Ich mag die Ein-Euro-Shops nicht, ein ganzer Laden mit Artikeln die ich nicht gebrauchen kann in einer Qualität die nicht zu gebrauchen ist. Um aber Dinge zweckentfremdet als Dekoration zu verwenden ideal, gerade zu Weihnachtszeit. So bin ich mit Spontilienchen beim Einkaufsbummel in einem eben solchen Laden gelandet und habe mich ein wenig umgesehen, während Sie über immer neue Zweckentfremdungen der angepriesenen Produkte nachdachte und dabei in einem murmelnden Sing-Sang verfiel.
Das Pflaster für Dunkelhäutige unterbrach meinen Streifzug abrupt. Da hat sich eine Firma doch tatsächlich liebevoll um die ästhetischen Fragen der Menschen mit dunkler Hautfarbe gemacht und ein gleichfarbiges Pflaster auf den Markt gebracht. Der Kakaobraune, selbstklebende Schokoriegel aus dem vertrauenserweckende Hause Chemoplast wirkt dabei so hochwertig wie Babymilch aus China. Der Klebstoff riecht scharf nach Verdünnung, Klebekraft und Hautverträglichkeit indiskutabel, denn bei mir löste sich das Pflaster im mutigen Selbstversuch nach 5 Minuten und hinterließ einen rötlichen Schimmer der Haut.
Viel unglücklicher als die Qualität ist aber die Verpackung. Ist es rassistisch, Menschenverachtend oder einfach nur dämlich? Ich finde, es ist einfach nur dämlich, warum nicht einfach ein braunes Pflaster verkaufen und den Verwendungszweck dem Kunden überlassen? So nicht, dachte sich Chemoplast und machte daraus ein Pflaster für Dunkelhäutige, das obendrein auch noch mit einem lachenden Gesicht einer Zielgruppenperson ausgerüstet ist.
Das wäre doch eine Marktlücke. Gothicpflaster in modischem Schwarz und mit Patchouligeruch, Punkpflaster mit Nieten und Irokesenwundauflage und Hip-Hop Pflaster mit eingearbeiteten Glitzersteinen und in Übergröße.




hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. Dezember 2008 um 22:17:
Nun, grundsätzlich fände ich an der Idee ja überhaupt nichts verwerflich, denn die »normalen« Pflaster sind ja schließlich für helle Hautfarbe gedacht. Warum sollten nicht auch Menschen mit dunkler Hautfarbe ein Pflaster verwenden können, dass man nicht auf 100m Entfernung sieht?
Die Aufmachung der Verpackung ist aber erbärmlich, sieht nach 50er Jahre Persil aus und das Foto macht auch keinen seriösen Eindruck. Dass die Qualität erbärmlich ist finde ich zwar nicht berauschend, grundsätzlich gibt es aber auch derartig miese Pflaster für Hellhäutige.
Rassistisch ist irgendwie, dass es solche Pflaster nicht von Hansaplast oder ähnlichen qualitativ hochwertigen Herstellern gibt. Warum nicht eine Zielgruppe bedienen die existiert? Die Frage ist jetzt, was der politisch korrekte Ausdruck für »Dunkelhäutige« ist… »Maximalpigmentierter« finde ich ziemlich scheiße.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 23. Dezember 2008 um 20:22:
Ich habe mir deinen Beitrag noch einmal auf der Zunge zergehen lassen und muss feststellen, das ich es am liebsten locker und unverkrampft sehe. Unterbewusst versuche ich aber zu vermeiden, das ich überhaupt in so eine Situation komme.
Wenn ich mir das Verpackungsdesign im zeitlichen Abstand noch einmal ansehe muss ich gestehen, das es ohne das Foto weniger verfänglich gewesen wäre ;) Seriöse Firmen lösen so etwas übrigens mit transparenten Pflastern oder nennen sich schlicht braune Pflaster, obwohl das sicherlich auch schon wieder verfänglich sein könnte.
hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 23. Dezember 2008 um 23:54:
Ich denke immer: Ich hab kein Problem mit Menschen mit dunkler Hautfarbe. Wenn die Leute ein Problem mit ihrer Hautfarbe haben (oder sich eins drauß machen) dann gibts 100 Meter Wäscheleine für 3,99 €…!
