20 Februar

Freaks - Zwischen Ästhetik und Schönheitschirurgie

Kategorie: Ansichtssache — Jahrgang: 20107 Kommentare

Bild von Angel, fotografiert von Mr. ToledanoErst vor ein paar Tagen habe ich über Tod Brow­nings Freaks von 1932 geb­loggt, einen Film über das Phä­no­men des Wan­der­zir­kus behin­der­ter und ent­stell­ter Men­schen. Alles was wider der Natur ist, ent­spricht nicht den gesell­schaft­li­chen Vor­stel­lun­gen von Ästhe­tik, ein mensch­li­cher Kör­per hat so aus­zu­se­hen, wie es uns Maga­zine und Medien dar­stel­len. Alles was davon abweicht ent­spricht nicht der Norm und wird als unäs­the­tisch emp­fun­den. Dabei formt der Zeit­geist im andere Bil­der der Norm. War im Mit­tel­al­ter Blässe ein Zei­chen von Adel, stand Rubens auf kräf­tige Mäd­che — mit Twiggy läu­tete unsere Gesell­schaft den Hang zu mage­ren Kör­pern ein. Paw­low würde von einer klas­si­schen Kon­di­tio­nie­rung spre­chen, also einem aner­zo­ge­nen Ver­hal­tens­mus­ter. Wäh­rend man jedoch frü­her dazu ver­dammt war mit sei­nen kör­per­li­chen Unzu­läng­lich­kei­ten zu leben, bie­ten sich heute völ­lig neue Mög­lich­kei­ten. Die Schön­heits­chir­ur­gie ves­pricht, unäs­the­ti­sches ins Gegen­teil zu keh­ren, aus­ge­hend vom Wunsch derer die sich unter das Mes­ser legen wollen.

Die Gren­zen schie­nen zunächst flie­ßend. Kör­per­lich benach­tei­ligte nut­zen die Mög­lich­keit um »Feh­ler« ihres Kör­pers oder der Natur zu repa­rie­ren oder Beschwer­den der Gesund­heit zu lin­dern. Andere setz­ten ihre eigene Vor­stel­lung von Schön­heit um sich dem ent­spre­chend zu modi­fi­zie­ren um ihrem eige­nen Bild von Ästhe­tik nahe zu kom­men. Rie­sige Brüste, Lip­pen wie Cur­ry­würste und Gesich­ter wie Spann­bett­la­ken wurde zum Schönheitsideal.

Doch wie bei allen Gren­zen gibt es auch Extreme. Men­schen wie die Freaks von Tod Brow­ning und sol­che die aus­se­hen wie ein Por­zel­lan­fi­gu­ren. MR. Tole­dano por­trä­tiert Men­schen, die sich ein­mal zu oft unter das Mes­ser eines Schön­heits­chir­ur­gen gelegt haben, jeden­falls nach mei­nem Sinn für Schön­heit.  Er schreibt: »Is beauty infor­med by con­tem­porary cul­ture? By history? Or is it defined by the surgeon’s hand? Can we iden­tify phy­si­cal trends that vary from decade to decade, or is beauty tim­e­l­ess?«

Bild von Steve, Foto von Mr. ToledanoIch frage mich, was mag in den Men­schen vor­ge­hen, die nur einen Schritt von dem ent­fernt sind, was man 1932 als Freak bezeich­nete. Zu gerne wüsste ich, was die abge­bil­de­ten Men­schen über sich den­ken und wie sie ihren Zustand emp­fin­den. Ist Ästhe­tik ein defi­nier­ba­rer begriff? Ist Schön­heit ein Ver­gleich mit Idea­len oder nur selbst bestimmt. Ist das eigene emp­fin­den von Schön­heit wirk­lich selbst bestimmt?

Von außen betrach­tet sind viele Men­schen in der Gothic Szene Freaks. Dabei sind unsere Merk­male meist auf Klei­dung und Schminke beschränkt, doch wir klei­den uns schwarz, tra­gen kuriose Schuhe, schmin­ken unsere Gesich­ter weiß und schmü­cken uns mit Sym­bol­träch­ti­gem Schmuck. Frauen zwän­gen sich in Cor­sa­gen, Män­ner geben sich andro­gyn. Auch inner­halb der Szene ist das Ver­ständ­nis für Ästhe­tik ver­schie­den. Das merkt man vor allem daran, das sich viele der Gesprä­che um eben diese Äußer­lich­kei­ten drehen.

