13 Februar

Freitag der 13.

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 20095 Kommentare

Heute ist Frei­tag der 13. — Ein sehr bedeu­tungs­schwan­ge­res Datum. Ich glaube natür­lich nicht an den gan­zen Quatsch, ist echt nur Zufall, das ich heute Urlaub habe, Über­stun­den abbauen. Aber was hat es mit dem Tag eigent­lich auf sich? Er gilt als Tag, an dem beson­ders vie­len Unglü­cke pas­sie­ren, denn die 13 ist eine Unglücks­zahl. Außer­dem besagt die christ­li­che Tra­di­tion, das Jesus an einem Frei­tag gestor­ben ist und Adam und Eva an einem Frei­tag die Früchte vom Baum der Erkennt­nis gekos­tet haben und Judas der Ver­rä­ter der 13. der Teil­neh­mer am Abend­mahl war.

Rein sta­tis­tisch gese­hen pas­sie­ren genau­so­viele Unfälle wie an jedem ande­ren Frei­tag1, ich hätte jetzt getippt das weni­ger Unfälle pas­sie­ren weil die meis­ten über­vor­sich­tig oder gar nicht fah­ren. Die krank­hafte Angst vor einem Frei­tag dem 13. hat in der Medi­zin sogar einen Namen (Paras­ka­ve­de­kat­ria­pho­bie), dabei ist es krank­haft, das die Pati­en­ten an die­sem Datum nicht aus dem Bett trauen.

Die Geschichte sagt, das der fran­zö­si­sche König Phil­ipp IV. am einem Frei­tag, dem 13. Okto­ber 1307 die Ver­haf­tung der Tem­pel­rit­ter befahl und damit den Orden zer­schlug, der Aber­glaube soll damit aber nichts zu tun haben, erst als der Ame­ri­ka­ner Tho­mas Wil­liam Law­son den Bör­sen­ro­man »Fri­day the 13th« 1907 ver­öf­fent­lichte nahm das Unglück mit dem Unglücks­tag sei­nen Lauf, denn in dem Roman ster­ben immer alle an einem Frei­tag dem 13. Damit gilt er als Erfin­der des Unglücks­ta­ges2 Mit dem Bör­sen­crash 1929 »Schwar­zer Frei­tag« hat dies jedoch nichts zu tun, denn der begann schon am Don­ners­tag.  Sowieso hat der Tag in Ame­rika eine deut­lich über­spitzte Bedeu­tung, denn die Zah­len der ame­ri­ka­ni­schen Wirt­schaft zei­gen, das rund $850 Mil­lio­nen Dol­lar weni­ger Umsatz an die­sem Tag gemacht wer­den, weil die Men­schen aus Angst ihre Häu­ser nicht ver­las­sen.3 Auch nichts zu tun hat es mit Apollo 13, die Mond-Mission die an einem Frei­tag star­tete, aber bekannt­lich gründ­lich in die Hose gegan­gen ist.

Inspi­riert durch diese Geschichte wer­den im Laufe der Zeit immer mehr Filme gedreht, die den Unglücks­tag in den Köp­fen der Zuschauer mani­fes­tie­ren. Das ganze mün­det in der gleich­na­mi­gen Film­reihe aus den 80ern. Mit elf Fort­set­zun­gen des Film­reihe Frei­tag der 13. ist sie übri­gens die lang­le­bigste Hor­ror­film­reihe aller Zei­ten, der in die­sem Jahr ein Remake erfah­ren soll.

In der Zah­len­sym­bo­lik gilt die 13 als über­stei­gerte 12, der Zahl für die kos­mi­sche und gött­li­che Ord­nung (12 Apos­teln, 12 Monate) und soll alles durch­ein­an­der brin­gen. Täto­wierte las­sen sich die 13 täto­wie­ren, weil sich auf die Haut täto­wierte Sym­bole ins Gegen­teil keh­ren, in Hoch­häu­sern fehlt oft­mals die 13. Etage und man­che Flug­ge­sell­schaf­ten ver­zich­ten auf eine 13. Sitz­reihe. Viele andere Blog­ger trauen sich übri­gens auch einen Bei­trag zu schrei­ben, denn offen­bar ist Word­Press resistent.