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. Januar 2009 um 03:22:
Wem die Wäscheleine zu radikal ist, schaut mal bei Michael Jackson vorbei. Kurioserweise haben ja auch die Hellhäutigen Probleme mit ihrer Hautfarbe, warum gibt es sonst so viele Solarien und Urlaubsziele im Süden? Braun sieht gesünder aus. Sagt der Volksmund. Daher kommt dann auch die Ablehnung der Dunkelhäutigen. Es ist einfach Neid auf so viel Gesundheit.
hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. Januar 2009 um 03:29:
Mhh… ich hab schon wieder eine Geschäftsidee:
Mein Messer ist scharf, die Haut ist weich, wer seine Hautfarbe nicht mag, der entblößt sein Fleisch!
Nur heute: Ganzkörper-Hautentfernung* für nur 99,95 €
* der Patient trägt das volle Risiko der Hautentfernung.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. Januar 2009 um 04:06:
Sehr gut :) Übrigens habe ich auch gleich mal bei der Denic für dich recherchiert. hautentfernung.de ist noch zu haben ;)
hat bereits 5 Kommentare abgegeben und schrieb am 5. März 2009 um 23:37:
Toll dass sich Leute für dieses Thema interessieren, mein Respekt.
Es geht nicht immer nur um die große Kohle, sondern auch um lebens praktische Hilfe und Ethik in der (Geschäfts-)Welt.
Seit 2002 setze ich meine Idee um, bereits als Kind hinterfragte ich diese Thematik:
Ich bin die Produzentin dieses braunen Pflasters zur unauffälligen Wundversorgung. Also alles ganz simpel. Was der Hersteller mit der Verpackung (Produkt ist einwandfrei) dem Produkt geschädigt habt,…Die Verpackung ist rassistisch und bereitete mir schlaflose Nächte. Sie ist ohne Absprache entstanden. Der Begriff ist ebenso diskriminierend. Bitte traut euch und schreibt ihm genau eure Meinung dazu!!!!!!!
Meine Zielgruppe ist begeistert!
Hansaplast und Co gaben mir damals 2002 die Antwort es sei kein Markt vorhanden.(über 8 Mill. Schwarze in Europa)
Meine Einstellung
»Der eine wartet dass die Zeit sich wandelt, der andere packt an und handelt.»
Ein Zitat von Dante, 1267–1321
Schreibt mir,Gruß
Beatrice
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. März 2009 um 00:09:
Liebe Beatrice,
erstmal vielen Dank für deinen Kommentar, ich war zunächst sehr überrascht und konnte das, was ich las nicht ganz glauben. Nachdem ich den Link zu Deiner Seite korrigiert habe ist mir aber einiges klarer geworden.
Grundsätzlich finde ich Deine Geschäftsidee sehr gut, ich habe auch nichts gegen braune Pflaster zur unauffälligen Wundversorgung und irgendwie leuchtet die Verwendung ja auch ein. Was mich an dem Pflaster so bewegt hat, war tatsächlich die Verpackung und die damit verbundene Vermarktung, die mich zu diesem Beitrag bewegte.
Niemand konnte ahnen, das auch Dir mit der Vermarktungsweise der Fa. Chemoplast Schaden zugefügt wurde, da du ja schließlich die Produzentin dieses Pflasters bist. Ich verstehe noch nicht ganz den Zusammenhang zwischen Dir als Produzentin und der Fa. Chemoplast. Hast du die Idee verkauft, oder stellt Chemoplast die Pflaster in deinem Namen her? Wie auch immer, zwischen der Darstellung auf deiner Seite (sehr gelungen übrigens) und der Verpackung im Ein-Euro-Shop liegen Welten. Das man Dich so übergehen kann ist übel.
Ich hoffe nur, das Hansaplast seine Meinung noch ändert oder sich ein anderer Hersteller findet und deine Geschäftsidee die Bühne bekommt, die sie verdient.
hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. März 2009 um 02:28:
Auch ich muss sagen, dass die Website einen ganz anderen Eindruck macht als die Verpackung. Allerdings muss ich andersrum wieder sagen, dass auf der Seite nur marginal rüberkommt, dass die Pflaster für dunkle Haut sind (ich denke da mal wieder an Sehbehinderte und Suchmaschinen). Da werden sich doch sicher unverfängliche Begriffe wie »für dunklere Hauttöne« finden lassen.