Wie ist das mit eurem Gefühl für Ästhe­tik? Dür­fen dicke Mäd­chen Cor­sa­gen tra­gen? Sind dün­nen Män­ner wirk­lich noch Män­ner? Ist der Hang zu nack­ter Haut schön? Wür­det ihr euch aus medi­zi­ni­schen oder Ästhe­ti­schen Grün­den unter das Mes­ser legen?

(via Nerd­core | Bild­quelle: Mr. Tole­dano — A new kind of Beauty)

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Ansichtssache
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7 Kommentare

  1. Dicke Mäd­chen Cor­sa­gen tra­gen? Von mir aus.
    Wo das über­schüs­sige Kör­per­fett gezeigt wird ist ja im End­ef­fekt egal.
    Zuviel Haut muss bitte nicht sein. Ich suche mir eigent­lich ganz gern aus wes­sen nackte Haut ich sehe.
    Die Her­ren dür­fen auch dünn sein wenn sie meine — es gibt ja durch­aus auch wel­che, denen das steht — auch wenn ich selbst kei­nen sol­chen haben möchte. Da hätte ich ja Angst er ginge kaputt.

    Unters Mes­ser legen würde ich mich nicht. Eigent­lich. Das ein­zige was ich machen würde wenn ich soweit bin ist neue Haut implan­tie­ren lassen.

  2. Der Ruf­mord der plas­ti­schen Chir­ur­gie ist schon bit­ter. Einst ent­stand die­ses aus dem Wil­len her­aus kör­per­li­che Ent­stel­lun­gen zu behe­ben. Und Men­schen mit unfall­ver­schul­de­ten oder ange­bo­re­nen Ent­stel­lun­gen wie­der den Ein­tritt in die Gesell­schaft zu ermög­li­chen. Und nun ist die plas­ti­sche Chir­ur­gie im Bewusst­sein der Gesell­schaft nur noch Tum­mel­platz der Wohl­ha­ben­den aus dem Medi­en­wan­der­zir­kus und wurde im Volks­mund –ganz pas­sen– zur Schön­heits­chir­ur­gie zweck­ent­frem­det. Mit genü­gend finan­zi­el­lem Rücken­halt kann sich jede ego­ma­ni­sche Trulla ihre Tit­ten auf­pols­tern las­sen, wie ich hörte sogar schon vor dem 18ten Lebens­jahr. Wäh­rend die Fälle mit dia­gnos­ti­zie­rem see­li­schen Leid bei zu klei­nen oder kör­per­li­chen Pro­blem bei zu gro­ßen Brüs­ten die Kran­ken­kasse beknien müs­sen, um wie­der ihr Spie­gel­bild anse­hen zu können.

    Auf wun­der­bar iro­ni­scher Weise zei­gen gerade die Bil­der von MR. Tole­dano, wie man sich auf der Suche nach Schön­heit die­ser berau­ben las­sen kann. Schön­heit defi­niert sich für mich durch Ein­zig­ar­tig­keit. Jene ach­sen­sym­me­tri­schen Pup­pen­ge­sich­ter sehen aber im Grunde alle gleich aus. Da fin­det man keine indi­vi­du­elle Ästhe­tik oder Fas­zi­na­tion mehr, son­dern stößt nur noch auf emo­ti­ons­lose Uni­for­mi­tät der Gesichts­züge. Davon ein­mal abge­se­hen schre­cken mich diese Gestal­ten nicht nur ab son­dern erschre­cken mich sogar. Ein unter­schwel­li­ges Grauen liegt in den skur­ril pup­pen­haf­ten Gesich­tern. Denen im dunk­len Flur oder mor­gens im dämm­ri­gen Bad begeg­net und ich würde reflex­ar­tig zu Weih­was­ser oder Waffe grei­fen.
    Ein Maler, den ich traf, sagte ein­mal, der er gar nicht ver­steht, was an den gan­zen Modells so schön sein soll. Deren Sym­me­trie in den Gesich­tern lässt diese belang­los erschei­nen. Und der Mann hatte Recht. Ich kenne kei­nes der mir bekann­ten Top-Modells, das bei mir einen wow-Effekt erreichte. Sie alle gehen in der aus­drucks­lo­sen Lang­wei­lig­keit ihrer Gesichts­züge unter.