Ich muss jetzt aber auch Schluss machen, denn ich darf nicht ver­ges­sen meine Schwes­ter anzu­ru­fen, das Sie die Milch nicht beim Ein­kau­fen ver­gisst. Freund­li­cher­weise geht sie näm­lich heute für mich ein­kau­fen, denn ich bleib im Bett.

  1. Edgar Wun­der: Die Fol­gen von »Frei­tag, dem 13.« auf das Unfall­ge­sche­hen in Deutsch­land. In: Zeit­schrift für Ano­ma­lis­tik. Band 3, 2003, S. 47–55 []
  2. Ralf Bülow: Der Mann, der Frei­tag, den 13. erfand, Spiegel-Online, 12.6.2008 []
  3. John Roach: Fri­day the 13th Pho­bia Roo­ted in Anci­ent History, 12.8.2004 []

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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5 Kommentare

  1. Es gibt ernst­haft Men­schen die sich wegen eines Datums ein­mau­ern? Arme Mensch­heit. Naja, es gibt auch Leute die glau­ben jedes Wort das in der Bibel steht…

  2. Unser Ver­stand, das uner­forschte Wesen. Ich glaube manch­mal, das sich die Medi­zin immer wie­der neue Krank­hei­ten und Neu­ro­sen aus­denkt, damit es in den Vor­le­sun­gen nicht lang­wei­lig wird. Bis zum Schrei­ben die­ses Bei­tra­ges hatte ich auch keine Vor­stel­lung davon, das es sich dabei um eine Krank­heit han­deln könnte am Frei­tag den 13. nicht aus dem Hause zu gehen. Aber man lernt ja nie aus ;)

  3. Also die Filme Frei­tag der 13. Sind der abso­lute Bur­ner. Ich habe sie sehr gerne ange­se­hen und auch die Hal­lo­ween Filme sind super. Aber lei­der ist ja Frei­tag der 13. ver­bo­ten wor­den. Das finde ich schade. Den Tag an sich finde ich nicht schlimm. Das ist ein ganz nor­ma­ler Tag und ich sehe da nichts daran was schlimm sein sollte. Viele haben ja da echt Angst vor die Tür zu gehen, aber ich kann das irgend­wie nicht ganz nach­voll­zie­hen. Aber jedem das seine. Und ich lebe ein­fach mein Leben weiter.

  4. Auch mir gefal­len die 80er Jahre Splat­ter Hor­ror­film­se­rien aus­ge­spro­chen gut, viel­leicht erin­nert mich das an meine Jugend, oder an eine Zeit, in der ein Hor­ror­film noch ein Hor­ror­film war. Hal­lo­ween, Frei­tag der 13. oder Night­mare on Elm Street sind Klas­si­ker die­ses Genre.

  5. »Ver­bo­ten« wird in Deutsch­land nichts, außer es ent­hält ver­fas­sungs­feind­li­ches Mate­rial. Ich weiß zwar nicht wie es bei besag­tem Film ist, aber ent­we­der er ist indi­ziert (Wer­be­ver­bot, darf nur unter der Laden­theke auf­be­wahrt wer­den) oder beschlag­nahmt, ent­spre­chend darf er nicht ver­kauft oder öffent­lich zugäng­lich gemacht wer­den, der Besitz ist wei­ter­hin völ­lig legal.

    Nach­trag: Laut Wiki­pe­dia ist der Film nur indi­ziert, voll­jäh­rige Per­so­nen kön­nen den Film also völ­lig legal erwerben ;)

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  1. […] einen 13. des Monats fällt und jedes­mal habe ich dar­über berich­tet. Wäh­rend ich 2009 die Fak­ten über diese Unheil­ge­schwän­ger­ten Tag zusam­men­trug, habe ich 2010 nach eben­falls ent­täusch­ter Erwar­tung wenigs­tens ein […]