29 Dezember
Horror ist keine Kunstblutorgie
Heute wird´s blutig, irgendwie ist mir danach. Höchstwahrscheinlich liegt es daran das es in letzter Zeit keinen anständigen Horrorfilm mehr gegeben hat. Sicherlich ist meine Definition eines anständigen Horrorfilms einer andere als eure, aber hier geht es ja auch nicht um eure. Anständige Horrorfilme fahren einen schmalen Grat zwischen Splatterfilmen wie beispielsweise Braindead und weichgespültem Mist wie Düstere Legenden oder Final Destination.
Braindead ist sicherlich kein schlechter Film, wenn man ihn als Komödie betrachtet, vielleicht war er von Herr der Ringe Regisseur Peter Jackson auch so beabsichtigt. Unbestätigten Gerüchten soll es die größte Kunstblutschlacht aller Zeiten gewesen sein, denn allein 300 Liter feinste Mischung waren für die Rasenmäherszene nötig. Final Destination erinnert mich an die filmgewordene Umsetzung von Micro-Machines, in der es darum geht möglichst viele kuriose Kettenreaktionen auszulösen bevor es zu einem Ende kommt.
Nein, anständige Horrorfilme haben zumindestens eine Spur von Handlung, eine gute Grundidee oder sind die konsequente Fortführung einer Reihe von Filmen. Wenn es gut gemacht ist, darf es auch gerne einer der sonst verhassten Was-war-vorher Episoden werden. Die von Rob Zombie inszenierte Neuauflage von Halloween war beispielsweise grandios.
Der perfekte Horrorfilm, der selbst mir noch Alpträume bescheren könnte ist eine Mischung aus Alfred Hitchcock und Rob Zombie. Hitchcock ist der Großmeister der Spannung der es bei Die Vögel geschafft hat, durch den geschickten Einsatz von Bildern, Licht und Geräuschen das typische Gruselgefühl auszulösen ohne dabei auch nur einen Tropfen Blut zu vergießen. Rob Zombie ist der Freund der skurrilen Einstellungen und ein Freund subtilen Grusels ohne dabei auf die Effekte und Errungenschaften der Neuzeit zu verzichten ohne sie dabei Sinnlos zu verplempern.
Ich möchte mich jetzt nicht festlegen was den Einsatz von Namen angeht, sondern nur die Umsetzung einer Idee erläutern. Mirrors mit Kiefer Sutherland ist ein sehr gutes Beispiel und der letzte, halbwegs gute Horrorfilm den ich dieses Jahr gesehen habe. Horror besteht eben nicht nur aus schockieren sondern auch aus Spannung. Solange verschaffe ich mir mit ein wenig Real Life Horror-Splatter-Unsinn Linderung (Achtung! Nichts für schwache Nerven):
Bucky Gives Birth by Jesse Fritsch
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Ansichtssache
Schlagwort: Alfred Hitchcock, Braindead, Filme, Halloween, Horror, Kunstblut, Rob Zombie


hat bereits 207 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. Dezember 2008 um 14:30:
Das Video sieht für mich nach nem ziemlichen Fake aus. Ich weiß ja nicht WAS der gute Herr da im Arm hat, aber die Farbe des Blutes sieht meiner Meinung nach sehr seltsam aus und mir als medizinischen Laien ist nur die Thrombose als Blutklumpen bekannt — das was da aus dem Arm kommt dürfte wohl schon für einen Krankenhausaufenthalt reichen.
Zu Mirrors: Der Film ist wirklich erstaunlich gut. Ich war anfangs ja sehr skeptisch und hatte so einen Mist wie »The Grudge« im Hinterkopf, aber er hat mich wirklich durchgängig überzeugt. Evtl. kommt dazu bei mir auch noch ein Artikel, ich bin mir nur noch unsicher ob ich die alte iGuts-Unsitte nun im neuen Blog weiterführen soll oder nicht…
hat bereits 8 Kommentare abgegeben und schrieb am 1. Januar 2009 um 18:26:
Also größtenteils kann ich dir zustimmen, vor allem was Filme von Rob Zombie angeht fand bis jetzt alle seine Filme durchweg gelungen. Und wenn man sich das Making-Off von The Devil´s Rejects anschaut, kann man ihn und seine Crew und vor allem seine Intuition einfach nur mögen :)
Hitchcock zieht sich mir zu sehr…ich finde er verpasst immer um wenige Sekunden/Minuten den Punkt bis zu dem es spannend gewesen wäre…
Mirrors war tatsächlich ausnahmsweise mal wieder ein guter neuer Horrorfilm.
Welche neue Sorte von Filmen ich allerdings auch sehr gut und empfehlenswert finde sind so »Horror-Märchen« alls Pans Labyrinth oder Das Waisenhaus…
P.S.: Bist du begeistert vom Tod? ö.Ö
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. Januar 2009 um 21:12:
@Tears: Einen Film zu bewerten ist ja erstmal nichts schlechtes, für mich müssen sie natürlich zu Thematik passen. So fände ich es nicht verwerflich, wenn du deinen Blog durch den ein oder anderen gezielten Rückblick auf einen Film aufwertest. Als »Unsitte« empfinde ich das nicht.
@Kitty Khaos: Eine geschickte Genre Vermischung finde ich auch immer interessant, gerade die Mischung Horror und Fantasy oder Horror und Science Fiction bringt wirklich gute Filme hervor (bspw. Event Horizon oder Alien). Ich bin begeistert vom Thema Tod, in der Tat. Dabei interessiert mich nicht so sehr das Sterben als solches, sondern der Totenkult in all seinen Formen und Farben. Themen über die man »nicht spricht« reizen mich im allgemeinen besonders. Der Tod ist ein solches Thema — Nahezu jeder hat Angst vor dem Sterben, viele sehen einer Tatsache nicht ins Auge, einen geliebten Menschen verlieren zu können, dadurch beschneiden sie sich meiner Meinung nach selbst.