    Wie ist das mit eurem Gefühl für Ästhe­tik?
    Mein Bild von Ästhe­tik kann ich nicht in Worte packen. Ich habe keine Scha­blone im Kopf, die die­ses defi­niert und ein­fach auf den jewei­li­gen Men­schen auf­ge­legt wer­den kann. Es muss der Typ pas­sen. Die Aus­strah­lung. Es finde es unäs­the­tisch, wenn jemand in Extreme ver­fällt wie Body­buil­ding, extreme Fett­lei­big­keit, sich gehen lässt oder nur noch Haut über dem Kno­chen ist. Aber grob ein­ge­glie­dert und nur auf das Äußere bezo­gen könnte ich mein Ideal von opti­scher Ästhe­tik an zwei Pro­mi­nen­ten stell­ver­tre­tend fest­ma­chen. Für die holde Weib­lich­keit –abge­se­hen von mei­ner bes­se­ren Hälfte– wäre das Pink und für die Männ­lich­keit Bruce Willis.

    Dür­fen dicke Mäd­chen Cor­sa­gen tra­gen?
    Sie dür­fen schon, aber es muss einem ja nicht gefal­len. Ich finde es nicht so pas­send, wenn man­che Damen zwei Cor­sa­gen zu einer zusam­men­bin­den müs­sen, um diese über­haupt umschnal­len zu kön­nen. Denn die­ses nimmt der Cor­sage als sol­che jeg­li­che Funk­tion und degra­diert diese zum rei­nen Pflicht­ac­ces­soire. Ich per­sön­lich unter­lag frei­wil­lig unacht­sam wie unfrei­wil­lig schon eini­gen Gewichts­schwan­kung und muss sagen, dass mit der eins­ten Wohl­stands­wampe auch mein Ego im Kel­ler war und der Klei­dungs­stiel dem­ent­spre­chend an Kar­tof­fel­sack erin­nerte. Somit kann ich nicht ver­ste­hen, wie sich dicke Mäd­chen in Klei­dung wohl­füh­len kön­nen, bei der man trotz Club­licht und Tro­cken­eis die Fal­ten und Rol­len zäh­len kann. Ich stehe über­haupt nicht auf Magen­suchts­mo­dells. Aber da ich mich gegen­über mei­ner Part­ne­rin in der Schuld sehe, meine Sta­tur zu pfle­gen, erwarte ich die­ses auch als Gegenleistung.

    Sind dün­nen Män­ner wirk­lich noch Män­ner?
    Sagen wir es ein­mal so. Wenn ich Kerl­chen sehen, deren Ober­arme den Umfang mei­ner Hand­ge­lenke haben, so machen mir diese Angst. Das sind keine Män­ner, dass sind Ham­pel­män­ner. Es muss ja nicht jeder Body­buil­der sein. Die dahin­ge­hend Haupt­be­ruf­li­chen lie­gen eben­falls Hori­zonte von mei­nem ästhe­ti­schen Emp­fin­den ent­fernt. Aber eine gewisse Sta­tur gehört für mich ein­fach dazu. Ich sel­ber betreibe seit nun­mehr 10 Jah­ren Kraft-sowie Aus­dau­er­sport und finde, dass die­ses ein­fach bes­ser wirkt.

