11 September
Glaubwürdigkeit von Wahlplakaten
Als ich gestern ein Wahlplakat von Guido Westerwelle gesehen habe, stutze ich, so hatte ich den FDP Parteivorsitzenden nicht in Erinnerung. Der Jürgen Prochnow der deutschen Politik, wie ich ihn immer liebevoll nannte, den ich für sein Charaktergesicht und seinen offenen Umgang mit der eigenen Homosexualität immer gemocht habe strahlte wie ein Honigkuchenpferd und wirkt auf mich seltsam verändert. Irgendwie glatter, irgendwie geleckter. Das die Bilder für den Wahlkampf allesamt am Computer retuschiert sein dürften, kann keine Neuigkeit sein.
Hier ein paar Augenringe der letzten Wahlkampfveranstaltung weg retuschieren, das ein oder andere Haar darf auch noch gegen ein buntes ausgetauscht werden, alles im Sinne einer jungen und frischen Partei. Klar werden die Kandidaten auch geschminkt und aufgemotzt, doch wo sind die Grenzen?
Es gibt offenbar doch mehr Sympathiewähler, die ihren Kandidaten nach dem Aussehen beurteilen und weniger nach den Ansichten, die dieser vertritt. Für mich verlieren solche Bilder an Glaubhaftigkeit, und wecken den Eindruck, die Kandidaten hätten noch mehr zu verbergen als ihr Gesicht. Die ganze Straße ist voll mit Gesichtern von denen einige wirken wie die Schergen des Jokers, der einst gegen Batman kämpfte.
Lieber Guido Westerwelle. Sicherlich gestehe ich ihnen ein wenig Eitelkeit zu und verstehe ihr jahrelanges Leid mit dieser Entstellung, wie sie das vielleicht bezeichnen. Ein Gesicht ist aber auch gleichzeitig das, was einen Charakter spiegelt, glauben sie nicht das ihre Wähler enttäuscht sein werden wenn sie Ihnen begegnen? Das ist so wie mit One-Night-Stands. Angeheitert und mit verzerrtem Menschenbild lässt man sich auf eine vermeintliche gut aussehende Frau (oder Mann) ein um am nächsten Morgen zu entdecken, das die Brüste mit einem Push-Up gefälscht waren und mehrere Schichten Schminke das eigentliche Gesicht verbergen, hohe Schuhe und zu enge Kleidung vemittelten zusätzlich eine Frau, die es eigentlich nicht gibt. Glücklich kann sich der schätzen, der früher als der am Vorabend noch als unwiderstehlich empfundene Partner aufwacht, seine Klamotten packt und das weite sucht. Also ich wäre enttäuscht und trinke deshalb schon seit Jahren keinen Alkohol mehr, vielleicht sollte auch Sie den Alkohol in ihrem Wahlkampfbüro den Kampf ansagen, denn meiner bescheidenen Meinung nach besteht hier Nachholbedarf.
(Bildquellen: fdp.de, Dirk Vorderstrasse/Wikipedia)
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Ansichtssache
Schlagwort: Bilder, Politik


hat bereits 207 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. September 2009 um 18:53:
Ganz ehrlich: Die Wahl ist zwar kein Catwalk, aber sooooo schlimm finde ich das Bild jetzt nicht bearbeitet. Klar, es wird einiges aufgehübscht und ein paar graue Strähnen werden verdeckt. Aber was erwartest du? Wahlplakate auf denen Herr Westerwelle unrasiert im Morgenmantel, möglichst noch mit PräMoLa zu sehen ist?
Nein, also ich wähle sowieso nicht nach Gesicht (oder doch, aber aus diesem Grund wähle ich den Grinsemann nicht) und von daher: Horst Schlämmer for President!
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. September 2009 um 23:18:
Die Wahl ist kein Catwalk meine Herren! Sehr gut :) Unrasiert und im Morgenmantel? Nein, das erwarte ich nicht, vielleicht ein bisschen weniger Schminke und ein bisschen mehr Gesicht, nicht nur auf den Plakaten ;)
hat bereits 23 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. September 2009 um 01:34:
Als ich das Plakat gesehen habe war mein erster Gedanke zum Ausspruch:
»Arbeit muss sich wieder lohnen!»
ab 5% Wählerstimmen lohnt es sich so richtig.
Krass finde ich auch die Retusche bei Angela Merkel. (Wenn auch sehr gut gemacht)
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. September 2009 um 01:57:
Stimmt Frau Merkel hat man auch extrem aufgehübscht. Ganz aktuell hat man heute hier so ein Großformatplakat aufgestellt von dem sie lächelnd für Wählerstimmen wirbt. Bei dem Spruch »Arbeit muss sich wieder lohnen« schoss mir der Gedanke durch den Kopf: Für wen?