29 Dezember

Horror ist keine Kunstblutorgie

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 20083 Kommentare

Heute wird´s blu­tig, irgend­wie ist mir danach. Höchst­wahr­schein­lich liegt es daran das es in letz­ter Zeit kei­nen anstän­di­gen Hor­ror­film mehr gege­ben hat. Sicher­lich ist meine Defi­ni­tion eines anstän­di­gen Hor­ror­films einer andere als eure, aber hier geht es ja auch nicht um eure. Anstän­dige Hor­ror­filme fah­ren einen schma­len Grat zwi­schen Splat­ter­fil­men wie bei­spiels­weise Bra­in­dead und weich­ge­spül­tem Mist wie Düs­tere Legen­den oder Final Desti­na­tion.

Bra­in­dead ist sicher­lich kein schlech­ter Film, wenn man ihn als Komö­die betrach­tet, viel­leicht war er von Herr der Ringe Regis­seur Peter Jack­son auch so beab­sich­tigt. Unbe­stä­tig­ten Gerüch­ten soll es die größte Kunst­blutschlacht aller Zei­ten gewe­sen sein, denn allein 300 Liter feinste Mischung waren für die Rasen­mä­her­szene nötig. Final Desti­na­tion erin­nert mich an die film­ge­wor­dene Umset­zung von Micro-Machines, in der es darum geht mög­lichst viele kuriose Ket­ten­re­ak­tio­nen aus­zu­lö­sen bevor es zu einem Ende kommt.

Nein, anstän­dige Hor­ror­filme haben zumin­des­tens eine Spur von Hand­lung, eine gute Grund­idee oder sind die kon­se­quente Fort­füh­rung einer Reihe von Fil­men. Wenn es gut gemacht ist, darf es auch gerne einer der sonst ver­hass­ten Was-war-vorher Epi­so­den wer­den. Die von Rob Zom­bie insze­nierte Neu­auf­lage von Hal­lo­ween war bei­spiels­weise grandios.

Der per­fekte Hor­ror­film, der selbst mir noch Alp­träume besche­ren könnte ist eine Mischung aus Alfred Hitch­cock und Rob Zom­bie. Hitch­cock ist der Groß­meis­ter der Span­nung der es bei Die Vögel geschafft hat, durch den geschick­ten Ein­satz von Bil­dern, Licht und Geräu­schen das typi­sche Gru­sel­ge­fühl aus­zu­lö­sen ohne dabei auch nur einen Trop­fen Blut zu ver­gie­ßen. Rob Zom­bie ist der Freund der skur­ri­len Ein­stel­lun­gen und ein Freund sub­ti­len Gru­sels ohne dabei auf die Effekte und Errun­gen­schaf­ten der Neu­zeit zu ver­zich­ten ohne sie dabei Sinn­los zu verplempern.

Ich möchte mich jetzt nicht fest­le­gen was den Ein­satz von Namen angeht, son­dern nur die Umset­zung einer Idee erläu­tern. Mir­rors mit Kie­fer Suther­land ist ein sehr gutes Bei­spiel und der letzte, halb­wegs gute Hor­ror­film den ich die­ses Jahr gese­hen habe.  Hor­ror besteht eben nicht nur aus scho­ckie­ren son­dern auch aus Span­nung. Solange ver­schaffe ich mir mit ein wenig Real Life Horror-Splatter-Unsinn Lin­de­rung (Ach­tung! Nichts für schwa­che Nerven):

Bucky Gives Birth by Jesse Fritsch

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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3 Kommentare

  1. Das Video sieht für mich nach nem ziem­li­chen Fake aus. Ich weiß ja nicht WAS der gute Herr da im Arm hat, aber die Farbe des Blu­tes sieht mei­ner Mei­nung nach sehr selt­sam aus und mir als medi­zi­ni­schen Laien ist nur die Throm­bose als Blut­klum­pen bekannt — das was da aus dem Arm kommt dürfte wohl schon für einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt reichen.

    Zu Mir­rors: Der Film ist wirk­lich erstaun­lich gut. Ich war anfangs ja sehr skep­tisch und hatte so einen Mist wie »The Grudge« im Hin­ter­kopf, aber er hat mich wirk­lich durch­gän­gig über­zeugt. Evtl. kommt dazu bei mir auch noch ein Arti­kel, ich bin mir nur noch unsi­cher ob ich die alte iGuts-Unsitte nun im neuen Blog wei­ter­füh­ren soll oder nicht…

  2. Also größ­ten­teils kann ich dir zustim­men, vor allem was Filme von Rob Zom­bie angeht fand bis jetzt alle seine Filme durch­weg gelun­gen. Und wenn man sich das Making-Off von The Devil´s Rejects anschaut, kann man ihn und seine Crew und vor allem seine Intui­tion ein­fach nur mögen :)
    Hitch­cock zieht sich mir zu sehr…ich finde er ver­passt immer um wenige Sekunden/Minuten den Punkt bis zu dem es span­nend gewe­sen wäre…

    Mir­rors war tat­säch­lich aus­nahms­weise mal wie­der ein guter neuer Hor­ror­film.
    Wel­che neue Sorte von Fil­men ich aller­dings auch sehr gut und emp­feh­lens­wert finde sind so »Horror-Märchen« alls Pans Laby­rinth oder Das Waisenhaus…

    P.S.: Bist du begeis­tert vom Tod? ö.Ö

  3. @Tears: Einen Film zu bewer­ten ist ja erst­mal nichts schlech­tes, für mich müs­sen sie natür­lich zu The­ma­tik pas­sen. So fände ich es nicht ver­werf­lich, wenn du dei­nen Blog durch den ein oder ande­ren geziel­ten Rück­blick auf einen Film auf­wer­test. Als »Unsitte« emp­finde ich das nicht.

    @Kitty Khaos: Eine geschickte Genre Ver­mi­schung finde ich auch immer inter­es­sant, gerade die Mischung Hor­ror und Fan­tasy oder Hor­ror und Sci­ence Fic­tion bringt wirk­lich gute Filme her­vor (bspw. Event Hori­zon oder Alien). Ich bin begeis­tert vom Thema Tod, in der Tat. Dabei inter­es­siert mich nicht so sehr das Ster­ben als sol­ches, son­dern der Toten­kult in all sei­nen For­men und Far­ben. The­men über die man »nicht spricht« rei­zen mich im all­ge­mei­nen beson­ders. Der Tod ist ein sol­ches Thema — Nahezu jeder hat Angst vor dem Ster­ben, viele sehen einer Tat­sa­che nicht ins Auge, einen gelieb­ten Men­schen ver­lie­ren zu kön­nen, dadurch beschnei­den sie sich mei­ner Mei­nung nach selbst.

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