    Ist der Hang zu nack­ter Haut schön?
    Als im Stern­bild des Skor­pion gebo­re­ner, kann ich nur vol­ler Ent­rüs­tung sagen: Natür­lich.
    Aber es muss pas­sen, muss mit der Men­ta­li­tät und der Aus­strah­lung des jewei­li­gen Mädels überein­stim­men. Eine, die ver­schüch­tern im Schat­ten steht und krampf­haft ver­sucht ihre netz­teilb­e­deckte Haut doch noch zu ver­ber­gen, wirkt ebenso ero­tisch wie eine auf bil­lige Anma­che hin gestylte Halb­nackte. Es gibt eine deli­kate Grenze zwi­schen ästhe­tisch reiz­voll und bil­lig. Zwi­schen dem Spiel mit den Rei­zen und dem Objekt für Fleisch­be­schau. Und all jene Mädels, denen die­ser Grenz­gang gelingt, soll­ten nicht ver­ur­teilt wer­den. Es ist völ­lig legi­tim auch bei der Wahl der Gar­darobe mehr auf Haut, als auf Stoff zu set­zen. Zu kri­ti­sie­ren sind aller­dings selbst bei gelun­ge­nem Gesamt­bild diverse Kom­men­tare meine Geschlechts­ge­nos­sen. Vor allem wenn diese Frei­zü­gig mit Frei­wild ver­wech­seln oder gleichstellen.

    Wür­det ihr euch aus medi­zi­ni­schen oder Ästhe­ti­schen Grün­den unter das Mes­ser legen?
    Das Sei­ten­pro­fil mei­nes Gesich­tes finde ich nicht son­der­lich erbau­lich. Aber was soll´s, von vorne geht es und im Win­kel gefällt es mir. Warum also so einen Schritt gehen. Vor­stel­len kann ich es mir nur bei Din­gen, wie wirk­lich ernst­haft am Selbst­wert­ge­fühl nagen. Jeder fin­det irgend­was bei sich aus­zu­set­zen. Aber nur dann, wenn man sein Spie­gel­bild nicht mehr ertra­gen kann, sollte man wirk­lich die­sen Schritt gehen.

  3. Über Schön­heit und Ästhe­tik kann man sich »strei­ten« (genau wie bei dem Begriff »Kunst«). Was für die einen der Inbe­griff von Schönheit/Ästhetik ist, ist für andere schon ein »Freak«. Hinzu kommt das Eltern­haus, denn wo und wie man auf­ge­wach­sen prägt die­sen Bereich. ganz enorm.

    Für mich gilt: »Jeder wie er mag solange er mir nix auf­zwängt«. Ob nun dicke oder dünne Men­schen in Cor­sa­gen oder andro­gyne Män­ner und Frauen. Ich schaue sie mir an und bilde mir ein »Urteil«, nega­tiv oder posi­tiv. Wobei ich gelernt habe auch hin­ter die Fas­se­den zu schauen und selbst dann wenn die Äusser­lich­kei­ten eines Men­schen mich eher nega­tiv beein­flusst haben, so hat sich ein Blick über den Tel­ler­rand bis dato immer gelohnt und ich habe wun­der­volle Men­schen ken­nen gerlernt.

    Mich aus schön­heits­tech­ni­schen Grün­den unter’s Mes­ser legen würde ich nicht machen, selbst wenn ich die Kohle dafür hätte. Klar ich bin mit mei­nem Erschei­nungs­bild nicht 100%tig zufrie­den, aber wer nur nach der Äusser­lich­keit beur­teilt und nicht tie­fer gehen will, der kann mich mal. Ob aus medi­zi­ni­schen Grün­den unters Mes­ser? Spon­tan würde ich ja sagen, da ich aber nie in solch einer Situa­tion war (und es hof­fent­lich nie sein werde) ist es schwer es zu beurteilen.

  4. Mit mei­nem Emp­fin­den für Ästhe­tik halte ichs wie Guld­han. Super-perfekte, sym­me­tri­sche Gesich­ter und Figu­ren emp­finde ich eher als lang­wei­lig, Schön­heit hat was beson­de­res, ein­zig­ar­ti­ges. Etwas was auf­fällt und einem im Gedächt­nis bleibt, oft auch Merk­male die manch ande­rer als gar­nicht schön emp­fin­den würde weil es eben dem gän­gi­gen Bild von Schön­heit grade nicht entspricht.