Ansonsten bleib ich dabei, dass die Idee grundsätzlich gut ist — meine Gratulation zu dieser Idee.
hat bereits 5 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. März 2009 um 14:48:
Danke für euer Feedback!!!Es ist so:
Ich habe die Idee und das Patent, Chemoplast ist ein Vertrieb und fand die Idee gut, netterweise produzierte er auf seine Kosten die ersten Stück. (nach 5 J. Suche endlich jenmand der den Mut hatte.)
Dann die schlechte Verpackung. Ich konnte eine andere Packung minimal — mit bejeal-LOGO mitbeeinflussen. Ich bat ihn immer wieder inständig diese diskriminierende Verpackung samt Wortlaut nicht zu drucken, später dann, nicht zu verkaufen. Er weigerte sich.
Ich glaube er bekam paar »böse« Briefe von paar Leuten. Jetzt hat er auf seiner Homepage eine Packung (gezeichnete Hand m. Pfl.) entworfen ohne !! Absprache.
Diese »neue« Packung verkauft er ohne das ich davon etwas erfuhr (sowie lose Pflaster an Großabnehmer).
Frech meinte er beim letzten Telefonat das er »seine « und Ich »meine« verkaufe. Allerdings gab ich bei Interviewtexten und kostenfreie Anzeigen und meinen Kontakten ihn als Bezugsadresse an. Klar, hatte ja keine andere Wahl.
Wie mich alles quält zeigt sich an schlafloen Nächten, heute schlief ich um halb 5 ein.
Ich bin alleinerziehende Mutter und habe viel Geld für Patente investiert, anfallende Gebühen,Musterpackungen versenden, Reisen ect.
Ich wäre froh es findet sich jemand vertrauen– und verantwortungsbewußtes dieses Pflaster nicht zu verramschen und seriös zu produzieren.
Chemoplast hat super Kontakte wg.seiner langjährigen Erfahrung und Messepräsenz international. Diese Pflaster werden TÜV geprüft und in China (leider, aber alle lassen dort ihre Pflaster produzieren!) hergestellt.
Meine Vision von Beginn an:
Produktiosort Afrika,
ökol. Baumwolle oder Hanf. (Vermeidung von Pestiziden)
Viele Leute sind der gleichen Meinung aber als Einzelperson ist es manchmal der Hammer alles am laufen zu halten.
Ein Bugget für Werbung habe ich nicht.
Ich freue mich sehr über eueren netten Kommentar, das gibt mir natürlich Kraft und Mut nicht aufzugeben!
Eigene Verpackungen würden ähnlich im Stil meiner Homepage sein.
Frage an euch:
Wer hat einen Tipp zu einem Suchmaschinenbegriff, ich rätsel schon lange daran herum.
Danke euch,
schönen Gruß,Beatrice
hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. März 2009 um 16:10:
Hallo Beatrice,
was meinst du mit »Suchmaschinenbegriff«? Ein Schlagwort das du auf deiner Seite verwenden möchtest? Ich würde da eine Bandbreite fahren, denn auch wenn man etwas Gefahr läuft nicht den 100%ig politisch korrekten Begriff zu verwenden, wer sagt dir, dass die Menschen die nach dir Suchen nicht nach verpöhnten Begriffen wie »Schwarzer« suchen?
Die neuen Verpackungen sehen — wenn es dich beruhigt — zumindest nicht mehr rassistisch aus. »Gut« ist natürlich noch etwas anderes, irgendwie erinnert mich deren komplettes Verpackungsdesign an 1-Euro-Laden oder die frühen 90er Jahre. Dass man ein solches »Projekt« nicht einfach so auf die Beine stellen kann ist natürlich klar. Vermutlich wird es für dich auch finanziell nicht tragbar sein die Pflaster dort nur produzieren zu lassen und für Verpackung und Vertrieb selbst zu sorgen, oder? Evtl. gibt es ja dafür einen Sponsor?
