, vor allem in füh­ren­den oder dele­gie­ren­den Posi­tio­nen, ähnli­chen Tests unter­wor­fen um ihre Eig­nung als Mit­ar­bei­ten zu überprüfen.[…]

    Eine wei­tere Per­ver­sion unse­rer hoch­ge­schätz­ten Leis­tungs­ge­sell­schaft. Inwie­weit sind sol­che Test eigent­lich mit der Unan­tast­bar­keit der Menschwürde und dem Recht auf per­sön­li­che Ent­fal­tung vertretbar.

    Ein­stel­lungs­test im Sinne der All­ge­mein­bil­dung und zur Über­prü­fung des Ver­hal­tens in Stress­si­tua­tio­nen ist ja schön und gut. Aber der­ar­ti­ges nötigt einen wirk­lich bald dazu, vor dem Per­so­nal­ma­na­ger die Hose kom­plett her­un­ter­zu­las­sen.
    Warum wird man vor dem Stel­len­an­tritt nicht ein­fach für einen Monat in eine Anstalt ver­frach­tet und durch­ge­leuch­tet. So spart man sich die Anbie­de­rung der Bewer­bung und kann ganz ent­spannt das lücken­lose per­sön­li­che Psy­cho­gramm ent­schei­den lassen.

  9. Ein düs­te­res Sze­na­rio das du malst. Ich finde sol­che Test auch eher gefähr­lich, denn was hin­dert den Arbeit­ge­ber daran die Test­er­geb­nisse gegen einen zu ver­wen­den wenn man kos­ten­scho­nend weg­ra­tio­na­li­siert wer­den soll? Das ein­zige was mir Trost spen­det ist die Tat­sa­che das kein Test ver­mag den Men­schen an sich abzu­bil­den. Die meis­ten beste­hen aus viel mehr als der einen getes­te­ten Facette. Men­schen sind wie unbe­kannte Blü­ten, man­che rie­chen gut wenn sie sich öffnen und man­che rie­chen furcht­bar um ihre Feinde zu verjagen.

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Trackbacks

  1. […] das Ange­bot ist grö­ßer gewor­den, die Szene eta­bliert, der Goth von Heute kauft im Inter­net. Der indi­vi­du­elle Goth kre­iert dar­aus mit Phan­ta­sie dann sei­nen eige­nen Style, denn wie Tho­mas Mann schon sagte: […]

  2. […] ist grö­ßer gewor­den, die Szene eta­bliert, der Goth von Heute kauft im Inter­net. Der indi­vi­du­elle Goth kre­iert dar­aus mit Phan­ta­sie dann sei­nen eige­nen Style, denn wie Tho­mas Mann […]