    Ich finde, auch dicke Damen kön­nen in Kor­setts gut aus­se­hen. Vor­aus­set­zung dafür ist ein Kor­sett in der rich­ti­gen Größe und pas­sende Unter­klei­dung (wobei mir eh immer graut wenn sich jemand erdreis­tet Kor­sett auf blan­ker Haut zu tra­gen, ist weder für Trä­ger noch Kor­sett zuträg­lich …) die Damen haben den Vor­teil daß auch mehr zum Schnü­ren da ist ;) was aber abso­lut augen­krebs­ve­r­u­sa­chend ist sind über­ge­wich­tige Damen die dann ne Schnür­lü­cke im Rücken haben die so breit ist wie ich, und dann nichts drun­ter tra­gen und die Pfunde dann male­risch zwi­schen den Schnü­ren vor­quel­len — alles schon gese­hen *gru­sel*
    Ande­rer­seits kön­nen auch schlanke Leute mit unpas­sen­den Kla­mot­ten und schlecht sit­zen­den Kor­setts grus­lig aus­se­hen. Und schlecht sit­zende Kor­setts sieht man in Clubs sehr häu­fig …
    Wie schon gesagt, es muss immer alles zusam­men­pas­sen, der Typ Mensch zu sei­ner Klei­dung. Wer sich »ver­klei­det« fällt auf, und das sel­ten posi­tiv, beson­ders dann wenn man sich nicht wohl in den Sachen fühlt.

    Dünne, andro­gyne Män­ner finde ich ästhe­tisch schön. Dazu muss ich sagen ich mags nicht so sehr in den Pola­ri­tä­ten der bio­lo­gi­schen Gech­lech­ter zu den­ken, cha­rak­ter­lich hat jeder auch Eigen­schaf­ten des ande­ren Geschlechts, wie aus­ge­prägt ist per­sön­lich ver­schie­den, bis hin zu dem was ich per­sön­lich als »see­lisch andro­gyn« bezeichne. Gene­rell ist Andro­gy­nie ein Thema mit dem ich mich teil­weise recht inten­siv beschäf­tige, daher finde ich auch die­je­ni­gen Men­schen inter­es­sant die das sicht­bar in ihrem Sty­ling zei­gen und aus­le­ben. Oder die auch von den kör­per­li­chen Eigen­schaf­ten von Natur aus schon so aus­se­hen. Mein per­sön­li­ches Schön­heits­ideal geht auch in diese Rich­tung, aber ich würde mich kei­nes­wegs unters Mes­ser legen des­we­gen. Das käme nur in Frage wenn ich echte Pro­bleme hätte — egal ob psy­chisch oder phy­sisch. Alles andere mit dem ich mei­nen Kör­per »ver­än­dere« schaffe ich pro­blem­los mit Kla­mot­ten. Make-Up und Kon­takt­lin­sen.
    Ansons­ten bin ich sogar recht zufrie­den mit dem Kör­per den ich abbe­kom­men habe, und der Tat­sa­che daß der eben nicht nach Voll­weib aus­sieht *g*
    Von daher — sind Män­ner die andro­gyn aus­se­hen und/oder extrem schlank sind noch Män­ner? Die Frage kön­nen nur betref­fende Per­so­nen für sich ent­schei­den, ich jeden­falls finde Typen eben inter­es­san­ter die die besagte Pola­ri­tät der Geschlech­ter ver­wi­schen, auf der Linie zwi­schen 100% Mann und 100% Frau gibt es genü­gend Abstu­fun­gen, und jeder sollte eigent­lich das tun und sich so geben wie er sich fühlt.
    Inter­es­sant dabei ist aber, in der schwar­zen Szene sind andro­gyne Män­ner ja recht nor­mal, umge­kehrt sieht man andro­gyne Frauen aber sehr sel­ten … woran das wohl lie­gen mag …

    Frei­zü­gige Klei­dung und nackte Haut — muss man genauso stil­si­cher kön­nen. Ich per­sön­lich ziehe ja hoch­ge­schlos­sen und behand­schuht vor (durch­aus auch ohne wei­ßes Make-Up bei dem man unbe­malte Kör­per­stel­len ein­fach bede­cken muss damit es aus­schaut), auch weils eine gewisse Unnah­bar­keit aus­drückt — wie alles andere aber auch muss man sich so wohl füh­len und stil­si­cher sein.
    Aber wenn jemand gekonnt mit frei­zü­gi­ger Klei­dung umge­hen kann und es zur Per­son dann auch passt — dann schaut es auch super aus. Jedoch kön­nen die wenigs­ten genau das, und da muss ich sagen hätte ich dann gerne mehr anstän­dig ange­zo­gene Leute im Dun­kel­club anstelle von Plas­tik­press­würs­ten in zu klein gera­te­ner Hülle.