Achja: Hast du mal überlegt eine Feldstudie zu betreiben? In eine Großstadt zu gehen und die Zielgruppe darauf anzusprechen, wie sie sich selbst bezeichnen bzw. welches Wort sie selbst in Suchmaschinen eingeben würde? Dabei kannst du dann auch gleich Flyer oder (wenn machbar) Gratisproben verteilen.
hat bereits 5 Kommentare abgegeben und schrieb am 23. März 2009 um 12:26:
Danke Tears,
ich habe unzählige Muster verteilt ‚an Gruppen verschickt und und und. Außerdem verfüge ich über viele wertvolle Kontakte. Demnächst werde ich noch eine neue Srategie starten. Ich lasse also nichts unversucht, alles aufzuzählen wäre zu mühevoll. Mit Suchmaschine meine ich google adverds.
Ein Missverständnis:»Schwarz« ist korrekt.Mehr Infos dazu unter: http://www.derbraunemob.de
Auf meiner Homepage sind jetzt die Fotos vom Pflaster abgebildet und mein Shop eingestellt.
Wenn endlich alles läuft und ich die finanziellen Strapazen überstanden habe, teile ich es euch selbsztverständlich sofort mit.
Bis dann-schönen Gruß!
hat bereits 5 Kommentare abgegeben und schrieb am 23. März 2009 um 12:31:
hallo,
meine große Bitte an euch.
Könnt ihr dieses häßliche Bild von der Verpackung entfernen,
dankeschön, bis dann-schönen Gruß!
hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 24. März 2009 um 18:23:
Das Entfernen der Datei würde sowohl den Eintrag als auch die Diskussion hier total unsinnig machen. Also ich würde es drin lassen und an deiner Stelle, liebe Beatrice, dazu stehen, du hast ja deinen Standpunkt und die Hintergründe erklärt.
hat bereits 5 Kommentare abgegeben und schrieb am 24. März 2009 um 21:13:
Ja ich verstehe,klar hast Du recht.
Danke Tears dass Du dennoch darauf eingegangen bist.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 25. März 2009 um 08:07:
@Beatrice: Ich bin mir sicher, das du dich mit deiner Idee durchsetzen wirst und mittel– oder langfristig Erfolge verbuchen kannst. Jeden der diesen Eintrag zu der »alten« Verpackung liest wird feststellen, das du dich der offenen Diskussion aufgeschlossen zeigst und nicht gleich mit Drohgebärden oder sonstigen unsinnigen Mittel um sich schmeißt. Für mich sagt das schon viel über jemanden aus, egal worum es sich dabei handelt. Ich werde dazu nocheinmal eine kurzen Blogeintrag verfassen um das ganze aufzuarbeiten.
@Tears: Sehr gute Antwort! Zumal ja dann auch die ganze aufklärende Diskussion im Anschluss an diesen Beitrag aus dem Zusammenhang gerissen werden würde, wie ich bereits in meiner Antwort an Beatrice geschrieben habe.
hat bereits 1 Kommentar abgegeben und schrieb am 25. Juni 2009 um 13:38:
Meine Güte…es ist echt unglaublich, wie lächerlich sich einige Menschen machen. Wie kann man sich bitte über sowas aufregen? Schaut mal lieber auf die sozialen Brennpunkte in deutschen Städten, wo es an der Tagesordnung steht, daß Türken– oder Araberbanden ihr Unwesen treiben, die Neger, — oh, Tschuldigung — die Dunkelhäutigen ihre Drogen verkaufen und wo sich der so häufig angeprangerte Rassismus jedoch gegen die Einheimischen wendet. Jammert darüber jemand? Nervt das jemanden? Kümmert sich die Politik oder die Presse um das Problem? Und jetzt heult mir ruhig die Ohren voll, daß das ja Rassismus, Nationalismus oder was weiß ich was für ein »-ismus« ist. Dieses abartige Geschleime ud Gesuche, wo man wieder gegen vermeintlichen Rassismus meckern könnte ist dermaßen lächerlich! Aber wenn es in nicht mehr allzu ferner Zukunft zum wirtschaftlichen Zusammenbruch kommt, wird jeder und ich betone das, JEDER seine Erfahrungen mit unseren ach so lieben, tollen und netten ausländischen Freunden — oh, Entschuldigung — Deutschen mit Migrationshintergrund, machen! Und das zum Schluss: Auch ich kenne Ausländer, die sich vernünftig benehmen können, die freundlich und hilfsbereit sind, nur leider sind diese eine Rarität geworden.