  5. Was sind Freaks, wer sind Freaks oder warum wer­den sie als sol­che bezeich­net. Wer bestimmt wel­che Men­schen schön sind und wel­che als abnorm gel­ten. Was ist die Norm? Warum ist genau das die Norm. Es sind so viele Fra­gen, die zu die­sem Thema zunächst ein­mal beant­wor­tet wer­den müss­ten, um dann eine qua­li­fi­zierte Aus­sage tref­fen zu kön­nen. Mir liegt es per­sön­lich fern, Men­schen nach irgend­wel­chen Äußer­lich­kei­ten zu klas­si­fi­zie­ren. Doch dar­auf läuft es doch im End­ef­fekt hin­aus oder?

  6. Irgend­wie ist es selt­sam. Heute wer­den viele Freaks, also sol­che wie im erwähn­ten Film, immer noch dis­kri­mi­niert oder kom­men erst gar nicht mehr auf die Welt…Technik sei Dank. Auf der ande­ren Seite kön­nen wir nun durch diese Tech­nik unser Äusse­res ver­än­dern… Auf der einen Seite ver­schwin­den die Freaks, nur um anderswo wie­der aufzutauchen.

    Ich bin mir ja ziem­lich sicher, dass viele diser Ope­ra­ti­ons­süch­ti­gen unter Body Dys­mor­phic Dis­or­der lei­den, und Schön­heits­chir­urg irgendwo eine Ver­ant­wor­tung haben und diese Pati­en­ten irgend­wie einem Psych­ia­ter zufüh­ren soll­ten. Aber damit macht man ja keine Kohle…

    Ich bin nicht per se gegen Schön­hei­s­ope­ra­tio­nen, aber es sollte wohl über­legt sein, und in den meis­ten Fäl­len rennt man ein­fach die­sen doo­fen Schön­heits­idea­len hin­ter her. Sol­che Gesich­ter finde ich oft ein­fach völ­lig uninteressant…

  7. Ich stimme Atanua teil­weise zu: So manch Schönheits-OP-Suchtel wäre bei einem Psych­ia­ter oder bes­ser: Psy­cho­lo­gen bes­ser auf­ge­ho­ben. Aber dass sich auf diese Weise nicht ein­fach nur Geld machen ließe, stimmt lei­der nicht. Für mich käme keine Schönheits-OP »aus Lan­ge­weile« in Frage, aber wenn ich bei­spiels­weise nach einem Unfall extrem ent­stellt wäre (und das Geld dafür hätte), würde ich wahr­schein­lich schon dar­über nachdenken.

    Soll Cor­sa­gen tra­gen, wer will. Wenn eine stark Über­ge­wich­tige sich in so ein Din­gens packt, gefällt´s mir nicht mehr. Ich habe die Frei­heit woan­ders hin­zu­se­hen, wenn´s is …

    Män­ner sind Män­ner, ob dünn oder dick oder sonst­was. Aber wahr­schein­lich war das nicht als Wis­sens­frage gedacht. — Hell, I´m THAT cool …!

    Ästhe­tik ist wohl ein Ver­gleich mit Idea­len. Ob man sich für irgend­wel­che Ideale sel­ber ent­schei­det oder ob sie aus Alt­las­ten ent­stie­gen sind, kann sich jeder sel­ber fra­gen, wenn er sich traut.

    Noch­mal zu den Schönheits-OPs: Das geht auch bil­li­ger, man kann sich den »Michael Jack­son« mit ein paar Stück­chen Kle­be­band sel­ber ins Ant­litz zau­bern. Haste mit­ge­kriegt? Herrje …

    Hau rein! :)

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